NDR-Intendanz: Joachim Knuth statt Lutz Marmor?


#1
Die Hannoversche Allgemeine Zeitung berichtet, dass NDR-Intendant Lutz Marmor vom NDR-Verwaltungsrat das Signal bekommen hat, er möge doch bitte abtreten und Platz für Joachim Knuth machen. Dieser ist seit 2008 NDR-Hörfunkdirektor und gerade erst - mit Wirkung ab dem 1. Juli, zum stellvertretenden Intendanten gewählt worden. Marmor, seit 2008 Intendant, ist noch bis Ende des Jahres gewählt, hätte aber offenbar auch gerne eine dritte Amtszeit drangehängt.
 
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#4
Egal, wer es wird, viel kaputt machen kann man im NDR-Hörfunk eh nix mehr, höchstens besser machen.... Aber daran glaube ich schon lange nicht mehr.
 
#7
Jauchegrube NDR: ÖR-Stilles Örtchen
Der NDR kann den erwarteten ÖR-Qualitätsstandard nicht liefern; da dreht sich das Personalkarussel nur intern.
Pikant vor dem Hintergrund: Marmor hat seine 'besten' NDR-Leute Buhrow und Gniffke auf die Intendantenpöstchen bei WDR und SWR eingeschleust. Wie hat sich Buhrow in NRW bewährt? - Denke, im Ländle werden die Leute Gniffke die Füsse küssen. (IRONIE OFF) - Gniffke konnte beim NDR eben nicht lernen, wie Radio und TV geht.
 
#8
Pikant vor dem Hintergrund: Marmor hat seine 'besten' NDR-Leute Buhrow und Gniffke auf die Intendantenpöstchen bei WDR und SWR eingeschleust.
Buhrow war auch zu den Hamburger Zeiten auf dem WDR-Ticket bei ARD-aktuell und Gniffke auf dem SWR-Ticket, und das Label verliert man in der Regel nicht, egal wie lange man dort arbeitet. Die Forumulierung müsste aus rundfunkpolitischer Perspektive des ARD-Senderproporzes eher lauten: Ihre Heimatsender haben sie zurückgenommen.
 
#9
Dito. Buhrow und Gniffke wurden in jenen Sendern zu Intendanten gewählt, in denen sie nicht nur einen Großteil ihres vorintenditären Schaffens verbracht haben, sondern durch die sie überhaupt erst nach Hamburg gekommen sind.

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Bleibt trotzdem die Frage, was hinter dem Wechsel steht. Offiziell ist es das Alter, aber wenn ein 60-jähriger einen 65-jährigen ablöst, geht das wohl kaum als Generationenwechsel durch. Eher sieht Knuth hier nach einem Übergangskandidaten aus. Geht es um was parteipolitisches? Aktuell regiert in den NDR-Ländern zweimal rot-schwarz, einmal rot-grün und einmal schwarz-grün-gelb. Also 3x SPD, 3x CDU, 2x Grün, 1x FDP - das klingt auch nicht nach dem Potential nach größeren parteipolitischen Maneuvern. Oder ein Eigenspiel des Verwaltungsrats? Dort sitzt der Vorsitzende Ulf Birch erst seit sechs Jahren auf seinem Posten - also auch eine andere Geschichte als beim SWR, wo sich der ewige Verwaltungsratsvorsitzende nach fast vierzig Jahren für unberührbar hält.

Vielleicht weiß ja irgendjemand aus dem NDR mehr. Ich selbst habe da keinen Einblick.
 
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#12
Mit Marmor verlieren die Öffis eine echte Persönlichkeit mit Managerqualitäten, die einem Buhrow als Nachtichtenvorleser oder einem Wilhelm als Ex-Politiker einfach abgehen. Er verstand es, Entwicklungen abzusehen und zu agieren und nicht nur zu reagieren. Auf dem politischen Parkett ebenso ein Stratege wie zuweilen ein Schlitzohr. Soweit das bei den Gremlins im öffentlich-rechtlichen System möglich ist.

Mit Knuth wird sicherlich kein frischer Wind an der Rothenbaumchaussee einziehen. Farblos, entscheidungsschwach und ideenlos. Unter Knuth ist der Niedergang der NDR-Hörfunkwellen in den letzten 20 Jahren weiter vorangeschritten, ohne irgendwelche Duftmarken zu setzen. Glückwunsch! Und wenn ich da an das Verhältnis zweier Wellenchefs im Hause des NDR denke, was Knuth nie gelöst hat. Da kann man sich bei den Personalentscheidungen der Gremlins nur noch an den Kopf fassen. Zumindest bekommt Knuth mit seinen 60 Jahren noch einmal einen kräftigen Nachschlag in Sachen Einkommen und - natürlich - Altersversorung. Auch hierzu, Glückwunsch!

Anstatt externes Management ins Haus zu holen, welches die Herausforderungen der nächsten Jahren inklusive einer Umstrukturierung der Öffis überhaupt umsetzen könne, setzt man im Sinne einer Erbmonarchie immer wieder Journalisten aus den eigenen Häusern oder/und Versorgungsfälle auf den Sessel der Intendanten und wundert sich hinterher darüber, dass sie außer schön reden nichts bringen. Und die Akzeptanz in der Bevölkerung immer mehr schwindet. Ich wiederhole mich, aber nochmals: Glückwunsch!
 
#13
DAS Lob für Marmor ist aber auch Satire:
Mit Marmor verlieren die Öffis eine echte Persönlichkeit mit Managerqualitäten, die einem Buhrow als Nachtichtenvorleser oder einem Wilhelm als Ex-Politiker einfach abgehen. Er verstand es, Entwicklungen abzusehen und zu agieren und nicht nur zu reagieren. Auf dem politischen Parkett ebenso ein Stratege wie zuweilen ein Schlitzohr. Soweit das bei den Gremlins im öffentlich-rechtlichen System möglich ist.
..: Glückwunsch!
Einspruch! - Marmor war ein schwacher Intendant! - "Jetzt haben wir den Salat!" - NDR-Hörfunk ist Schrott pur. - Im Bereich Fernsehen wird praktisch nur Geld verbrannt, alle arbeiten hauptsächlich für die eigenen Pensionsrückstellungen.
WO hat Marmor besonders versagt? - Die NDR-Tageschau/Tagesthemen-Abteilung ist im Vor-vor-gestern hängengeblieben. Da wird stümperhaft rumgestanzt, Püppchen lesen stur vor. - Wann endlich kommt die Vollanimation???
Und die redaktionellen Inhalte? - M.E. oft an den Wünschen der Zuschauer vorbei; auch wenn die Tagesschau meist die höchsten Einschaltquoten hat. Ich erkenne Handlungsbedarf.
Und jetzt Knuth als Nachfolger??? - Der Bock wird zum Gärtner. Zu befürchten ist, versucht sein Versagen bei der NDR-Hörfunkentwicklung zu vertuschen und zu negieren ... bis zu seiner güldenen Pension muss er sich nur noch kurze Zeit wegducken.
 
#14
Aus dem Süden betrachtet kann ich kaum erkennen, dass sich der Vor-Marmor-NDR großartig vom Nach-Marmor-NDR unterscheidet. Ich sehe also kaum Dinge, die Marmor kaputtgemacht, noch Dinge, die er aufgebaut hätte. Das Programm des NDR-Fernsehens ist vor 23 Uhr äußerst flach (selbst im Vergleich zu den anderen dritten Fernsehprogrammen), ebenso das Tagesprogramm der NDR-Radiowellen. Die Perlen, die es durchaus noch gibt, werden versendet, wenn möglichst keiner mehr zuhört bzw. zuguckt. Investigativ hat der NDR durchaus einiges geleistet, aber das hat er auch vorher schon.

Die größte Veränderung beim NDR waren wohl tatsächlich die zusätzlichen DAB+-Radioprogramme, die allerdings auf äußerster Sparflamme gefahren werden, und der Wiedereinstieg am gemeinsamen Nachtprogramm der ARD. Was fällt Euch ein, wo Marmor Duftmarken gesendet hätte?
 
#15
Marmor-Duftmarken?
Die Marmor-NDR-Intendantenzeit war eine verlorene Zeit: "Im Norden nichts Neues!" - Beobachten konnte ich nur Stillstand, kritiklose Selbst-Belobhudelung: "Is ja ALLES super gut! - Ne?" ...
Marmor hat nichts getan, den NDR-Abwärtstrend zu stoppen. - Größte Lachnummer war für mich, wie unbedingt er diese unsägliche NDR-Comedy: "Frühstück bei Stefanie!" lobte. Kult? - Okay; aber doch tatsächlich sehr hohl, sachlich unterirdisch wie NDR. Wie schlimm es um NDR steht zeigte dann die Nachfolge-Comedy "Die Freeses." - "Schlimmer geht nimmer? - Doch!" ... Und nach Marmor nun Knuth! - Mir grauselt es!
 
#16
"Is ja ALLES super gut! - Ne?"
Das Video aus 1984! - Der Zerfall der NDR-Hörfunk-Qualität begann Ende der 1980er. - Sündenfall: "Entwortung von NDR2!"
 
#18
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