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Neuvorstellungen jenseits des Mainstreams, aber gut: hier rein!


Die folgenden Songs gehen zwar querbeet durch verschiedenste Musikrichtungen, haben aber dennoch etwas gemeinsam: Ich habe sie alle auf dem Online-Radiosender RTBF Pure Like entdeckt. Wem die Musikauswahl gefällt, kann ich dieses Programm nur empfehlen.

Sam Fender - Hypersonic Missiles (Rock)

Lord & Hardy - Run (HipHop)

Løyd ft. OD Temper - Revolution (HipHop)

Myd - Superdiscoteca (Italo/Disco)

R.O & Konoba - I Could Be (Alternative)
 
Eric Church ist ein Phänomen; während seine Singles reihenweise mit Multiplatin dekoriert werden, verkaufen sich auch die Alben noch ganz anständig. Mit dem zig-millionenfachen Absatz (8-fach Platin seit 2006) ist es aber endgültig vorbei. Die Branche lebt hauptsächlich vom Streaming und vom Song-Download, dementsprechend verlagern sich die Zertifikationen auf die Singles. Auch der lange Jahre erfolgreiche hard-edged Alt.Country-Rock der extrem absatzstarken Miranda Lambert hat seine besten Zeiten hinter sich. Das Country-Radio spielt überwiegend rhythmische Weichspüler und Dance-Pop, nebst ein paar gitarrenlastigeren aber stark geglätteten Stücken. Eric Church kann diese Nachfrage bedienen, ohne sich allzu sehr verbiegen zu müssen.


Der Musik- und Radiomarkt ist heute so stark fragmentiert, dass im Netz ohnehin jeder findet was er gerade sucht. Anders als in Deutschland gibt es viele gut vorsortierte Anlaufstellen für jeden speziellen Geschmack, außerdem kann sich das Satellitenradio mit seinem breiten Angebot im Flächenmarkt bestens behaupten. Dem terrestrischen Radio geht es aber zunehmend an den Kragen. Mit IHeart-Radio (früher "Clear Channel") ist der größte Betreiber soeben insolvent gegangen. Aber solange die Werbekunden den Ausspielweg noch beanspruchen, werden die Banken das Unternehmen in seiner derzeitigen Form (Terrestrik + Digitalgeschäft) unter strengsten Sparauflagen am Leben erhalten. Gespielt wird zunehmend teenfreundliches Material, das sich gut digital vertreiben lässt und auch bei Älteren noch halbwegs ankommt.

 
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In letzter Zeit hat Taylor Swift ja ziemlich dudeliges Zeug rausgebracht. Aber die neueste Single "Lover" erinnert doch wieder an frühere Alben und gefällt mir richtig gut. Morgen erscheint ihr neues Album - vielleicht sind ja noch ein paar Titel wie diese drauf.

 
Hallo zusammen,

Hier ein heisser Musiktipp,
der sich eigentlich gegen die Misshandlung von Frauen richtet,
aber rein vom Titel her auch sehr gut zur jetztigen Welt-Situation (Coronavirus) passt:

Die Debüt-Single "Don't be afraid"
von der auf Teneriffa lebenden Sängerin Kim Simmons.




Reinhören lohnt sich.

Liebe Grüsse
 
Neuvorstellungen trifft es zumindest nicht im wörtlichen Sinne, da die folgenden genannten Titel alle schon etwas "in die Jahre" gekommen sind, aber ungewöhnlich gut bleiben sie dennoch in meinen Ohren. Und abseits des Mainstreams sind sie sowieso.

Solstafir - Fjara

Solstafir stammen aus Island und pflegen den Artrock in höchsten Zügen. Metallische Gitarren und ein hypnotisches Spiel des Schlagzeuges kennzeichnen ihren Sound. Und ein Hang zu epischen Stücken. Der Refrain bietet sogar Ohrwurmqualitäten. [aus dem Album "Svartir Sanda" - 2011]

Alcest - Sur l'océan couleur de fer

Alcest stammen aus Frankreich und spielen eine äußerst interessante Art des sogenannten Atmospheric Black Metal. Besonders gelungen finde ich das beinahe schon leichtfüssige, jazzige Schlagzeugspiel. Aber nicht nur mit diesem, sondern auch mit ihrem vom Post-Rock geschulten Gitarrenspiel, erzeugen sie eine geradezu magische Atmosphäre. [aus dem Album "Écailles de Lune - 2010]

Kayo Dot - The Mortality Of Doves

Kayo Dot stammen aus den Vereinigten Staaten. Hauptkopf der Band ist Toby Driver, einer der meiner Meinung nach kreativsten Köpfe der amerikanischen Musikszene der jüngeren Geschichte. Vor Kayo Dot unterhielt er mit Maudlin Of The Well eine ebenso spannende Formation. Kayo Dot kreuzen auf unnachahmliche Weise den Progressive Metal mit Dark Wave und Psychodelia. Zum Finale hin kann man auch "floydige" Züge ausmachen. [aus dem Album "Coffins On Io" - 2014]

Black Heart Rebellion - Into The Land Of Another

Sehr spannend ertönt auch in meinen Ohren diese Band aus Belgien. Auf diesem epischen Track gefällt mir insbesondere das Spiel des Banjos, die sehr interessante Percussion, das immer dynamischer werdende Spiel des Schlagzeuges und die variablen Gesangskünste von Pieter Uyttenhove. [aus dem Album "Har Nevo" - 2013]

Cult Of Luna - In Awe Of

Diese schwedische Band orientierte sich schon seit Zeiten an dem sogenannten Post-Metal wie er insbesondere von amerikanischen Bands wie Neurosis und Isis gepflegt wird. Diesem mengten sie eine Prise von elektronischen Klängen bei - dies allerdings auf sehr passende und raffinierte Art und Weise, wie ich finde. Auf genanntem Stück gefällt mir besonders das sehr gekonnte Spiel des Schlagzeuges und diese Entwicklung hin zum "floydigen" Finale, wenn auch mit etwas schwereren Gitarren. [aus dem Album "Vertikal" - 2013]
 
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Bevor ich auf den Einwurf des geschätzten @rockon eingehe, einige weiterer Kanditaten. Dieses Mal beschränke ich mich ausschließlich auf Single-Auskopplungen und zudem auch auf Musikfarben, die ich als eher Mainstream-affin bezeichnen würde. Alle folgenden Titel halte ich dabei auch bereichernd für laufende Tagesprogramme von Erwachsenenradios.

Magic City Trio - Black Dog Following

Diese britische Formation widmete sich auf ihrem Debutalbum einem Klang, der sowohl Bezüge zu The Walker Brothers als auch den Zusammenarbeiten von Nancy Sinatra und Lee Hazlewood aus den 60er-Jahren erkennen lässt. Frank Sweeny und Annie Holder teilen sich dabei sowohl die Gitarrenarbeit als auch den Gesang gemeinschaftlich auf. [Auskopplung aus dem Album "Amerikana Arkana" - 2018]

Shifting Sands - Zoe

Shifting Sands stammen aus Neuseeland und spielen eine verträumte psychodelisch angehauchte Gitarrenmusik. Sie führen die Tradition des sogenannten Dunedin-Sounds aus den 80er-Jahren fort. [eine Non-Album Single aus dem Jahre 2018]

The Chills - Rocket Science

Eine der Begründer eben jenes als Dunedin-Sounds bezeichneten Musikstiles sind The Chills. Die neuseeländische Band, die als eine der Lieblingsbands von Chris Martin (Coldplay) gilt, gab im Jahre 2015 mit dem Album "Silver Bullets" ein überraschendes Comeback. Der genannte Titel indes stammt nicht daraus. Er hat überdies einen für die Band eher rockigeren Einschlag, der aber recht gut zu Gesicht steht. [eine Non-Album-Single aus dem Jahre 2017]

Slowdive - Sugar For The Pill

Im gleichen Jahr als obig genannte Single veröffentlicht wurde, gaben die britischen Slowdive ihr überraschendes Comeback. Sie blieben ihrer Definition des Shoegaze/Dream-Pop der 90er-Jahre weitgehend treu. Der Titel hat etwas sehr beruhigendes an sich, besticht durch das wellenartige Gitarrenspiel und eine interessante Percussion. [Auskopplung aus dem Album "Slowdive" - 2017]

Still Corners - The Message

In eine ähnliche Kerbe schlägt auch die Musik von den britischen Still Corners. Auf genanntem Titel gefällt mir das Spiel an der Slide-Gitarre, das entfernt an Chris Isaak erinnert. Über allem thront der Gesang von Tessa Murray. [Auskopplung aus dem Album "Slow Air" - 2018]

Beach House - Zebra

Beach House stammen aus den Vereinigten Staaten. Sie vereinen insbesondere auf dem genannten Titel ihre Definition des schwebend wirkenden Dream-Pop mit sachten rockigeren Zwischentönen. Sehr bemerkenswert empfinde ich wie sich Gesang und Instrumente fast in schöner Eintracht zusammen finden. [Auskopplung aus dem Album "Teen Dream" - 2010]

Widowspeak - Harsh Realm

Diese amerikanische Band wirkt ebenso verträumt. Ihre Gitarrenarbeit klingt etwas grobkörniger, aber zum Titel stets passend. Besonders der Gesang von Molly Hamilton sticht meines Erachtens hervor - erinnert mich etwas an Hope Sandoval (Mazzy Star). [Auskopplung aus dem Album "Widowspeak" - 2011]

Sharon Van Etten - One Day

Zwei Male hintereinander weiblichen Gesang sollte man zwar gemäß einem ungeschriebenen Radiogesetz vermeiden. Aber breche ich eben auch einmal mit dieser Konfektion. Sharon Van Etten ist eine sehr vielseitge Singer/Songwriterin aus den Vereinigten Staaten. Sowohl ihr Vortrag als auch ihr Gitarrenspiel des genannten Titels haben etwas sehr anheimelndes. Schöner folkiger Rock. [Auskopplung aus dem Album "Epic" - 2010]

Und halt fürs Radio viel zu lang. Die murksen oft genug ihre Standardtitel
vorzeitig ab.
Die Länge eines Stückes darf niemals als Maßstab dessen dienen, inwiefern eine Musik spannend und interessant aufgebaut ist, sich aufgrund ihrer ungewöhnlichen Machart von der breiten Maße abhebend definiert. Konfektionsware repräsentieren genannte Titel nicht und damit sind sie auch für ein 08/15-Radio weniger geeignet. Aber in einem stimmigen Abendprogramm, das fein austarierte Sondersendungen fährt, auch etwas von der eher progressiven/avantgardistischen/experimentellen Seite der aktuelleren Musik repräsentieren möchte, bieten sie meines Erachtens eine Alternative.

Wobei es natürlich auch eine denkbare Strategie sein kann/könnte sich mit "etwas gewagteren" oder eben nonkonformistischen Stücken von der Konkurrenz abzusetzen. Doch das ist dann wieder ein eigenes Thema.

Mit dem "Abmurksen" der Standard-Titel stimme ich überein und finde das geradezu verächtlich - auch wenn die "abgemurksten" Standard-Titel noch so sehr "ausgelutscht" sein mögen, gehört sich das ganz einfach nicht. Es ist schlichtweg respektlos. Sowohl gegenüber seinen Hörern als auch gegenüber den Werken, um die es geht. Glücklicherweise verfahren allerdings noch nicht alle Radiostationen so und praktizieren diese wohl von Beraterseite eingebläute Unart.
 
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