Mikrofon-Vergleich TLM 170 / TLM 107 / M 990


Pianist_Berlin

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Du wolltest 50 cm haben, und Du hast 50 cm bekommen... :)

Ist eben eine Super- bzw. Hyperniere, da wird viel ausgeblendet. Ich würde ja bei normaler Niere bleiben. Und das mit dem weniger De-Essen sehe ich auch so. Mache ich noch mal in Ruhe, sobald ich (hoffentlich) wieder mit ADT ausgerüstet bin.

Matthias
 

Pianist_Berlin

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Liegt am Raum... :)

Wobei der wirklich nicht überdämpft ist.

Besagtes nagelneues MKH 8050 ist heute übrigens mitten im Drehtermin mit kurzem Piepgeräusch ausgefallen. Mir ist in 25 Jahren noch nie ein Mikrofon ausgefallen. Zum Glück habe ich immer Reserve dabei, so habe ich mit dem MKH 416 weitergearbeitet.

Schicke ich zum Service.

Matthias
 

Pianist_Berlin

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Mal eine Zwischenfrage: Ich bin mir derweil klar, dass ich bei Gefell bleibe, jedoch das M 990 wohl gegen ein M 930 (hatte ich früher schon) oder vermutlich ein M 930 Ts (mit Ausgangsübertrager) ersetze. Unschlüssig bin ich mir nur, womit ich die leider voreilig verkauften ADT-Module ersetze. Bis ich da was Neues habe, muss ich wohl meine mehr als 25 Jahre alte Focusrite Voicebox MKII wieder anschließen und halbwegs sinnig einstellen. Ist folgende Aufnahme gerade so akzeptabel? Bitte immer davon ausgehen, dass meine Sprachaufnahmen in komplette Mischungen eingebaut sind, also meist noch Musik und immer Hintergrundatmo dazukommt.


Anhang anzeigen m990_focusrite_voicebox.mp3

Grüße von Matthias!
 

Pianist_Berlin

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Inzwischen habe ich einiges an ADT-Technik gebraucht gekauft und habe derzeit ein nagelneues U 87 hier zum testen:

Anhang anzeigen u87bearb2.mp3

Das ist jetzt schon ein wenig durch den EQ und den Voice-Kompressor (TM 119 mit De-Esser-Funktion) gelaufen. Ich bin damit relativ zufrieden, aber wie seht Ihr das?

Matthias
 

Pianist_Berlin

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Zu 99 Prozent sind meine Sprachaufnahmen ja in Filmtonmischungen eingebettet. Ich könnte in den wenigen Fällen, wo die Sprache alleine steht, noch etwas mehr Abstand halten, also 40 statt 30 cm.

Entscheidend ist, dass das Mikrofon nicht genau senkrecht hängen darf, sondern leicht nach oben geneigt sein muss, sonst kommt es zu Verfärbungen, was in dem Raum eigentlich nicht sein kann...
 

RainerK

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Entscheidend ist, dass das Mikrofon nicht genau senkrecht hängen darf, sondern leicht nach oben geneigt sein muss, sonst kommt es zu Verfärbungen, was in dem Raum eigentlich nicht sein kann...
je nach Geschmack ist das ja wohl die angenehme/unangenehme Eigenschaft von Großmembranern.
IMHO treten bei Kleinmembranern die Verfärbungen auch bei vergleichbarer Richtwirkung normal erst bei größeren Winkeln außerhalb der Hauptachse auf.
 
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Pianist_Berlin

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Na bitte, das ist doch mal eine klare Aussage! Und mit dem etwas höheren Eigenrauschen des U 87 könnte man leben? Bei einem M 930 oder 940 hätte ich das Thema "Rauschen" komplett vom Tisch, während ich beim U 87 wohl schon geneigt wäre, wenn die Aufnahme mal für sich alleine steht, ein wenig mittels Era-4-Plugin von Accusonus zu entrauschen, was man aber nicht übertreiben darf, da man ansonsten schon zu sehr in das Gesamtsignal eingreift.
 

Südfunk 3

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Und mit dem etwas höheren Eigenrauschen des U 87 könnte man leben?
Auf jeden Fall, denn:
Zu 99 Prozent sind meine Sprachaufnahmen ja in Filmtonmischungen eingebettet.

Und das eine Prozent – ich bitte Dich! Es gibt keine Allroundlösung (obwohl ich eine 99prozentige Abdeckung schon als solche bezeichnen würde). Oder willst auch Du Armbanduhrgeräusche aufnehmen? Wer sollte denn solch ultrarauschfreie Aufnahmen als solche wahrnehmen? Bzw. in welcher Hörsituation? Am Ende sagt noch einer, es höre sich „leblos“ an …
 

Pianist_Berlin

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Naja, was ist mit einem Audioguide, der über Kopfhörer gehört wird? Nun gut, auch dort sind Umgebungsgeräusche... Vermutlich wird nie wieder jemand die Aufnahmen so kritisch hören wie ich.
 

ADR

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Bei einem M 930 oder 940 hätte ich das Thema "Rauschen" komplett vom Tisch, während ich beim U 87 wohl schon geneigt wäre, wenn die Aufnahme mal für sich alleine steht, ein wenig mittels Era-4-Plugin von Accusonus zu entrauschen, was man aber nicht übertreiben darf, da man ansonsten schon zu sehr in das Gesamtsignal eingreift.
Glaubst du, deine Kunden hören so genau wie du und mit deinen Wiedergabemöglichkeiten? Du bist Perfektionist aber für die meisten Kunden ist Ton gleich Ton. Hauptsache verständlich. Im Funk würde man auch sagen, "das versendet sich". Also zerbrich dir nicht die Rübe oder investiere nicht noch Zeit und Geld in Dinge, die am Ende eh keiner hört! Ich denke mal, 75% aller Filme werden mit U87 synchronisiert, der Rest mit TLM 103 oder 170. Würde nie einer auf die Idee kommen, da Rauschen zu bemängeln.
 

Pianist_Berlin

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Hast ja Recht. Ich meine außerdem, dass sich das U 87 in der Mischung besser durchsetzt, man klingt da etwas überzeugender als beim M 990 (oder auch M 930 / M 930 Ts). Der seidigere Klang der Gefells mag nett und schön sein, aber bei meinen Aufträgen geht es eben nicht um Schönheit, sondern darum, die Botschaft an die Zielgruppe zu bringen... :)
 

ADR

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Die Usi ist nicht umsonst Industriestandard. Mann kennt den Sound aus unzähligen Produktionen, er setzt sich gut durch, ist leicht in jede Richtung formbar und passt zu jeder Stimme. Ein Universalarbeitstier für alles.
 

Pianist_Berlin

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Trotzdem ist das M 930 (ob nun mit oder ohne Übertrager) das modernere, transparentere und detailliertere Mikrofon, bei welchem ich mit meinen ADT-Modulen sicher auch genau das herauskitzeln kann, was mir beim U 87 gefällt. Und es rauscht deutlich weniger, was mir die Bearbeitung erleichtert. Daher habe ich heute ein M 930 Ts bestellt.

Ich verabschiede mich hier mal vorsorglich, weil es sein kann, dass ich mich hier in Kürze entfernen werde, wegen gewisser Vorkommnisse in einem anderen Thread, was mir doch sehr zu denken gibt. Falls sich das noch klärt, bleibe ich.

Grüße von Matthias!
 

shark_swiss

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Hallo, habe jetzt gerade alle deine Beispiele aus dem ersten Beitrag auf meiner Abhöre (Neumann KH120 und Genelec 8010) angehört. Mir gefällt das TLM170 mit deiner Stimme am besten. Dieses Signal konnte ich auch problemlos für die Postproduktion bearbeiten, der Klang ist sehr neutral. Das TLM107 hat für meinen Geschmack zu spitze Höhen. Ist aber halt alles auch Geschmacksache ;)
 
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Pianist_Berlin

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Ja, das TLM 170 hat echt eine gute Figur gemacht, das U 87 ebenfalls. Aber unter dem Strich bekomme ich mit dem Gefell M 930 Ts das beste Ergebnis. Das hatte ich zwar schon vorher vermutet, wurde jetzt durch die vielen Tests aber noch mal bestätigt.

Matthias
 

shark_swiss

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Dann wünsche ich dir viel Spass mit dem Gefell, sicher auch ein ganz tolles Ding. Kenne dieses Mikro bis jetzt nur aus Demos im Internet, selber habe ich noch nie damit gearbeitet. Ich selber nutze ein U87 in meinem Studio. Ich schätze bei ihm den sehr neutralen Klang. Ein Kollege meinte zwar kürzlich, dass das unebarbeitete Signal eher unspektakulär oder dumpf/muffig töne. Im vergleich zum TLM103 oder 107 mag er da sicher recht haben, die neueren Mikrofone auf dem Markt haben deutlich mehr Höhen.
Ich persönlich mag jedoch diesen neutralen Klang, ich schraube gerne in der Postproduktion am Signal rum. Was bei überspitzten Höhen ja manchmal dann sehr schwieirig wird.
 

Pianist_Berlin

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Daher sind "überspitzte Höhen" ja auch nicht gut. Früher hatte ich mal knapp zehn Jahre lang ein TLM 103, und das hat mich irgendwann genervt. Nach großem Vergleich (hier nachzulesen) hatte ich mich dann für das Gefell M 930 entschieden. Nach rund acht Jahren hatte ich mich dann im vergangenen Jahr gefragt, ob es noch besser geht, und bin dann beim Gefell M 990 gelandet. Allerdings hatte ich dabei nicht bedacht, dass ein Röhrenmikrofon für mich unpraktisch ist, weil die Aufheizzeit mich oftmals ausbremst, und weil ich ein Mikrofon mit siebenpoligem Kabel eben nicht mit dem innenliegenden Kabel des Mika-Armes betreiben kann. So habe ich dann jetzt noch mal ausführlich verglichen, und da kam dann wieder das M 930 raus, allerdings diesmal mit Übertrager.

Es gibt die S-Laute sehr präzise wieder, die dadurch sehr gut in der nachfolgenden Kette aus ADT-Modulen zu bearbeiten sind. Und das ist für mich das zentrale Kriterium.

Allerdings spiele ich gerade mit dem Gedanken, direkt am Schnittplatz noch eine weitere Einsprechmöglichkeit zu schaffen, dann würde ich kurze Texte auch mal direkt vom Monitor ablesen oder freihändig einsprechen, zum Beispiel wenn ich Streckenkunde-Schulungsfilme mache ("Wenn das Ausfahrsignal A1 ein Hp3 und ein Zs2 zeigt, führt die Fahrt ins linke Gleis"). Dann muss ich nicht immer hin und her rennen. Da auch das Schnittstudio akustisch ausgebaut ist, wäre das kein Problem. Einen zweiten TM 101 als Vorverstärker und einen zweiten TM 138 als dynamischen EQ habe ich ja, und auch noch einen freien Line-Eingang am DHD 52/TX, wo mir dann auch noch mal alle Bearbeitungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Da könnte ich mir vorstellen, zwischen/hinter die beiden Computermonitore einen 60-cm-Mika-Pole und darauf einen Mika-Arm zu setzen, wo dann ein TLM 193 mit Pauly-Poppschirm rankommt. Bei Nichtbenutzung schiebe ich das Ding einfach nach oben. Dann sieht das ganze in etwa aus wie ein Selbstfahrer-Hörfunkstudio. Dort würden ja nur Aufnahmen entstehen, die nicht für sich alleine stehen, also in eine Mischung (zumindest Atmo) eingebettet sind, so dass kleine Unzulänglichkeiten nicht auffallen. Reflexionen von den Monitoren sollten nicht ins Gewicht fallen, wenn ich dort den Sprechabstand näher wähle als im Sprecherraum. Spricht da was gegen?

Matthias
 

ADR

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Prinzipiell gut aber ich würde dann auch am Schnittplatz das gleiche Mikro wie in der Kabine haben wollen. Wenn man Aufnahmen aus beiden Quellen in eine Produktion setzt, kommt das sicher besser. Sonst muss man nicht nur die Klangunterschiede aus den verschieden Räumen anpassen, sondern auch noch den Grundklang verschiedener Mikros ausgleichen. Was den Mika Pole angeht, bitte das Original von Novus, Mika ist nur unnötig teuer ;).
 
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Pianist_Berlin

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Ich sehe das eher nicht, dass im gleichen Film beide Quellen vorkommen werden. Oder wenn, liegt was anderes dazwischen, ein O-Ton zum Beispiel. Gleich würden auch zwei gleiche Mikrofone nicht klingen. Und das wäre ja sowieso nur relevant, wenn es Sachen sind, die in Gesamtmischungen eingebettet sind. Alles andere mache ich eh im richtigen Sprecherraum. Ich probiere das einfach mal aus.

Matthias
 
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