Musikplanung im Hörfunk: Völlig am Publikum vorbei?


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Nicht offen für weitere Antworten.
Meine liebe Radiokatze...
...(Kommerzielles) Radio wird von denen, die es grundsätzlich erst einmal ermöglichen, den Geldgebern, Gesellschaftern eben aus anderen Gründen als deinen Beweggründen gemacht. Musikplanung auch. Die muss dem Hörer nicht gefallen, weil er so geliebt wird, sondern weil er nur so dran bleibt und auch die Werbung erträgt. ....
Stimme ich dir zu.
Das setzt voraus das die Sender ihre Zielgruppe und deren Musikgeschmack genau kennen und die Playlist entsprechend zusammenstellen.
Das spreche ich NDR 1, NDR 2, FFN, Antenne und Radio 21 hier bei uns im Norden ab.
Ob für Schlager-, Rock-, oder Popfans: Eine große Anzahl radio- und formattauglicher Titel werden einfach nicht gespielt.
Eine Mehrzahl radio- und formattauglicher Titel werden bis zum Überdruss gespielt. Bis unsere Ohren auf Durchzug schalten...
und auch keine Werbung mehr dazwischen wahrnehmen.
Mir ein Rätsel warum es so ist.
 
Eine Mehrzahl radio- und formattauglicher Titel werden bis zum Überdruss gespielt. Bis unsere Ohren auf Durchzug schalten...
und auch keine Werbung mehr dazwischen wahrnehmen.
Mir ein Rätsel warum es so ist.
Meine Rede...

Wo das Radio ausschließlich zur Hintergrundberieselung verwendet wird, achtet auch niemand mehr auf die Werbung (oder schaltet um, wenn sie zu laut und nervig wird). Aber anscheinend traut sich niemand, die tatsächliche Reichweite (im Sinne von "wird aktiv und bewußt wahrgenommen") der Werbeschaltungen zu messen und auszuweisen. Vermutlich aus gutem Grund.
 
Besten Dank, @count down, so ist es. Entscheidend in der Abfrage ist nicht, ob du die Musik total toll und abwechslungsreich fandest, entscheidend sind die Antworten auf die Frage: Welchen Sender haben Sie gestern gehört?

Was die Gleichförmigkeit des Musikprogramms angeht, kann man die scheiße finden. Es gibt aber mehr als einen Sender in diesem schönen Lande, der sein Musikprogramm gezielt ausgedünnt und dadurch noch mehr das "immer Gleiche" gespielt hat mit dem Erfolg, dass die Hörerzahlen und die Zustimmung zum Musikprogramm gestiegen sind. Auf MA-Ebene ausgewiesen, auf interner Hörerbefragung ausgewiesen.
Das widerspricht angeblich dem Interesse der RadioZUhörer, aber entspricht offenbar dem Interesse der Radiohörer.
[Und wer glaubt, Menschen wollten Qualität, der irrt ohnehin. Sonst müsste kik längst tot sein und real schon lange sein Fahrradprogramm eingestellt haben.]

Der Werbezeitenverkäufer geht aber mit nackten Zahlen zum Kunden und nicht mit emotionalen Qualitätsauskünften einzelner. Was die Wirkung von Radiowerbung angeht, so unterliegt die im Übrigen nicht ausschließlich unseren bewussten Reaktionen. Da gibt's schon noch mehr...
 
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Zitat von der beobachter:
entscheidend sind die Antworten auf die Frage: Welchen Sender haben Sie gestern gehört?
Dabei muss er nicht einmal wirklich gehört worden sein. Der Befragte muss nur glauben, oder vage das Gefühl haben, dass er diesen Sender gestern gehört hat, bzw. es reicht auch, wenn man es ihm einredet und er einfach sein Häkchen dahinter macht.
 
Das ist eine sehr unangenehme Wahrheit, die "der beobachter" da gelassen ausgesprochen hat. Zähneknirschend stimme ich dem zu und wende mich bei Bedarf dann halt dem Internetradio zu - oder meiner eigenen MP3- bzw. CD-Sammlung. Für Informationen braucht nämlich kein Mensch das Radio, die kann man sich ebenfalls auf andere Art und Weise holen. Ich klammere mich aber trotzdem und unverdrossen an den Kultur- und Bildungsauftrag, dem die öffentlich/rechtlichen Anstalten ja eigentlich auch noch verpflichtet sind. Inwieweit das Aussperren von zehntausenden Musiktiteln (WDR 2, SWR 3, NDR 2 usw.) dem noch entspricht, bleibt das Geheimnis der Macher. Man kann natürlich ärgerlich in die Tischkante beißen, man kann aber auch die monatliche "Demokratieabgabe" schulterzuckend als Totalverlust abschreiben. Gesünder ist wohl letzteres.
 
Zuletzt bearbeitet:
Und wer glaubt, Menschen wollten Qualität, der irrt ohnehin. Sonst müsste kik längst tot sein und real schon lange sein Fahrradprogramm eingestellt haben.
Das ist leider ein schiefes Bild, denn Fahrräder bei real und Klamotten bei kik kosten weniger als die entsprechenden Qualitätsprodukte.

Ob ich aber r.s.2 höre oder dRadio Kultur wirkt sich finanziell nicht auf mich aus. ;)
 
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Das mag auf den ersten Blick zutreffen, Makeitso, aber du glaubst nicht, wie viele Leute aus allen Wolken fallen, wenn man ihnen mitteilt, sie hätten mit dem real-Rad lediglich Neuschrott erworben, der gemessen am Preis dann sogar reichlich überteuert ist. Das Bittere ist: Sie halten das für echte Qualität.
Genauso scheint es mir beim Radio zu sein. Natürlich müllen sich die Hörer nicht willentlich und bewusst mit Schrottmusik zu. Sie halten das für ordentliches Zeug. Ist doch Radio! Die haben da echte Fachleute, die wissen schon, was sie tun und was angesagt ist. Aktive Selbstentmündigung. Bitter. Aber auch falsch? Ich fürchte: Nein.
 

Berry

Gesperrter Benutzer
Inwieweit das Aussperren von zehntausenden Musiktiteln (WDR 2, SWR 3, NDR 2 usw.) dem noch entspricht, bleibt das Geheimnis der Macher.
Aber das war schon immer so, dass im Radio nicht alle Musiktitel gespielt wurden. Auf Luxemburg 208 und bei den Seeradiopiraten liefen auch nur die Hits. Ist es denn die Aufgabe der Rundfunkanstalten alle Musiktitel zu spielen? Wird hier vom Radio nicht zu viel erwartet? Es gibt doch für jeden so viele Möglichkeiten, außerhalb des Radios, Musik zu hören.
 
Und erst die armen Kinder, die mit diesem Gesülze aufwachsen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es hilfreich für die Entwicklung des Geistes ist, mit Kronehit, der Kronenzeitung und YouTube aufzuwachsen.
Richtig. Und wenn dann die 13-jährige Mandy auf dem Schulhof die "Muhuhuhuhuuuuuuuuuves like Jagger" hat und man dann mal fragt, wer denn "Jagger" ist, erntet man nur blöde Blicke. Und wenn dann "an den Tag als Curt Cobain starb" von Bosse - Schönste Zeit ertönt und man dann die Frage stellt, wo Curt Cobain denn so gesungen hat, wird man womöglich noch für verrückt gehalten...:wall::wall::wall::wall::wall::rolleyes:

Aber das war schon immer so, dass im Radio nicht alle Musiktitel gespielt wurden. Auf Luxemburg 208 und bei den Seeradiopiraten liefen auch nur die Hits. Ist es denn die Aufgabe der Rundfunkanstalten alle Musiktitel zu spielen? Wird hier vom Radio nicht zu viel erwartet? Es gibt doch für jeden so viele Möglichkeiten, außerhalb des Radios, Musik zu hören.
Berry, zwischen "nicht alle" und "ich hab nur 200 in der Rotation" gibt es aber trtzdem ne relativ große Menge!
Nochmal: Warum von Michael Bublé immer nur "It's a beautiful day" - und nicht Haven't met you yet, Home oder Lost?
Warum von Madonna nicht auch mal Dear Jessie oder You'll see?
Warum von Phil Collins nicht auch mal No matter who oder Going back?
Welcher Sender spielt regelmäßig Nirvana und Metallica (außer Nothing else matters)? Hier im Norden ist es definitiv keiner.
Höre gerade die NDR1-Nacht, heut von NDR1 Radio-MV. Eben lief Gerard Joling mit No more Bolero:), jetzt Santiano mit Santiano, wo ich mir schon die Frage stelle: warum spielt von denen nicht mal n Albumtitel? So schlecht können die ja nicht sein, wenn es dafür nen Echo gab. Merkst was? Man kann, wenn man will, was anderes spielen - man will aber nicht, warum auch immer....
 
Um mal Butter bei die Fische zu tun (hach, herrlicher Slang): bin ich der Einzige der in den letzten Tagen und Wochen verstärkt Sommertitel in den Rotationen beobachtet hat? Nossa, Summer Wine, All Summer Long... passen wunderbar zur Weihnachtsbeleuchtung im Ministerium gegenüber. Wurde die Planungssoftware des jeweiligen Senders ursprünglich für die Südhalbkugel hergestellt?
 
Sender die eine von Hörern gewählte Hitparade anbieten (Top 1000 z.b.) müssten doch erstaunt sein
und sich einen Kopf machen, wenn dort Songs gewünscht werden die normalerweise gar nicht zum Sender passen.

Aber nein, stattdessen müllt man die Hörer weiter zu. Mich nervt es als regelmäßiger B2-Hörer das zunehmends (mind. alle 2 Stunden) Andrea Berg gespielt wird. Liest man dann mal ab und zu auf deren Facebookseite sind die Hörerinnen dort begeistert von der Musikauswahl.

Ich bin zu jung für diesen Sender :wow:
 
Auch wenn das jetzt vielleicht etwas abwegig klingt: Die hier geübte Kritik kann ich nur zum Teil nachvollziehen.

In letzter Zeit erstreckt sich mein Radiokonsum in erster Linie auf folgende 3 Programme:

Funky Ass Tunes: http://panel3.serverhostingcenter.com:2199/tunein/funkyass.pls
Radio Grooves: http://radiogrooves.com/RadioGrooves.pls
Original Cuts: http://dl6.mixcache.com:9128/listen.pls

Damit bin ich bestens bedient, denn dort finde ich genau jene Musik, die mich anspricht.
Warum tut ihr euch eigentlich den ganzen Müll auf UKW (und inzwischen auch auf DAB) überhaupt noch an?
Wenn bei den etablierten Sendern die Auffassung vorherrscht, den Hörern minderwertigen Schrott vorzusetzen, bin ich doch nicht gezwungen, den zu konsumieren.
Im Internet gibt es genügend alternative Programmangebote. Ich muss mir nur ein wenig Mühe machen, gezielt danach zu suchen. Das lohnt sich auf jeden Fall.

Bedenkt bitte auch mal Eines: So lange immer noch Millionen von Bürgern die Schrottsender einschalten, haben deren Programmverantwortliche nicht die geringste Veranlassung, etwas am Musikkonzept zu verändern. Die können doch nur zu dem Schluss kommen: "Die Leute wollen sowas hören!"
Wenn aber immer mehr frustrierte Hörer in den Webradiobereich wechseln, wird es vielleicht zu einem Umdenken kommen und dann werden mittel- bis langfristig die Programme auch wieder anspruchsvoller klingen.
 
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Ich höre die Programme auch nicht am PC, sondern hiermit: http://www.ebay.de/sch/i.html?Hama IR210&_nkw=Hama IR210
Das kostet nun wirklich nicht die Welt und einen Internetzugang hat inzwischen doch fast jeder.
Es geht sogar noch preiswerter: http://www.ebay.de/sch/i.html?_sacat=0&_nkw=md86672

Alternativ kann natürlich auch ein Smartphone genutzt werden, das über ein Adapterkabel an Aktivboxen oder die Hifi-Anlage angeschlossen wird.
Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!

Also: Nicht aufregen, sondern auf Alternativen ausweichen. ;)
 
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Zitat von micha774:
Sender die eine von Hörern gewählte Hitparade anbieten (Top 1000 z.b.) müssten doch erstaunt sein
Fast richtig. Es gibt eine durchaus relevante Differenz zwischen denjenigen, die sich aktiv an einer solchen Hitparade beteiligen, und denjenigen, die die Masse der Hörer darstellen. Wer das eine für das andere hält, trifft nicht die besten Entscheidungen. (Auch wenn ich dir vom Höreindruck her zustimme. Aber wir sind auch überdurchschnittlich an Radio interessiert, sonst wären wir nicht hier...)
 
Sender die eine von Hörern gewählte Hitparade anbieten (Top 1000 z.b.) müssten doch erstaunt sein
und sich einen Kopf machen, wenn dort Songs gewünscht werden die normalerweise gar nicht zum Sender passen.
Hörervotings sind ein ganz gefährlicher Indikator. Wie viele Teilnehmer hat das Voting, wie groß ist der WHK? Nach welchen Regeln wird gevotet z.B. Einfach-/Mehrfachnennung? Gibt es einen Benefit/Gewinnspiel? Wie zugangsoffen ist das Voting? Welche Kanäle werden genutzt? Gibt es in der Hörerschaft eine Teilgruppe die einen Musiker promoten will (Ultra Fan Effekt)? Die Aufzählung der Faktoren ist nicht vollständig. Insofern ist es nicht verwunderlich, das es zu großen Abweichungen kommt.

Ich persönlich halte wenig von Hitparaden, schon früher empfand ich sie persönlich als eher öde, aber das ist persönlicher Geschmack. Als Programmelement haben sie in sehr vielen Sendern ausgedient. Mit dem richtigen Moderator sind Konzepte wie der Schwarze Sonntag auf Alster schon der bessere Weg um ein lebendiges Programm mit Hörerfeedback und geringen Mitteln zu machen. Nur nach der Reichweitenpleite war wohl selbst diese preiswerte Sendung zu teuer für Alster.

Formatradio hat immer etwas von Systemgastronomie. Schaut euch einfach an welchen Aufwand Mc Doof und King treiben um ihre fettigen Buletten an den Mann/Frau zu bringen. Man kann natürlich sagen, ich futtere da nicht. Tatsächlich ist die Bude voll. Gut gemachtes Formatradio schafft es eben die Playlist (Speisekarte) ständig zu variieren bzw. zu ergänzen oder gar zur erweitern Stichwort Mc Cafe. Was ist fehlt ist eine nationale Abdeckung bei der Formatvielfalt und ö/r Sendern würde ein Qualtitätsformat auch gut zu Gesicht stehen. Aber, die machen lieber ein Klassik Kultur Radio oder haben setzen auf das grün esoterische Wutbürger Radio a la Deutschland Radio, die das hohe Lied der staatlichen Subventionskultur singen. Wie gesagt, in der Hölle ist Deutschland fürs Radio verantwortlich.
 
Aber das war schon immer so, dass im Radio nicht alle Musiktitel gespielt wurden. Auf Luxemburg 208 und bei den Seeradiopiraten liefen auch nur die Hits. Ist es denn die Aufgabe der Rundfunkanstalten alle Musiktitel zu spielen? Wird hier vom Radio nicht zu viel erwartet? Es gibt doch für jeden so viele Möglichkeiten, außerhalb des Radios, Musik zu hören.
Selbst Dir hätte ich nicht ein so dummes und von erschreckender Unwissenheit zeugendes Posting zugetraut. Auch die strengsten Top40-Stationen unter den Seesendern hatten keine 200-Songs-Rotationen, davon abgesehen dass sie Hits gemacht und nicht nachgedudelt haben. Sender wie Caroline und RNI (von Seagull ganz zu schweigen) waren in der Musikauswahl höchst progressiv, spielten anspruchsvollste Albumtracks und hatten riesengroße Playlists mit Schwerpunkt auf der Musik, die gerade eben die anderen Sender nicht spielten! Gleiches gilt im übrigen auch für Luxembourg 208, denn auch die spielten abends nicht nur Top40, sondern höchst interessante, oft sehr progressive Rock- und Popmusik, ganz anders als das deutsche Programm.

Grundsätzlich sehe ich es so, dass es überhaupt kein Problem darstellt, wenn pro Radiomarkt ein Sender mit einer engen Top40-Rotation zu reüssieren versucht - der Bedarf an einer engen Rotation ist sicher da, denn es gibt genügend Hörer, die sich eben nicht sonderlich für Musik interessieren und gern, sagen wir mal: "Vertrautes" im Hintergrund dudeln haben.
Das Problem besteht eher darin, dass fast alle Pop-Sender so arbeiten. Die Konkurrenz aber mit genau denselben Inhalten ausstechen zu wollen, ist ökonomisch unsinnig und kulturell verhängnisvoll.

Was ist fehlt ist eine nationale Abdeckung bei der Formatvielfalt und ö/r Sendern würde ein Qualtitätsformat auch gut zu Gesicht stehen. Aber, die machen lieber ein Klassik Kultur Radio oder haben setzen auf das grün esoterische Wutbürger Radio a la Deutschland Radio, die das hohe Lied der staatlichen Subventionskultur singen. Wie gesagt, in der Hölle ist Deutschland fürs Radio verantwortlich.
Abgesehen davon, dass ich am DLR nichts esoterisches erkennen kann und deren Unterwanderung durch grüne Extremisten für eine besonders lustige Verschwörungstheorie halte, stimme ich Dir zu. Wobei es bei der nationalen Abdeckung nicht nur um eine Abdeckung durch verschiedene Formate gehen sollte, sondern auch um die Differenzierung unter Vielfaltsaspekten. Es war, glaube ich Viva II, die mal mit dem Slogan "Musik für Fortgeschrittene" warben. Die Gruppe derer, die sich für Musik interessiert, wird (abseits von den Klassikwellen) hierzulande schlecht bedient. Oder um bei Deinem Beispiel zu bleiben, wir sind bestens mit McDoof und WürgerKing versorgt, ja auch mit McCafés, aber richtige Restaurants gibt es leider nicht, da gibt es wohl zu viele Berrys, die sagen: "Ja, muss ein Restaurant denn alles bieten, ist das nicht zu viel verlangt? Diese vielen Zutaten und Rezepte könnten das Publikum überfordern. Und man kann doch auch selber kochen":wow:
 
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Abgesehen davon, dass ich am DLR nichts esoterisches erkennen kann und deren Unterwanderung durch grüne Extremisten für eine besonders lustige Verschwörungstheorie halte, stimme ich Dir zu. Wobei es bei der nationalen Abdeckung nicht nur um eine Abdeckung durch verschiedene Formate gehen sollte, sondern auch um die Differenzierung unter Vielfaltsaspekten. Es war, glaube ich Viva II, die mal mit dem Slogan "Musik für Fortgeschrittene" warben. Die Gruppe derer, die sich für Musik interessiert, wird (abseits von den Klassikwellen) hierzulande schlecht bedient. Oder um bei Deinem Beispiel zu bleiben, wir sind bestens mit McDoof und WürgerKing versorgt, ja auch mit McCafés, aber richtige Restaurants gibt es leider nicht, da gibt es wohl zu viele Berrys, die sagen: "Ja, muss ein Restaurant denn alles bieten, ist das nicht zu viel verlangt? Diese vielen Zutaten und Rezepte könnten das Publikum überfordern. Und man kann doch auch selber kochen":wow:
Eine Diskussion über DLR würde den Rahmen dieses Threats sprengen. Eine Verschwörungstheorie ist Unsinn, weil es keine Verschwörung gibt. In meinen Augen nur ein merkwürdiges Programmkonzept und Journalisten die eine Botschaft haben.
Privatradio funktioniert wirtschaftlich nur wenn sich nationale und lokale Werbeeinnahmen ergänzen. Die wenigen Ausnahmen bestätigen die Regel. Eine differenzierte Formatlandschaft in relevanten Märkten (Sorry, wer auf Dorf wohnt, der muss Web-Radio hören) würde Märkte schaffen. Richtig: Für Qualitätsmusik wird in Deutschland viel zu wenig getan. Klassik wird ohne Ende gepäppelt und erhält Subventionen auf allen Ebenen. Der Rest muss sich über den Markt finanzieren und hat wenig Sendezeit bei den ö/r-Sendern. Das ist typisch Deutsch, ich sage nur diese Trennung von U- und E-Musik. Ein Kulturbegriff der aus der Mottenkiste stammt und immer noch gelebt wird.

Aber, sind Änderungen möglich? Theoretisch ja, praktisch nein. Eine ARD Sendeanstalt (man beachte allein diesen Begriff) ist ähnlich innovativ wie ein Politbüro. Bestes Beispiel die Berufung von Valerie Weber. Gab es einen Beitrag, selbst hier in den Radioforen, in dem stand: " ... bin gespannt auf ihr Konzept? oder ... bringt sie frischen Wind?" Nein: Alle Berufsbetroffenen haben sich zu Wort gemeldet und etliche Mitarbeiter haben ihr vorab die Qualifikation abgesprochen. Die Botschaft ist doch: haben wir immer schon so gemacht und warum sollten wir etwas ändern.

Ich weiss nicht was Frau Weber für Konzepte hat. Wenn sie so clever, für sie ich sie halte, ist, wird sie auf Qualität setzten. Genug Mittel hat der WDR. Aber der Zoff wird programmiert sein, sie wird nämlich vielen ihre kleinen gebührenfinanzierten Ponyhöfe wegnehmen und Hörerorientierung einfordern. Es gibt nämlich eine nicht unerhebliche Menge von Menschen, die wollen Qualität. Ähnlich wie im TV: Statt Bergdoktor, Traumschiff, Rosamunde Pilcher und Consorten wäre es Zeit für Qualität a la Mad Men, Breaking Bad, Boardwalk Empire.
 
Zitat von stefan kramerowski:
Das Problem besteht eher darin, dass fast alle Pop-Sender so arbeiten. Die Konkurrenz aber mit genau denselben Inhalten ausstechen zu wollen, ist ökonomisch unsinnig und kulturell verhängnisvoll.
Wie können dann MäckDoof und Börger existieren? Und was machen Vodafone, Eplus und DTelekom in ein- und demselben Markt? Und Daimler, BMW und Audi erst? Mein Freund, das ist nichts weiter als schlichteste Marktwirtschaft: Mehrere Anbieter buhlen um die Gunst der Kunden. Angeboten wird, was angenommen wird.

Sollte die kulturelle Vielfalt aber tatsächlich vom Radio anhängen, wäre zweierlei zu bedenken:
1. Radio wird überbewertet.
2. Es gibt massig Musik, die jenseits von Radio bestens existiert und richtig was zu bieten hat.

Warum sollte Kultur ausgerechnet im Radio stattfinden?
 
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