Klimawandel


#76
Du weißt aber schon, das zur alternativen Stromversorgung nicht nur die Stromerzeugung aus Wind und Sonne gehört? Da gehört auch Wasserkraft dazu oder die Stromerzeugung aus Biomasse. Biomassekraftwerke können zum Beispiel problemlos kleinere bis mittlere Städte mit Strom versorgen. Deren Anteil an der "sauberen" Stromversorgung ist übrigens schon jetzt höher als der der Solarzellen.
http://www.fnr.de/fileadmin/allgemein/pdf/broschueren/Basisdaten_Bioenergie_2018.pdf
Ja kein Problem, dann nimm diesen Anteil von knapp 11% (nach obiger Grafik) noch raus und sage mir, wie man den immer noch beträchtlichen Rest, oder meinetwegen sogar nur den derzeit durch Wind und Strom erzeugten Anteil speichert. Das war ja deine These, dass das möglich ist.
 
#77
Die Potenziale von Sonne, Wind, Wasser, Gezeiten, Geothermie und anderen - zum Teil pilothaft und zum Teil auch längst schon kommerziell genutzten - regenerativen Energiequellen sind so gigantisch, dass man damit ein Vielfaches des heutigen globalen Verbrauchs decken könnte. Also geht es nur darum, möglichst viel von diesen Potenzialen zu heben.
Inzwischen gibt es auch Speichertechnologien, die - wiederum gemessen an ihrem Potenzial - das Problem der fluktuierenden Mengen locker lösen können, nur leider sind sie noch nicht marktreif . Dies aber nicht aus technischen Gründen, sondern vor allem aus Kostengründen oder aufgrund mangelnder gesetzgeberischer Rahmenbedingungen.
Es glaube aber niemand, dass das alles nicht kommen wird. Es wird kommen, und es wird deutlich wirtschaftlicher und umwelt- und klimaschonender sein, als die herkömmlichen fossilen Verbrenner. Würde man heute für Atomkraft, den Kohleabbau oder die Erdölförderung bereits eine ehrliche volkswirtschaftliche Vollkostenrechnung aufmachen, dann wären all diese Primärenergiequellen aus Rentabilitätsgründen längst aus dem Rennen. Sie beherrschen nur deshalb den Markt, weil sie massiv staatliche subventioniert sind, bzw. die von ihnen angerichteten Schäden sozialisiert und der Allgemeinheit aufgebürdet werden.
 
#78
sage mir, wie man den immer noch beträchtlichen Rest, oder meinetwegen sogar nur den derzeit durch Wind und Strom erzeugten Anteil speichert.
Das ist das was derzeit auf dem Markt verfügbar ist. Und auch da sind bereits "unbegrenzte" Speichermöglichkeiten vorhanden. https://www.pv-magazine.de/marktuebersichten/grosse-batteriespeicher/
Interessant, weil besonders effektiv sind die bereits erwähnten Carnotbatterien, welche im Grunde nichts weiter als hoch effiziente, standortunabhängige Wärmespeicher sind.
https://www.erneuerbareenergien.de/...hutz-vor-der-dunkelflaute-150-437-107891.html
https://industrieanzeiger.industrie.de/allgemein/carnot-batterie-als-energiespeicher-der-zukunft/
 
#79
@Radiokult Also am Ende nix, wie ich es mir gedacht habe.

Mit Batteriespeichern kommst du nicht weit, jedenfalls nicht in den benoetigten Groessenordnungen. Gegen dezentrale Inselloesungen ist absolut nichts zu sagen, die mildern die Gesamtproblematik allenfalls, loesen sie aber nicht, auch nicht langfristig. Siehe meine Fragen oben: Woher soll das ganze Lithium und Kobalt kommen, wie sieht die Energiebilanz inklusive Recycling (falls moeglich) aus?

Und nochmal: Ueber Dinge im Laborstadium diskutiere ich nicht. Jedenfalls nicht in Bezug auf deine These "Ist JETZT verfuegbar". Ich muesste die Artikel nicht mal oeffnen, weil in einem schon im Link steht "... der Zukunft" Tue ich es doch, dann lese ich:

„Ein Problem ist nämlich, dass es derzeit noch kein passendes Geschäftsmodell für die Carnot-Batterie gibt“, räumt Thess ein. „Würde CO2 einen Preis in der Größenordnung von 100 Euro pro Tonne bekommen, wäre die Wirtschaftlichkeit gegeben.“
Aha, man muss den Strom nur NOCH teurer machen, dann rechnet sich auch die Carnot-Batterie. Mit der Argumentation ist es auch heute und sofort moeglich, zum Mars zu fliegen, wenn ich nur genuegend Geld in die Hand nehme.

(Edit: In Hamburg gibt es wohl eine derartige Pilotanlage, ich nehme das gerne zur Kenntnis.)

Nicht falsch verstehen: Ich will mich nicht an dir abarbeiten, aber mich aergern so leichtfertig hingeworfene Thesen, die letztlich nicht belastbar sind, wohlwollend ausgedrueckt. Gerade die oe/r Medien sind da notorisch. Sie lassen staendig knallharte Lobbyisten wie Claudia Kemfert unwidersprochen ihre Thesen verbreiten, die bestenfalls Halbwahrheiten sind. Man kann einen Lobbyisten vors Mikro holen, aber dann bitte einen Kritiker daneben stellen.
 
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#80
Den hab' ich nicht ganz gesehen. Einen Teil davon kannte ich aus dem Vortrag "Energiewende ins Nichts", ich hielt nach etwa der Hälfte die Aussagen für nahezu identisch, wenn auch aus einem anderen Blickwinkel beleuchtet.
In der Tat, seine Aussagen von 2013 sind mitunter "zielführender", etwas präziser formuliert, als in dem Vortrag von Ende 2017. Die Zahlen stimmen zwar nicht, bzw. sind heute nicht mehr aktuell - aber die Gedankengänge sind für mich nachvollziehbar. Ich kann dem Mann gedanklich durchaus folgen!

Was mich aber an all seinen Ausführungen massiv ärgert, ist, daß er das Heil in der Atomenergie sucht. Laufend predigt er als Ausweg aus der "Austastlücke" (Insidergag - versteht nicht jeder) Atomkraftwerke. Sie sollen in der Nacht oder bei Flaute die nötige Energie liefern. Grundlast etc. bla, bla, bla... Er geht am Ende des Videos (die Diskussion mit dem Publikum) so weit, zu sagen, daß ein Atomkraftwerk weniger schädlich ist als ein Kohlekraftwerk. Dann hört bei mir das Verständnis auf.

Wie schon gesagt - wir sind sowieso im falschen Thread...
 
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#81
Nicht falsch verstehen: Ich will mich nicht an dir abarbeiten
Habe ich nicht als solches aufgefaßt.

mich aergern so leichtfertig hingeworfene Thesen, die letztlich nicht belastbar sind,
Das Ganze ist ein forlaufender Entwicklungsprozess, welcher noch lange nicht abgeschlossen ist. Der Fakt ist, dass die Behauptung, Solar- und auch Windstrom wären nicht speicherbar, nicht zutreffend ist. Dass das speichern mehrerer Gigawattstunden derzeit nicht finanzierbar oder aus ökologischer Sicht derzeit (noch) nicht zielführend ist, steht dabei ausser Frage. Daran wird aber intensiv gearbeitet und es gibt vielversprechende Ansätze. Eine Trennung vom allgemeinen Stromnetz und eine weitestgehend autarke Stromversorgung von beispielsweise Einfamilienhäusern ist bereits möglich. Die Versorgung kleinerer bis mittlerer Städte ebenfalls. Davon abgesehen will ja niemand gleich morgen alle fossilen Energieträger abschaffen. Auch wenn es in 10 Jahren in D vielleicht keine Kohlekraftwerke mehr gibt, sind ausserhalb Deutschlands ja noch immer welche vorhanden, welches es dann nach und nach umzurüsten gilt. Ich sehe das alles ähnlich wie bei meinem Widerspruch in Sachen autonomen Fahren. Das wird alles etwas länger dauern als sich das mancher im Moment vorstellt. Und bis dahin sind die alternativen Technologien auch bis zur Marktreife gewachsen.
 
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#82
Das eine Problem ist dass man bei jeglicher Lösung gegen den Klimawandel zu aktionistisch und populistisch vorgeht. Ein Beispiel ist das ewige Verdammen des Flugverkehrs, der aber in Realität nur 2 bis 3 % des gesamten CO2 Ausstoßes beiträgt. Weltweit geht die Abholzung des Regenswaldes weiter und es scheint nichtmal Greta Thunberg zu interessieren, - schade eigentlich. Mehr als 1000 Kohlekraftwerke sind weltweit in Planung oder Bau, mit einer zukünftigen Betriebszeit von 30 Jahren, - interessiert Greta Thunberg offenbar auch nicht.

Ein weiteres Problem ist, dass die Länder die am Meisten zum Klimawandel beitragen untereinander zu allen Punkten zerstritten sind. Dazu gehören die USA, China, Indien und Russland. USA und China sind zerstritten zu vielen internationalen Themen, Indien ist hoch korrupt, und China interessiert es überhaupt nicht.

Die traurige Tatsache ist, dass es wahrscheinlicher ist, dass sich der Mensch an den Klimawandel und alle seinen Eigenschaften anpassen werden wird, als dass sich die USA, China, Indien und Russland jemals einig werden.
 
#83
Weltweit geht die Abholzung des Regenswaldes weiter und es scheint nichtmal Greta Thunberg zu interessieren, - schade eigentlich. Mehr als 1000 Kohlekraftwerke sind weltweit in Planung oder Bau, mit einer zukünftigen Betriebszeit von 30 Jahren, - interessiert Greta Thunberg offenbar auch nicht.
Wie kommst du auf diesen, mit Verlaub, Unsinn? Natürlich interessiert es Thunberg. Nur die Politik machen immer noch die alten Herren. Die alle zerstritten sind, da gebe ich dir wiederum recht.
 
#84
Wie kommst du auf diesen, mit Verlaub, Unsinn? Natürlich interessiert es Thunberg. Nur die Politik machen immer noch die alten Herren. Die alle zerstritten sind, da gebe ich dir wiederum recht.
Mit Verlaub hin oder her, ich stelle den Klimawandel weder in Frage, noch befürworte ich die Blindheit nichts zu tun. Allerdings stehe ich Greta Thunberg sehr kritisch gegenüber. Die Person gehört mehr in die Twitter-Facebook Generation, hetzt andere Schüler dazu auf, vom Unterricht fernzubleiben, und fokussiert sich grösstenteils auf die falschen Themen, etwa dieses unsinnige Thema Flugscham, oder das Fliegen zu behindern oder zu kritisieren. Fliegen ist gerademal 2 bis 3 Prozent des weltweiten CO2 Ausstosses.

Auch den Segeltrip über den Atlantik finde ich fragwürdig. Segeln ist vom Grundsatz her zwar CO2 neutral, allerdings fliegen 3 oder 4 Leute dann mit dem Flugzeug zurück, und kommt extra eine Crew angeflogen, um das Boot wieder zurück zu segeln erkennt man die Unsinnigkeit Greta Thunberg's Handeln. Der Generation die sie anspricht ist dies leider egal, sie rennt Twitter und Facebook oft viel zu kritiklos hinterher. Dass das Internet und der e-commerce selbst nicht ganz CO2 neutral ist, dürfte hinreichend bekannt sein, allerdings einen Facebook oder Netflix-freien Tag anzuregen ist Greta Thunberg komplett fremd. Auch das blinde Schüren eines Generationenkonflikts finde ich fragwürdig. Hat Greta Thunberg schonmal darüber nachgedacht was die ihr älterer Generation an Beitrag zu Krebsforschung oder Medizin oder auch technischem Fortschritt beigetragen hat?

Die Rettung des Regenwaldes, bisher kam da von Greta Thunberg herzlich wenig. Kohlekraftwerk-Scham? Weit gefehlt. Auch dieses Thema kam bisher wenig vor. Die Eisenbahn oder Elektrofahrzeuge als Alternative? Ja warum nicht, nur der Strom dazu soll dann eben auch nicht aus der Kohlekraft kommen.

Den gebrachten Populismus zum Thema finde ich irgendwo zwischen seicht und sogar tiefgreifend verachtend. China ist da die Dreckschleuder der Welt geworden. Schonmal die Luftqualität von Peking kennengelernt? Lieber nicht.
 
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#85
Einen Aufruf starten, kein Facebook oder Twitter zu nutzen. Interessiert das Donald Trump? Würde Trump dann etwa in der Klimapolitik einlenken, damit Donald wieder mit Greta twittern kann? Dann lieber ein wirksamer Streik auf offener Straße. Lustig auch, dass du dich beschwerst, dass 3 oder 4 Leute mit dem Flugzeug zurück fliegen. Wo du doch noch vorher getönt hast, dass Flugzeug gar nicht soviel CO2 verbraucht. Ja was denn jetzt?
 
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#86
China ist da die Dreckschleuder der Welt geworden. Schonmal die Luftqualität von Peking kennengelernt?
Das mag stimmen, aber gerade in China findet derzeit auch ein Umdenken statt. Das hat auch mit dem Thema CO-Einsparung zu tun, aber auch damit dass ein "weiter so" bei der Masse an Bevölkerung nicht funktionieren kann. Tatsächlich macht China in Sachen Umweltschutz ne Menge. China steckt mehr Geld in erneuerbare Energien als USA, EU und Japan ZUSAMMEN. Das sowas bei so einem riesen Land nicht sofort wirkt ist auch klar. Trotzdem glaube ich, dass man auf dem richtigen Weg ist, im Gegensatz zu USA wo der Big Boss nur irrlichtert oder der EU wo man viel redet und wenig macht.

https://www.wetter.de/cms/chinas-gr...sen-bauen-neue-mauer-aus-baeumen-4409831.html

https://www.spiegel.de/politik/ausl...d-uebertrifft-sich-dann-selbst-a-1287623.html
 
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#87
Ich staune immer wieder, wie viele Beschwichtiger in Sachen Klima aus dem Unterholz springen und erklären: dies geht nicht und das geht nicht. Dieses sei nicht realistisch, zu verwirklichen und jenes nicht.

Die Welt hört den Schuss und Greta fordert, sie solle in Panik geraten. Und dann kommen die Beschwichtiger und sagen: geht leider nicht.
 
#88
Der Fakt ist, dass die Behauptung, Solar- und auch Windstrom wären nicht speicherbar, nicht zutreffend ist. Dass das speichern mehrerer Gigawattstunden derzeit nicht finanzierbar oder aus ökologischer Sicht derzeit (noch) nicht zielführend ist, steht dabei ausser Frage.
Selbst das stimmt nicht ganz: Ein Pumpspeicherwerk in einem Mittelgebirge (z.B. Schluchseewerk bei uns im Südschwarzwald), ist durchaus in der Lage, sämtlichen Strom zu speichern, der im Umkreis von 50 Kilometern regenerativ erzeugt wird. Solche Speicher sind auch wirtschaftlich. Sie scheitern freilich derzeit an der Generation: "Ich bin dafür - aber nicht vor meiner Haustür!"
 
#89
Der Fakt ist, dass die Behauptung, Solar- und auch Windstrom wären nicht speicherbar, nicht zutreffend ist.
Das habe ich nicht behauptet. Ich habe aber deine These in Frage gestellt, dass es heute bereits (umfassende wirtschaftliche) Loesungen gibt. So allgemein wie deine Behauptung war, kann man das einfach nicht stehen lassen.
Dass das speichern mehrerer Gigawattstunden derzeit nicht finanzierbar oder aus ökologischer Sicht derzeit (noch) nicht zielführend ist, steht dabei ausser Frage. ...
Genau das meine ich, und diese Einschraenkung, die du nun selber machst, ist sehr relevant.

Auch wenn es in 10 Jahren in D vielleicht keine Kohlekraftwerke mehr gibt, ...
... und auch keine Kernkraftwerke. Ich frage mich, wie man solche Daten seitens der Politk in den Raum stellen, wenn die noetigen Speichertechnologien noch im Entwicklungsstadium sind und vor allem der Ausbau der erneuerbaren Leistung nicht hinterher kommt - im Gegenteil, das Ende der Fahnenstange scheint nahe, aus verschiedenen Gruenden. Wir kriegen nicht mal einen FLughafen gebaut, aber nennen Daten fuer Meilensteine, ohne uberhaupt einen belastbaren Projektplan gemacht zu haben. Das erinnert mich stark an Parolen aus der DDR.

Ich bin absolut kein Gegener erneuerbarer Energien, warum auch. Aber bei dem Thema wird von der Politik mit Unterstuetzung der Medien (!) soviel Augenwischerei und Ideologie betrieben, dass es einem graust.
 
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#90
Sie scheitern freilich derzeit an der Generation: "Ich bin dafür - aber nicht vor meiner Haustür!"
Ein sehr wichtiger Punkt. Gibt es doch fast überall Bürgerinitativen gegen Windräder, Stromtrassen, Mobilfunkmasten etc. Das bremst natürlich viele Projekte schon im Vorfeld aus. Deshalb läuft in Deutschland leider auch nichts mehr, weil es viel zu viele Bedenkenträger gibt. In China hat man jetzt den größten Flughafen der Welt eröffnet in sage und schreibe 4 Jahren Bauzeit. In der Zeit hat man in Deutschland noch nicht mal das Planfestellungsverfahren durch. Da fällt mir immer der schöne Spruch sein "alle sagten das geht nicht, bis einer kam der das nicht wusste und der hats einfach gemacht". Ganz ehrlich da ist was dran.
 
#91
Ich erinnere mich, hier schon einmal die Frage gestellt zu haben, warum sich trotz Wind nicht immer alle Windquirle drehen.

Angesichts der Lage komme mir jetzt jemand mal mit Bürgerinitiativen, Netzausbau und Speichermöglichkeiten.
 
#92
Ich frage mich, wie man solche Daten seitens der Politk in den Raum stellen, wenn die noetigen Speichertechnologien noch im Entwicklungsstadium sind und vor allem der Ausbau der erneuerbaren Leistung nicht hinterher kommt
Man verläßt sich halt auf Aussagen von beratenden Experten. Und das kann ich durchaus nachvollziehen. Das da oft auch die Ergebnisse von mal mehr mal weniger erfolgreicher Lobbyarbeit dabei ist, steht auf einem anderen Blatt. Politiker als Nicht-Experten müssen sich erstmal auf die Aussagen von zugezogenen Experten verlassen (können).
Ich finde es oft merkwürdig, dass man dann immer auf die Politik schimpft. Das ist ähnlich wie mit dem Flughafen bei Berlin, wo ja auch alle Welt immer lästert, man könne das nicht. Die Schuld an der Misere dort tragen aber keineswegs Politiker. Die sind letztlich ja nur Auftrags- und Geldgeber. Ursache sind aus meiner Sicht die ausführenden Gewerke. Die Projektierungen und Planungen haben keine Politiker gemacht, sondern Fachleute, welche sich offenbar mehrfach verkalkuliert haben. Die Bauherren, sprich die Politiker der Länder Berlin und Brandenburg, haben sich auf diese Planungen verlassen. Was hätten sie auch anderes tun sollen? Wenn bei deinem privaten Häuslebau eine Firma Scheisse baut, ist auch die Firma Schuld und nicht du als Bauherr.
 
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#93
Die Bauherren, sprich die Politiker der Länder Berlin und Brandenburg, haben sich auf diese Planungen verlassen. Was hätten sie auch anderes tun sollen? Wenn bei deinem privaten Häuslebau eine Firma Scheisse baut, ist auch die Firma Schuld und nicht du als Bauherr.
Das stimmt zwar, im Falle des Flughafens allerdings mit zwei Einschränkungen:
- hier wurden die Vorgaben des Bauherren einige Male geändert. Als man z. B. damals beschlossen hat, in das Hauptterminal noch ein Zwischengeschoß einzuziehen, war das der Tod für die Abnahme der Brandmeldeanlage.
- auch als Bauherr, gerade als öffentlicher, hat man Pflichten, denen allerdings teilweise keiner der Verantwortlichen nachgekommen ist. Da liefen einige Sachen nach dem Motto "läuft schon" (oder meinetwegen auch "ich vertraue den beauftragten Firmen, die werden schon wissen, was sie tun und mich vor Schaden bewahren"). Wäre da jemand mit Hirn seiner Aufsichtspflicht nachgekommen, hätte man einige Hopplas vermeiden können.

Gruß
Skywise
 
#94
Aber dann ist man mindestens falsch beraten worden, denn bei dem Zwischengeschoss müssen ja auch diverse Experten vorher Auskunft darüber gegeben haben, ob das überhaupt geht. Die Bauüberwachung selbst obliegt in der Regel ebenfalls irgendwelchen Firmen. Und das es da evtl. Absprachen mit den Bauherren gab, diverse Ungereimtheiten erstmal laufen zu lassen, dürfte schwer werden nachzuweisen.
Ich will die betreffenden Politiker damit übrigens keinesfalls freisprechen. Allerdings machen es sich bei solchen Sachen manche manches Mal schlicht zu einfach.
 
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#96
Man verläßt sich halt auf Aussagen von beratenden Experten. Und das kann ich durchaus nachvollziehen. Das da oft auch die Ergebnisse von mal mehr mal weniger erfolgreicher Lobbyarbeit dabei ist, steht auf einem anderen Blatt. Politiker als Nicht-Experten müssen sich erstmal auf die Aussagen von zugezogenen Experten verlassen (können).
Da gibt es von mir keinen Freispruch. Der Kaeptn auf der Enterprise kann auch nicht alles selber wissen und machen, aber er kann sich auf seine Mannschaft hundertprozentig verlassen. Weil er die Faehigkeit hat, die richtige Mannschaft auszuwaehlen und mit ihr richtig umzugehen. Das ist sein Job, das sind Fuehrungsqualitaeten. Wenn schon unserere Politiker zunehmend ahnungslos sind (Strom speichern im Netz, Koboldbatterien), muessen sie in der Lage sein, einen echten Expertenrat von Lobbyistengeschwafel zu unterscheiden. Da habe ich angesichts von Gestalten wie Anna-Lena, Altmeier, Nahles und Co starke Zweifel. Wie sagt das Sprichwort? Man umgibt sich zu gerne mit seinesgleichen.

Ich finde es oft merkwürdig, dass man dann immer auf die Politik schimpft. Das ist ähnlich wie mit dem Flughafen bei Berlin, wo ja auch alle Welt immer lästert, man könne das nicht. Die Schuld an der Misere dort tragen aber keineswegs Politiker. Die sind letztlich ja nur Auftrags- und Geldgeber. Ursache sind aus meiner Sicht die ausführenden Gewerke.
...
Wenn bei deinem privaten Häuslebau eine Firma Scheisse baut, ist auch die Firma Schuld und nicht du als Bauherr.
Auch das lasse ich nicht gelten. Um bei dem Vergleich zu bleiben: Als Bauherr des Haeusles bist du deiner Familie gegenueber verantwortlich. Auswahl der Ausfuehrenden, machen klarer Vorgaben, wurden Vorgaben womoeglich waehrend der Ausfuehrung mehrfach geaendert (siehe BER!), staendiges Kontrollieren des Baufortschritts. Wer wirklich schon eine Haeusle gebaut hat, weiss, dass er jeden Tag auf der Baustelle sein muss, um zu checken, ob alles richtig laeuft. Alles Verantwortlichkeiten des Bauherrn.

Wenn du schon mal an Grossprojekten beteiligt gewesen waerst, wuesstest du, keiner bohrt nur ein Loch in eine Wand, ohne dass das 100%ig verifiziert wurde. In BER gab es vor allem auch konzeptionelle Maengel, die sind weniger in der konkreten Ausfuehrung zu suchen als in falscher Planung. Und wenn doch inkompentente Ausfuehrende im Spiel waren - Gratulation zum grotesken EU-Ausschreibungsverfahren, das quasi dazu zwingt, fragwuerdige Firmen ins Boot zu holen. Auch das faellt auf die Politik zurueck.

Am Ende faellt mir auf, du bist schon sehr staatsglaeubig, ich bin, vielleicht uebertrieben, staatskeptisch. Der Realtitaetscheck ist das einzige was hilft.
 
#97
Da gibt es von mir keinen Freispruch. Der Kaeptn auf der Enterprise kann auch nicht alles selber wissen und machen, aber er kann sich auf seine Mannschaft hundertprozentig verlassen. Weil er die Faehigkeit hat, die richtige Mannschaft auszuwaehlen und mit ihr richtig umzugehen. Das ist sein Job, das sind Fuehrungsqualitaeten. Wenn schon unserere Politiker zunehmend ahnungslos sind (Strom speichern im Netz, Koboldbatterien), muessen sie in der Lage sein, einen echten Expertenrat von Lobbyistengeschwafel zu unterscheiden.
Na ja, aber.
Erstens sind sich auch Experten nicht immer einig.
Zweitens haben Experten auch nicht immer dieselbe Stoßrichtung. Wenn der Agrarspezialist den Einsatz eines bestimmten Mittelchens propagiert, das in der Lage ist, einen unschönen Schädling vom Erntegut fernzuhalten und gleichzeitig der Umweltverband dem zustimmt mit dem Einwand "... aber einen Großteil der sonst umliegend lebenden Fauna auch, selbst wenn diese nicht am Feldbestand knabbern" - wo ist dann "der richtige Standpunkt" zu verorten?
Drittens diskutieren Experten und Lobbyisten gerade mit Politikern sehr gerne über ungelegte Eier, denn tatsächlich hat vieles, was die Politik entscheidet, eine Angelegenheit für die Zukunft, gestalterischen Charakter. Man braucht verdammt gute Glaskugeln, wenn man in Sachen Gesetzgebung oder Förderung der öffentlichen Hand aktiv ist. Und die gibt's halt eben nicht überall.

Am Ende faellt mir auf, du bist schon sehr staatsglaeubig, ich bin, vielleicht uebertrieben, staatskeptisch. Der Realtitaetscheck ist das einzige was hilft.
Alte Regel: es gibt so-ne und solche-ne. Es gibt Ecken, in denen der Staat bemerkenswert gute Arbeit leistet, es gibt aber eben auch Ecken, in denen er schlampt. Die, in denen es dick kommt, landen oft stärker im Fokus als die, in denen gerade eitel Sonnenschein herrscht. Dürfte aber sich kaum vom Rest des Lebens oder der Gesellschaft unterscheiden, schätze ich.

Gruß
Skywise
 
#98
Wir kriegen nicht mal einen FLughafen gebaut, aber nennen Daten fuer Meilensteine, ohne uberhaupt einen belastbaren Projektplan gemacht zu haben. Das erinnert mich stark an Parolen aus der DDR.
Man sieht es ja selbst in der EU, dass man sich bei gemeinsamen Dingen keine Möglichkeit und Handhabe bei der Umsetzung findet. Flüchtlingskrise trotz bestehender Regeln, oder Euro Stabiliteits-Kriterien, und dennoch Geld-drucken unter Draghi und auch unter Lagarde. Wie will man sich dann beim Klima einigen und auch diese Einigung umsetzen und die Nichteinhaltung entsprechend sanktionieren?

Das Problem ist auch, dass Greta Thunbergs Initiative ein bisschen was von Parolen diktatorischer Regime hat. Frei nach dem Motto, "Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns". Andere Aktivitäten und Gedanken ausser dieser Twitter-Facebook Aufhetze sind da oft nicht erwünscht.

Warum geht Greta Thunberg nicht nach China oder Russland um ihren Aktivismus zu betreiben?
 
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#99
Heute demonstrieren wir für das Klima, morgen gegen Windräder und
Stromtrassen. Und weil der Klimaschutz kostet, auch noch gegen steigende
Mieten. Wir sind flexibel.
Das ist durchaus nicht nur ironisch zu verstehen. Es sollte weiterhin und mehr für den Klimaschutz demonstriert werden und ja: auch dagegen, wenn der Ausbau erneuerbarer Energieanlagen nur zur Bereicherung der Betreiber und Vermieter erstellt werden. Da gebe ich Dir vollumfänglich recht.
 
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Als Bauherr des Haeusles bist du deiner Familie gegenueber verantwortlich. Auswahl der Ausfuehrenden, machen klarer Vorgaben, wurden Vorgaben womoeglich waehrend der Ausfuehrung mehrfach geaendert (siehe BER!), staendiges Kontrollieren des Baufortschritts.
Au weia. Wieviel Ignorieren, Schönrechnen und Nicht- Wissen Wollen bei Bauherren mitspielt, die am Ende vor Ruinen stehen, wollen wir nicht wissen. Von der finanziellen Selbstüberschätzung ganz zu schweigen. Hier ist immer individuelles Drama. Das kann ich aber doch keinesfalls mit einem Großprojekt vergleichen, bei dem angeblich Kohorten von Profis am Werk sind. Dort erwarte ich Ergebnisse und nicht in Serie böse Überraschungen.
 
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