Kirchenradio bzw. -funk noch zeitgemäß?


#1
In Anbetracht einer TV-Sendung und die damit verbundene Erinnerung frage ich mal wer hört denn eigentlich so etwas.
Als Beispiel gebe ich Domradio und Radio Horeb an.
:)
 
#2
Also wie sagt man in solchen Kreisen so schön: "Der werfe den ersten Stein" und das mache ich hiermit mal. :)
Ich geb ja zu, diese Sender auch nicht unbedingt zu mögen trotzdem machen sie Radio und das sollte man respektieren.
Gewundert hat mich, dass man bei Domradio ab 23 Uhr "himmlische" Musik spielt die bis 6 Uhr läuft.
Ebenso scheint ja auch ERF (Evangeliums Rundfunk) die jungen Hörer mit Musik gewinnen zu wollen mit ERF Pop - ob's gelingt ? ? ?
Radio Horeb klingt in meinem Kabelnetz irgendwie nach einer Mono-Ausstrahlung und deswegen verschmähe ich es ganz.

P.S: Ich weiss es gibt noch einen anderen Thread über Domradio - hab ihn leider erst zu spät gesehen - aber es geht ja hier nicht "nur" um Domradio. o_O
 
#3
Auch wenn man es selber nicht hört es gibt bestimmt genug die es hören.

Es soll sogar welche gegeben haben die sich extra wegen Radio Horeb ein DAB+ Radio gekauft haben.
 
#4
Ich kann es akzeptieren - vor allem als Einschlafhilfe. Es würde mich freuen, wenn auch andere Hobbyvereinigungen wie vielleicht der Deutsche Anglerverband soviel Geld hätten, das sie eigene Radio-und Fernsehkanäle betreiben könnten.
 
#6
Mir stellt sich eher die Frage, ob es im öffentlich-rechtlichen Rundfunk fast täglich noch kirchliche „Worte zum Tage“ oder Ansprachen geben muss.

Im rbb täglich im Kulturradio um 6:45uhr und „Worte auf den Weg“ gibt es Mo-Sa um 09:12uhr auf Antenne Brandenburg. Auch RadioBERLIN hat sowas Ähnliches im Programm, geschweige denn von Deutschlandfunk Kultur...
 
#7
Mir stellt sich eher die Frage, ob es im öffentlich-rechtlichen Rundfunk fast täglich noch kirchliche „Worte zum Tage“ oder Ansprachen geben muss.
Warum nicht ...? Ist doch gute Tradition, wenn man sich erst mal etwas über Gottes Liebe anhört, ehe man sich wieder damit beschäftigt, seine Galle über so ziemlich alle Themen nach außen zu kehren. Früher halt auf dem Markt, heute kann man das auch im Internet eledigen. Ohne das Fünkchen Gegengewicht macht das Leben doch keinen Spaß ...



Gruß
Skywise
 
#8
Auf jeden Fall müssen die Sender ja ihre Stammhörer haben oder auch Gelegenheitshörer, denn sonst hätten die ihren Sendebetrieb schon längst eingestellt. Und soweit ich weiß sind ERF Plus und Radio Horeb schon seit 1.8.2011 bei DAB+ mit dabei. Wenn die keiner hören würde, wären die schon längst bei DAB+ geflogen.
 
#9
Man werfe nur einmal einen Blick auf die Astra-Radiosenderliste - ich sehe dort mehr als zehn deutschsprachige Religiöse: HCJB, Lebensquelle, Freundesdienst, HopeChannel, ERF und wie sie alle heißen. Okay, domradio hat dort Anfang dieses Monats das Handtuch geworfen, die Katholen sind aber mit Horeb und Radio Maria Österreich auch noch anderweitig vertreten. So ganz ohne Grund werden die dort vermutlich nicht senden...
 
#10
Ich persönlich nutze die Kirchenradiosender nicht. Wenn ich mir allerdings das Alter des durchschnittlichen Kirchgängers anschaue, würde ich mir tatsächlich, wie in anderen Ländern üblich, Kleinstsender an den Kirchen wünschen, die nur den Gottesdienst übertragen: Für die Leute eben, die es körperlich nicht mehr dorthin schaffen.

Zum Kirchenfunk in den üblichen Radiosendern kann ich nur eins sagen: Er ist furchtbar langweilig gemacht. Ein fertig produzierter Beitrag wird ausgespielt, ohne jegliche Verbindung zum Rahmenprogramm, einfach mal auf den Sender geklatscht.
Wie es besser geht zeigt zum Beispiel BBC Radio 2 mit "Pause for Thought": Der Moderator der Sendung macht erst ein nettes Vorgespräch mit dem Prediger (die Religionen werden auch fröhlich durchgewechselt), dann darf er seinen Text runtersprechen, danach gibt es nochmal eine kurze Verabschiedung und manchmal ein passendes Musikstück. - Was es für mich viel runder macht. Hörbeispiele gibt es auf http://www.bbc.co.uk/programmes/p015nm0y/clips
 
#11
Ich persönlich nutze die Kirchenradiosender nicht. Wenn ich mir allerdings das Alter des durchschnittlichen Kirchgängers anschaue, würde ich mir tatsächlich, wie in anderen Ländern üblich, Kleinstsender an den Kirchen wünschen, die nur den Gottesdienst übertragen: Für die Leute eben, die es körperlich nicht mehr dorthin schaffen.
Oha, dann müssen die Hörer von ERF Pop aber mächtig "jugendlich" drauf sein. ;)

Schaut mal auf diese Seite im Netz:
https://www.erf.de/erf-pop/events/32441?reset=1&

Erstaunlich - nicht war ? :confused: :)
 
Zuletzt bearbeitet:
#13
Ich habe ja immer Probleme damit, wenn die Frage gestellt wird, ob etwas noch "zeitgemäß" sei. Dahinter steckt nämlich meistens nichts als der Versuch, etwas für obsolet zu erklären, weil der Fragesteller es doof findet. Ist ja auch einfach: Ist etwas nicht mehr "zeitgemäß", sind automatisch Alle, die es verteidigen, von gestern. Und wer will das schon sein?

Oder um es mit Goethe (Faust I) zu sagen:
Was ihr den Geist der Zeiten heißt
Das ist im Grund
Der Herren eig'ner Geist
 
#18
Zunächst mal: Gruß aus dem Rentnerdasein.

Man muss bei kirchlichen Sendungen immer unterscheiden, ob sie von einer Religionsgemeinschaft veranstaltet werden (das Recht auf Sendezeit ist im Staatsvertrag verbürgt und unterliegt keiner eventuellen Quoten-Erfolgskontrolle usw.) oder ob sich eine Redaktion des Senders mit weltanschaulichen, also auch religiösen Inhalten auseinandersetzt. Die kirchlichen Sendungen wie Andachten, Übertragungen von Gottesdiensten, Morgenfeiern usw. verantworten vollinhaltlich die Glaubensgemeinschaften - aber natürlich in Zusammenarbeit mit den Kirchenfunkredaktionen.
Von außen beleuchtet wird "Religion" dann von Redakteuren und freien Mitarbeitern des Kirchenfunks in den Sendern. Hier liegt der Schwerpunkt auf der Begleitung und oft auch kritischen Auseinandersetzung von/mit weltanschaulich/religiösen Geschehnissen und Ansichten.
Dass diese Sendungen, ob kirchenverantwortet oder senderredaktionell, kein immenser Einschaltimpuls sind, versteht sich mittlerweile von selbst. Aber darum geht es nicht. Eine immer noch wichtige gesellschaftliche Facette wird sowohl abgebildet als auch journalistisch begleitet.
 
Zuletzt bearbeitet:
#21
"Glaubst" Du wirklich an deiner Aussage - wie kann Kirche ein Hobby sein ? ? ? o_O
Doch wohl eher dann das Kirchen-Radio machen. :rolleyes:
Eine Übertragung einer Andacht nach draußen am Gebäude ist für mich jedenfalls noch lange kein Radio. :eek:
 
#22
Mal ein Ausschnitt aus der Playlist von Domradio von heute:

17:26 UhrBlue October - Jump Rope

17:23 UhrTime Square, Xavier Rudd - Follow The Sun

17:17 UhrKatrina & The Waves - Walking On Sunshine

17:12 UhrIncubus - Love Hurts

17:06 UhrJustin Timberlake - Can't Stop The Feeling

17:03 UhrThe Smiths - Ask

16:56 UhrSomeKindaWonderful - Reverse

16:51 UhrFine Young Cannibals - She Drives Me Crazy

16:47 UhrLukas Graham - 7 Years

16:38 UhrBlondie - Heart Of Glass

16:33 UhrMighty Oaks - Seven Days


Ich frage mich jetzt ob das wirklich noch mit Kirche zu tun hat - oder will man vielleicht junge Hörer damit locken. o_O :confused:
(das war auch in einem anderen Thread schon beanstandet worden) - ich weiß :)
 
#24
Man muss bei kirchlichen Sendungen immer unterscheiden, ob sie von einer Religionsgemeinschaft veranstaltet werden (das Recht auf Sendezeit ist im Staatsvertrag verbürgt und unterliegt keiner eventuellen Quoten-Erfolgskontrolle usw.) oder ob sich eine Redaktion des Senders mit weltanschaulichen, also auch religiösen Inhalten auseinandersetzt.
Wobei ich es an der Zeit fände zu fragen, wie viel Kirche im "Staat" was "zu suchen" hat. Gerade heute Abend sprach ein Kollege darüber, dass religiöse Gemeinschaften Rücksicht der Bevölkerung verlangen, und er stellte im Anschluss die Frage wie viel Rücksicht im Gegenzug auf diejenigen, die keiner Religionsgemeinschaft angehören, genommen wird (tagtägliches Glockenläuten, kirchliche Sendungen im Rundfunk,...).
In sofern finde ich die Frage, ob Kirchenradio (ggf. kirchliche Sendungen), zumindest das staatsvertraglich geregelte, nicht mehr zeitgemäß ist, sehrwohl berechtigt.
 
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