Knistern Schallplatten beim Rundfunk nicht?


#80
Das dritte Bild ist super. Darauf sieht man auch deutlich, dass sämtliche Geräte noch in beliebig verschiebbare Konsolen eingebaut waren. Das Musikprogramm des Pop Shop war anfangs sehr gemischt. Sonntags gab es ab 11:00 Uhr (Sendebeginn) eine "Top Ten deutsch", darunter Schlager wie z.B. "Paola - Laß die Liebe bestehen", moderiert von Karlheinz Kögel.

Ganz links auf dem Bild ist Guido Schneider zu sehen. Er gehörte neben Karlheinz Kögel, Walther Krause und Frank Laufenberg mit zur ersten Crew.
 
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#81
Das Medium "Band" war auch in der Vorproduktion von Sendungen wichtig. Mein Praxis-Beispiel stammt, so glaube ich, vom 24.12.1970. Mal Sondock produzierte im WDR sein "Soul Hour" für einen späteren Sendetermin. Natürlich hatte er seine eigenen Platten dabei. Die wurden dann vom Techniker ganz selbsterständliche auf Senkel kopiert, die ungeraden auf einen, die geraden auf einen anderen. Dann schneiden und Gelbband dazwischen, fertig waren die Einspieländner, die dann auf Mals Zeichen hin vom Techniker abgefahren wurden. Die Möglichkeit, nur die Hälfte zu überspielen, und den Rest vom einzigen EMT zu fahren, war wohl nicht realistisch.
In der Zeit gab es im Sendestudio des Morgenmagazins übrigens auch nur einen EMT auf der Fensterbank, aber drei Bandmaschinen als Zuspieler. Zwei Titel in Folge von Schallplatte? Kein Problem. Kurze Durchsage an die Moderation: "Mach mal ne lange Zeit". Die auf die LP folgende Single lief dann auch nur mit 33 1/3 U/min. Ein beherzter Sprung des Musikredakteurs zum EMT, Kupplung raus, Hand an die Platte zum Beschleunigen, auf 45 umschalten, Kupplung rein. Kam bei den Hörern nur als "Special Effect" an, falls überhaupt.
 
#83
Die lebendige Beschreibung von "Senkel" ist wohl einer gewissen nostalgischen Verklärung geschuldet. Eine Mal-Sondock-Vorproduktion von 1970 ist aber auch nicht mehr allzu kennzeichnend für den Selbstfahrbetrieb der späteren Jahre.
 
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