Neues Programmkonzept bei WDR 2


Eigentlich wurde der Grundstein schon 1991 mit der Gründung von WDR 5 gelegt. Aber es hat dann doch noch überraschend lange gedauert, bis WDR 2 der Journalismus endgültig ausgetrieben wurde. Ich finde es nach wie vor schade, meiner Meinung brauchen wir keine öffentlich-rechtlichen Hitwellen, die nur wie eine billige Kopie der Privatsender klingen und sich musikalisch auf eine Minimal-Rotation beschränken.

Eine gute Mischung aus abwechslungsreicher Musik und seriöser Information, so wie WDR 2 es in den 90er Jahren und Anfang der 00er Jahre noch halbwegs hinbekommen hat, das würde ich von einem öffentlich-rechtlichen Popsender erwarten. Aber außer Radio Eins bietet das wahrscheinlich kein einziger öffentlich-rechtlicher Popsender in Deutschland mehr.
 
WDR2 war eigentlich Anfang der 2000er mal auf einem guten Weg. Der trockene Beamtenton machte allmählich einer etwas lockeren Präsentation Platz, die aber bei weitem noch nicht beliebig und austauschbar war. Der Wortanteil war in Ordnung, die Musikauswahl wusste manchmal nicht so recht, wo sie hinwollte, mit ein paar Feinjustierungen hätte das aber auch geklappt. Doch spätestens mit Valerie wurde es unerträglich. Eins Live ist dagegen heute noch der Kindergarten (ohne Ehre ergraut), der er 2001 war. Die besten Zeiten dieses Programms waren in den 90ern. Die letzten Reste Kultur hat man dort, bis auf Fiehe und die Stunde ab 23 Uhr, ja auch getilgt. WDR4 soll wohl meine Generation jetzt ansprechen, ist mir aber dann doch zu fade...fühlt sich an, wie wenn ich in Omas Wohnung einziehe und dort einen Ikeatisch reinstelle. WDR3 hat vermutlich mehr Mitarbeiter als Hörer und WDR5? Nö, dann lieber gleich DLF und seine Derivate. Bliebe noch Cosmo, das ist stellenweise noch erträglich von der Musik, reißt aber auch keinen vom Hocker.
 
Ich habe es so in Erinnerung, dass es unter Frau Piel qualitativ schon stetig bergab ging mit WDR 2. Wegen der Widerstände innerhalb des Senders zwar nur langsam, aber beständig. Als sie mit ihrem Mann dann in den Ruhestand ging, war die nächste Generation am Zug und die Musik wurde fast schlagartig völlig anders und für viele bisherige Hörer einfach nur unerträglich. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert. Eigentlich war der Boden schon bereitet als Frau Weber kam, sie musste die Saat nur noch ausbringen. Ich würde Frau Piel mindestens genauso viel Schuld am Untergang von WDR 2 geben wie Frau Weber.
 
Die besten Zeiten von 1Live und WDR2 waren 1995-2000. Leider habe ich 1Live fast die kompletten 90er ignoriert, weil ich es als deutlichen Rückschritt zu WDR1 empfand. Der es sicher auch war, trotzdem hatte ich mich im Sommer 1999 voll in dieses Programm verliebt (nachdem es SWF3 und SDR3 nicht mehr gab). 1Live hatte ab 2007 nochmal eine geile Phase. Wann die endete, weiß ich im Moment nicht. Mit WDR4 kann ich auch nicht, noch nie. Dann lieber SWR1, hr1 und Bayern 1 und früher die ö-r Schlagerprogramme im Norden und Osten sowie die privaten aus ganz Deutschland und darüber hinaus.

1990 hatte ich mich noch gefragt, was der WDR für eine komische Klitsche ist, weil er zwei halbe Popwellen hat, aber keine richtige. Ich wohnte ja außerhalb des Sendegebiets, aber laut Programmschema musste man immer hin und her zappen. Da fand ich unsere 3er viel besser (Bayern erst ab 1992). Heute sage ich, WDR1 hatte viel mehr Popkultur als SWF3. Sicher auch viel stranges Zeug für einen 15jährigen, aber heute würde ich alles hören, was die von 13-20 und 22-0 Uhr gesendet haben. WDR1. Genau meins. Huch!
 
1Live hatte ab 2007 nochmal eine geile Phase.
Kannst du "geile Phase" für mich einmal näher definieren? Ich bin Jahrgang '94 und vom Antenne-Münster-Fan in der Kindheit, ab 2009 direkt zum WDR-2-Hörer geworden. Kurz bevor dort der Laden im Jahr 2012 endgültig abgerissen wurde. Ich habe aber immer wieder bei Freunden nebenbei 1Live gelauscht und dort einige Songs für mich im Tagesprogramm entdeckt, die 1Live heute nicht mehr mit der Zange anfassen würde. War 1Live damals wirklich so gut und wann hat man damit wieder aufgehört?
 
WDR 2 braucht man wirklich nicht. Weltzeit am Sonntag oder ab 20 Uhr sind okay. Aber der Rest, gefällt mir nicht. Immer dieser Dudelfunk. Da bleibt für mich nur 1Live . Fiehe am Sonntag ist TOP.
Der BR oder SWR sind leider auch nicht besser. Die Wellen mit der 1 spielen immer die gleichen Songs. Wir spielen ABBA, Paul Jung etc...
SWR 3 ist auch sehr angestaubt. Luna ist okay. Tagesprogramm besser nicht.
 
Die besten Zeiten von 1Live waren 1995-2000.
Volle Zustimmung. In dieser Zeit habe ich (Jahrgang 1960) fast ausschließlich Eins-Live gehört. Das Programm war neu, spritzig und anders, insbesondere im Vergleich zu SWF 3, später SWR 3. Gerne erinnere ich mich an Sendungen wie "Frühreif", "Stand der Dinge", "Lattenknaller", "Rucksack" u.a. Sehr innovativ auch die Nachrichten, damals "Prompt" genannt. Die Comedy "Eins-Live-Ponyhof" habe ich geliebt.

Ungefähr zu der Zeit, als Jochen Rausch Wellenchef wurde und die Nachrichten plötzlich "Infos" hießen, konnte ich dem Programm nicht mehr viel abgewinnen. Und das ist (leider) bis heute so geblieben.
 
Während man sich morgen ganz den Bienen und an Fronleichnam dem Weltraum widmet, gibt es am Pfingstmontag einen NDW-Tag.
Eigentlich eher ein Fall fürs 4. und daher gehe ich mal davon aus, dass nur Titel eingestreut werden, verbunden aber auch mit der Hoffnung (auch wenn ich es eh nicht hören werde), dass man den Deutschpop von heute nicht als quasi "Neueste Deutsche Welle" mit einbeziehen wird.
 
2011 hat man bei WDR 2 den Titel Slave to the music von James Morrison bis zum erbrechen gespielt. Gefühlt alle 2 Stunden. Irgendwann verschwand er aus der Rotation vollständig und heuer klingt das Lied wie richtig nett und ist hörenswert. Kann man das nicht auch mal mit den anderen Dauerhits von WDR 2 machen ?
 
Früher war bei Eins Live jeder dritte Titel ein deutschsprachiger (meine ich, oder war es jeder vierte?). Im Zuge der musikalischen Neuausrichtung scheint man das ganz stark reduziert zu haben. Wenn ich jetzt gerade in die Playlist schaue, dann ist von den letzten zehn Titeln (7.54 -8.30 Uhr) kein einziger deutschsprachig.

Dafür spielen WDR 2 und WDR 4 jetzt umso mehr Deutschpop. Aber bei der altbackenen Qualität des deutschen Depressions-Pops passt es da auch deutlich besser hin. :p
 
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Ich würde noch egoFM, FluxFM beisteuern. Und wenn man es noch auf einzelne Sendungsformate verschiedener Sender runterbrechen würde, würden mir noch hier noch HR1 mit Werner Reinke, Bayern1 mit Fritz Egner, Bayern3 mit Mattthias Matuschik, Thomas Schmidt von SWR1 BW (wenn er sich austoben dürfte) und ein Format wie MDR Sachsen-Anhalt in der Abendschine einfallen. Außerdem immer wieder hörenswert die Yesterhits von Antenne Thüringen mit Dirk Sipp.
 
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