Neuen Plattenspieler kaufen


Status
Nicht offen für weitere Antworten.
#1
So, bin gerade etwas angenervt... Mein Plattenspieler hat heute Morgen endgültig den Geist aufgegeben. Und ich müsste mir in den nächsten Tagen wieder einen zulegen. Da ich meinen Plattenspieler vor einigen Jahren geschenkt bekommen habe, kann ich mich jetzt noch nicht auf ein genaues Produkt entscheiden.

Nach welchen Kriterien sucht ihr euer Modell aus oder mit welcher Marke seid ihr zufrieden?
Taugen günstige Modelle auch etwas, welche Erfahrung habt ihr damit gemacht?
Mich würden diese zwei Fragen echt interessieren und evtl. könntet ihr mir ja auch gleich einen Plattenspieler empfehlen.

Ich habe mir diesen Bericht (Link gelöscht, Mod.) angeschaut, und gemerkt das die Preisspane von 200€ bis weit über 400€ reichen. Besonders gut gefallen mir diese Modelle:

-> Plattenspieler Audio Technica AT-LP120USBHC
-> Plattenspieler Pro-Ject Debut III

Wie oben auch schon gesagt. Vielleicht gibt es günstigere Modelle mit genau der gleichen Leistung.
Ich würde mich über jede Antwort bzw. Kaufempfehlung freuen.

Viele Grüße
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
#2
Also.... mein letzter Plattenspieler-Neukauf liegt einige Jahre zurück, der Markt hat sich seitdem auch sehr verändert. Im "Studiotechnik"-Forum haben auch eigentlich fast nur Geräte der Kategorie EMT 938, EMT 948 oder seine Vorgänger bzw. Geschwister etwas zu suchen, bestenfalls sonst noch der Technics SL-1200/1210.

Deine beiden Favoriten sehen nicht nur grundunterschiedlich aus, sie sind auch technisch absolut unterschiedlich. Der Project ist riemengetrieben, ein schnell lauender kleiner Motor treibt über einen Gummiriemen einen kleinen Unterteller an, auf dem der eigentliche Plattenteller aufliegt. Der Audio Technica ist direktgetrieben, sein Plattenteller sitzt auf dem Motor direkt auf.

Formal sollte der Direktantrieb Vorteile haben und gegenüber schlechten Riemenantrieben hat er sie auch: das im Ton hörbare, da direkt mechanisch über die Nadel eingekoppelte Brummen des schnell laufenden Antriebsmotors fehlt. Gerade der Project Debut III, den ich meinen Eltern kaufte (es kam nur noch dieser und das auch in einer Sonderedition in Frage, da die Bedingungen "untechnisches Aussehen", "weiße Zarge", "eingebauter Entzerrerverstärker", Möglichkeit für 78 UpM" feststanden), hat massive Probleme. Es ist deutlicher Motorbrumm hörbar, der Gummiriemen ist bretthart und straff, die Aufhängung des kleinen schnellaufenden Motors ist lausig, in Summe brummt es also deutlich. Dazu kommt noch ein breitbandiges Sirren, das offenbar aus der "Speedbox" (Geschwindigkeitsumschaltung) eingekoppelt wird. Ich vermute auch Verkabelungsfehler im Gerät, habe mich bis dato aber nicht damit befasst. Ein Aufenthalt bei Audiotrade selbst vor paar Jahren half nichts. So möchte ich keine Platten hören.

Ein Direktantrieb sollte deutlich ruhiger laufen und es verschleißt auch kein Riemen. Dafür können bei billigen Direktantriebsgeräten z.B. aus dem eingebauten Netztrafo Brummkomponenten sowohl mechanisch als auch magnetisch in den Tonabnehmer koppeln. Auch dazu könnte ich ein lausiges Beispiel nennen, doch diese wohl mieseste Kopie des Technics 1210 ist seit über 20 Jahren vom Markt.

Direktantrieben (billigen vor allem) sagt man aber wiederum einen "unruhigen", rauhen Sound nach. Vor allem im Bereich der sogenannten "Highender" oder "Audiophilen" wirst Du kaum je ein direktgetriebenes Gerät finden. Dort herrscht Riemenantrieb vor - mechanisch auf die Spitze getrieben.

Letztens hatte ich die Chance, einen anständigen Riemenantrieb zu hören, und zwar im Rega Planar 2. War zwar mit einem anderen Tonabnehmer bestückt als mein eigener direktgetriebener Technics 1210, aber der Grobcheck offenbarte mir eine Laufruhe und Freiheit von mechnischen Antriebsgeräuschen, wie ich sie eigentlich nur von Direkttrieblern kenne. Man kann also sehr wohl Riementriebler bauen, die weder brummen noch rumpeln.

Mit diesen Aussagen muss ich Dich dann allerdings allein lassen. Du musst Dich umschauen, was in Frage käme und idealerweise vor Ort reinhören. Vielleicht sagt Dir aber auch schon die eher "wohnzimmer-Anmutung" eines kleinen "audiophilen" Gerätes wie z.B. einem Rega oder Project zu bzw. die eher "technische" Anmutung des Audio Technica. Dann wäre das evtl. schon das erste Kriterium und die Wahl fällt nur noch innerhalb dieser Gruppe.

Die Frage ist ja auch noch:

Tonanbenhmer ab Werk dabei oder separater Zukauf (dann nochmal Geld ausgeben)?

Tonabnehmer zum einfachen Hören oder auch zum Scratchen / Rückwärts-einstellen von Startpunkten? Letzteres erfordert dafür geeignete Tonabnehmer.

Phono-Vorverstärker eingebaut im Plattenspieler oder ist er im vorhandenen Verstärker / Mischpult etc. vorhanden?

Brauchst Du 78er Abspielmöglichkeit für Schellack-Uralt-Platten (dann inkl. wechselbarem Tonabnehmer für Schellack-Rillen)?
 
Zuletzt bearbeitet:
#3
Eine
Preisspane von 200€ bis weit über 400€
ist wohl locker untertrieben, wenn man die
nicht hoch genug anzusetzen vermag und mit einem Außenwiderstand im 4stelligen Euronenbereich ein ernsthaftes Problem hat.

Letzteres kann schnell entstehen, wenn einem wirklich klar wird, dass man für 400 € vlt. mal gerade ein gutes Abtastsystem in den Händen hält, ein gutes Laufwerk mit einem guten Tonarm zur Aufnahme dessen aber noch immer fehlt. Nimmt man die im Beitrag zuvor zusäztlich gestellten Fragen noch dazu, dann ist eine Wahl mal eben so nicht zu treffen.

Wenn es allerdings darum geht, mal eben irgend einen Vinylhobel bis übergestern zu besorgen, dann kann man allerdings auch irgendeinen erwerben, der von Budget gerade gedeckt wird. Der Umstand des erfolgten Erwerbs im gesetzten Zeitrahmen ist dann sicher ein Erfolg, über den man sich freuen kann. Das dann allerdings nur, wenn das Medium an sich und dessen Möglichkeiten hinsichtlich Qualität und diesbezüglicher Anspruch hinten anstehen.

Mir persönlich ist Project-Spielzeug da schon negativ untergekommen. In Verbindung mit einem Grado-System durfte ich einen Project IV als Rumpel- und Zerracrylriff kennenlernen, welches aufgrund gemachter Erfahrungen dann alsbald durch ein Thorens-Laufwerk TD2001 mit einem Benz ACE-Tonabnehmer ersetzt wurden. Die klanglichen Differenzen waren enorm und die Erkenntnis, dass es einen "Plattenspieler" nicht "für'n Äppl'l und'n Ei" gibt, keine leicht zu verdauende, aber akzeptable.
 
#4
Tipp:

Wenn das Geld für einen EMT fehlt, kann ich den Reloop RP-6000 MKV empfehlen, der Teller läuft sehr rasch hoch wie ein EMT.

Zu dem EMT Systemen muß ich folgendes loswerden;

Das TSD15 ist sehr niederohmig mit etwa 2 Ohm. Das hat den Vorteil, dass Knackser der Platten unterdrückt wird. Diese 2 Ohm werden mit speziellen Übertragern (1:30) wieder auf 47k-Ohm transferiert.

EMT Plattenspieler-Vorverstärker ohne diese Übertrager und Brücken an deren Stelle, vertragen so Systeme mit 47k-Ohm.

Jetzt das Problem mit dem rückwärts drehen. Das halten nur wenige Systeme aus, viele Nadelträger biegen ab und werden zerstört.

Nicht aber Stanton 500AL und 680SL, diese wurde Alternativ von EMT verkauft, auch ich nutze diese seit vielen Jahren in meinem 948 mit voller Zufriedenheit!
Neue Nadel unter 20,-€ in UK zu haben.
R.
 
#5
Bevor Ihr noch mehr Zeit und Arbeit in Antworten investiert, empfehle ich einen Abgleich des Beitragsdatums mit dem Zuletzt-online-Datum und eine Berücksichtigung des Hinweises "Link gelöscht, Mod.".
 
#7
Tipp:

Wenn das Geld für einen EMT fehlt, kann ich den Reloop RP-6000 MKV empfehlen, der Teller läuft sehr rasch hoch wie ein EMT.

Zu dem EMT Systemen muß ich folgendes loswerden;

Das TSD15 ist sehr niederohmig mit etwa 2 Ohm. Das hat den Vorteil, dass Knackser der Platten unterdrückt wird. Diese 2 Ohm werden mit speziellen Übertragern (1:30) wieder auf 47k-Ohm transferiert.

EMT Plattenspieler-Vorverstärker ohne diese Übertrager und Brücken an deren Stelle, vertragen so Systeme mit 47k-Ohm.

Jetzt das Problem mit dem rückwärts drehen. Das halten nur wenige Systeme aus, viele Nadelträger biegen ab und werden zerstört.

Nicht aber Stanton 500AL und 680SL, diese wurde Alternativ von EMT verkauft, auch ich nutze diese seit vielen Jahren in meinem 948 mit voller Zufriedenheit!
Neue Nadel unter 20,-€ in UK zu haben.
R.

Welchen Tonabnehmer würdest Du, für ein möglichst neutrales Klangbild, für den Reloop RP-6000 MKV empfehlen?

Bieten Stanton 500AL und Stanton 680SL ein ähnliches Klangbild wie die EMT TSD 15SFL?

Gibt es eine Alternative zu den genannten Stantons? Ich glaube die werden nicht mehr angeboten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Status
Nicht offen für weitere Antworten.
Oben