NDR2 - Einfach mehr Auswahl?


JonasS

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Mir fiel letzte Woche auf, dass mehrfach nach 19 Uhr Werbeblöcke liefen, z. B im "Spezial" am Donnerstag vor den 20-Uhr-Nachrichten. Das müsste auch eine Neuerung sein...
 

s.matze

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Aber keine positive.
Immer mehr Werbung und ständig nach noch mehr Gebühren schreien - zum Kotzen. Wofür brauchen die die viele Werbung? Das Programm wird doch immer dünner. Der ganze Abend wurde zusammengelegt. In den Landeswellen läuft von 10 bis Mitternacht nur noch unmoderiert Musik.
Tagsüber hat man bei NDR 2 auch eine Schicht weggestrichen, dazu die Kuriere, einige Nachtclub-Ausgaben - es müsste doch demzufolge also günstiger werden.
Stattdessen erzählt man den Leuten das Märchen von gestiegenen Kosten.
Kein Wunder wenn man 50 DAB-Sendestandorte parallel zum bestehenden UKW-Netz betreibt und sich zwei identische Popwellen (NDR 2 und Njoy) leistet.
 

s.matze

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WAS genau, soll ich belegen? Dass der NDR gebetsmühlenartig behauptet, gestiegene Kosten seien Schuld an den Sparmaßnahmen?
Das hat der NDR mehrfach selbst gesagt.

Nehmen wir z.B. den Standort HH:


Das Sparpaket ist notwendig, weil die für den NDR zu erwartenden Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag die allgemeinen Kostensteigerungen nicht auffangen können.
Der Rundfunkbeitrag ist seit 2009 nicht gestiegen, sondern sank 2015 um 48 Cent auf 17,50 Euro. Derzeit kann der NDR noch auf Rücklagen zurückgreifen, die zukünftig nicht mehr zur Verfügung stehen. Die empfohlene Erhöhung ab 2021 bedeutet für den NDR also faktisch keine Steigerung.

Diese Darstellung ist einfach eine Frechheit, denn durch die Umstellung von der mehr oder weniger (erzwungen) freiwilligen GEZ-Gebühr in eine Haushaltsabgabe, gab und gibt es einen Milliardenüberschuss!

Stolze 549,7 Millionen Euro Überschuss haben die Experten für die Jahre 2017 bis 2020 bei den öffentlich-rechtlichen errechnet, bei Einnahmen in Höhe von 31 Milliarden Euro.

Das ist nicht alles: Weil der Beitrag nicht wie von der Kommission vorgeschlagen, um 30 Cent auf monatlich 17,20 Euro gekürzt, sondern nach dem Willen der Bundesländer zuletzt bei 17,50 Euro eingefroren worden war, haben die Sender zusätzlich weitere 530 Millionen Euro auf der hohen Kante, die sie derzeit nicht ausgeben dürfen.

Macht unter dem Strich Mehreinnahmen in Höhe von 1,08 Milliarden Euro.


Geldsorgen dürfte die ARD momentan nicht haben: Die Kommission zur Ermittlung des Finanzierungsbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) für ARD, ZDF und Deutschlandradio hat errechnet, dass die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten bis 2020 einen satten Überschuss von mehr als einer halben Milliarde Euro vorweisen werden, nämlich 544,5 Millionen Euro. Der Hauptanteil liegt bei der ARD. Sie hat bis 2020 laut Prognose 502,4 Million Euro übrig.


Wo ist denn das ganze Geld geblieben?

31 Milliarden Euro reichen den Herrschaften immer noch nicht aus, weil man 65 Radiowellen produzieren muss!?
Alle Nachbar-Rundfunkanstalten in Europa kommen mit weniger (Geld und Hörfunkstationen) aus. Unser ARD-Konstrukt ist ein Luxus-Monster.

Die "allg.Kostensteigerungen" hat aber jeder Bürger genauso, der soll aber mehr abdrücken - für viel weniger Programm/Inhalt! Wenn man sich mal durchliest, was da alles weggespart wird (siehe nebenan "Sparkurs beim NDR").

Heißt auf Deutsch: Der NDR ist nicht in der Lage, auch mal über eine aktuelle Gebührenperiode hinaus zukunftsorientiert, vorausschauend und verantwortungsbewusst zu wirtschaften!
Denn dass die Gebührenerhöhung möglicherweise gar nicht durchgeht, damit war ja angesichts der Drohungen von Herrn Hasselhof schon zu rechnen.
Trotzdem hat man dieses Geld offenbar verplant.
Der MDR war gleich so ehrlich und hat schon vor der geplanten Erhöhung getrötet, dass ihm das bisschen, was da erhöht wird, für seinen Qualitätsrundfunk sowieso nie im Leben reicht.

Sogar die eigenen Autoren, Sprecher usw. steigen dem NDR aufs Dach:


In dem Brief, der mit dem 15. Januar datiert ist, sehen die freien Mitarbeiter, die laut eigenen Angaben „nahezu alle“ Beiträge produzieren, die der NDR ausstrahlt, die „journalistische Qualität des Norddeutschen Rundfunks in Gefahr“.

Konkret könnte man jetzt fragen, wo die halbe Milliarde Überschuss bei der ARD abgeblieben ist. Dass damit nicht die 300 Mio. beim NDR abgedeckt werden können, ist klar. Aber vorausschauendes Wirtschaften sieht anders aus.

Alle sollen den Gürtel enger schnallen, aber der NDR spart sich zu Tode und verlangt trotzdem immer mehr, stellt Forderungen. Ich finde das frech. Und angesichts des ausgedünnten Programms unverschämt.

Solange die KEF (eine angeblich "unabhängige Expertenkommission") die ARD-Sender aktiv dazu auffordert, nach Schlupflöchern für Werbung und Sponsering zu suchen, und sich somit in Konkurrenz zu den Privaten zu stellen, solange darf es keine Gebührenerhöhung geben!

Sponsoring ist eine Möglichkeit, um über das Programm Einnahmen zu erzielen. Der Staatsvertrag sieht dies ausdrücklich vor und der NDR ist von den entsprechenden Institutionen wie der KEF dazu aufgefordert worden, dieses auch zu unternehmen.



Die KEF sollte die Sender lieber dazu auffordern, vernünftig zu haushalten und an überschüssigen Radiowellen zu sparen!
 
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Funkminister

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Diese Darstellung ist einfach eine Frechheit, denn durch die Umstellung von der mehr oder weniger (erzwungen) freiwilligen GEZ-Gebühr in eine Haushaltsabgabe, gab und gibt es einen Milliardenüberschuss!
Himmelherrgott!
Hast Du die verlinkten Artikel wirklich gelesen, und vor allem mal aufs Datum geguckt? Von 2017, Dein Ernst?
Direkt in dem Absatz davor zitierst Du den NDR mit einem Text, der die Fragen beantwortet, die Du danach stellst - und behauptest (!) das wäre eine freche, eine falsche Darstellung? Wie kommst Du dazu?
Der Überschuss der seinerzeit aufkam wurde auf Sperrkonten zur Seite gelegt, die KEF hat gerechnet und die Rundfunkgebühr gesenkt, und in der vergangenen Gebührenperiode wurde dieses Geld verbraucht.

Solange die KEF (eine angeblich "unabhängige Expertenkommission") die ARD-Sender aktiv dazu auffordert, nach Schlupflöchern für Werbung und Sponsering zu suchen, und sich somit in Konkurrenz zu den Privaten zu stellen, solange darf es keine Gebührenerhöhung geben!
Die KEF fordert nicht auf, Schlupflöcher zu suchen. Sie empfiehlt dringend, die legalen und in den Medienstaatsverträgen festgeschriebenen Möglichkeiten zu nutzen, um Einnahmen zu erzielen.
Diese Einnahmen rechnet die KEF übrigens in jedem Fall an (=zieht sie vom Budget ab), egal ob ein Sender Einnahmen aus Sponsoring hat oder nicht.
Was ist denn eigentlich so schlimm an „Konkurrenz“ für den privaten Rundfunk? Belebt doch das Geschäft! Sollen ruhig mal überlegen, wie sie durch Qualität überzeugen, nicht durch Protektionismus...
 

SmartJingle

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Heute direkt vor den Nachrichten um 09:00 ein kurzer Werbespot. Vorher wurde immer in Block, dann ein Titel und im Anschluss erst die Werbung gesendet. Anscheinend tauchen diese neu platzierten Spots jetzt öfters mal auf 😞
 
Das ist mir diese Woche auch schon am Nachmittag aufgefallen. Am Mittwoch müsste das gewesen sein, als bis kurz nach 16:00 Uhr Werbung lief statt ein Song.
Da es um 17 Uhr wieder wie gewohnt war, hatte ich es für eine Ausnahme gehalten und hier nicht gemeldet.

Ich fände es schade, wenn NDR 2 von diesem Konzept abrücken würde, da ich die Kombination Werbeblock + ein ausgespielter Song vor den Nachrichten von allen Varianten, wie Werbung platziert werden kann, noch am angenehmsten finde.
 

Avox

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Hat NDR 2 aus den verschiedenen Studios ein unterschiedliches Soundprocessing? Während es in der Frühshow recht okay über DAB Plus klang (reingehört vor 6:00 Uhr), hörte sich die sich anschließende Vormittagssendung wieder so wie früher an. Überbetonte, harte, leicht versetzte Höhen. Sehr merkwürdig und eigentlich sollte es doch nicht sein, dass der Klang, wenn auch nur leicht, aufgrund unterschiedlicher Studios unterschiedlich ist... 🤨
 

SmartJingle

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Ich weiß nur, dass Moderationspartner aufgrund von Corona teilweise und zeitweise aus einem anderen Nebenstudio senden (z.B. Jessica Müller im Nachmittag). Darüberhinaus meine ich zu wissen, dass Teile der Morningshow zwischen 5 und 6 vorproduziert sind - zumindest war dem mal so. Vielleicht gab es da Unterschiede beim Processing? Grundsätzlich benutzt NDR 2 nämlich für Sendungen nur das Hauptstudio, für Nachrichten das Studio 2 (nebenan) und ggf. eben noch kleinere für Moderatoren. Das ist mein aktueller Wissenstand 😇
 

ndrgast

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"Moment!" - Die GEZ-Zwangs-Gebühr war moralisch und ethisch umstritten. Insbesondere die Brutalität, wie Gebühren-Verweigerer verfolgt wurden. Mit der "Gebühr" wurde ein Leistungsversprechen, in messbarer Relation zur Höhe der Gebühr, gegeben. Da schien manchen die Höhe der Gebühr unangemessen. Flux hatten die ÖR & politische Amigos die KEF und Rundfunkräte als Kontrollgremien argumentativ aufgestellt.
Mit der Umstellung auf die Zwangs-Haushalts-"Abgabe" entfiel die Leistungspflicht. Nebeneffekt dieses neunen Zwangs-Einzugs-Modell: Steigerung der abgepressten Milliaden-Einnahmen.
Warum verbreitest du einen solchen Quatsch? Die letzte Erhöhung des Rundfunkbeitrags war 2009.
@Johnny dein Einwurf ist Quatsch. Mit der Umstellung auf das Einnahme-Modell "Haushaltsabgabe" haben sich die ÖR ganz neu überfinanziert: Tricky, Erhöhung der Einnahmen durch die Hintertür. Es darf durchaus gestritten werden, wo gespart wird. Stichwort: ÖR-Pensionen.

Zu NDR2:
Meine Information ist, dass für NDR2 keine ÖR-Gelder verbrannt werden. Ex-Intendant Marmor hatte zu NDR2 - auf Kritik an der unterirdischen Qualität von NDR2 und wie für die Welle Gebühren programmauftragsfern zweckentfremdet würden - erklärt: "NDR2 finanziert sich allein aus seinen Werbeeinnnahmen!"
Dazu eine Frage an die Insider:
"Stimmte das, stimmt das auch noch heute unter Intendant Knuth?"
Nach meiner Denke bedeutet das, NDR2 wurde outgesourced. Schade um die Marke "NDR2" ... Das erklärt auch alle Kritik an NDR2, dass die Welle unter dem Label "ÖR" quasi eine Mogelpackung ist.
 
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Funkminister

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Tricky, Erhöhung der Einnahmen durch die Hintertür.
So liest es sich, als würdest Du den Sendern Absicht dahinter unterstellen - im Ernst? Belege?
Du nennst Johnnys Einwurf Quatsch, lässt in Deiner Darstellung dann aber weg, dass nach Umstellung auf die Haushaltsabgabe die Gebühr gesenkt wurde (siehe #2530, ich schreib das nicht noch einmal in voller Länge).
Wer verbreitet hier also Quatsch?
Die Umstellung des Gebührenmodells geht auch nicht auf die Initiative der Rundfunkanstalten zurück.
Einfach mal informieren vor dem Verbreiten von Polemik.
 

ndrgast

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Mmh, das mit dem "Quatsch" nehme ich zurück. Von aussen kann ich schlecht erkennen, wie das mit den Bedarfsmeldungen der ÖR an die KEF ist, was die KEF genehmigt. Und dann haben die ÖR Sparpotential.
Ich wünsche Strukturveränderungen. NDR2 kann man aber kaum noch weiter eindampfen.
 

entertainer

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Bei NDR 2 läuft neuerdings stündlich auch ein Titel aus den Nuller-Jahren. Da sind zwar meistens keine großen Überraschungen bei. Aber immerhin ein paar Songs, die in den letzten letzten Jahren kaum gespielt wurden.
 

count down

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Zitat Marmor: "NDR2 finanziert sich allein aus seinen Werbeeinnnahmen!"
Lese ich jetzt erst. Lässt sich beziffern, auf wie viel Euro sich die Werbeeinahmen für NDR2 pro Jahr belaufen? Und auf wie viel Euro die Programm-, Personal- und angerechneten Verwaltenkosten? Und letztlich, ob beide Summen gleich groß sind? Gar macht NDR2 noch Gewinn? Mir fehlt der Glaube.
 
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