Manfred Krug ist tot


Status
Nicht offen für weitere Antworten.
#1
RIP Kommissar Stoever, der du dich immer ans Klavier gesetzt hat.
Oder auf Achse, mit dicken Trucks um die Welt.

Hier verläßt ein weiterer hochkarätiger Star diese Welt.
 
#3
Einer der grossen Nachkriegsschauspieler Deutschlands. Krug war in seiner Paraderolle als "Liebling Kreuzberg" sicherlich unvergessen. Den Durchbruch schaffte Krug ja in der DDR mit dem sozialkritischen Werk "Spur der Steine". Ein Film mit dem junge Leute von heute sicherlich eher weniger anfangen können.
Krug war in seinen Rollen immer authentisch und kam immer sympathisch rüber. Ein richtige Kumpeltyp mit dem man gerne mal ein Bier gezischt hätte. Bei ihm traf wohl der Sprichwort raue Schale, weicher Kern zu.
Er hatte sich ja in den letzten Jahren ziemlich rar gemacht, trotzdem wird er unvergessen bleiben.
 
Zuletzt bearbeitet:
#4
Krug war lange vor "Spur der Steine" in der DDR ein Star. Vor allem seine Jazzinterpretationen machten ihn bekannt. Parallel dazu hat er in zahlreichen Filmen mitgespielt, die man ruhig auch heute mal wieder zeigen könnte. "Fünf Patronenhülsen" würde mir da einfallen oder die Verfilmung von "Professor Mamlock". Auch in etlichen Defa-Märchenfilmen hat Krug mitgespielt, alles vor "Spur der Steine". Das er mit besagten Film 1966 den "Durchbruch" schaffte, ist übrigens auch ein ziemliches Ammenmärchen, da besagter Film nach drei Tagen wieder aus den Kinos verschwandt. Der allergrößte Teil der DDR-Bürger dürfte den Film erst Ende 1989 oder später gesehen haben.
Was von ihm bleiben wird, sind vor allem "Liebling Kreuzberg" und seine Rolle als Stöver im Tatort, sowie einige sehr gelungene Interpretationen, u.a. von "Let it be" und "Que sera".
 
#6
Als Schauspieler halte ich ihn für ziemlich überschätzt. Ich habe ihn gerne gesehen, da die Filme meistens recht kurzweilig waren, allerdings war er ungefähr so abwechslungsreich wie eine 40-Watt-Birne. Das war einer jener Leute, für die Drehbücher angepaßt wurden, damit sie sich nicht außerhalb ihres Rollenschemas bewegen mußten. Ein Typ, der vor der Kamera nicht anders oder mehr sein konnte oder wollte als ein Typ.
Als Musiker ist er meiner Meinung nach allerdings wiederum unterschätzt, insbesondere im Westen. Er war einer derjenigen, die dem Schlager ins faule Ärschlein traten, als es Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre musikalisch in Deutschland munter herging, der Schlager sich aber kein Stückchen aus seiner Komfortzone bewegte. Das, was Hildegard Knef auf der anderen Seite der Mauer auf ihrem "KNEF"-Album wenige Monate zuvor zaghaft andachte, zog er mit Günther Fischer auf "Das war nur ein Moment" und den kommenden drei Alben mit bemerkenswerter Kaltschnäuzigkeit durch. Es ist bedauerlich, daß sein West-Debüt "Da bist du ja" so unschön untergegangen ist (wobei natürlich der Zeitpunkt der Veröffentlichung 1979 denkbar unglücklich war), denn aus dieser Richtung hätte durchaus noch mehr kommen können und dürfen - es hätte der Musikszene der 80er Jahre, insbesondere der Schlagerszene, sicher nicht geschadet. Andererseits war das Scheitern als Sänger im Westen sicher auch seiner Karriere als Schauspieler recht zuträglich.

Heute abend vielleicht mal die Kuh in den Propeller schubsen und anschließend ein Haus in New Orleans besuchen ...

Gruß
Skywise
 
Zuletzt bearbeitet:
#8
Ich durfte Krug, es war wohl zum Pressefest der "Sächsichen Zeitung" 1975 auf der Freilichtbühne "Junge Garde" im Großen Garten von Dresden mit seinem damaligen musikalischen Schaffen erleben; anschließend gab es noch "Die drei Musketiere" (US/GB 1973) mit Raquel Welch. Der Film fing dann wegen der vielen Zugaben eine Stunde später als geplant an. - Ärger im Lehrlingswohnheim war vorprogrammiert, da keine "Ausgangsverlängerung" beantragt und ich noch keine 18 war und folglich bis Mitternacht "zu Hause" sein musste.

Möge er in Frieden ruhen.
 
Status
Nicht offen für weitere Antworten.
Oben