Nach der Wahl


Stellt sich nur die Frage, ob die Alternative Neuwahlen wirklich so viel besser wäre? Ich erwarte kaum, dass etwas besser Verwertbares heraus käme als bei der vergangenen Wahl.
Das deckt sich mit meiner Einschätzung.

Welche spürbaren Veränderungen sollten das denn sein?
Das muß man sehen. Ich habe keine Ahnung, was die Menschen am Verhandlungstisch sich da zurechtgekaspert haben. Da es bei den Wahlprogrammen dieses Jahr einige bemerkenswerte Widersprüche gab - eigentlich zwangsläufig, da man ja gewillt war, die Profile seiner Partei zu schärfen - und auch schon davor nicht alles eitel Harmonie war, gehe ich davon aus, daß man die Prioritäten auf andere Punkte gelegt hat als die, über die man sich in der alten Koalition noch gezofft hat. Aber welche das sein werden ...?

Und das Klientel z.B. einer AfD besteht ja nicht nur aus "abgehängten" Niedriglohn-Arbeitern, die man mit paar sozialen Geschenkchen ruhig stellen kann, da sind auch viele gut situierte Leute dabei, die eigentlich sehr wenig Grund zum Jammern hätten.
Richtig. Da die AfD als FDP-Verschnitt gegründet wurde und auch bis heute sehr viele ihrer Ansichten im Bereich der Wirtschaftspolitik vertritt, wenn auch teilweise etwas strammer als das Original (immer unter dem Blickwinkel zu sehen, daß die FDP zum Zeitpunkt der AfD-Gründung ja auch nur noch ein lauwarmes Darmlüftchen im Bundestag war und gar nix mehr gerissen hat außer die Latte der eigenen Ansprüche), findet sich dort auch das "klassische" FDP-Klientel.

Und das Flüchtlingsthema ist sowieso nicht tot zu kriegen. Sonst würden sich die Leute nicht immer noch so sehr darüber aufregen, obwohl die Regierung in letzter Zeit alles tun zu scheint, uns die Flüchtlinge wirklich vom Hals zu halten (Türkei-Deal, neue Grenzmauern im südlichen Libyen weitere Deals mit dubiosen Organisationen, etc..).
Jo... Also - ja, die Regierung unternimmt schon einiges, wenn auch wahrscheinlich zu spät, um kurzfristig etwas zu bewirken, und mit zu wenig Weitblick. Den Türkei-Deal in dieser Form sollte es besser nicht geben, aber egal. Und das "Flüchtlingsthema" - ja, darüber regen sich einige Leute immer noch auf, wobei ich in jüngerer Zeit das Gefühl habe, daß sich hier mittlerweile schon wieder einiges aufteilt. Einige nutzen die Flüchtlinge nur als Ventil für ihre eigene Unzufriedenheit oder Unzulänglichkeiten des Systems, wofür die Flüchtlinge aber nix können, für einige sind die Flüchtlinge augenscheinlich nur eine Manifestation der eigenen Zukunftsangst, eine dritte Gruppe marschiert weiter in Richtung radikale Ausländerfeindlichkeit. Was ich heute früh schon wieder an Kommentaren lesen durfte anläßlich des Olympiasieges von Frau Savchenko und Herrn Massot - solche Kernaussagen wie "braucht der deutsche Sport ukrainische und französische Söldner" oder "wir sind stolz auf unsere Fachkräfte" waren da nur die Spitze des Eisbergs -, war mindestens ebenso zum Kotzen wie es zum Fürchten ist. Zumal die echten Probleme auf völlig anderen Baustellen zu suchen sind, die aber scheinbar keine Sau öffentlich interessieren.

Wer will denn jetzt bei Neuwahlen einen Söder oder eine Nahles sehen? Wer würde da jetzt sein Kreuzchen machen, der das nicht vorher schon getan hat?
Hm. Also - einen Stammtisch-Söder brauch' ich nicht zu sehen, Nahles wäre für mich so was wie "das kleinere Übel" nach Schulz. Frau Nahles halte ich wirklich nicht viel zugute, aber immerhin verkörpert sie für mich den Teil der SPD, der mit der Marschrichtung Schröder in Richtung Neue Mitte absolut nicht einverstanden war. In Sachen Außenwirkung ist die Krawallschachtel mindestens genauso dienlich wie der alte Kläffer und Wadenbeißer Schulz, der erschreckenderweise mittlerweile ja sogar die Farbe seines Schattens eingebüßt hat. Ich hoffe auf eine halbwegs vernünftige Innenwirkung - und gleichzeitig darauf, daß sie sich nicht so sehr in Schlagworten und SPD-eigenen Grabenkämpfen verzettelt, wie sie das in den letzten Wochen schon versucht hat. Und darauf, daß sie progressiv genug ist (und sich auch noch gut an den eigenen Werdegang erinnert), um dem Nachwuchs eine Chance zu geben. In diesem Punkt traue ich ihr auf jeden Fall mehr zu als Frau Merkel oder Herrn Söder.

Die Zeit für große Veränderungen ist momentan glaube ich einfach nicht da, egal wie das jetzt weiter geht, dafür ist das Spektrum an Meinungen und Parteien zu zersplittert.
Schon, aber die Aufgaben auch. Der Druck wird also nicht kleiner werden, sondern noch weiter wachsen. Und ich fürchte, zur Lösung von unzähligen kleinen Problemen ist eine Minderheitsregierung ungeeignet, weil sie - so meine Meinung - eher reagiert als vorausschauend Fakten schaffen kann. Also, mal salopp formuliert: ich krieg' voraussichtlich die meisten Deppen davon überzeugt, da drüben unter's Vordach zu gehen, wenn's regnet. Aber wenn ich den Vorschlag mache, das Vordach und seine Ausstattung doch ein bißchen weiter auszubauen, damit man's bei Regen schneller erreichen kann, damit es sicherer ist, oder damit man es sich dort in der Regenzeit ein bißchen gemütlicher machen kann, fangen die Diskussionen an. "Wir haben doch gerade keinen Regen", "das kostet doch alles Geld, das wir woanders besser verbrutzeln können", "ich will aber rote Stühle", "nur, wenn die AfD an der Regenrinne sitzen muß", ... *augenroll*

Gruß
Skywise
 
Mein Verstand sagt mir, daß in diesem Land nicht nur "etwas" nicht (mehr) stimmt. Im "Osten" brodelt es längst - und ihr seht das nicht, wollt es nicht sehen. "Leim" in den Augen?
Also ich für meinen Teil sehe das durchaus. Aber in Berlin will man das trotz der AfD im Bundestag ganz offensichtlich nicht so recht sehen wollen. Das ist eines der Probleme.

Was machen wir eigentlich mit diesem Video vom 3. Februar 2018 aus Cottbus, in dem ein Engländer deutsche Journalisten (ARD, DW, RTL) befragt/ befragen wolltel? Ich gehe mal davon aus, daß Ihr dieses Video kennt - und auch ohne deutsche Übersetzung durch ein Mitglied der AfD - verstanden habt. Gestellt? Fake? Reine rechte Propaganda? Vorsicht...
Da es sich bei diesem Herrn ganz eindeutig um Stephen Yaxley-Lennon handelt, beantwortet sich die Frage mehr oder weniger von selbst. Mehr muss man dazu hoffentlich nicht sagen.

"Eine Minderheitsregierung ist nach unserem Grundgesetz die Ausnahme, nicht die Regel. Und ich bin mir nicht sicher, ob sie wirklich mehr als nur eine Übergangslösung sein kann." Klingt nicht gerade optimistisch. Aber vielleicht "spinnt" er ja auch nur wie ich...
Wieso? Wenn es dazu kommen sollte, wäre die Minderheitsregierung auf der Bundeebene doch eine absolute Ausnahme, denn es gab sie dort vorher noch nie. Insofern sollte man den Ball vielleicht mal ein wenig flacher halten.
 
Da es sich bei diesem Herrn ganz eindeutig um Stephen Yaxley-Lennon handelt, beantwortet sich die Frage mehr oder weniger von selbst. Mehr muss man dazu hoffentlich nicht sagen.
Was? Hoffentlich spricht niemand darüber? Du legst das fest? Ganz dünnes Eis, Kulti. War ein netter Versuch zwecks Deutungshoheit. Es geht aber sowieso nicht so sehr um diesen Mann, sondern um die Antworten im Video.
 
Was? Hoffentlich spricht niemand darüber? Du legst das fest? Ganz dünnes Eis, Kulti.
Nein, ist es nicht. Das zu recherchieren ist eine ganz simple Übung. Dazu besuche man den Youtube-Kanal mit seinem "Küsntlernamen". Da findet man nämlich das Original. Alles andere zu der Person erklärt dir unter anderem Wikipedia.

Es geht aber sowieso nicht so sehr um diesen Mann, sondern um die Antworten im Video.
Ich mache es mal ganz einfach. Wenn man sich das "Interview" mit der ARD-Dame anschaut, wird mir ehrlich gesagt schlecht. Sie bezichtigt die Rednerin auf der Demo der Lüge. So abwegig ist das nicht, weil es auf solchen Demos nun mal immer nur pauschalisierendes Alles-in-einen-Topf-werfen gibt. Daraufhin betitelt er sie als Faschistin. Das war dann der Moment, wo ich aufgehört habe das Ernst zu nehmen. Denn sorry, aber das geht schlicht nicht. Es ist nunmal ein Unterschied, ob ich eine nicht weiter definierte Masse Menschen als kriminell etc. diffamiere oder ob ich eine ganz konkrete Person als Faschistin bezeichne. Das nennt man journalistische Sorgfaltspflicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Aber in Berlin will man das trotz der AfD im Bundestag ganz offensichtlich nicht so recht sehen wollen. Das ist eines der Probleme.
Hierzu muß ich doch aus dem 'Kölner Stadtanzeiger' zitieren: "Manche Bundestags-Abgeordnete haben schlaflose Nächte wegen der AfD."

Klar kann man hirnlose Nazi-Arschlöcher & Nazi-Arschlöcher-Vertreter, die nach ihrem ersten Satz erkennbar nichts anderes als hirnlose Nazi-Arschlöcher sein wollen als Nazis oder gar (auweia!) Faschisten bezeichnen. In ihren Argumenten & Ideen findet sich nichts Lebendiges, was die Gesellschaft voranbrächte, sondern nur Destruktives, Depressives, Reaktionäres. Auch deshalb schon erübrigt sich jede Auseinandersetzung mit solchen Knallchargen, denn das Resultat ist gleich null. Darum ist Faschismus auch eine Form des Nihilismus. "Nichts war, nichts ist, nichts wird sein, wenn wir erst an der Macht sind!" (könnte vom Pseudo-Adi Poggenburg stammen...)
 
Was? Hoffentlich spricht niemand darüber? Du legst das fest? Ganz dünnes Eis, Kulti. War ein netter Versuch zwecks Deutungshoheit. Es geht aber sowieso nicht so sehr um diesen Mann, sondern um die Antworten im Video.
Du hast doch um Meinungen gebeten. Da stellt sich ein bekannter Politaktivist aus dem rechten Spektrum zwischen seinen Befragungen hin und ruft, dass die "Mainstream-Medien" alle schuldig seien und Blut an ihren Händen hätten - und da finde ich das Fragezeichen, ob dieses Video möglicherweise rechte Propaganda ist, doch überflüssig. Ich finde im übrigen diese Art aggressiv, Leute zu verfolgen und zu bedrängen, die sichtlich kein Interview geben wollen. Das ist doch nur verständlich, dass man nicht Teil so einer Inszenierung werden will.

Was machen wir eigentlich mit diesem Video vom 3. Februar 2018 aus Cottbus, in dem ein Engländer deutsche Journalisten (ARD, DW, RTL) befragt/ befragen wollte?
Was wäre denn Dein Vorschlag, was wir damit machen sollen? Er lässt kaum ausreden und unterbricht ständig mit Unterstellungen und Polemik. Es hat ihm auch keiner der Journalistinnen oder Journalisten seinen Vorwurf bestätigt, dass sie die Demonstranten in ihrem Bericht als Rassisten, Faschisten oder Nazis bezeichnen. Das legt er ihnen immer in den Mund, wenn er sie unterbricht und den Inhalt ihrer letzten Antwort vermeintlich wiederholt. Nach meinem Eindruck ist das Video immer dann, wenn seine Interviewpartner zu einer ausführlicheren Erklärung ansetzen wollen, merkwürdigerweise geschnitten. ^^

Welche Antworten findest Du selbst denn diskussionswürdig?
 
Zuletzt bearbeitet:
Ganz allgemein und nur aus technischen Gründen: Man gebe mir bitte (von mir aus über PN) einen Link zum "Original", von dem @Radiokult schrieb. Heute Morgen liefen die entsprechenden Videos bei mir nur in "Slomo" ab, waren also läääänger. Das hab ich mir natürlich nicht angetan.

Und klar, mit einem guten Schnitt kann man praktisch alles umdrehen. Man kennt das - im kleinen Maßstab - auch seit vielen Jahren aus diesem Forum. Aber das ist jetzt und hier im Thread _wirklich_ nicht das Problem! Ich wollte das jetzt nur mal nebenbei erwähnen. ;)
 
Hallo!

Ich hab schon Post bekommen. Sorry, ich drücke mich nicht, hab im Moment nur sehr wenig Zeit. Aber ALLEN, die mich (und meine Meinung) noch nicht kennen, stelle ich mich (und meine Meinung) erstmal kurz vor...

Ich bin als "Ossi", geboren 1966 in Leipzig, seit meiner Kindheit mit den Massenmedien aus Ost und West aufgewachsen. Das war gut! Man gewöhnte sich wirklich schnell daran, tagtäglich unterschiedliche "Wahrheiten" zu hören und zu verarbeiten. Wer hat denn nun die "Wahrheit" verbreitet? Keiner! Die "Wahrheit" lag - sehr oft - genau in der Mitte. Geschadet hat mir der Konsum der Massenmedien aus beiden Welten nicht - im Gegenteil. Das hat meine Sinne geschärft und bewahrt mich auch heute hier im Forum auch vor überzogenen Reaktionen.

Und auch aus diesen Gründen halte ich die Presse/Meinungsfreiheit für eines der wichtigsten Errungenschaften unseres Staates. Nur zur allgemeinen Erinnerung:
https://de.wikipedia.org/wiki/Artikel_5_des_Grundgesetzes_für_die_Bundesrepublik_Deutschland

Ich möchte beispielsweise nicht nochmal erleben, daß sich ein Fernsehsender bei den Zuschauern nach Jahrzehnten für seine "überaus staatsnah gefärbte" Berichterstattung in der Vergangenheit entschuldigt. (Das war forentauglich ausgedrückt...) Bekanntlich so geschehen in der "Aktuellen Kamera" (Hauptnachrichtensendung des DDR-Fernsehens) während der Wendezeit 1989/90. Das könnt ihr euch auf YT angucken. Die "Gesichter" dieser Zeit (z.B. Angelika Unterlauf, bekanntlich 1985 auch mal "Fernsehliebling" der DDR-Zeitschrift "FF-DABEI") wurden ganz schnell zu "Unpersonen" im nach der Wende wieder nach "DFF" umbenannten "DDR-Fernsehen". Diese Leute (und ihre Gesichter im TV) waren praktisch "verbrannt". Wer nicht vor der Kamera omnipräsent war, oder sich "nur" bei "RADIO-DDR II" im lokalisierten Radio-Frühprogramm (heute würde man vlt. "DIE Morningshow für den Bezirk Leipzig" sagen) versendet hat, hatte es schon etwas einfacher - auch mit einem Neustart als "Privatfunker" nach 1992 in den NBL. Ihr kennt die Namen.

Und nun zurück zu dem Video...

- Ich kenne nur dieses Video mit einer (geschnittenen) Länge von 8:57min auch nur so, wie es von @Beyme in seinem Posting oben über YT verlinkt wurde. Wenn dieses File als "Original" gilt, dann hab ich auch nicht mehr gesehen.

Und natürlich - dieses Video ist auch nicht "ungeschnitten". Videos mit 12 Minuten Länge (und daher verlangsamt) gibt es wohl auch nur, damit diese Videos bei einer "Löschaktion" seitens YT erstmal "durch den Rost fallen". Diese Erklärung ist aber dünn, sehr dünn. Eine automatische Erkennung (evt. Löschung) des Inhalts wird damit jedenfalls erschwert. Das ist aber momentan nicht unser Thema.


- Mich hat der Link zu diesem Video über "Dritte" und Whatsapp am 11. 2. um 2130 Uhr erreicht. Und selbstverständlich, ich schau mir das dann auch an. Warum auch nicht? Ich habe damit jedenfalls absolut kein Problem! Ich spiele mich hier aber auch nicht als "Erklärbär der Nazion" auf! Ähm - hab ich mich gerade vertippt? Kann sein... Egal. Das ist der Link zum Video:

https://www.journalistenwatch.com/2...us-warum-nennen-sie-diese-leute-rechtsextrem/

Ich kann ja nix dafür, wenn einige meiner "Bekannten" diese Website lesen und die Artikel dann auch noch "spreaden". Soll ich mich nun "lossagen" und den Kontakt abbrechen? Das wäre fatal, vollkommen daneben. Aber natürlich kann ich auch lesen...

https://www.tagesspiegel.de/medien/...ht-entzug-der-gemeinnuetzigkeit/20831860.html

Ich betone es nochmal: Wir reden von einer Website, die auch zur "Medienlandschaft" der Bundesrepublik Deutschland gehört. Ob mir oder euch der Inhalt gefällt oder nicht, ist nicht Gegenstand der Diskussion! Da muß man als Demokrat "drüberstehen"!

Das Problem ist bloß - und ich gehe mal davon aus, daß ihr das Forum kennt -, daß man selbst hier im Forum genug Postings findet, die beispielsweise den MDR massiv angreifen, weil er praktisch nur "heile Welt" oder "Dudelfunk" in den Äther pustet, anstatt knallhart gesellschaftskritisch und zur besten Sendezeit zu berichten. Alle Reportagen zu diesen Themen, die möglicherweise werktags nach 21 Uhr laufen, sind nicht publikumsrelevant - gehen unter! Selbst Friedrich Nowottny (er war mal Indendant vom WDR) hat sich schon vor vielen Jahren über diese Praxis bei der ARD mörderlich aufgeregt! Das steht alles hier im Forum...

https://www.radioforen.de/index.php?threads/ich-schaeme-mich-fuer-die-ard.22259/page-15#post-375630

Ich weiß gar nicht, wo ich das in der letzten Woche gelesen habe. Sinngemäß war die Aussage, nachdem sich ein Team des MDR mal wieder in die Provinz "getraute"(?): "Ach, die Auslandskorrespondenten sind mal wieder da!"

Das ist natürlich ganz böse. Aber das ist doch garantiert kein spontaner Einfall eines Einzelnen! Wenn ein solcher Spruch die Runde macht, steckt mehr dahinter. Das muß also schon fast ein "geflügeltes Wort" in Sachsen sein...


Zum Inhalt des Videos sag ich erstmal nicht viel. Das Ganze war stellenweise nicht "sauber"... Aber bitte - Klassenkampf! ;)
 
Müsste man jedes Video diskutieren (und gar ernstnehmen), das über Youtube oder andere Kanäle in Umlauf kommt, hätte man viel zu tun. Jeder blamioert sich so gut er kann, jeder decouvriert sich so gut er kann, jeder exponiert sich so gut er kann.
Ich muss meinen Senf nicht dazugeben. Aber ich kann feststellen: Gut, dass wir in einem Land leben, in dem all das möglich ist und toleriert wird.
 
Mich hat der Link zu diesem Video über "Dritte" und Whatsapp am 11. 2. um 2130 Uhr erreicht. Und selbstverständlich, ich schau mir das dann auch an. Warum auch nicht? Ich habe damit jedenfalls absolut kein Problem!
Ich auch nicht. Und das wirft dir auch niemand vor. Es ist nur in besagtem Video halt recht schnell mehr als ersichtlich, was damit bezweckt wird. Das sieht man einfach, wenn man als Zuschauer mitdenkt. Dafür braucht es keinen wie auch immer gearteten "Erklärbär der Nazion".
Ich betone es nochmal: Wir reden von einer Website, die auch zur "Medienlandschaft" der Bundesrepublik Deutschland gehört. Ob mir oder euch der Inhalt gefällt oder nicht, ist nicht Gegenstand der Diskussion! Da muß man als Demokrat "drüberstehen"!
Ich gehe mal davon aus, das wir das auch alle tun. Du hast das Video ins Gespräch gebracht, hast mehr oder weniger nach der Meinung der Mitdiskutanten dazu gefragt, und wir haben darauf geantwortet. Mehr ist doch gar nicht passiert. Die reine Legitimation des Videos hat hier niemand abgesprochen. Das man über den Inhalt geteilter Meinung sein kann und muss, fordert der Autor des Filmes allerdings geradezu heraus.

Das Problem ist bloß - und ich gehe mal davon aus, daß ihr das Forum kennt -, daß man selbst hier im Forum genug Postings findet, die beispielsweise den MDR massiv angreifen, weil er praktisch nur "heile Welt" oder "Dudelfunk" in den Äther pustet, anstatt knallhart gesellschaftskritisch und zur besten Sendezeit zu berichten. Alle Reportagen zu diesen Themen, die möglicherweise werktags nach 21 Uhr laufen, sind nicht publikumsrelevant - gehen unter! Selbst Friedrich Nowottny (er war mal Indendant vom WDR) hat sich schon vor vielen Jahren über diese Praxis bei der ARD mörderlich aufgeregt!
Da gebe ich dir vollumfänglich Recht.

Die "Gesichter" dieser Zeit (z.B. Angelika Unterlauf, bekanntlich 1985 auch mal "Fernsehliebling" der DDR-Zeitschrift "FF-DABEI") wurden ganz schnell zu "Unpersonen" im nach der Wende wieder nach "DFF" umbenannten "DDR-Fernsehen". Diese Leute (und ihre Gesichter im TV) waren praktisch "verbrannt".
Das kann man so und so sehen. Angelika Unterlauf hat nach der Wende jahrelang fürs Sat1-Frühstücksfernsehen gearbeitet, teils auch vor der Kamera. Und verheiratet war sie am Ende mit Erich Böhme, jahrzehntelang Spiegel-Chefredakteur und in späten Jahren dann Polit-Talk-Ikone bei Sat1. Lebensläufe von "Unpersonen" sehen zumeist anders aus... ;)
 
Gro(gg)o - SPD atmet auf, Deutschland atmet auf. Ach was, Europa, die Welt atmet auf, mit ihr sämtliche Milchstraßen, Orbits und Schwarzen Löcher.
Nicht zu vergessen all die Weissen & Roten Zwerge...

 
Zuletzt bearbeitet:
Hätte, hätte...sich Sigmar Gabriel seinen ätzenden Kommentar über
Martin Schulz verkniffen, wäre er wahrscheinlich noch Außenminister.
Nur so lässt sich erklären, dass der in der eigenen Partei sowie auch in
der Bevölkerung beliebte Gabriel, seinen Job los geworden ist. An seiner
Arbeit als Minister kann es nicht gelegen haben. Dass die SPD einen
Sympathieträger einfach ins Abseits stellt - sie kann es sich leisten.:eek:
 
Zuletzt bearbeitet:
Sympathieträger? An Gabriel schieden sich schon immer die Geister. Und nur weil er den Job des Aussenministers im Großen und Ganzen ganz akzeptabel gemacht hat, heißt das noch lange nicht, dass er auch in der Parteibasis den Rückhalt geniesst, den sich manche hier offenbar einzureden versuchen. So leicht vergessen SPD-Leute die "Ausrutscher" ihrer Spitzenleute dann auch wieder nicht. Die SPD wollte sich erneuern. Und das fängt nunmal oben bei den Ministerposten an. Ob die Ministerriege der SPD so glücklich hantieren wird, wie man vollmundig verkündet, wird man sehen. Ob die Groko überhaupt die knapp 4 Jahre durchhält, wäre auch noch so eine Frage...
 
Gabriel ist nach Schäuble der beliebteste Politiker der Deutschen.
Für Außenminister ein eigentlich völlig "normaler" Wert. Ganz anders als für Finanzminister. Schäuble konnte allerdings durch das ständige Vorbeten der "schwarzen Null" Punkte für sich gewinnen. "Dabei ist er selbst 'ne schwarze Null!" - meine Meinung zu ihm. Außerdem sollte "von Deutschen als unbequem empfundenen Ländern" mit dem Beenden oder gar nicht erst Beginnen von Finanzhilfen gedroht werden. Von Außenministern hingegen hört und sieht man nicht besonders viel. Gabriel kam Yücel sogar zu Gute. Bei diesem Thema wird er als "Befreier" des Journalisten (unnötigerweise) gehyped.
So gesehen ist es also gar nicht so schwer, "beliebtester Politiker der Deutschen" zu werden: Finanzhilfen für die Türkei wegen inhaftierter deutscher, bzw. deutsch-türkischer Journalisten infrage stellen, 'n guter (Rüstungs-)Deal mit dem Türkenführer, der aufgrund dessen einen deutsch-türkischen Journalisten frei lässt.

Dass so eine Einschätzung parteiintern einen feuchten Dreck wert ist, ist mir schon klar.
Und nicht nur parteiintern.
 
Gesundheitsminister Jens Spahn muss aufpassen, dass er beim Beantworten von ersthaften Fragen nicht ein geradezu lächelnd überhebliches Gesicht zeigt. Im heutigen Plasberg-Talk "Hart aber fair" hat er sich mit grinsenden Beschwichtigungen beileibe keinen Gefallen getan.

Würde mich nicht wundern, wenn er einer der ersten wäre, der aus dem Kabinett fliegt.
 
Zuletzt bearbeitet:

Holgi70

Gesperrter Benutzer
Gesundheitsminister Jens Spahn muss aufpassen, dass er beim Beantworten von ersthaften Fragen nicht ein geradezu lächelnd überhebliches Gesicht zeigt. Im heutigen Plasberg-Talk "Hart aber fair" hat er sich mit grinsenden Beschwichtigungen beileibe keinen Gefallen getan.

Würde mich nicht wundern, wenn er einer der ersten wäre, der aus dem Kabinett fliegt.
Was stand damals auf einem der Aufkleber, die in Duplo oder Hanuta zum Sammeln waren? "Lieber ein breites Grinsen als ein enges Wissen".
 
Und direkt die nächste höchst peinliche Schlappe für die Regierung. Jetzt hat auch der EuGH die PKW-Maut einkassiert. War eigentlich zu erwarten, aber wollte man ja nicht wahrhaben. Mich freut es jedenfalls. Die ganze Sache war doch von Anfang an wenig durchdacht und ein Bürokratiemonster. Ein guter Tag für Deutschland, dass man diesem Schwachsinn jetzt endlich höchstrichterlich einen Riegel vorgeschoben hat.
 
Oben