Klimawandel


@Zwerg#8
Gutes Stichwort: Gaskraftwerke! Dass die politischen Rahmensetzungen die Kohle immer noch günstiger machen als die wesentlich klimafreundlicheren, effizienteren und obendrein im Sinne der Netzstabilität viel leichter zu mobilisierenden Gaskraftwerke ist ein spezieller Skandal innerhalb der sowieso skandalösen Energiegesetzgebung der Bundesregierung. Das gilt auch für die unsäglichen Erschwernisse beim Biogas.
 
Ach @Mannis Fan, es ist einfach zum Haare raufen! Dabei könnte die Menschheit in eine strahlende energetische Zukunft blicken und gehen. Mit "strahlend" meine ich selbstverständlich nicht die gut 28000m³ hochradioaktiven Atommüll, den allein Deutschland für Jahrtausende irgendwo und sicher verwahren - ich schreibe bewußt nicht "verbuddeln" - muß! Ich meine "strahlende Zukunft" also schon positiv. ;)

Ich möchte meinen heutigen "Streifzug durch die Energiewende" hier im Forum mit einem Artikel auf TELEPOLIS von gestern beginnen. Wie immer gilt, daß die Kommentare oft viel informativer sind (evt. auch mal "lustiger", wobei einem das Lachen eigentlich im Hals steckenbleiben sollte), als der Artikel selbst.

Der Artikel heißt "Neues von der Kernfusion".

https://www.heise.de/tp/features/Neues-von-der-Kernfusion-4561381.html

"Bohaa - hab ich was verpasst?", denke ich. Nein, natürlich nicht - es ist noch nicht soweit. Im Artikel werden kurz die physikalischen Grundlagen dargelegt, die seit 80 Jahren bekannt sind. Dann geht es um die technologischen Herausforderungen, die es dabei zu meistern gilt. Okay, interessant, viel neues gab es aber nicht zu berichten. Nun der Blick in die Kommentare. Ein Kommentar bringt das Problem mit der Kernfusion, bzw. die Zeit bis es soweit ist, mehr oder weniger auf den Punkt. Ich möchte dem User den kleinen Gag nicht versauen, daher müßt ihr schon selber lesen:

https://www.heise.de/forum/Telepoli...e-elephant-in-the-room/posting-35458503/show/

Letztendlich funktioniert die Kernfusion also schon längst, auch ohne uns und etliche Mrd. an Forschungsgeldern. Energie im Überfluss - wir müssen sie nur nutzen. Unglaublich, wer hätte das denn gedacht? (Womit ich nicht sagen möchte, daß man nicht an der Kernfusion forschen soll.)

Damit sind wir also wieder bei der Sonnenenergie, die wir auf der Erde - in welcher Form auch immer - nur anzapfen müssen, um alle Energieprobleme zu lösen. Aber nein, diese Meldung fährt uns heute in die Parade:

https://www.heise.de/newsticker/mel...-an-Land-geht-dramatisch-zurueck-4562597.html

Mal abgesehen von der wertenden Überschrift, die in den Kommentaren schon bemängelt wurde, gibt es natürlich wieder Kommentare, die das eigentliche Problem der Energiewende beschreiben. Warum, beispielsweise, müssen neue Stromtrassen quer durch das Land gezogen werden? Nur, damit bestehende Monopole geschützt werden? Man könnte doch den auf der Nordsee gewonnen Windstrom in Methan verwandeln und in das vorhandenen Gasnetz drücken. Dann kommt die Energie auch problemlos in Bayern an. Das mag nicht so effizient sein (Höchstspannungs-Gleichstromleitung ca. 3% Verlust auf 1000km), aber die Infrastruktur inklusive Pufferspeicher ist längst vorhanden und völlig ausreichend dimensioniert.

https://www.heise.de/forum/heise-on...d-dann-von-Klima-reden/posting-35462422/show/

Eines der Argumente gegen "Windkraft vor der Haustür" ist natürlich nicht von der Hand zu weisen: Infraschall. Ich kann mir gut vorstellen, daß "da was dran" ist. Ich wohne ja relativ ruhig, aber wenn ich im Freien meine Mikros mit Kugelkapsel (die systembedingt eine sehr tiefe untere Grenzfrequenz haben) aufstelle, habe ich selbst an einem Sonntag tieffrequentes "Geblubber" in der Pegelanzeige. Das kommt von der einige Kilometer entfernten Autobahn A5. Nun, wenn man sowieso schon Lärm entlang der Hauptverkehrsadern hat, dann könnte man versuchen, auch Windräder bevorzugt dort aufzustellen. Das ist aber auch keine neue Erkenntnis.

Fazit: Es ist kompliziert und bleibt spannend.
 
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Dennoch hat dies rein gar nichts mit Monopolsierung zu tun. Es gibt HUNDERTE von Netzbetreibern. Im Großraum Emden beispielsweise planen TenneT, GasUnie und ThyssenGas ein 'Element Eins' benanntes Power2Gas-Pilotprojekt - incl. Kopplung von Stromnetz und Erdgasnetz. Einzelne Pipelines werden auf Wasserstoffbetrieb umgestellt, anderen Ferngasleitungen kann Wasserstoff beigemischt werden.
 
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