NRW-Lokalradios nennen Bedingungen für Einstieg bei DAB+


#26
Machen wir es mal an einem Beispiel mit dem Overspill von Radio NRW und seinen Locals fest^^
Als ich noch in Köln wohnte, gingen neben Radio Köln mit dem nassen Finger:

Radio Leverkusen
Radio Berg (auf mehrerén Frequenzen)
Radio Neandertal
Radio Bonn/Rhein-Sieg
Radio Erft
Radio Euskirchen
Radio Rur
Radio RSG
Radio Wuppertal
Antenne AC

Wie gesagt, nicht mit Aufwand, sondern am Küchenbrüllwürfel.
 
#27
Das mit den Pendlern verstehe ich nicht. Einerseits heißt es, Lokalfunk soll nur in dem Gebiet empfangen werden können, für welches es zuständig ist - und jetzt soll Essen auch in Wuppertal empfangen werden und umgekehrt?

Hier wäre doch DAB+ die ideale Lösung. Einen Kleinst-Sender installieren, mit wenigen Watt Ausgangsleistung, und man kann das Versorgungsgebiet ziemlich präzise versorgen.

Jemand der zwischen Koblenz und Düsseldorf pendelt, oder zwischen Lüttich und Düsseldorf, bekommt seine Programme von daheim ja auch nicht per DAB+ in NRW "nachgereicht".

Also braucht ein "Neandertaler" seinen Heimatkanal ja auch nicht in Düsseldorf empfangen zu können...

A propos Nachreichen und dem Internet: manchmal muss man sich ja wundern, dass es in NRW nicht schon eine große Firewall gibt, wie in China.

Lustig. Vor 2 Tagen habe ich nachts geträumt einige NRW Lokalradios über einen Landesweiten Mux namens "NRW FN" empfangen zu haben. Alle sendeten mit 80kbps
Wird es nicht darauf hinauslaufen, dass dann mit 192 kbps oder gar 320 kbps gesendet wird, wenn man die Kapazität bewusst so einschränken möchte, dass keine konkurrierenden Programme mehr Platz finden sollen?
 
#28
Jemand der zwischen Koblenz und Düsseldorf pendelt, oder zwischen Lüttich und Düsseldorf, bekommt seine Programme von daheim ja auch nicht per DAB+ in NRW "nachgereicht".
Das kann durchaus so sein, wenn das DAB-Netz mal in Belgien weiter ausgebaut wird und vielleicht die Leistungen erhöht werden. Warum sollte da nicht auch am südlichen Niederrhein was zu empfangen sein? Zumindest bis zum Rhein sollte da mit gutem Equipment noch was zu machen sein. Grundsätzlich halte ich den Ansatz der Pendler für eine Ausweitung des Sendegebietes des Lokalfunks aber für überbewertet. Da Musik, Gewinnspiele, Nachrichten und landesweite Werbung eh zentral aus Oberhausen gesteuert werden, geht es maximal um die Regionalnachrichten und vielleicht ein bisschen Wetter und Verkehr. Wobei das Wetter in Düsseldorf jetzt nicht so grundsätzlich anders sein wird wie in Wuppertal oder Mönchengladbach zum Beispiel.
 
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#29
Es stellt sich ja die Frage, welche Motivation der Lokalfunk in NRW überhaupt haben sollte, dass seine Programme über DAB+ ausgestrahlt werden können.

Sollte DAB+ tatsächlich UKW ablösen, so darf, nachvollziehbar, die Verbreitung sich nicht verschlechtern. Bis dahin wird es ja noch ein paar Jahre dauern. So stellt sich für einen Platzhirschen natürlich die Frage, warum soll er zusätzliche Kosten in Kauf nehmen und der einzige Vorteil ist, dass er Wettbewerb ermöglicht. Also muss für ihn die Verbreitung zumindest ein paar Vorteile haben. So z.B. die schlechte UKW-Versorung zu verbessern um auch Pendler besser bedienen zu können. Immerhin ein Argument.

Das andere Argument ist, dass er in der DAB+ Senderliste auffindbar ist. Nicht jeder Hörer wechselt das Band um seinen Lokaldudler empfangen zu können. Wenn das DAB+ Bouquet für einen Teil der Hörer attraktiver ist als das UKW-Band, dann verschwindet der lokale Sender auf UKW schnell vom Empfangsradar etlicher Hörer. Soviel zur vermeintlichen Markenstärke von Radiosendern...

Und sonst? Ich interpretiere das so. Da die Lokalfunker erkennen, dass eine Verhinderung schwierig erscheint, hält man der Politik Stöckchen hin, über die sie jetzt springen möge. Mit einem Testbetrieb hätte man locker 1-2 Jahre Zeit geschunden. Und bis man die geeigneten Verbreitungsgebiete definiert hat, nochmals ein Jahr. Damit hätte man DAB+ schon mal 2-3 Jahre "geschoben". Und wenn man dann noch schafft, dass 80% der Kosten von wem auch immer getragen werden, dann wäre es sensationell! Dann ist auch völlig wurscht, ob man den Fehlerschutz erhöht und damit weniger Programme ins Land lässt. Dann hätte man zwar Wettbewerber, aber diese wären überschaubar. Läuft doch...
 
#30
Es stellt sich ja die Frage, welche Motivation der Lokalfunk in NRW überhaupt haben sollte, dass seine Programme über DAB+ ausgestrahlt werden können.

Sollte DAB+ tatsächlich UKW ablösen, so darf, nachvollziehbar, die Verbreitung sich nicht verschlechtern.
Du meinst den Overspill? Dieser ist bei UKW und bei den Lokalradios sehr hoch. Aber weshalb soll dieser Oberspill bestehen bleiben, Stichwort Pendlerströme. Darauf wollte ich mit meiner provokanten Aussage zuvor eigentlich abzielen. Es wird in Düsseldorf kein SWR mehr empfangbar sein, weshalb sollen dann die Lokalradios in NRW ihren jetzigen hohen Overspill behalten dürfen?
 
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#32
Was hält Ihr von einer Petition an den Bundestag? In NRW ist der fragwürdige 2-Säulen Modell beim Lokalfunk einmalig in gesamten Europa. Wozu das führen kann, ist am besten in NRW zu beobachten. Ziel der Petition wäre die Abschaffung des maroden, rückschrittlichen 2-Säulen Models, oder zumindest Erweiterung so wie es in den Niederlanden ist (national, regional, lokal, commerziell, usw.
 
#33
In NRW ist der fragwürdige 2-Säulen Modell beim Lokalfunk einmalig in gesamten Europa.
Nein eben nicht. Hab ich hier doch schon mal erwähnt. In Sachsen ist es genau das gleiche mit den Stadtsendern und in Tschechien hats die Hitradios die ebenfalls über eine selbe Playlist verfügen, gleiche/ähnliche Logos haben und auch gleiche Jingles. Ferner existieren in Deutschland noch Rockland Radio und Radio 21 sowie Antenne Sylt mit ebefalls einer Gleichschaltung. Energy kann man auch mit einbeziehen auch wenn das eher ein Radionetzwerk aus mehreren Sendern ist. Die Playlist ist trotzdem gleich, und abends sind sie eh gleichgeschaltet.


Du siehst es ist kopiert und zwar sehr schlecht
 
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#34
Wie dem auch sei.. Da die hießige Landesverhinderungsanstalt unfähig oder gar nicht arbeitet und die NRW Politiker zu sehr in die Machenschaften der Verläger und Zeitungen verstrickt sind, was einen Verdacht auf Gefälligkeitmechanismen erweckt, fände ich eine Petition als eine mögliche Lösung. Das kann doch wohl nicht sein, daß jahrelang das Duo Brautmeier-Eumann für nix unsere Steuergelder kassiert haben und nun deren ausgewählte Nachfolger. Lachhaft alleine die Nummer der Wahl des beiden Herren hier in NRW und RP als Direktoren. Von wegen Unabhängigkeit..
 
#36
Was hält Ihr von einer Petition an den Bundestag?
Was soll das bringen? Rundfunk, d.h. die Ausgestaltung des Rundfunkrechts, ist Ländersache. Übrigens eines der letzten Bereiche, die die Länder noch uneingeschränkt ausgestalten können.

Eine Klage im Rahmen des Wettbewerbsrechts vor dem Europäischen Gerichthof oder eine Beschwerde vor der EU-Kommission dürfte durchaus Chancen haben, denn NRW schränkt den Grundsatz vom freien Marktzugang unverhältnismäßig ein. Das Problem ist nur: Das könnte mit der Ausgestaltung auch andere Bundesländer mit ihren Landeskinderregelungen betreffen. Deshalb geht dort auch kein Wettbewerber ran.
 
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#39
Ferner existieren in Deutschland noch Rockland Radio und Radio 21 sowie Antenne Sylt mit ebefalls einer Gleichschaltung. Energy kann man auch mit einbeziehen auch wenn das eher ein Radionetzwerk aus mehreren Sendern ist. Die Playlist ist trotzdem gleich, und abends sind sie eh gleichgeschaltet.
Wo ist das Problem? Die Sendegebiete überschneiden sich ja nicht, da liegt es nahe, nur einmal Programm zu produzieren und das, ergänzt um lokale Inhalte, in verschiedene Versorgungsgebiete terrestrisch auszustrahlen. Genau da geht die Reise hin. Kann man schön in UK beobachten, die Spanier machen das schon seit ewig und 3 Tagen und hierzulande jetzt eben auch. Da könnte man das NRW-Modell schon fast als vorausschauend betrachten - wenn es nicht auf nur eine Kette beschränkt wäre.
 
#45
Aus dem verlinkten Artikel
Gemeinsam mit der Branche und der Politik arbeiten wir daran, eine attraktive Hörfunklandschaft in Nordrhein-Westfalen auch in den Regionen und lokalen Versorgungsräumen im digitalen Zeitalter zu ermöglichen.“
Das ist ja toll, dass man daran arbeitet. Kommt mir ungefähr so vor wie beim Berliner Flughafen, da arbeitet man auch daran. Es ist alleine schon ein Witz, dass in NRW die DAB-Ausstrahlung immer noch als "Pilotversuch" läuft, während in anderen Bundesländern längst Fakten geschaffen wurden und man da (z.B. Bayern) schon Lichtjahre weiter ist. Aber NRW Filz halt.
 
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#46
@Tweety: Wer nimmt denn solch böse Worte wie "NRW Filz" in den Mund??? Man kennt sich, man hilft sich. So!

Bevor man so ein Projekt angeht, muss man erst einen zeitintensiven, sehr gründlichen und anständigen CALL FOR INTEREST machen. Also einen neuen CFI. Wetten dass? :D:D:D

P.S.: War übrigens kein Witz. Also das mit dem CFI...
 
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#47
Also einen neuen CFI. Wetten dass?
Oder zumindest so etwas ähnliches. In einem Antwortschreiben vom Sommer dieses Jahres schreibt die LfM:

"In einem nächsten Schritt werden die Bedarfe in einer öffentlichen Bedarfsabfrage in Bezug auf die möglichen Regionen sowie deren Zuschnitt festgestellt."

Noch eine Anmerkung zum bereits durchgeführten CFI. Ihr erinnert Euch, dass die LfM im Anschluss bekannt gegeben hat, die Auswertung des CFI habe ergeben, dass es für lokale Bedeckung kein Interesse gebe. Wer Interesse an einer lokal begrenzten Verbreitung auf DAB+ angemeldet hatte, erhielt zur Antwort, dass eine kleinräumige Regionalisierung nicht mehr vorgesehen sei.

Jetzt bitte aufpassen! Im Antwortschreiben an die CFI-Teilnehmer vom 16.12.2015 schreibt die LfM:

"Ausdrücklich wurde im "Call for Interest" ermutigt, auch Interessenbekundungen für die lokale Verbreitung von DAB+-Angeboten abzugeben. Denn nach Prüfung der frequenztechnischen Voraussetzungen wäre beispielsweise auch "gebietstreue" Abbildung aller bestehenden Verbreitungsgebiete des Lokalen Hörfunks in NRW durch jeweils eigene VHF-Kanäle realistisch gewesen. Allerdings wurde im "Call for Interest" eine deutliche Skepsis an der finanziellen und praktischen Sinnhaftigkeit dieser Planungsvariante zum Ausdruck gebracht."

Mal abgesehen davon, dass die LfM diese Schwachsinnsidee tatsächlich ernsthaft erwogen hat und bei der BNetzA die Möglichkeit von 44 Multiplexen hat prüfen lassen, erscheint mir der Umgang mit den Interessensbekundern doch ziemlich perfid.

Wenn ich die Ausführung der LfM nämlich richtig verstehe, wurde zur Frage "Lokale Bedeckung" nur geguckt, ob die Lokalradios Interesse an lokalen Multiplexen zur Spiegelung ihrer UKW-Programme haben. Andere Interessenbekundunden daran sind demnach einfach unter den Tisch gefallen. Als von den Lokalradios nichts kam, wurde sinngemäß verkündet: Lokale Muxe machen wir nicht - Der Call for Interest hat ergeben, dass es hierfür kein Interesse gibt.

Ja, so macht man das, hinterher kann man sich obendrein noch einen basisdemokratischen Anstrich verpassen. Einem nächsten CFI jedenfalls traue ich nicht weiter, als ich ein Klavier werfen kann. Und irgendwie habe ich auch bei der Vorstellung des Gutachtens in fünf Tagen das komische Gefühl, ich könnte verarscht werden.
 
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