OK Radio Hamburg


@Dr. Fu Man Chu
Bei Radio 107 wurde z.T. sehr krude Musik gespielt, auch sehr oft die B-Seiten der Singles. Wenn man sowas sendet, ist es doch vorprogrammiert, dass das zum Scheitern verurteilt ist (zumindest sehe ich das so).
 
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Radio 107 war ein journalistisches, eher linkes Radio mit einer sehr breiten Musikauswahl und vielen Spezialsendungen wie z.B. "Sounds", hier konnte auch die Moderatoren und Gäste Lieblingsplatten auflegen. Das ganze Flair war besonders, da viele der Moderatoren noch ihren eigenen Stil hatten und diesen auch zeigen konnten. Es gab auch einmal die Woche eine relativ anspruchs- und phantaisievolle Kindersendung am Samstagmittag. Unvergessen natürlich auch Chris Hill's Soulbeat und Tanzbar mit Gerd Bischoff. Das ganze Programm war relativ aufwendig gemacht, der Laden hatte auch recht große Redaktionen für einzelne Sendungen. Mit dem Sender ging es allerdings wirtschaftlich schnell bergab. Der Endeffekt: Im September 1991 wurde aus Radio 107 das Schlagerradio alsterradio.

Im Jahre 2001 habe ich zu 107 mal diesen Thread eröffnet: https://www.radioforen.de/index.php?threads/radio-107-in-hamburg.644/.
 
@Holzohr
In der deutschen Kultur- und Medienszene macht sich, wer Erfolg hat schnell verdächtig. Besser ist, man hat Haltung und verkündigt etwas. Egal wie verschrubbelt es auch ist. Je elitäre desto besser. Solche Kulturvorstellungen sind schon sehr Deutsch, so etwas ist im angelsächsischen Raum ziemlich undenkbar. Radio 107 ist schon damals mit einem veralteten Konzept gestartet. Immerhin war das damals Deutschlands größter lokaler Radiomarkt. Berlin war zu dieser Zeit noch mehr oder weniger dicht. Außerdem nicht einmal annähernd so wohlhabend wie Hamburg. Die überdimensionierte Redaktion hat dem Sender dann den Todesstoß versetzt. Viel zu viele Besserwisser, die keine Ahnung hatten, was radiomachen wirklich ist. Die wollten sich in ihren Sendungen abfeiern, mehr nicht.

Die Geschichte widerholt sich ständig. Haltungsmedien fahren regelmäßig gegen die Wand. Wer unbedingt Menschen erziehen will, sollte Lehrer werden. Wobei, die armen Schüler.

Heute sind die Angebote zwar digital. Doch wer keinen gescheiten Content produziert, landet im Nirwana. Es erübrigen sich auch viele (fruchtlose) Diskussionen. Denn entweder Beiträge werden geklickt und haben eine geringe Abbruchquote, oder nicht. Wer das Online nicht hinbekommt, ist weg vom Fenster. Das ist eben die Spielregel.

Irgendwelche Erfolge in der Vergangenheit interessieren heute keinen Menschen mehr. Statt über Relaunches nachzudenken, sollte man endlich einmal die Sender konsequent digitalisieren. Aber nein, lieber werden die Erfolgsregeln und –konzepte aus den 2000er immer und immer wieder, mit samt ihren abgestandenen Promotions etc., durchgezogen. Ich treffe sehr viele Entscheider, auch in Hamburg, die reden über vieles, aber nicht über Radio. Warum wohl?
 
Als im März 1988 dann OK Radio starten wollte, hatte man angeblich keine weitere Frequenz für OK Radio. Also mußte man sich was überlegen. Das Ergebnis war, das sich RHH Ende 1987 oder Anfang 1988 beim NDR in Moorfleet auf der 103,6 MHz einmieten mußte (oder wollte ?), was im Nachhinein wohl das beste gewesen ist, was RHH passieren konnte. Denn wenn RHH noch heute auf der 95,0 MHz senden würden, dann wären sie wahrscheinlich nicht der erfolgreichste / meist gehörter Stadtsender in DE geworden, sondern da rum krebsen wie z.b. Energy HH oder HH Zwei.
Denn es ist ist schon ein gewaltiger Unterschied, ob man nur mit 100 Watt oder mit 80 KW senden kann und somit ein zig mal größeres Sendegebiet = mehr Hörer = mehr Knete in der Kasse hat.
https://www.abendblatt.de/archiv/19...der-107-neue-Frequenz-fuer-Radio-Hamburg.html RHH war nicht wegen OK-Radio gewechselt, sondern es war von Anfang an vorgesehen auf die stärkere Frequenz zu wechseln am 1.7.87. Auf die Frequenz hatte sich damals auch ein Anbieter Namens Radio 104 beworben, der dann später zu 107 wurde. Die Frequenz musste aber mMn erst von der DDR freigegeben werden, wie die Ostseefrequenz von RSH 100,2 MHZ, die ebenfalls am 1.7.87 on Air ging
 
@Dr. Fu Man Chu
Womit du sowas von Recht hast, dem ist nix mehr hinzuzufügen.

@megaK
Vielen Dank für die Richtigstellung.
Ich habe meine Infos für meine falsche Aussage aus dem Internet, die sich mit sowas beschäftigt hatten (die Webseite gibt es nicht mehr). Dann wurde auf der Webseite aber schlecht recherchiert, von der ich die Infos habe.
Danke nochmal für die Richtigstellung !
 
Die Frequenz musste aber mMn erst von der DDR freigegeben werden, wie die Ostseefrequenz von RSH 100,2 MHZ, die ebenfalls am 1.7.87 on Air ging
Ganz genau richtig. Als die Privatsender hier im Norden 1986/87 starteten, durften die leistungsstarken Frequenzen an der damaligen Zonengrenze nicht in Betrieb gehen. Das war offiziell erst ab dem 1.7.1987 möglich. Für eine vorherige Inbetriebnahme war eine Genehmigung der damaligen DDR notwendig, die es natürlich nicht gab.

Davon war nicht nur Radio Hamburg auf der 103,6 mit ihren 80KW betroffen, sondern auch R.SH in Schleswig Holstein. Die Sender Bungsberg (50KW), Lübeck (20KW) und Lauenburg (5KW) durften vor dem 1.7.87 überhaupt nicht in Betrieb gehen. Selbst der Sender Kiel 102,4 (15KW) durfte nur mit stark reduzierter Leistung (0,5 KW) senden. Ähnliches galt ebenfalls für die betroffenen Sender von ffn.

Für Hamburg kommt noch hinzu, das vom Heinrich-Herz-Turm wohl kein Betrieb von leistungsstarken UKW Sendern möglich ist.. Radio HH sendet vom NDR Mast aus Moorfleet und ex. Alsterradio, heute Rock Antenne HH vom zwischenzeitlich neugebauten Sendemast in HH-Rahlstedt. Vom Fernsehturm kommen nur die leistungsschwachen 89,1, 91,7, 93,0, 95,0, 96,0, 97,1, 98,1 sowie die 104,0 MHz. Die 95,0 Radio Hamburg war somit möglich, da man mit den damaligen 100 W kaum die damalige Zonengrenze erreichte. Möglicherweise gingen in Richtung Osten auch noch weniger als die 100W raus, denn nach Norden kam die 95,0 fast bis nach NMS noch einigermaßen brauchbar.
 
Von dieser Regelung müssten ja demnach viele weitere grenznahe Standorte (Dannenberg/Elbe, Braunschweig/Königslutter, Torfhaus/Westharz) betroffen gewesen sein. Konkret:

Antenne Nds. 104,9 + 106,1 + 106,3 MHz
Bayern 4 Kreuzberg 107,9
Bayern 5 Kreuzberg und Ochsenkopf 105,3 +107,1
hr3 Rhön 106,3
DLF 103,5 (wenn RHH 103,6 betroffen war)
FFH Nordhessen 105,1

Wann wurde denn in Lauenburg mit 5 kW über die Elbe gepowert? Laut den aktuellen Listen im Web ist das zumindest derzeit nicht (mehr) der Fall: 1 kW.
 
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Aus irgendwelchen Gründen, die ich selbst nicht nachvollziehen kann hatten damals viele Radiosender KIIS 102.7 FM aus Los Angeles als das große Vorbild. OK Radio hat die gleiche Verpackung, RTL Berlin hatte sogar die Morning-show kopiert und auch Top Music in Strasbourg hatte seine besten Zeiten mit dem KIIS 90 Paket.
 

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@Radiokid71:
Im Hamburger Osten bin ich noch nie gewesen.
Die 88.1 hatte ich aber dennoch einmal empfangen, und zwar war das im Rbf Maschen im Bürogebäude des Bahnhofs in der vierten Etage glaube ich. Die 100.9 von Energy ging da auch.
Vom Dach dieses Gebäudes, und von der mittlerweile maroden Straßenbrücke die den Rangierbahnhof überquert, kann man übrigens die Sender Rosengarten, Heinrich-Hertz-Turm, Moorfleet und Lohbrügge sehen.
 
Die Sender aus Lohbrügge empfange ich hier in Rahlstedt noch einigermaßen gut, je nach Wetterlage. Aber auch nur mit meiner 3-Element Außenantenne und meinem modifizierten Tuner (Denon TU-800 von 1988). Mit nem stinknormalen Radio ist hier der Empfang aus Lohbrügge nicht mehr möglich, selbst vom Fernsehturm gibt es mit einfachen Radios große Probleme beim Empfang.

Der Empfang von DAB+ ist hier in Rahlstedt mit nem DAB+ Kofferradio problemlos möglich, nur die Sender in Kisdorf (Kaltenkirchen) und Neu Wendhausen (Lüneburg) bekomme ich mit nem DAB+ Kofferradio nur an ganz bestimmten Stellen in meiner Wohnung. Mit meiner 12-Element LogPer Außenantenne und dem Hybrid Tuner (hama DIT2010MBT) bekomme ich alles sehr gut rein, auch den NDR aus Stockelsdorf (Lübeck) empfange ich trotz seiner 2 KW noch recht gut, sowie den NDR-Mux aus Kiel.
 
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