Mayday: Bisamberg-Sender werden gesprengt, falls kein Interessent mehr kommt!


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Nicht offen für weitere Antworten.
#1
Die beiden historischen Mittelwellensender der ORS auf dem Wiener Bisamberg sollen Ende Februar gesprengt werden. Das alles würde nur rückgängig gemacht, falls doch noch ein Interessent anklopfe. Seit nunmehr 10 Jahren suchen ORF/ORS Nutzer für die MW 585 kHz, die 1476 hatte man bis vor kurzem noch selber genutzt. Also, wo sind die Pioniere, die Leute, die auch heute noch an den Erfolg der Mittelwelle glauben. Warum hat Radio Maria kein Interesse? Die historischen Sender dürfen nicht fallen :eek::eek::eek:
 
#2
AW: Mayday: Bisamberg-Sender werden gesprengt, falls kein Interessent mehr kommt!

Ja, jetzt ist wieder ein Kapitel Rundfunktechnik zu Ende.MW Und LW haben in Europa ausgedient.Es ist nur eine Frage der Zeit wann die nächsten Länder ihre MW Sender abschalten.Man kann jetzt schon langsam die "Weltempfänger" vergessen, denn die KW ist auch nicht mehr das es einmal war.Durch die Sat. Technik und dem Internet hat sich alles geändert.
 
#4
AW: Mayday: Bisamberg-Sender werden gesprengt, falls kein Interessent mehr kommt!

Dann wäre doch die Zeit reif, diese Wellenbereiche wieder den Bastlern und Hobbyfunkern zuzusprechen.

Durchaus auch für experimentelle Radiosender. Wie weit man mit relativ bescheidenem Sende-Equipment kommen kann, sieht man am Ende der MW-Skala.

Oder ist man gar schon auf dem Weg, und das hier heiß diskutierte geheimnisumwobene neue Radioprojekt(Eierlegende Radio-Wollmilchsau) wird dort an den Start gehen?
 
#5
AW: Mayday: Bisamberg-Sender werden gesprengt, falls kein Interessent mehr kommt!

Ich hab nicht immer Internet nützen können bzw. habe erst im Jahr 2000 Internet entdeckt. Geschweige ein Satellit-Schüssel.
Meine Eltern haben bis diesem Punkt kein PC gehabt, haben extra für mich einen verbrauchten Computer mit Windows 95 gekauft, damit ich meine Seminararbeiten auf der Uni überhaupt schreiben kann.
Es ist erstaunlich, wie ich innerhalb eines Jahres vom Briefschreiben mit einem altbewährten Füllfeder auf Mailen umgestiegen bin. Seitdem habe ich fast nicht mehr zu Briefpapier und Füller gegriffen. Ende des O.T.
Meine Deutschkenntnisse hab ich in Italien stark durch Radiohören verbessert. Da muss ich den vielen Sendern dankbar sein, die ich über MW und KW reinbekommen habe. SWR 1, 3, und 4, WDR 2, Deutschlandfunk, Deutsche Welle, Österreich International (mit Ö3 Wecker zwischen 5 und 7 Uhr, immer gehört am Sonntag während der Vorbereitungen für meine Schiausflüge), B 5 Aktuell, Bayern 2, Bayern 1. Alle diesen und noch weitere deutschsprachigen Sender habe ich damals in Turin (1995-2000) hören können. Dann haben sie den KW-Sender ausgeschaltet, über den SWR 3 Richtung Schweiz und Norditalien gefunkt hatte. Und später auch andere Sender wie SWR 1 waren vom Turiner Äther weg. Das alles war schon ein Shock für einen leidenschaftlichen Radiohörer sein.

Ich meine, gut, dass es jetzt Internet gibt, früher hättest du sonst Lokalradios aus Österreich in China und Amerika empfangen, aber soll man vielleicht die Kosten für den Hörer vergleichen.
Ein Weltreceiver oder ein Radio mit MW,LW und SW-Band (in den 80ern noch ziemlich Standardausrüstung bei den etwas besseren Geräten) war/ist billiger als ein PC. Vor allem, langes Radiohören über PC ist nicht wirklich billig, wenn man bedenkt, wieviel Strom ein laufender Computer verschlingt.
Tonqualität im Internet sicher besser als beim analogen Receiver, aber ich muss immer ein Computer haben.

Es lebe den Fortschritt, aber ich werde die schönen Momente in MW, LW und KW nicht vergessen, auch diese, wo deine Lieblingsendung plötzlich weg war, weil die Welle von einer anderen vertrieben worden war. Einmal habe ich einen Gastschüler aus Deutschland beherbergt und wir wollten die SWR-Nachrichten hören, vor allem wegen der Bundesliga.der Empfang war diesen Abend sehr gut, genau bei dem Fussballbericht hat angefangen zu Krachen, wie oft bei MW-Frequenz der Fall ist... Damals haben wir uns schon aufgeregt, heute ist das zum Schmunzeln.

Sicher nicht mehr zeitgemäße Empfangsqualität, vor allem was MW betrifft, aber irgendwie schade, dass die Ära vorbei ist.

Dann wäre doch die Zeit reif, diese Wellenbereiche wieder den Bastlern und Hobbyfunkern zuzusprechen.

Durchaus auch für experimentelle Radiosender. Wie weit man mit relativ bescheidenem Sende-Equipment kommen kann, sieht man am Ende der MW-Skala.

Oder ist man gar schon auf dem Weg, und das hier heiß diskutierte geheimnisumwobene neue Radioprojekt(Eierlegende Radio-Wollmilchsau) wird dort an den Start gehen?
 
#6
AW: Mayday: Bisamberg-Sender werden gesprengt, falls kein Interessent mehr kommt!

Die Mittelwelle braucht doch niemand mehr.

Wer würde den dort ein Radioprogramm hören, bei dieser schlechten qualität.
Und die wichtigsten Radioprogramme kann man ja übers internet welweit hören. ;)
 
#7
AW: Mayday: Bisamberg-Sender werden gesprengt, falls kein Interessent mehr kommt!

Wer würde den dort ein Radioprogramm hören, bei dieser schlechten qualität.
Zum Beispiel ich würde - und tue es sogar!

Da in meiner Region leider der Empfang des Deutschlandfunks auf UKW katastrophal ist, weiche ich regelmäßig auf die MW 549 kHz aus.

Ich denke, wenn man eine etwas höhere Bandbreite tolerierte und dieses mit einem optimierten Soundprocessing kombinierte, wäre der Klang schon ein gutes Stück hörbarer.

Die Niederländer haben es mit Radio 10 Gold und anderen bewiesen. Ich habe auch noch den abenteuerlich prägnanten Sound vom früheren Radio Monique im Ohr, welches vermutlich die obligatorische 9 kHz-Bandbreite seinerzeit sehr großzügig auslegte.

Und was dann an Qualität noch fehlt, ergänzt unser Gehirn mit seinen phänomenalen psychoakustischen Fähigkeiten im Zusammenspiel mit einer leicht nostalgischen Verklärung der guten alten AM-Zeiten.
 
#10
AW: Mayday: Bisamberg-Sender werden gesprengt, falls kein Interessent mehr kommt!

Zitat von legasthenix:
Ich habe auch noch den abenteuerlich prägnanten Sound vom früheren Radio Monique im Ohr, welches vermutlich die obligatorische 9 kHz-Bandbreite seinerzeit sehr großzügig auslegte.
Nun, das war der sagenhafte Optimod an Bord der Ross Revenge seit dem comeback im September 1983, Monique als Caroline-Untermieter kam ja erst später...

Und die MW 549 dürfte damals wegen Laser558 stark beeinträchtigt worden sein....?

Was mich wundert: Gibt es eine Notwendigkeit, die Sendemasten zu sprengen?
Andererseits freut mich die Stille auf der Mittelwelle.... jede Menge Frequenzen frei für neue offshore-Projekte (:D), und MW wird mehr gehört als man ahnt.
Die dicke fette Lücke auf 594-585 schreit nach einer neuen Ross Revenge, sozusagen....
 
#11
AW: Mayday: Bisamberg-Sender werden gesprengt, falls kein Interessent mehr kommt!

Hoppla, da hat mir mein zerbröselndes Gedächtnis einen Streich gespielt.:)

Die Station, die ich eigentlich meinte, war Mi Amigo.
 
#12
AW: Mayday: Bisamberg-Sender werden gesprengt, falls kein Interessent mehr kommt!

Tja, cerebrumnix.... man wird alt. Wobei für mich die Frage offen bleibt, welches Radio Mi Amigo Du meinst. Das alte, originale hatte mal zur Zeit auf "192" einen hochgekitzelten Sound.
Das von (Nachfolger) Mi Amigo 2-7-2 von der MV Magdalena 1979 war ähnlich abenteuerlich, dauerte aber nur einen Sommer...
 
#13
AW: Mayday: Bisamberg-Sender werden gesprengt, falls kein Interessent mehr kommt!

Auch ich höre Mittelwelle!
SWRcont.ra und DLF.

Man sieht einem Menschen nicht an, ob er MW hört. Und mit dem richtigen Programm bekommt man auch Hörer auf der Mittelwelle (siehe Oldiestar, oder DLF).
Bei Oldiestar wird mit der Klangqualität auf MW sogar Werbung gemacht: "Im Sound der guten alten Zeit."
 
#14
AW: Mayday: Bisamberg-Sender werden gesprengt, falls kein Interessent mehr kommt!

Mich wundert eigentlich, daß z.B. Radio Maria kein Interesse an MW zeigt. Wäre eine große Erweiterung ihres Empfangsgebietes und für Sprachsendungen mehr als ausreichend. Statt dessen investiert man in DVB-T in Wien ... verstehe ich nicht ganz. Durch die Verwendung von MW würde sich Radio Maria auch etliche UKW Sender ersparen, die bereits beantragt sind.
 
#15
AW: Mayday: Bisamberg-Sender werden gesprengt, falls kein Interessent mehr kommt!

Antwort von Radio Maria auf meine Anfrage:

Mittelwelle war ein Thema, das wir evaluiert haben. Drei Gründe sprachen dagegen:
1) Kosten (ca. 100.000 € pro Monat bei 24h Sendebetrieb)
2) Geringe Anzahl an MW Hörern in Ö = große Aufwendungen an Promotionarbeit erforderlich
3) das Medium ist fast schon historisch, jedenfalls für das klassische Radio in unseren Breiten -
DVB-T ist dagegen eine leistbare und innovative Möglichkeit.
 
#20
AW: Mayday: Bisamberg-Sender werden gesprengt, falls kein Interessent mehr kommt!

http://derstandard.at/1266279172116/Mittelwelle-Bisamberg-Masten-Sprengung-am-24-Februar
Sendegebäude ohne Sendermast ist uninteressant !

Man sollte zumindest den kleineren Südmast der nahe dem Sendergebäude liegt stehen lassen.
Ein Sendegebäude ohne Sendermast ist uninteressant und wird den Sender Bisamberg schnell in Vergessenheit bringen was dadurch einen baldigen Abbruch zumindest eine Umfunktion (Denkmalschutz) des (Sende)Gebäudes bedeutet. Schade !
LG
Franz aus Wien :mad:
 
#22
AW: Mayday: Bisamberg-Sender werden gesprengt, falls kein Interessent mehr kommt!

Hat jemand der hie mitlesenden User noch die Ansage "...Wien Bisamberg wird nun bis 18 Uhr abgeschaltet. Auf 585 KHz ....." ? Ich meine jetzt aber nicht so einen Mitschnitt mit "Wuhuhu" und "Huiuiuiui" ;)
 
#25
AW: Mayday: Bisamberg-Sender werden gesprengt, falls kein Interessent mehr kommt!

Na ja irgendwann wird eine alte Technick hald abgeschaldet, weils keiner mehr braucht.

Die meisten Geräte konnten sowieso keine Mittelwelle mehr empfangen.
Und dann noch die schlechte Qualität.
 
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