Muss Uli in den Knast?


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#1
Kann es angesichts von rund 27 Mio. erwiesenermaßen hinterzogener Steuern eigentlich überhaupt noch in Frage stehen, dass dieser Mann in den Knast muss?
Täusche ich mich, oder herrscht in den Rundfunksendern (im Unterschied zu den Printmedien, die langsam den Ernst der Lage reflektieren) tendenziell eher eine Bereitschaft zur Milde in diesem Fall. SWR3 z.B. geht sehr augenzwinkernd damit um (Wirby+Zeus). Auch DLF ist bisher sehr bemüht, den Fall nicht aufzubauschen. Dabei handelt es sich, so wie es sich jetzt abzeichnet, um den größten Steuerbetrug in der Geschichte der Bundesrepublik.
 
#3
Unrecht ist Unrecht, und das sollte nicht vom Gehalt abhängig gemacht werden. Allerdings wäre ich nach reiflicher Überlegung eher dafür, die Millionärssteuer endlich einzuführen. Somit würde auch Herr Hoeneß herangezogen. Davon hätte der Statt mehr, als wenn dieser im Knast säße.
 
#5
Angesichts der Tatsache dass Hoeneß nicht vorbestraft ist, keine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt und nicht zuletzt die Angelegenheit nur Dank seiner Mithilfe überhaupt ans Licht gekommen ist, plädiere ich für so etwas wie einen offenen Vollzug. D.h. er übernachtet im Knast, kann sich aber tagsüber frei bewegen.

Ich sehe in dem Fall aber schon wieder den Protest der Berufsempörten und Scheinheiligen vor meinem geistigen Auge, von wegen "Sonderbehandlung für Reiche!" und ähnlichen populistischen Schmu.
 
#6
[...] und nicht zuletzt die Angelegenheit nur Dank seiner Mithilfe überhaupt ans Licht gekommen ist [...]
Das tat er sicherlich nur, weil er ein schlechtes Gewissen bekommen hatte und seinen Mitbürgern gegenüber nicht weiter unfair sein wollte.

[...] plädiere ich für so etwas wie einen offenen Vollzug. D.h. er übernachtet im Knast, kann sich aber tagsüber frei bewegen.
Genau, die paar Millionen sind ja nicht so schlimm. Da soll der Uli lieber tagsüber weiterhin unterwegs sein, noch einige Akten verschwinden lassen und schon mal neue Geschäfte tätigen. Aber eigentlich ... Ne, der soll gar nicht bestraft werden, ist ja der Uli.

[...] Ich sehe in dem Fall aber schon wieder den Protest der Berufsempörten und Scheinheiligen vor meinem geistigen Auge, von wegen "Sonderbehandlung für Reiche!" und ähnlichen populistischen Schmu.
Wenn Du auch so eine Grütze von Dir gibst.
 
#7
Ich schreibe es einmal so: Es möge ausnahmsewise einmal unabhängig von der "zu richtenden" Person Recht gesprochen werden. Bei den im Raum stehenden Summen kann es sich nicht um ein "Versehen", eine "Schusseligkeit" handeln; er umgab sich eventuell mit den falschen Finanzberatern.
Ob er, falls dazu verurteilt, in den Knast muss, wird abgewartet werden müssen; eventuell hat er ja gute Hausärzte an der Hand, die ihm eine Krankheit diagnostizieren, die Haftverschonung bei gleichzeitigem Erreichen eines biblischen Alters attestiert.

Es wäre aber spätestens nach einem Urteil an der Zeit, dass er seinen öffentlichen Ämtern entsagt, damit der Schaden, dem er seinen Verein bereits angetan hat, nicht noch größer wird. - wobei es mir egal sein kann, denn mit Fußball habe ich nichts am Hut.

... und nicht zuletzt die Angelegenheit nur Dank seiner Mithilfe überhaupt ans Licht gekommen ist...
Ist dem wirklich so? - Ist seine Selbstanzeige nicht ganz anderen Ursachen geschuldet? Wenn er sich um ein oder zwei Milliönchen vertan hat, gut das kann eventuell noch akzeptiert werden, inzwischen stehen aber über 10 Mio. im Raum.
 
#9
Wenn Uli Hoeneß mit einer Bewährungsstrafe davonkommt zweifle ich vollends an der deutschen Justiz. Als Ottonormalbürger braucht man sich nur ein Bruchteil von dem leisten, was Uli Hoeneß da angestellt hat, und man fährt sofort und ohne wenn und aber ein.
Uli Hoeneß MUSS ins Gefängnis. Alles andere wäre ein Ding der Unmöglichkeit.
 
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#12
Da kriegt einer vom Kumpel 20 Millionen einfach so auf das Konto überwiesen? Zum Zocken?
Woher hat jemand 20 Mill. einfach so zum Verschenken? Vielleicht von da: http://www.greenpeace-magazin.de/magazin/archiv/5-05/fussball-pakistan/
Von 130 Mill. Gewinn sind 70 Millionen steuerfrei? Die Steuerschlupflöcher sind ja groß wie ein Schwarzes Loch!
Nein, Uli soll nicht in den Knast, das kostet doch auch Steuern. Er soll sich von der Haft mit 100 Mill. freikaufen können. Dürften Peanuts sein.
 
#13
Ich vermute eher, sein Name war auf einer dieser Steuer CDs. Deshalb hat er mit seinen Anwälten auf den letzten Drücker (vielleicht auch zu spät) die Selbstanzeige eingereicht.

Auf Facebook ist das Geheule der Bayern Fans groß; oh weh, man kritisiert den Uli, da werden die sofort zur Furie! Alle böse außer Uli und seine Betrüger Bande...:D
 
#14
Haben hier einige, die Herrn Hoeneß gern im Knast sehen würden, ihre Hausaufgaben im Fach "Steuerhinterziehung" nicht gemacht oder wird hier mit zweierlei Maß gemessen - noch bevor überhaupt ein Urteil gesprochen wurde?
Nachhilfe für die Unwissenden:
Otto Graf...

2Stain
 
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#16
Sind zehn Minuten Verspätung für Ottonormalbürger am Prozesstag eigentlich auch OK, oder wird da wieder genauer hingeguckt?
Eine gerechte Strafe für Uli Hoeneß wäre jetzt, dass er für diese 27 Millionen jetzt so viel arbeiten muss, wie ein normaler Mensch es tun müsste um so viel Geld zu bekommen.
 
#18
Wenn Uli Hoeneß mit einer Bewährungsstrafe davonkommt zweifle ich vollends an der deutschen Justiz. Als Ottonormalbürger braucht man sich nur ein Bruchteil von dem leisten, was Uli Hoeneß da angestellt hat, und man fährt sofort und ohne wenn und aber ein.
Ganz so schlimm ist es sicher nicht. Aber das FA kann schon sehr "zickig" gegenüber dem kleinen und wehrlosen "Ottonormal-Selbständigen" werden, wenn der Fristen verstreichen lässt, die Umsatzsteuer nicht rechtzeitig abführt, da er selbst mitunter monatelang auf "sein Geld" wartet etc. Natürlich gilt üblicherweise die "Ist-Besteuerung" (Zahlung der verbleibenden Umsatzsteuer an FA erfolgt erst nach Zahlungseingang einer Rechnung). Das hilft aber bei näherer Betrachtung auch nicht viel weiter, da ja während des Wartens ja trotzdem monatliche Fixkosten anfallen und irgendwoher muß das Geld dafür ja herkommen. Also muß auch das FA warten. Sonst kann man den Laden ja gleich zumachen. Und die Zahlungsmoral in DE ist überaus schlecht. Nix da! Das FA wartet nicht gern.

Übliche "Druckmittel" gegenüber dem "kleinen Mann" sind

- Säumniszuschläge
- Verzugszinsen
- Kontosperrung/Pfändung (sehr lustig - alle Daueraufträge etc. platzen)
- Androhung der Zuführung mit Hilfe der Polizei
- Abgabe der eidestattlichen Versicherung (Damit hat das FA aber noch immer kein Geld in der Hand...)



BTW: Ich bin auch nicht vorbestraft und habe eine soziale Ader. In stecke beispielsweise immer meinen Bon mit dem Flaschenpfand im REWE-Supermarkt in Ludwigshafen am Bodensee in diesen Briefkasten gleich links neben dem Flaschenautomaten. Das Geld der ganzen eingeworfenen Bons kommt Kindern zugute. Und die 50 Cent pro Woche machen mich auch nicht ärmer.
 
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#22
Immer langsam... nicht rechtskräftig, Revision möglich. Die ganze Nummer lief für meinen Geschmack sowieso etwas zu schnell ab. Der dritte Verhandlungstag (Mittwoch) dauerte ja nur 90 Minuten. Der Inhalt dieser 70000 Seiten in diesem Wäschekorb würde mich schon interessieren.


Das riecht nach "Deal". (Das habe ich gestern mehrfach gehört.)
 
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