Neue Besen kehren gut - besonders bei ANTENNE BAYERN


Ich will mal deine Anmerkung aufgreifen, wanderdüne: Wie würdest du es denn einschätzen? Wann hat der GF/PD gewonnen? Wenn man die Zahlen hat halten können (14-49)? Oder wenn es deutliche Gewinne gibt?
Die Antwort ist relativ einfach: Ein GF wird am Ergebnis gemessen. Und zwar nur am Ergebnis. Damit meine ich nicht Reichweite, sondern das wirtschaftliche Ergebnis. Den Gewinn. Die Reichweite ist hierzu ein Mittel zum Zweck, damit von RMS und ASS entsprechend der jeweiligen Verteilschlüssel das Geld kommt und in der Eigenvermarktung Erlöse generiert werden können. Nur im lokalen Geschäft ist die Reichweite sekundär oder gar belanglos. Der Rest ist Radioromantik, von dem man allerdings hier im Forum zeitweilig zuviel findet.

Am Ende haben die Gesellschafter auch wieder Gesellschafter. Und die wollen auch wieder nur ein Ergebnis haben. Denn auch sie müssen wiederum liefern.

Insofern wundert es, dass in den letzten Jahren auf den Gesellschafterversammlungen gefühlt das digitale Thema 90% des Anteils ausmachte, die Umsatzbeiträge (von Ergebnis will ich gar nicht reden) sich stabil im Promillebereich bewegen. Aber gut, die GFs erzählen den Gesellschaftern, die von dem Thema in der Regel noch weniger Ahnung haben als sie selbst, Stories um, sagen wir einmal, den Gesellschaftern eine Perspektive aufzuzeigen. Zu zeigen, dass man halt irgendwie aktiv und am Ball ist. Blablabla halt. Wenn die Ergebnisse dann ausbleiben, dann findet man halt Gründe, dass mal wieder die RMS, die ASS oder der Markt oder dieses blöde Google oder wer auch immer gerade greifbar war, verantwortlich ist. Und wieder in die nächste Vertragslaufzeit gerettet. Läuft doch! Aber so läuft das Spiel halt.

Deine Frage zielte aber eher auf die Aktivitäten von ABY ;). Tja, und da wird der neue GF und PD halt jetzt liefern müssen. Die Reichweite muss, zumindest im Verhältnis zu anderen Sendern im RMS-Verbund stabil bleiben, damit er seinen Gesellschaftern einen Erfolg vermelden kann. Denn sonst fragen sich die Gesellschafter, wozu der ganze Stress und die ganze Unruhe, wenn am Ende nicht geliefert wird. Und da geht es nicht um das hübschere Programm, nettere Elemente oder Verkehrsmeldungen. Da geht es nur um das wirtschaftliche Ergebnis.
 
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Also mein Feedback zu Antenne Bayern:
Verpackung: Top
Frag den Freistaat: Von Bayern 3 geklaut
Sound eures Lebens: Von Bayern 3 geklaut
Stationvoice: Absolute NoGo, einen Moderator als Stationvoice einzusetzten! Aber die Buschtrommeln werden laut ;)
Musik: Jetzt sind es 33, anstatt 30 Titel
Wording: Liveblitzer? Was ist das denn? Fast so dumm wie die Verkehrsdrohnen bei Charivari München

Der Sender ist bewusst älter geworden, da er sich an Bayern1 orientiert.
Bayern 3 müsste sich jetzt im Gegenzug am holländischen Radio538 orientieren.
 
@Wanderdüne
Da spricht jemand, der wohl oft genug dabei war *lächel. Aber, in der Tat, das ist das Grundproblem. Das Geld wird klassisch und Old School mit UKW verdient. Nur, selbst doofe Gesellschafter haben was von Digitalisierung, Web und Social Media gehört. Also muss die GF ein Feuerwerk, dass alle Ah und Oh sagen, abbrennen. Nur Kosten (Erträge mindern) darf es nicht. Auf der anderen Seite, einfach nur so weiter wurtscheln geht auch nicht. Vielleicht siehst Du es anders, aber Hörhammer hat was gemacht. Nur glaube ich, das viel größere und schnellere Investitionen nötig sind.

Die Problemstellung ändert sich nicht, für echte Innovationen sind alle Sender zu klein und es gibt keine nationale Radiomarke. Das war politisch und von den Sendern nie gewollt. NRJ wurde immer mit allen Tricks ausgebremst. Dazu kam dann natürlich die eigene (französische) Dämlichkeit, aber das ist eine ganz andere Geschichte. Jetzt noch eine nationale Radiomarke zu etablieren? Da ist der Zug wohl abgefahren.

Ob der neue GF was bringt? Ich denke seine Luft ist verdammt dünn und das Paar Schuhe, dass Hörhammer hinterlassen ist groß. Bei der RMS zählt Reichweite, die bekanntlich nur durch mehr Reichweite ersetzt werden kann. Da hat ABY seit zig Jahren einen guten Lauf gehabt. Aber wenn sie sinkt, dann zeigt sich schnell die Schattenseite der TKP getriebenen Vermarktung.

Ich sehe immer mehr lokale/regionale Kunden die im massiv ins Web gehen. Diese Präzision kann kein Radiosender liefern. Die eigenen Webreichweiten sind ja meist auch ein Witz.
 
Nur als Zaungast bekomme ich hier und da das Schauspiel mit. Das reicht aber, um das Spiel zu erkennen. Gibt es in anderen Branchen auch, allerdings nicht so ausgeprägt wie im privaten Hörfunk.

Das Thema Digitalisierung dominiert ja auch die Gesellschafterhäuser, insofern trägt man dies in die Beteiligungstöchter. Dann wird auf der Metaebene fabuliert. Alle wissen, eigentlich müsste man was machen, aber man weiß nicht so recht wie und es darf die Gesellschafterausschüttung natürlich nicht beeinträchtigen. Und dann wird aus der ursprünglichen großen Vision meist ein Kleinklein - oder halt garnix.

Hörhammer hatte den Luxus, dass er die absolut betrachtet höchste Rendite in Deutschland hatte. Da konnte man immer etwas mehr Spielgeld einsetzen, als es bei anderen Sendern der Fall war. Aber ob er alles richtig gemacht hat? Ein Beispiel. Die SpotCom hat seinerzeit in Konkurrenz zur RMS eine eigene Online-Audio Vermarktung aufgebaut. ABY ist übrigens Gesellschafter bei RMS. Absurd! ABY hat in Hamburg gebremst, wie andere Gesellschafter auch. Für die Branche war das nicht gut. Denn neben RMS und Studio Gong und ASS lief auch die SpotCom durch die Lande und man unterbot sich mit TKPs im Online Audio Bereich. Das hat der Werbeform und den Preisen geschadet und am Ende hat es auch noch viel Geld gekostet. Am Ende hat ABY unter Hörhammer auch nur Spielgeld eingesetzt. Das Webchannelthema hat man rechtzeitig erkannt (wie FFH auch) und Reichweite aufgebaut. Die Initiative zu Quantyoo zur Datengenerierung kam von ABY, aber auch hier die Frage, warum es keine Lösung für die gesamte Gattung gibt. Wie bei Aggregatoren kommt dies zu 10 Jahre zu spät. Abgesehen von den geringen Reichweiten, die die Sender auch im Online Audiobereich aufweisen.

Aber zurück zu ABY:

Interessant ist es ja schon, was bei ABY passiert. Ich habe mir die letzten Wellen von ABY und der BR-Wellen nicht im Detail angeschaut. Habe noch andere Dinge zu tun. Auch kenne ich weder Marktforschung aus dem Hause ABY sowie Researchergebnisse. Möglicherweise leitet sich hieraus ein Handlungsbedarf ab. Wenn ich Hand an das Produkt anlege, dann muss ich eine Zielsetzung haben. Platt formuliert: Entweder schmieren mir die Reichweiten ab oder im Markt bewegt sich oder ein relevanter oder mehrere Wettbewerber bringen den Hörermarkt in Bewegung. Dann muss ich reaktiv eingreifen. In der letzten Variante ist immer noch die Frage zu stellen, ob ich mich dann sofort bewegen muss oder warte, bis ich die Marktentwicklung besser einschätzen kann. Aber gut. Oder ich will den Markt selbst in Bewegung versetzen, da ich nach interner Chancen-Risiko Abwägung zum Ergebnis gekommen bin, dass die Chancen auf signifikante Reichweitengewinne überwiegen. Ich würde also proaktiv vorgehen. Letzteres ist und bleibt allerdings eine Wette. Wenn ich mir aber das anschaue, was ich bei ABY so "hörbar" sehe, dann kann ich aber keine klare Strategie erkennen, die auf eine der drei vorgenannten Situationen wirklich passt. Und das lässt mich gewissermaßen ratlos mit der Frage zurück: Warum?
 
Der Sender hat sich meiner Meinung nach nicht wirklich verältert. Auch wenn pro Stunde krampfhaft olle Kamellen aus den 80ern, zusammengekürzt, reingequetscht werden. Für mich ist das nur ein Versuch, Hörer von Bayern 1 und Bayern 3 abzuwerben. Und nun macht man halt eine Art "Familienradio". Viel Erfolg. Was die drei Alibiblitzer auf einer Landeswelle sollen, verstehe ich jedoch nicht. Verkehrsfunk ist wichtig, aber "Live-Blitzer" gehöre imho nicht dazu. Marktführer Bayern 1 kommt auch ohne Blitz und Donner aus. Ich ärgere mich inzwischen schon, dass Antenne Bayern nicht die Rechte von EgoFM bekommen hat. Dann hätte man einen Jugendsender und könnte PULS angreifen. Und Antenne Bayern könnte sich an Bayern 1 orientieren. So ist es nichts halbes und nichts ganzes. Ein 14-jähriger hört nun einmal etwas anderes, als sein 59-jähriger Opa. Auch wenn beide zur Zielgruppe dazu gehören sollen. Das ist aber nur meine persönliche Meinung, nichts falsches verstehen.

Dieses gesinge "Schönes Wochenende" ist geklaut von Bayern 3.
 
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Falsch, Berlinerradio: "Schönes Wochenende" gab es bei Antenne Bayern schon in den 90er Jahren, damals hieß u.a. die Samstagvormittagsendung mit Leikermoser/Lehmann genauso. Ob das gesagt, gesungen oder gebellt wird, ist ja zweitrangig.


Was die Antenne im Sommer zu diesem doch recht heftigen Relaunch getrieben hat, kann man nur spekulieren. Wenn ich ich mich an die Interviews mit Kovac erinnere, schien ihn da ja schon Größeres herumzutreiben. Er hatte klar formuliert, dass es massive Reichweitenverluste in 14-49 gab und (nicht ganz so explizit) erwähnt, dass dies vor allem die "Mehr Musik"-Strecken betraf. Hier hat die Antenne ja in erster Linie angesetzt.

Ansonsten muss ich ehrlicherweise sagen, unterscheidet sich die Antenne gar nicht so sehr von dem Radio, das gemacht wurde, als Valerie Weber ging. Unter Ina Tenz hatte man sich davon etwas mehr entfernt, auch weil seriöse Information etwas größer geschrieben wurden. Da folgte nun leicht die Rolle rückwärts und mit Aktionen wie "I Leiki" knüpft man an das alte Wohlfühlradio-Gefühl an. Meiner Auffassung nach ist es von ABY ein (mutiger) Schritt, die Reichweitenverluste bei den Jungen damit zu bekämpfen, dass es tagsüber mehr Wort gibt.
Und ach ja; "Neue Hits" kommen inzwischen auch wieder deutlich später in die Playlist. Da war die Antenne vor einem halben Jahr noch viel mutiger.
 
Okay, was in den 90ern lief, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Zu diesem Zeitpunkt lebte ich noch im Berlin und war mehr mit den Hauptstadtsendern beschäftigt.

Ich weiß aber, dass Bayern 3 nun schon seit geraumer Zeit "Schönes Wochenende" singt. Das macht nun Antenne Bayern auch (wieder). Die Jingles klingen sehr identisch. Ich weiß nicht, ob man so Hörer gewinnt.
Ob man nun mehr Wohlfühl-Radio will? Dieses "Wir lieben Bayern...." haben sie schließlich aus dem Programm genommen und lediglich durch einen neuen Slogan ersetzt. Das mehr Wort für gute Quoten sorgen sollen, finde ich, abgesehen von den Blitzern, auch gut.
 
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Aber funktioniert das auch? Ich weiß, verwende niiiiieeemals Beispiele aus dem Bekanntenkreis. Aber ich tus trotzdem: Bekannte, arbeitet am PC im Büro, hat jetzt auf einen Lokalsender umgestellt. Sie kann sich bei so viel "Gelaber" nicht gescheit konzentrieren.
 
Ob es funktioniert, wird man sehen. Nur sollte man nach einem Quoten-Verlust nicht gleich wieder den Stecker ziehen. (MDR Sputnik lässt Grüssen)

Ich kann mir nämlich auch nicht vorstellen, dass Hörer ständige Relaunchs toll finden. Und soweit ich weiß, laufen "Bayern 3 Update" und das "WDR 2 Mittagsmagazin" ganz gut
 
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