Neues Programmkonzept bei WDR 2


Mich hat die Sendung ehrlich gesagt enttäuscht. Ich habe auf eine Sendung gehofft, in der man live anrufen kann und dann über das Problem des Hörers, vielleicht sogar mit dem Hörer sprechen kann. Aber stattdessen durfte man nur WhatsApp Nachrichten schreiben. Den Moderator fand ich auch etwas langweilig.
Selbst der schnarchnasige NDR hätte das, vielleicht ein bisschen besser gemacht.
Na gut! Live Anrufe waren vielleicht doch ein bisschen zu viel erhofft. Hat man ja bei 1LIVE Sektor gemerkt. Und ja! Ich weiß, dass WDR 5 das vielleicht anders macht. Aber da heißt der Chef ja auch nicht Rausch.
 
Vielleicht ist die durchschnittliche Einschaltdauer bei WDR 2 schon auf unter 50 Minuten gesunken? Dann kann man das doch so machen, die Titel stündlich rotieren zu lassen. Der Hörer möchte es doch so, auch bei täglich nur einer halben Stunde Verweildauer möchte immer denselben Mist hören. Wenn es anders wäre, hätte WDR 2 schon längst keine Hörer mehr. Radio NRW war mit dem Konzept schon viel eher erfolgreich als der WDR.
 
Es stellt sich die Frage, ob in heutiger Zeit nicht der Musikgeschmack auf anderen Kanälen ausgebildet wird als im Radio. Spotify und Co sind da wohl mehr die Trendsetter. Wir "Oldies" waren früher auf das Radio als Trendsetter angewiesen, heute ist das anders.
 
Es stellt sich die Frage, ob in heutiger Zeit nicht der Musikgeschmack auf anderen Kanälen ausgebildet wird als im Radio. Spotify und Co sind da wohl mehr die Trendsetter. Wir "Oldies" waren früher auf das Radio als Trendsetter angewiesen, heute ist das anders.
Musikgeschmack braucht immer auch Identifikation, und die bietet eine algorithmisch zusammengestellte Spotify-Playlist nicht. Ich denke, Spotify-Playlisten, die von Personalities zusammengestellt und regelmäßig aktualisiert werden, laufen da schon eher.

Wird aber Radio überhaupt noch aktiv wahrgenommen von den jüngeren Generationen? Vielleicht sitzen die Jugendlichen heute nicht mehr allein in ihren Zimmern vor ihrem Kassettenrekorder und warten darauf, die Record-Taste drücken zu können. Aber Radio ist nach wie vor in bestimmten Situationen ein sehr angenehmer Empfangsweg, da man sich nicht erst durch 100 Menüs klicken und entscheiden muss, was man denn nun hören will, sondern sich einfach inspirieren lassen kann, während man Auto fährt, kocht oder sich für's Ausgehen fertig macht. Und da nehme ich doch bei vielen noch das Bedürfnis wahr, sich dabei "auf hohem Niveau berieseln" zu lassen. Sprich: Lineares Radio ist vielleicht ein Stück mehr Begleitmedium geworden. Aber ich will mich doch nicht von irgendjemandem begleiten lassen, sondern vom jemandem, der witzig und intelligent zugleich, überraschend und trotzdem vertraut ist. Ich will von jemandem auf Augenhöhe unterhalten werden.

Letztens habe ich mich mit einem Freund, der nicht viel (zumindest nicht mehr als die meisten anderen) mit dem Medium Radio zu tun hat, über die Misere des deutschen Radios unterhalten. Er berichtete ganz begeistert, dass er letztens den Sender Cosmo entdeckt hätte. Mit einer modernisierten Ansprache und flotterem Fahrstil könnte der WDR es wie in diesem Fall also tatsächlich schaffen, auch junge Leute mit anspruchsvollen auditiven Inhalten zu erreichen - geht doch!

Muss sie ja auch nicht. Aber anscheinend gibt es sehr viele Menschen, die mit dieser Musik glücklich sind und deshalb einschalten.
Mit welchen Daten speist du deine Weisheit? Die MA ist ganz sicher kein Gradmesser für Glücksempfinden beim Hören. Viele lassen WDR 2 vielleicht laufen, da die Musik "nicht stört". So generiert man leicht Massen. Aber ist es der Auftrag des ÖR, "nicht zuhörende" Menschen mit "nicht störender" Musik zu erreichen? Und dabei diejenigen zu vernachlässigen, die tatsächlich das Kulturgut Musik pflegen - sei es, indem sie es produzieren oder konsumieren?
 
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