News bei der BLR


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Nicht offen für weitere Antworten.
#1
Also ich finde ja nicht alles schlecht bei der BLR.

Aber so faengt man doch keine Nachricht an: "Heute abend rollt in der Bundesliga das runde Leder."
oder, wie heute mehrfach geschehen: "Wie jedes Jahr haelt der Bundespraesident an Heiligabend seine Weihnachtsansprache."

Ich melde doch auch nicht: "Heute ist in Berlin der Bundestag zusammengekommen." - "Heute hatten die Zuege der Deutschen Bahn Verspaetung." oder: "Bundeskanzler Gerhard Schroeder hat sich am Mittag zu Wort gemeldet."

Wenn ich fuer jede Nachricht schon nur 3-5 Saetze habe, dann muss doch Inhalt in die Saetze. Und das lernt man ja wohl in der ersten (Radio-)Klasse: Der Kern der Nachricht muss in den Leadsatz.

Und selbst wenn dadurch News manchmal stereotyp klingen: Lieber immer das gleiche Satzschema, als Belanglosigkeiten, Selbstverstaendlichkeiten, oder Allgemeinplaetze in den Nachrichten.

Oder seht Ihr (nicht nur die BLR-Kollegen) das anders?
 
#2
Ich bin BLR Abnehmer und überlege mir jeden Tag den Service zu kündigen. Aber es fehlen die Alternativen. Die dpa ist meinermeinung noch nicht soweit und andere Anbieter gibt es nicht.
 
#3
Ja, Fragen als Leadsätze nerven total. Und diese "weiterhin/immer noch"-Meldungen, bei denen nix neues bekannt ist. Dazu dann noch in aller Ausführlichkeit die Lottozahlen mit sämtlichen Superzahlen - so kommt man locker auf durchschnittlich 3:15 Minuten. Wer dann noch ein bisschen Wetter, Verkehr oder Lokalnews hat, ist bei einem 5-6-Minuten-Wortblock.

Ich möchte auch mal diesen Knopf sehen, der bei den Cue-Signalen am Anfang und Ende der BLR-News dieses laut hörbare Geräusch verursacht ...

Die dpa-News-Sprecher sind leider sehr trocken und haben so einen merkwürdigen Bundeswehr-Befehlston.
 
#6
Mal von den Nachrichten abgesehen: recht erfreulich finde ich, was die BLR auf die Schnelle liefert, wenn ein Promi stirbt oder von der Bühne abtritt. Letztes Beispiel war Harald Juhnke. Da überspielt die BLR schon ein paar Minunten nach Bekanntwerden komplette Portraits mit O-Tönen etc.

Im News-Bereich wäre eine Short-Version bzw. ein früherer Ausstiegspunkt in den News ganz sinnvoll.

Früher fand ich die NSR-News von RTL ganz gut. Aber die haben ja kapituliert und u.a. der BLR die Schuld gegeben.
 
#7
Es muß wahrscheinlich ein dampfbetriebener Knopf sein!! Bestimmt um die dreißig Jahre alt....Herstellerland unbekannt, möglichweise Russland!!! dort wurden solche Knöpfe mit Vorliebe aus kiloschweren Stahlblöcken herausgefeilt


Dann gibt es ja noch einen zweiten Knopf, der sogar noch lauter als der Cue-Knopf ist, nämlich der Knopf zum Otöne losfahren...das bumst wie in der Hammerschmiede...wahrscheinlich ist auch der Knopf aus Rußland!!!


Grüße
 
#8
Könnte die Knopf-Problematik vielleicht damit zusammenhängen, dass die Kollegen aus Bayern etwas rustikaler arbeiten? :)

Aber im Ernst: Rustikale Einrichtung mag noch zu verschmerzen sein (auch wenn das Knopfkrachen stört) - aber rustikale Nachrichten-Mache mancher BLR-Kollegen ist unangebracht.

Haben die kein internes Prüfungs-System? Weiss da jemand bescheid, ob es überhaupt BLR-Kriterien gibt, und vor allem ob deren Einhaltung überprüft wird?
 
#9
Das können die dpa-Fuzzis auch ganz gut. Aus Claudia Lorenz zum Beispiel wurde vor einigen Jahren Tina Eck ... Hat mit seriösem Journalismus wohl nur am Rande zu tun.

Die BLR-News sind für die bayerischen Lokalradios trotz aller Schwächen noch eine Bereicherung. Dass auch landesweite Sender (Landeswelle Thüringen, Radio Nora - noch aktuell?) sich dort die News einkaufen, muss mit der geringen Zahl von Alternativen und dem Preis zu tun haben. Weiss jemand, was die BLR kostet?
 
#10
ärgerlich find ich bei der blr nur die vielen versprecher.
inhaltlich sind die news auch nicht schlechter als bei den ör.
am anfang haben mich die fernsehtöne gestört; andererseits warum nicht: dem hörer ist es egal, er will nur aktuell informiert werden.
und zumindest im bayernformat ist die blr aktueller was die regionale berichterstattung betrifft, als alle anderen sender. antenne und br würden sich die finger für das korrespondentennetz abschlecken.
 
#11
Also ich kann nur ab und zu in Bayern hören. Aber die News sind wesentlich besser, aktueller und informativer als z. B. in Berlin.
Und in Bayern hat die BLR sowieso keine Konkurrenz. Sogar Antenne Bayern zieht sich immer mehr aus der regionalen Berichterstattung zurück und auch die Korrespondentenbüros des Bayerischen Rundfunks am Lande sind Flops. Die brauchen viel zu lange, bis sie ein aktuelles Nachrichtenstück abliefern.
Klar dass die BLR bayernlastig ist, aber auch hier fehlt die bundesweite Alternative, also muß sich Nicht-"Bayernland" eben damit begnügen, was angeboten wird. Selbstgemachte Nachrichten (das gibt es einige Beispiele bundesweit) sind auch nicht besser, dafür vermutlich aber teuerer.

[Dieser Beitrag wurde von marie am 30.12.2001 editiert.]
 
#12
@marie

Wenn die BLR den Anspruch hat, ein Deutschlandformat zu liefern (und das hat sie ja offenbar, da sie mehr als einen kunden ausserhalb bayerns bedient und mindestens einen eigenen News-Redakteur im aktuellen Dienst fuer die Dtl.-News beschaeftigt), dann darf dieses Format nicht bayernlastig sein - denn der Hoerer in BaWue, Niedersachsen oder MeckPom hat einen Anspruch auf Meldungen, die nach Bedeutung und nicht nach Regionalität ausgewählt wurden. Das dürfte bei 3 Minuten und der Fülle an TV-Tönen und Agenturen, die sie in München haben, doch auch kein Problem sein.
Wer da einfach die Meldungen seines für die Bayern-News verantwortlichen Kollegen übernimmt, ist m.M. nach faul.

2.) Zumindest im Dtl-Format finde ich nicht, dass sich BLR-Sprecher zu häufig versprechen.
 
#13
ich widerspreche Euch ja nicht. Find ja die Bayernlastigkeit auch nicht gut (abgesehen dass mein Freund in Bayern funkt).
Aber es liegt ja an den Abnehmern, wenn die die Stoiber-O-Töne dulden.

Das Problem liegt nur daran, dass auch einige Station in Bayern das Deutschlandformat abnehmen (z. B. das neue Jugendradio Galaxy) und die haben natürlich nichts gegen Stoiber.

[Dieser Beitrag wurde von marie am 30.12.2001 editiert.]
 
#15
Eine Nachricht mit einer Frage zu beginnen ist für mich absolut daneben.
Entweder hat der News-Sprecher etwas zu sagen oder nicht! In den Nachrichten werden keine Fragen gestellt! Der Leadsatz beinhaltet ja schließlich schon den Kern einer Nachricht...wie soll das mit einer Frage gehen??? Eine Frage beinhaltet immer die Spekulation über mindestens 2 Möglichkeiten eines Geschehens. Seit wann allerdings ist der Nachrichtenredakteur für das Verkünden von Spekulationen und das Anstellen von Mutmaßungen zuständig!!??In den News sind Fakten gefragt...und das mit Quelle!Alles andere ist unseriös, weil es dem Hörer vorgaukelt, daß eine Spekulation eine bestätigte Meldung sei.
Das Stellen von Fragen sollte man als Newsredakteur den Mods überlassen, da gehört es nämlich hin.
Die nerventötende Steigerung ist übrigens ein Meldungsbeginn mit: " Es sollte nur ein schöner Ausflug mit dem Schulbus werden, für 23 Kinder aus....wurde es zum Höllentrip"
Da fällt mir dann nichts mehr ein!

Versprecher bei der BLR sind glaub ich kein Problem. Das passiert jedem mal, da geben wir uns alle nichts!!! Und speziell Frau Willms ist eine sichere Presenterin! Aber mit ihrer Stimmlage sieht es schon anders aus. Ein Sprechtrainer würde das aber fix hinkriegen. Irgendwie scheint ihr niemand zu sagen, daß sie zuweilen entsetzlich schnarrt.
Was die Hörer-Beschwerden über die BLR angeht, so geht es da fast immer um den Inhalt und die Aktualität der Meldungen.
Es ist allerdings kein Gehemnis mehr, daß für den Deutschlanddienst der BLR die dpa nicht verwendet werden darf.

Übrigens ist der Preis für die BLR Verhandlungssache, habe ich gehört

Man könnte davon allerdings zumindest einen News-Redaktuer bezahlen...habe ich auch gehört


Grüße in die News-Runde
 
#16
Ich bin auch gegen eine Frage als Lead-Satz, teile die Argumentation von Mixdown aber nicht. Auch Spekulationen können - als solche gekennzeichnet - eine Nachricht sein.

Wichtig ist, dass die Nachrichten dialogisch sind - ein Gespräch mit einem Hörer, und kein Vortrag vor allen Hörern. Sowohl in Wortwahl als auch im Aufbau. Mit einer Frage ein neues Thema zu beginnen - das macht im Alltagsgespräch kein Mensch, es ist also nicht dialogisch und darum Quatsch. Fragen sind im Verlauf einer Meldung meiner Meinung nach erlaubt, wenn sie der Stringenz und Aufmerksamkeit dienen. Sie müssen dann allerdings auch sofort beantwortet werden. Anwendungsmöglichkeit sind zum Beispiel Wahlergebnisse, die mehrere Koalitionen ermöglichen: Erst Ergebnisse melden, dann kann's weitergehen mit der Frage "Wer regiert uns denn dann? Die CDU könnte zusammen mit ... gehen..." usw. usw.
 
#17
@HeinzSchenk
Ich kann deinen Ausführungen was den Dialog mit dem Hörer betrifft durchaus folgen!
Auch das Argument "Im normalem Gespräch fängt niemand ein neues Thema mit einer Frage an" ist schlüssig.
Jedoch finde ich einen fragenden Nachrichtensprecher auch im Verlauf einer Meldung als sehr unpassend!
Auch wenn ich mich jetzt als Vertreter der "reinen Nachrichtenlehre" oute...aber ein Nachrichtensprecher moderiert(und kommentiert) seine Meldungen nicht.niemals!. Auch rethorische Fragen z.B. Wer regiert uns jetzt?? (um sie dann gleich zu beantworten) sind Arbeitsfeld des Moderators.
Wenn Fragen und Spekulationen in den News auftauchen, dann wirklich NUR als deutliches Zitat bzw. wörtliche Rede eines Politikers oder wie auch immer gearteten Zeitgenossen.
...wie auch immer, das Wichtigste ist: News müssen für den Hörer einen Nutzen haben, sie müssen verständlich, logisch und natürlich wahr sein. Zu diesem Ziel führen allerdings mehrere Wege, das gebe ich zu.
Ich denke mal, HeinzSchenk, du siehst es ähnlich!!

Gruß in die Runde

[Dieser Beitrag wurde von Mixdown am 31.12.2001 editiert.]
 
#19
Manche drücken am Ende der News die knöpfe verkehrt, so dass das Intro der BLR-Wettermelodie noch mitgesendet wird - klingt katastrophal, wenn's dann nach ner halben Sekunde abbricht.


Nochmal was zu den Personen: Nachrichtenchef Sebastian Steinmayr liest für meinen geschmack ziemlich künstlich. Und neuerdings nimmt er die Aufsager ab, statt dass der Redakteur sagt: XY, aktuelle Redaktion o.ä.

Also mir gefällt's nicht. Immer noch verbesserungswürdig jens nöller (ex-Volo oder immer noch volo?), gut dagegen gefällt mir mike tomé - sachlich und mit schlichtem leadsatz-prinzip.
Weitere Meinungen?
 
#20
Das Glos-Thema war heute überall eines der Top-Themen. Man kann die Ablehnung von Themen aus München auch übertreiben. Neben Berlin ist München nun mal politisch am wichtigsten. Und die CSU-Spendengeschichte kann Einfluss auf den CDU-Kanzlerkandidaten haben.

Apropos Steinmeyr: gestern hab ich ihn wieder mal gehört. Er spricht "ig" am Wort-Ende ja grundsätzlich "ig" und nicht "ich" aus.
 
#21
@arno
Natürlich war Glos heute eine der führenden Meldungen, aber nicht als ausschließliche wiedergabe seiner Äußerungen! Ein Nachrichtengrundsatz ist die Ausgewogenheit!
Ich selber habe die CSU Sache mit Glos zeitweise auf der Eins gehabt. Aber in die Darstellung gehören immer beide Seiten.
Ein Nachrichtenredakteur darf nicht als Sprachrohr irgendeiner Partei auftreten, man beachte bitte wer hier wessen Rücktritt verlangt.
Und gerade weil ein angeblicher Spendenskandal der CSU Auswirkungen auf den Kanzlerkanidaten der Union hat, muß dem Hörer der Vorgang allseitig dargestellt werden.
Das geht allerdings nicht so, daß man nur Glos zu Wort kommen läßt.
Das ist Hofberichterstattung, und die habe ich kritisiert, nicht die Wahl des Themas.
Nochmal zur Klarstellung: die BLR-Newsmacher sind für mich Kollegen! Ich will sie nicht schlecht machen!!! Und wenn die BLR ihre Arbeit gut macht, dann sage ich daß genauso! (Boris Eichler weiß das
)
 
#22
Nachtrag: Weil wir gerade beim Thema Glos waren. BLR-Redakteur Jens Nöller hat sich mit den Glos-Äußerungen m.E. wesentlich besser auseinandergesetzt! Da gibt es nichts zu "nölen"!!!
 
#25
Habe mit Interesse die Beiträge zur BLR gelesen - und muß leider sagen, daß die meisten Beiträge ganz schön "giftig" sind, was die Sprecher betrifft.
Klar, Punkte wie die Frage, ob ein Leadsatz mit einer Frage beginnen darf/sollte oder nicht, sind durchaus konstruktiv. Deshalb finde ich das Forum alles in allem auch sehr gut.
Aber die Kommentare zu Versprechern sind m. E. zum Teil unter der Gürtellinie. Mal ganz ehrlich: Wer kommt denn fast ohne Verprecher aus ? Na ja, sicher einige gute Sprecher...

Trotzdem hierzu eine ( vielleicht gewagte )These:

Je besser die Arbeitsbedingungen und -atmospäre, ein kollegialer Umgang bzw. ein angenehmes Redaktionsklima, desto weniger Versprecher. Deshalb müssen diese Punkte bei der BLR im Gegensatz zu einigen bayerischen Lokalredaktionen wohl wesentlich mehr erfüllt bzw. gegeben sein...
 
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