Neues Programmkonzept bei WDR 2


Dagobert Duck

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Kommt mir das nur so vor, oder moderiert die Brackmann mit Abstand am meisten von allen WDR 2 Moderator(in)en? Ständig, wenn man einschaltet, ist sie gerade dran. Gelegentlich sogar abends nach 21 Uhr im Musikclub.
 

Dagobert Duck

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Ich bekomme gerade den Eindruck, dass Frau Weber berechnend ziegeuppenverschiebung probt. Die Kommentare bei FB sind ja sehr durchwachsen. Bei Twitter ist das Bild etwas positiver zu deuten. Meine Meinung: Die 1Öive Zielgeuppe finde Bug bei WDR2 der alten Zeiten Willen klasse und wechselt nun zu WDR2 und die anderen Hörer werden vergrault und wechseln nun zu WDR4.

Dass das das Ziel ist, hat sie beim Intendanten-Check ja gesagt. Sie gab aber zu, dass es bisher meistens noch nicht klappt. Vielleicht würde es ja besser klappen, wenn WDR 2 sich frischen Moderatoren-Nachschub von 1LIVE holen würde und eher trockene Moderatoren von WDR 2 zu WDR 4 wechseln.
 

Redakteur

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Ich fand die gestrige Sendung durchaus unterhaltsam. Persönlich gefielen mir die Moderationen von Thomas Bug am Ostermontag noch etwas besser, solche Dinge sind vielleicht aber auch einfach tagesformabhängig. Mit den Playlistparallelen zu Bayern 3 / Matuschke müssen wir wohl leben, gibt es doch vermutlich recht wenige, die wie wir unter Umständen beide Sendungen hören. Trotzdem ist dies ärgerlich, aber vielleicht entwickelt sich Bug ja noch.

Vielleicht weiß Valerie Weber doch besser als wir annahmen, was Radio für etwas anspruchsvollere Hörer ausmacht und setzt dort ihre Akzente in einer zeitgemäßen Art und Weise.

Dafür hat sie meiner Ansicht nach aber auch schon relativ viel in Richtung des Gegenteils verändert: Da wäre die gnadenlose Zusammenstreichung der Zugabe von dreien auf eine Stunde. Gut, Valerie Weber will mehr satirische Elemente im Tagesprogramm platzieren, für den anspruchsvolleren Hörer werden sie jedoch dort schir unauffindbar sein (ob der restlichen Beschaffenheit der namenlosen Strecken).
Dann haben wir die Streichung von "Der Tag". Die Begründung lautete ja, dass man dafür schon früher mehr Berichte in die Nachmittagsstrecke einfließen lasse. Auf der anderen Seite steht die auch von Weber mehrfach deklamierte Weisheit, die Hörer blieben ja nicht den ganzen Tag dabei und bräuchten zu jeder Zeit daher ein informierendes Angebot.

Hier kommt ein dritter Punkt ins Spiel: die angedachte WDR-Flottenstrategie und -Zielgruppenpolitik. Um wirklich zu jeder Feierabendzeit ein hinreichendes Informationsangebot bieten zu können, wäre es gut möglich, die verschiedenen WDR-Wellen einander ergänzend einzusetzen. Nehmen wir an, auf WDR 2 würde ein einstündiges Infomagazin bereits um 16 Uhr platziert. Von 17 bis 19 Uhr dann vielleicht ein unterhaltendes Feierabendformat, das auch den ganzen Bugs und Bornemännern bei WDR 2 Möglichkeiten zur moderativen Entfaltung bieten könnte. Dann ergäbe sich folgendes Muster:
16.05 WDR 2 Der Tag
17.00 WDR 4 Der Tag um Fünf
17.05 WDR 5 Westblick
18.00 WDR 3 Journal
18.30 WDR 5 Echo des Tages

Und man hätte praktisch zum Feierabendbeginn beinahe zu jeder Zeit irgendwo eine Infosendung am Start, das wäre mal eine wirkliche Flottenstrategie. Stattdessen sollen wir fünf Stunden "WDR 2 mit ..." hören, obwohl die Heimfahrt vom Arbeitsplatz doch nur 30 Minuten dauert? :confused:

Die Zielgruppenpolitik (bzw. die Vorstellungen von V. Weber hierzu) im WDR hat sie ja uns schon mehrfach erläutert: Bist Du zu alt für eine Welle, dann wirst Du zur nächsten durchgereicht. (Es sei denn, Du bist Rentner, irgendwann geht dann das Programmportfolio aus.) Die gestrige Bug-Sendung wies schon ein relativ junges Klangbild auf. Vielleicht sollen dadurch ehemalige 1LIVE-Hörer angelockt werden, denn das Erste muss ja jünger werden. Wenn 1LIVE in den Jungbrunnen hüpft, muss WDR 2 zwangsläufig hinterher, obschon das Wasser noch so kalt ist. Man hätte natürlich versuchen können, das neue Bug-Format als eine Art "Kultabend" auf 1LIVE zu etablieren (wie von @Maschi vorgeschlagen), das will V. Weber anscheinend aber nicht: durchgereicht werden, nicht als Radiowelle mit den Hörern altern.
Für mich dringt sich nur die Frage auf: Was machen dann die WDR 2-Hörer, die Yesterday, Zugabe und Zu Gast bei ... am Samstagabend mitgetragen haben und nach Weberschem Prinzip für WDR 2 nun zu alt sind? Ich glaube nicht, dass sich diese Leute vom Samstagsprogramm auf WDR 4 locken lassen: Das Samstagskonzert ist eine gute Sendung, es füttert die Neuankömmlinge aus dem Zweiten aber nur mäßig - sehr mäßig. Da müsste schon irgendwie ein adäquates Format her, wie immer dies auch aussehen mag (evtl. zeitliche Umbelegung mit Einbeziehung des Scheinwerfers oder mal die Classics in das neue Oldieprogramm WDR 4 rüberschieben). Und hier sollte V. Weber jetzt mal hinne machen, sonst sind die WDR 2-Hörer, die mit Alles Bug nicht so viel anfangen können, vielleicht irgendwann ganz weg - wo dann auch immer. Und wenn Hörer erst mal weg sind, ist es äußerst schwierig, sie wieder zurückzuholen.

Ich hoffe inständig, dass sich Valerie Weber dieser Tatsache bewusst ist. Als Hörfunkdirektorin sollte sie ihre Flottenidee nicht nur oberflächlich umsetzen, sondern so, dass das komplette WDR-Programmangebot Hand und Fuß hat. Nicht ein Reförmchen hier und eine neue Sendung da, keine halben Sachen. Gewiss ist dies nicht einfach, das hat aber auch niemand behauptet. :D
 

ThoRr

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Dass die Zielgruppenorientierung nicht so funktioniert, wie sie sich das vorstellt, könnte daran liegen, dass man ein Programm nicht primär auf ein Alter ausrichten kann. Eine Jugendwelle mit der vollen Bandbreite an aktuellen populären Musikströmungen, ein Vollprogramm mit ausführlicherem Wort und einer großen musikalischen Bandbreite primär für Erwachsene, also für "sich erwachsen fühlende" Menschen und eine seichte Welle zum Wohlfühlen mit ein bisschen Politik und Weltgeschehen und gut getesteter Musik, wohl derzeit primär für Ältere, ohne Klischees bedienen zu wollen. Das wäre mein Traum.
 

NOWORUKA61

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War das eigentlich angekündigt?
"Die Jukebox fand zum letzten Mal am 05.04.2015 statt. Der WDR 2 hat sich entschlossen, die Sendung einzustellen. Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass sich dieses Format nach mehr als acht Jahren überholt hat."
http://www.wdr2.de/sendungen/wdr2musiksendungen/classicsjukebox/musikclassics100.html
Nun, die Jukebox innerhalb der WDR 2-Classics ist Geschichte. Stattdessen soll(t)en -lt. Udo Vieth- in der ersten Stunde die individuellen Wünsche der Hörer gespielt werden. Von den gespielten 15 Titeln waren 6 Songs (Penny Lane, 19, New York Mining Desaster 1941, Love of the common people, Aquarius, Ain't no mountain high enough), die Wunscherfüller Vieth ohne Namensnennung spielte. Mir kam es so vor, als ob die Classics-Redaktion bei diesen 6 Oldie-Dauerdudlern ein wenig nachgeholfen hat.
 

CelticTiger

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Berücksichtigt man das sonstige Dudel- und Schwatzinferno, welches auf dem zweiten Programm in einer Tour (v)erbrochen wird, war die Sendung qualitativ hinreichend.
Um die zuletzt nur noch mit dümmlichsten Klamauk der untersten Schublade aufwartenden (und damit auf den neuen WDR II-Hörer exakt zugeschnittenen) "Zugabe" tut es mir nicht einen Augenblick lang leid.
 
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Lord Helmchen

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@Matteo:
Karsten Klaue als Stationvoice würde auch weiterhin gut passen. Schließlich war er auch auf Hit-Radio Antenne aus Hannover, einem der schlimmsten Privatdudler, zu hören. :D
 

Redakteur

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Mir gefällt am WDR ja wirklich nicht viel, aber die Jingles und Verpackungselemente finde ich zum Großteil sehr gelungen. Die klingen irgendwie noch nach richtigen Instrumenten und nicht so elektronisch-computergesteuert wie das, was z.B. der RBB teilweise über den Äther schickt.
 
Klar. Ist Geschmackssache. Aber Frau Kebekus im ersten "neuen Montalk" ist sowohl vom Talk als auch vom Soundtrack her eher suboptimal. Schade. Da hätt's jemand anderen gebraucht.
 
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U87

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Mir gefällt am WDR ja wirklich nicht viel, aber die Jingles und Verpackungselemente finde ich zum Großteil sehr gelungen. Die klingen irgendwie noch nach richtigen Instrumenten und nicht so elektronisch-computergesteuert wie das, was z.B. der RBB teilweise über den Äther schickt.

Die Verpackung von WDR 2 ist deren kleinstes Problem - die ist sogar gut. Nur das man echt nicht hinkriegt, ein stringentes Musikprogramm zu planen, verstehe ich nicht. Die Kollegen von 1LIVE können das doch auch, da klingt (auch wenn das manchem hier nicht gefällt, mir auch nicht wirklich) alles aus einem Guss. Aber vielleicht tut sich ja unter Rausch etwas ;)
 

U87

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Klar. Ist Geschmackssache. Aber Frau Kebekus im ersten "neuen Montalk" ist sowohl vom Talk als auch vom Soundtrack her eher suboptimal. Schade. Da hätt's jemand anderen gebraucht.

Irgendwie stimmt die Chemie zwischen Moderator und Gast heute nicht. Überhaupt finde ich Mathias Bongard nicht ideal für diese Sendung. Solo mag ich ihn mehr. Häusler und Bug sollten komplett übernehmen.
 

dramaking

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Aber vielleicht tut sich ja unter Rausch etwas ;)
... und wenn nicht kennt Valerie bestimmt jemanden, den man fragen kann.
Dann gibt es garantiert gegen teures Gebührengeld die zehn besten Tipps für ein einheitlich klingendes Musikprogramm.
1. 80er
2. 80er
3. 80er
4. 80er
5. Kein Abschaltimpuls durch Unbekanntes
6. 80er
7. 80er
8. 80er
9. 80er
10. Keine Ausnahmen von 1 - 9
 

ThoRr

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Stimmt, Bongard wirkt im MonTalk altbacken, obwohl er es als Solomoderator wirklich nicht ist. Bug ist natürlich unschlagbar, sowohl als Solo- als auch als Talkmoderator.
 
Wie schon mal geschrieben, diese Hörerverschiebung von einer Welle zur anderen macht Wechselschmerzen und Reibungsverluste noch und nöcher. Das kann nicht schlau sein. Die Sender sollen bleiben/mitaltern! Ich habe WDR 4 jahrelang als nicht für mich taugliches Seniorenprogramm kennengelernt und dieses Image wird es bei mir in diesem Leben nicht mehr los. Da kann sich WDR 4 auf den Kopf stellen.

Ich glaube ich bin da nicht alleine:


http://blog.tagesanzeiger.ch/blogmag/index.php/37584/fuer-immer-25/
 
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