Media-Analyse 2018 Audio II: Reaktionen und Meinungen


#52
Nein, und ich finde auch keinen Hinweis darauf; zudem entspricht so eine Haltung gerade dem Zeitgeist, was mir persönlich sehr gegen den strich geht. Wir müssen aber deswegen jetzt keinen Nebenkriegsschauplatz eröffnen, wir entfernen uns ja sehr vom Thema.
Allet jut, peace. ;)
 
#53
MMn sind diese Zahlen so genau so belastbar wie eine Beobachtung der Radiodisplays von 100 vorbeifahrenden Autos. Also nicht.

Was ist mit Bremen NEXT? Wann gibt es endlich belastbare Zahlen der niedersächsischen Lokalsender? Bei mir stehen Investoren für Kette 4 (= abegschaltete NDS-Locals) Schlange...
 
#54
Wenn jetzt die Rockantenne Hamburg von so tollen Gewinnen spricht, dann ist das schon komisch. Das Format und der Sendername wurde am 5. April umgestellt. Die Frühjahreswelle war aber am 25. März, wenn ich mich nicht irre, zu Ende. Also, die aktuellen MA-Zahlen geben zum Erfolg des neuen Programms keine Auskunft.
Na ja, es ist ja schon tragisch, wenn man kurz vor dem Format- und Namenswechsel noch anscheinend so eine bombastische Frühjahrswelle hinlegt. Was das auch immer für Gründe und Ursachen hatte und ob evt. schon die Marketingmaßnahmen von Rockantenne hier hineinspielten. Kann ich aber fast nicht glauben. So nutzt man die Zahlen kurzerhand, um die Richtigkeit der Entscheidung noch einmal mit Nachdruck zu kommunizieren. Und das kann CF ja auch :D. Merkt ohnehin kaum einer, dass es nicht die Rockantenne Zahlen sind. Und bei der nächsten MA hat es ohnehin wieder jeder geneigte Leser vergessen. Volatil halt ;).
 
#55
Im Falle der 106.8 MHz würde ich nicht von tragisch sprechen. Was dort seit Sendestart passiert ist, dass ist zwar nicht Pleiten, Pech und Pannen doch ganz bestimmt Voll daneben ist auch vorbei. Konzepte, von denen in vornherein eigentlich klar war, dass sie nicht funktionieren, Umformatierungen am laufenden Band und und und. Einen wirklich guten Lauf hatte der Sender nur mit dem Schlagerformat. Nun wird Uli schreiben, das musste geändert werden. Mag sein, denn ich bin kein Insider. Nur danach ist mehr oder weniger fast alles schief gegangen oder wurde nicht gut gemacht. Wenn jetzt durch Hamburg Leute vom Sender laufen und erzählen, wir wussten schon seit x-Jahren das Rock+Pop nicht läuft und immer noch viele denken, das Alster Schlager spielt. Sorry, dann fällt mir definitiv nichts mehr ein.
Ich kenne lokale Werbemärkte nun wirklich ganz gut. Den Kunden geht es nicht um kurzfristige Reichweitenerfolge. Sie wollen stabile langfristige Reichweiten. Ein bisschen mehr oder weniger ist okay. Was überhaupt nicht geschätzt wird sind Achterbahn-Sender und zu viel Reichweiten-Tam Tam. Die Zeit als Radio mal ein heißes Medium ist lange vorbei.

Komisch das darüber hier von den "Spezialisten" noch keiner wirklich gepostet hat, Wortprogramme haben eindeutig gewonnen:
https://meedia.de/2018/07/12/die-wa...-uebrigen-oeffentlich-rechtlichen-infosender/

Gibt eben nicht wenige Menschen, die wollen Programme, die etwas zu sagen haben. In den USA gewinnt NPR seit Jahren und ist oft auf Platz zwei oder drei in den Märkten. Die deutschen Öffis bedienen sich ja auch gern bei NPR und tun gern aml so, als ob sie es recherchiert/erstellt haben.
 
#56
@Dr. Fu Man Chu : Absolut korrekt. Ein Blick nach Frankreich zeigt auch, wie erfolgreich niveauvolles Wortprogramm sein kann. RTL liegt dort regelmäßig an der Spitze, allerdings mit einem Programm, was mit den hiesigen RTL-Sendern nur den Namen gemein hat...
 
#57
"Tragisch" war auch ironisch gemeint. Da hat man, nach Dafürhalten des Gesellschafters, doch jahrelang alles versucht und zum Abschluss legt der Sender dann so eine Frühlingswelle hin. Den Rest sehe ich wie Du; die Nummer war von Anfang an verkorkst. Aber das hatten wir ja schon an anderer Stelle.

In der Tat haben Wortprogramme gewonnen. Wundert mich in dieser Zeit auch nicht, in der Orientierungshilfen immer wichtiger werden. Doch hier treten die Defizite der Privaten zutage. Es wurde weder in Personal und Ausbildung investiert. Welcher private Sender sollte von jetzt auf gleich ein journalistisch anspruchsvolles Produkt erstellen? Wenn ich die Nachrichten höre, schwankt es zwischen Verlautbarungsjournalismus und Boulevard. Und oftmals denkt man so bei sich, dass es nicht nur darauf ankommt, wie ich es sage, sondern auch was. Bedarf und Reichweitenpotential ist in diesem Segment ohne Frage da. Ich habe bloß Zweifel, dass die Sender es in den bestehenden Strukturen und der Mitarbeiterentwicklung der letzten Jahre hinbekommen.
 
#58
Ich weiß nicht ob Hörer 'Orientierungshilfe' brauchen. Entschuldigung, das klingt nach diesem pseudo-amtlichen Verlautbarungsstil, betreuten Denken und Nanny-Journalismus. Gerade was beim DLF/DLR läuft, ist oft hart an der Propagandagrenze. Heute die Mittagspresseschau, es wurden weit überwiegend linke und liberale Zeitungen, selbst aus Ländern die konservativ regiert werden. Klar, dass es dann ein entsprechendes Meinungsbild gibt. Ich rede auch lieber nicht von Will & Co.

Von den Öffis kann man sich schon profiliertes Wort wünschen, da geht noch eine ganze Menge. Statt das Geld für dubiose Fußballrechte zu verdonnern, könnte man.... (gut ein unrealistischer Traum). Das die Privaten es nicht auf Reihe bringen, ist folgerichtig. Die meisten Sender haben redaktionelle Kapazitäten knapp über der Grasnarbe. Vielleicht macht mal im Web jemand ein Netflix des Radios, dann können all die tollen 08/15 Hot AC Radios ganz schnell ihren Löffel abgeben und auch für die ARD-Programme würde es schnell eng werden.

Das Nachrichtenwesen im Radio sollte dringend überarbeitet werden, heute bekommen ich alles schnell und einfach aus dem Web. Wer Intensivhörer ist, der bekommt eine Meldung teilweise 20 Mal serviert.

Die Gesellschafter von Alsterradio? Ich sage es mal so: ich sage lieber nichts, weil es sonst vielleicht gerichtsverwertbar wird. Deshalb lieber etwas nicht abmahnfähiges: Grundsätzlich ist das Management eines Unternehems für den Unternehmenserfolg verantwortlich. Aber, auch die Gesellschafter, bzw. Kapitalgeber, tragen unternehmerische Verantwortung, denn sie sind für die Besetzung, Kontrolle der Geschäftsführung verantwortlich und sie müssen ausreichende Mittel bereitstellen. Frei nach einem Bestseller: Nicht nur Manager in Nadelstreifen sind Nieten, auch Gesellschafter gehören zu diesem erlauchten Kreis.

Aber, das hat alles nichts mit der aktuellen MA zu tun. Ich gebe zurück an die angeschlossenen Funkhäuser.
 
#60
Ich hab da mal eine Frage: Muss es unbedingt für jede MA einen eigenen Thread geben? Reicht es nicht aus wenn man EINEN Thread für alle MA Zahlen macht? Dsnn hätte man auch eine Überblick auf ältere MA Zahlen im Vergleich zu den neuen.
Nur mal als Anregung
 
Zuletzt bearbeitet:
#61
Also wenn ich es jetzt richtig deute hat also nach Aussagen das alte FFN Programm gewonnen , das alte RSH Programm verloren.
Demnach sollte also Jens Küffner leicht nervös werden , nach so vielen Übereinstimmungen mit dem RSH Programm.....
 
#62
Die allhalbjährlichen Jubelmeldungen nach den MA-Zahlen ware ja schon immer eher erbärmlicher Natur. Allerdings steht die Penetranz der Formulierungen derjenigen des Inhalts der betreffenden Programme kaum nach und wirft meines Erachtens in eher lächerliches Bild auf eine ganze Branche. Man bekommt den Eindruck, dass eine Lobotomie nützlich wäre, wollte man zum Radio gehen. Andererseits wäre eine solche auch die Folge, würde man die jetzt noch spitzenmäßigeren Programme versehentlich länger als 20 Sekunden eingeschaltet lassen.
 
#63
Ich hab da mal eine Frage: Muss es unbedingt für jede MA einen eigenen Thread geben? Reicht es nicht aus wenn man EINEN Thread für alle MA Zahlen macht? Dsnn hätte man auch eine Überblick auf ältere MA Zahlen im Vergleich zu den neuen.
Nur mal als Anregung
Ja, und eigentlich kann man den auch gleich schliessen, denn es kommt immer dasselbe raus:

1.) Alle Sender haben gewonnen, und sei es auch nur in der zweiten Ableitung in der drölfzigsten Zielgruppe zwischen 22:30 und 22:43 Uhr.
2.) Alle Hörer haben verloren, qualitativ gesehen.
3.) Die Schwächen der Erhebungsmethode sind bekannt, aber sie liefert die höchsten Zahlen, daher wird sie beibehalten.
 
#64
Ich weiß nicht ob Hörer 'Orientierungshilfe' brauchen.
Ich denke, wir liegen bei der Einschätzung nicht soweit auseinander. Mir fiel keine passendere Beschreibung ein. Informationsbedürfnis? Hmmmm.... Gut. Nein, ich meine, dass es einen Bedarf an Informationen gibt, um sich ein Meinungsbild zu machen. Die Gesellschaft und die Meinungen fragmentieren. Das stellt nicht nur Parteien, sondern auch Medien vor Herausforderungen.

Bei den privaten Sendern sehe ich nicht nur die Personaldecke, sondern auch die Qualitätsfrage. Damit will ich keinem Mitarbeiter nähertreten, sondern es ist ein Versäumis in der Personalentwicklung (seit Jahren gewesen).

Bezüglich der Gesellschafter von Alster verstehe ich was Du meinst ;).

Und damit gebe auch ich in die angeschlossenen Funkhäuser zwecks Analyse der aktuellen MA zurück ;).
 
#65
Eigentlich gibt es genug Daten zur Analye: MA (Einzelwellen, Viertelstunden RW), Google Analytic, Serverdaten dazu dann die die ERgebnisse aus den Call Outs und den Auditorien. Mittlerweile sind es eher zu viele als zu wenige Daten. Mein Eindruck viele Sender sind überfordert mit der Analyse. Häufig werden lediglich monokausale Schlüsse gezogen. Statt Trends zu analysieren werden Wellenergebnisse verglichen. Doch selbst die schönste Mafo nützt wenig wenn man keine Strategie oder ein Ziel hat.

Eigentlich hat es sich viele landesweite private Sender ziemlich kuschelig gemacht, denn echten Wettbewerb kennen sie kaum. Zwar sind sehr viele Sender auf Gesellschafter-Diät, die Verlage brauchen das Geld, gesetzt, aber der Werbemarkt brummt und die Kasse ist voll. Fette Katze nennt man solche Unternehmen (Sender). Ihr Problem, es geht ihnen gut, aber sie verpassen schleichend den Anschluss. All der MA-Jubel, die stabilen Reichweiten, dass ist eine reine Selbstbespiegelung. Die Mediawelt + Technologie hat sich weitergedreht und Netflix, Amazon Prime und Spotify sind die Player. Tante Emma Läden konkurrieren mit ALDI, LIDL, REWE & Co.

Im Gegensatz zu den Fetten Katzen, mit ihren grauhaaringen golfspielenden Schnarch GFs, sitzen bei den Web-Companies agile aggressive Manager, die wenn sie eine Chance sehen nicht nur schnell angreifen, sondern auch genügend finanzielle und technische Ressourcen haben. Da helfen dann auch nicht die Kartelle via Landesmedienanstalten weiter. Netflix treibt bereits die TV-Sender vor sich her, denn im Content sind die Portale meilenweit den liniaren TV-Sendern überlegen. Ein Netflix im Radio ist nicht undenkbar. Dann können die MA-Daten mehr oder weniger in die Tonne getreten werden.
 
#66
@Dr. Fu Man Chu
Posting #58 (Absatz 1-3) ist die zutreffende Kurzanalyse des gesamten deutschen Radiomarktes und gleichzeitig auch die Beschreibung des Hauptdilemmas: Eine Branche, die sich selbst mutwillig so zugrunde gerichtet hat, wird schwerlich die innere Kraft aufbringen, sich von innen zu reformieren und ein zukunftsfähiges Modell zu entwerfen. Also wird das Alte weiter zuschanden geritten. Und die disruptive Erneuerung (Sticwort Radio-Netflix) wird eines Tages von unvorhergesehener Seite kommen und all die morschen alten Obstbäume krachend zum Einsturz bringen.
 
#67
Dann werden wir das Land in dem die Eisernen Kreuze wachsen sehen. Ich werde mit Vergnügen eine cubanische Long Corona rauchen, dazu eine Torres 20 Hors d'Age Imperial genießen, mich dann zurücklehnen und die Wehklagen der Branche genießen. Das schöne wird sein, wie alle wirklich wichtigen Veränderungen kommen sie schnell und unerwartet. Die Branche hat mehr als genug Zeit gehabt neue Angebote zu entwickeln. Fast jede Innovation wurde von Platzhirschen gnadenlos weggebissen. Bei Außenseitern schreckte man nicht davor zurück sie in die Pleite zu treiben. Obwohl einige haben es überlebt. Nein, hinter den Kulissen ist es nicht sauber zugegangen und zumeist wurde alles von den willfährigen Medienanstalten gedeckt.

Die Mikrofonplapperer können auf Social Media Specialist umgeschult werden und die Musikdeppen können mit ner rollenden Diskothek Rentnerparties oder Hochzeiten am Wochenende beschallen. Die Verkäufer können Gebrauchtwagen vertickern, Tupperware/Dessous-Parties veranstalten oder in Time Sharing auf den Kanaren machen.

Alles wird gut. Ich gebe zurück an die angeschlossenen Sender.
 
#69
Wie wird es weitergehen im UKW-Land?
Im Norden der Republik deuten sich ja bereits nationale Ketten an. Dies ist natürlich die bequemste Art, das Scheitern der zweiten oder dritten privaten UKW-Kette einzugestehen.
Klar: es wird weitere BOBs, Rock Antennen und Co. geben, während die erste Kette bei R.SH / ffn / SAW oder Salü bleibt.
Alster Radio und NORA hat es schon dahingerafft - mal schauen. welches Format es denn auf die Hamburg Zwei, delta radio oder Radio Top 40 schaffen.

Freuen wir uns auf eine starke Marke im Bundesland, einen starken Lokalsender in der Region und ganz viele nationale Marken mit regionalisierter Werbung.
 
#74
Nue wer bezahlt (und das nicht zu wenig) ist bei der MA dabei.

2Stain
Gegenfrage: Warum werden dann regelmäßig Quoten von Programmen genannt die nachweislich keine Werbung ausstrahlen und bei denen die MA von daher auch gar nicht relevant sein dürfte? Gerade beim NDR werden doch regelmäßig den Pressemeldungen die Quoten von Info, Kultur, Njoy und den Landeswellen genannt, in aller Ausführlichkeit und mit diversen Kategorien: Tagesreichweite, w.HK und Marktanteil - alle werbefrei! In der selben PM, kein Wort zu den Digitalprogrammen Blue und Plus. (die übrigens sehr wohl Werbung ausstrahlen!)*

Werden dort also Gebührengelder ausgegeben, um zusätzliche Auswertung / Befragung in Auftrag geben zu können? Irgendwo müssen die Ergebnisse für NDR Info, Kultur, Njoy, NDR 1 NDS usw. ja herkommen. Und wenn die Erhebungsmethode Geld kostet, fragt man sich schon, warum der NDR dieses offensichtlich gern ausgibt oder andernfalls, woher die Angaben stammen, da die Programme ja keine Werbung ausstrahlen und sich daher auch nicht mit der privaten Konkurrenz messen lassen müssen.

Ich vermute mal, dass NDR Blue und NDR Plus zeitweise durchaus messbare Quoten haben, die vielleicht heute noch nicht an Info und Kultur heranreichen, aber in Zukunft durchaus in diesem Bereich liegen werden. Soll vielleicht deren Existenz verschwiegen werden, damit eben die (eigentlich werbefreien) massentauglichen UKW-Sender Welle Nord, NDR 2, und NJOY eingeschaltet werden?

https://www.ndr.de/der_ndr/presse/m...9-Millionen-Hoerer,pressemeldungndr19878.html

Sogar die Quoten von DLF und DLF Kultur werden darin genannt bzw. als Vergleichsbasis herangezogen. Gibt also der nationale Hörfunk (DLF) das Auflisten seiner Programme gegen Bezahlung in der MA extra in Auftrag? Diese beiden Stationen sind ja nun definitiv werbefrei und für die Wirtschaft daher nicht relevant.

* Die ständigen Spots für "So klar als wäre ich da" auf NDR Blue und NDR Plus werden wohl kaum vom NDR selbst produziert sondern eher von Digitalradio Deutschland (digitalradio.de / dabplus.de) und deren Ziel ist der Verkauf von Geräten durch die Hersteller / Partnerunternehmen. Von daher ganz klar Werbung und kein Goodwill Spot, = weil kommerzielle Absicht!
 
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