"Meikl, raus die Drecksau!!!" sagt NRJ 103,4


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Nicht offen für weitere Antworten.
#51
Ich finde: Michael Jackson nicht spielen!

Man kann ihn ja auch still und heimlich aus dem Programm nehmen, ohne eine Pressemitteilung rauszuschicken und den Fall für sich auszuschlachten.

Das hat nichts mit Boykott zu tun. Tatsache ist doch, dass der Hörer bei einem Jacko-Song sofort an den angeblichen Mißbrauch denkt, negative Assoziationen hat. Und wir wollen doch ein "Wohlfühl-Programm" machen, oder?

"Im Zweifel für den Angeklagten" halte ich für ein Drecks-Argument. Es gibt in unserer Welt jede Menge Schurken, die nicht rechtskräftig verurteilt sind, und mit denen man als gesitteter Mensch trotzdem keine Geschäfte macht.
 
#52
Ein Kunstwerk ist ein Kunstwerk oder nicht, unabhängig davon, wer es gestaltet hat. Möchte man so weit gehen, Popmusik auch als Kunstform zu begreifen, läßt sich dies dort ebenso argumentieren.
Welchen Sinn hat es, Michael Jackson nicht mehr zu spielen, selbst wenn er verurteilt wird? Die Musik bleibt trotzdem klasse und an der ändert sich auch nichts. Komischerweise interessiert so etwas z.B. bei Mike Tyson (verurteilter Vergewaltiger) auch niemand. Da ist die Verbreitung des Produkts aber auch nicht so direkt durch hysterische Medienschreier betroffen, die in jeder Situation für sich selbst eine Möglichkeit der Vermarktung suchen.
Aber der deutsche Hang zur Wichtigmacherei an Punkten, wo es überhaupt nicht darauf ankommt, wird sich wohl auch nie ändern. Schade, daß man hier nicht schlauer ist als in den USA, wo "Political Correctness" mittlerweile die Religion der Halbverstehenden geworden ist.
 
#53
Freitag, 21.11.2003, 14:22

Michael Jackson verdrängt Anschläge und Krieg vom US-Fernsehschirm

Viele Sender zeigten stundenlang Bilder von startenden und landenden Flugzeugen in der Hoffnung, dass Jacksons Flieger darunter sei. Als er tatsächlich landete, unterbrachen Sender wie CNN dafür das laufende Programm.

http://www.newsroom.de/news/display/index.cfm?id=217442


Hallo,

ich fürchte, der beobachter hat mit seiner Sicht der Dinge doch recht, wenn ich mir den Hype betrachte, der in den Staaten um „Herrn Hansen“ veranstaltet wird.
Wenn ich dann noch die medienethische Diskussion hier in den Foren um die diversen PR-Aktionen der Radiosender (operative Optimierung der Wasserverdrängung, Sabs-Gesabbel, Trunkenheit für Quote) einbeziehe, dann ist die Empörung über Jackson samt Ächtung seiner Musik nicht sehr glaubwürdig, sondern (wie ich weiter oben schon geschrieben habe) ein Ausdruck von Doppelmoral und Heuchelei. NDR2 z.B. distanziert sich von jeder Vorverurteilung und stellt sein neues Werk offensiv als „CD der Woche vor“. Kindesmissbrauch ist eines der schlimmsten Verbrechen überhaupt - und die Hexe hat sehr richtig auf die Repressalien hingewiesen, denen die Täter in den JVA ausgesetzt sind. Aber Verbrechen werden durch die Justiz geahndet. Zu den Strafen gehört meines Wissens nicht der Verbot von Verbreitung ihrer Musik durch Medien. Das Werk muss unabhängig von der Person gesehen werden. Und so einen Skandal zur eigenen PR auszuschlachten, ohne die Gelegenheit zu einer umfassenden Diskussion (wie das die diversen Jugendsender machen könnten) zu nutzen - das stinkt zum Himmel.

Gruß postit

PS @ teasemachine:
Du hast mit deinem Hinweis auf "Political Correctness als Religion der Halbverstehenden" sehr recht. Ich würde sogar noch zu einer schärferen Formulierung greifen: political correctness als Handlungsanweisung an alle Nichtdenkenden, denen sogar der common sense aberzogen wurde.
 
#54
AP meldet, dass die Mehrheit der Deutschen gegen einen Radioboykott sind. Vermutlich wäre es ihnen aber nicht aufgefallen, hätten die Sender ohne viel Gedöns seine Musik aus den Playlists genommen. That's PR.

BtW: Michael Jackson gilt selbst als jemand, der PR exzellent einzusetzen vermag und mit dem Mysterium um ihn, welches ihm jetzt zum Verhängnis wird, geschickt gespielt hat. Insofern mildert das den moralischen Aspekt dieser Vorverurteilung ab.
Aber (ganz privat gesagt): Es bleibt eine einzige große Schlammschlacht, in der wir nie wissen, welchen Infos wir trauen dürfen und welchen nicht. Die meisten Exklusiv-"Informationen" der US-Zeitungen beruhen auf anonymen Quellen. Da ist zum einen die Rede von ehemaligen Mitarbeitern, die jahrelang Fummeleien beobachtet haben wollen und erst jetzt schlimm genug finden, um damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Zum anderen wird kolportiert, dass MJ die finanzielle Unterstützung an die betroffene Familie streichen wollte. Der Staatsanwalt nutzt den derzeitigen Hype, ohne mit echten Infos herauszurücken - und keiner beschwert sich. Da sind die paar Radiosender weiß Gott eher lächerlich.
Quintessenz: Die mediale Lebensdauer der Geschichte wird wohl nicht mal die Hälfte der tatsächlichen Verfahrensdauer betragen. Noch bevor hier ein juristisches Urteil fallen wird, ist Jackson mit den gängigen Sachen wieder in den Playlists. Darauf würde ich wetten.
 
#55
@radiohexe:
Sicher, es mag eine Grenze geben, ab der negative Schlagzeilen zu nichts mehr gut sind. Im Falle einer Verurteilung Jacksons mag das auch so werden, auch wenn ich mir selbst da nicht sicher bin.
Bisher verläuft meiner Wahrnehmung die Berichterstattung über Jackson so, dass das rechtliche Vorgehen beleuchtet wird, seine finanziellen Verhältnisse und seine Persönlichkeit.
Juristisch muss man abwarten - und tut es bitte auch! - auch wenn R.Kelly den neuen Jacko-Titel geschreiben hat.
"Pleite und nicht mehr von dieser Welt" kommt beim Rest raus. "Bemitleidenswertes Arschloch" ist das, was ich kurz zusammen gefasst in meinem Bekanntenkreis dazu höre.
Warten wir also ab, was ihm das bringt oder wo es ihn reinbringt.
So ganz überzeugt bin ich aber jedenfalls immer noch nicht davon, dass es ihm schaden muss.
db
 
#57
Und das hier aus Deutschland von AP:
Keine Mehrheit der Deutschen für Jackson-Boykott im Radio

Köln (AP) Ein Verzicht auf Songs des unter Verdacht des Kindesmissbrauchs stehenden Popstars Michael Jackson findet bei den Bundesbürgern keine Mehrheit. Bei einer am Samstag veröffentlichten Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL sprachen sich nur 40 Prozent der 1.002 Befragten für einen Boykott aus, sollten sich die Vorwürfe gegen den Sänger bestätigen. 50 Prozent der Befragten waren dagegen der Ansicht, dass Jacksons Songs und Videoclips auch dann noch weiter gespielt werden sollten.
 
#58
@Heinz Schenk
"Im Zweifel für den Angeklagten" halte ich für ein Drecks-Argument
und ich halte es für ein sehr, sehr wichtiges Prinzip unserer modernen Zivilisation....
Ich widerhole mich zwar, aber im Moment findet einzig eine unfaire Hexenjagd statt.
Ich halte es von daher mit dem Beobachter und meine: abwarten, und dann Konsequenzen ziehen.
Alles andere ist nicht sehr moralisch und vor allen Dingen peinlich...
 
#61
Für den weiteren Verlauf der Diskussion müssen wir bloß mal kurz festhalten, dass wir von der PR und seiner Wirkung bei der moralischen Seite angekommen sind. Da gebe ich Euch allen aus mehreren Gründen recht. Nur meine Wahrnehmung der Berichterstattung ist eine andere, als Deine, lieber beobachter. Denn für mich werden hier irgendwelche Quellen ausgewertet (alte Vertraute, die möglicherweise etwas mitbekamen, aber niemals die Notwendigkeit sahen, dagegen vorzugehen. Welche Zwecke verfolgen sie?!), die meisten davon anonym. Offizielle Punkte geraten (noch) nicht an die Öffentlichkeit. Eine Meinung zu finden, ist deshalb doppelt und dreifach schwer.
 
#63
Herr Jackson gehört in psychiatrische Behandlung. Wenn er es bis jetzt nicht gelernt hat, dass er nicht den Anschein erwecken darf, mit fremden Kindern in einem Bett zu schlafen, kann ihm ein Psychologe helfen.

Wenn er es tatsächlich getan hat, was zum wiederholten Male vermutet wird, kann ihm auch ein Psychologe helfen.

Was die Titelrotation angeht:

Was passiert bei Euch, wenn Ihr einen Jacko-Titel hört ?

Besteht nicht eine große Gefahr, dass der Sender, der Jackson promotet oder spielt auch in die "schmuddelige Ecke" gestellt wird - nach dem Motto: Die spielen das Zeug noch....

Die Bevölkerung reagiert doch gerade dank der Medien auf Kinderschänder höchst sensibel. Das wird sie im Fall Michael J. auch schon jetzt tun und nicht abwarten, was irgendwann einmal (nicht) bewiesen sein wird. Ich sehe hier für die Stationen eine gewisse Gefahr.

Wie würde Michael wohl vom Publikum empfangen, wenn er jetzt bei "Wetten dass" auftreten würde ?

Es gibt doch auch zu R. Kelly nen kleinen Unterschied: wer bitte ist R. Kelly verglichen mit M. Jackson (bezogen auf die Wirkung in der Bevölkerung).

Noch ne kleine sarkastische Anmerkung: vielleicht werden K & F das ja beim nächsten Newsletter zum Thema Titeltest mal durchargumentieren hofft

Dudelmoser
 
#65
Nun ja, wir bewegen uns mit dieser Diskussion auf verschiedenen Ebenen. Die Berichterstattung über Jackson selbst konzentriert sich tatsächlich auf die vom beobachter genannten Aspekte. Die Quellen sind allerdings - da muss man der Hexe recht geben - etwas zweifelhaft. Und über die Motive der Informanten möchte ich gar nicht spekulieren. Das ist auf der Ebene von britischen, unterbezahlten Windsor-Butlern.

Was ich aber viel interessanter finde ist die Thematisierung des Umgangs mit, der Reaktion auf und der Instrumentalisierung von Promiskandalen durch Medien - diese Nabelschau war wohl auch die Ausgangsfrage dieses Threads.

Übrigens: die Jackson-CD ist die aktuelle No.1 in Great Britain.

http://www.netzeitung.de/entertainment/people/262877.html

Gruß postit
 
#66
Lieber Beobachter,

ich verweise Dich auf das Posting von Postit und möchte mich daher präzesieren: Die Themen sind natürlich die von Dir genannten, aber die Gültigkeit der Aussagen sind diesmal stark in Zweifel zu ziehen. Finde ich. Du darfst das gern anders sehen.
 
#67
Zweifel an der Gültigkeit der Aussagen? "Soll sein, soll sein, soll sein" - schrieb einst Rudolf Augstein. Da hat er recht.
Über die Gültigkeit dieser Aussagen hatte ich ja nichts gesagt und sehe deshalb auch nichts anders. Ich sag mal so:
Keine Gültigkeit, keine Zweifel, nur Versuche und Interessen.
db
 
#69
Dudelmoser, ganz genau!!!

Die "Schmuddelecke" ist auch das, was ich mit meinem Posting ganz am Anfang dieser Seite meinte.

Mein Zitat "'Im Zweifel für den Angeklagten' ist ein Drecks-Argument" ist darauf gemünzt und wurde leider aus dem Zusammenhang gerissen: Natürlich muss die Berichterstattung (!) ausgewogen und fair bleiben. Wenn ich mir aber aussuchen kann, ob ich mit Herrn Jackson Geschäfte mache (=seine Songs spiele), dann würde ich doch in dieser Situation drauf verzichten. Sollte Herbert Grönemeyer mal unter Mordverdacht stehen, dann würde ich auch ihn bis zum Urteil aus dem Programm nehmen. Kein Problem hätte ich, wenn Jeanette Biedermann im Kaufhaus eine Packung ob geklaut haben soll. Doch ab einer gewissen Schwere der Verdächtigungen ist Zurückhaltung angebracht.
 
#70
@HeinzSchenk:
Dein Satz wurde durchaus nicht aus dem Zusammenhang gerissen. Du hast es im Zusammenhang mit "Sitte" und "Geschäfte machen" gebraucht und darauf verwiesen, dass man "nicht rechtskräftig verurteilt" dabei nicht zählt.
Geschäfte, Sitte, Urteil und recht sind nun mal Rechtsbegriffe und in diesem Zusammenhang entsprechend zu verstehen.
Wenn du trennen willst zwischen Rechtslage/Berichterstattung und Image/Unterhaltung, dann sag das klar. Aber schieb es nicht auf andere mit dem üblichen Totschlagargument, man habe es aus dem Zusammenhang gerissen. nicht anderen

So, nachdem das gesagt ist, stimme ich dir soweit zu:
Weil die Stimmung in der Gesellschaft entsprechend ist und das Image des Senders darunter leiden könnte, kann man für einen MJ-Spielstopp argumentieren. Das sind aber eben Imagefragen, die man nach außen mit dem Verweis auf Rücksichtnahme auf Hörerinteressen erklären kann.
Aber auch da frage ich mich, inwieweit man diese Stimmung verstärkt und damit ein juristisch fatales Denken.

In der Berichterstattung und Bewertung dagegen muss die Unschuldvermutung gelten. Andernfalls können wir gleich den Nasenbart wieder ans Ruder lassen.
db
 
#71
ooooooooooooooooooooooooooooff topiccccccccccccccccccccccccccccccccccccccccccccc

Jeder von uns kennt den schlimmsten Kinderbefummler der Welt. Einmal im Jahr ist sein S*ck so voll, dass er wieder brave Kinder anquatschen, anfassen und beschenken muss. Aber dem Onkel haben die Neuseländer jetzt sein schmutzig Handwerk erschwert und der sogenannten Politischen Korrektheit ein neues Denkmal gesetzt. Was, wie, wo erfährt der interessierte Leser hier und den Rest darf er/sie sich selber denken, empfiehlt die Jasemine.

ooooooooooooooooooooooooooooff topic ausssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssss
 
#72
Der moralische Medienhype ist ja schnell wieder eingepennt. So ist das halt mit der Moral. Kannste nich mehr Quote mit machen und Emotionen peitschen, interessiert sie keine Sau mehr. Schöne Moral. So pflegeleicht.
db
 
#73
Heute nachmittag kam ne Agentur, daß jetzt Anklage gegen MJ erhoben wurde. Da stand das mit dem Boykott "zahlreicher Radiostationen weltweit" auch noch mal drin - genannt wurde allerdings nur der Bayerische Rundfunk.
 
#74
Dumm gelaufen NRJ. Bis in die großen und bedeutsamen ARD-News geschafft - und wenn die Sache nochmals aufgewärmt wird, erinnert man sich an den BR. Was hat euch das zu sagen, NRJ?
Kannste die Meldung übrigens noch hier reinsetzen, Makeitso? Oder ist sie schon entsorgt?
db
 
Status
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