Optimod FM 8400


#1
Hallo, ich hab zur Zeit einen Optimod FM 8200 und könnte günstig einen 8400 erwerben. Ist der 8400 wirklich besser als der 8200. Er soll vor allem "Fetter" und sauberer Klingen als der 8200. Kann das jemand bestätigen ? M.f.G. Processorfreak
 
#2
Vergleich doch mal beide Handbücher, da steht ganz genau drin, was die Kisten können und was nicht. Dann kannst du entscheiden, ob dir die zusätzlichen "Features" (Stereobasisverbreiterung, etc.) das Upgrade wert sind.
Mehr "Magie" steckt nämlich auch im 8400 nicht.

Die Manuals gibt es hier: ftp://ftp.orban.com/
 
#3
Hallo icecube, Danke für den Link. Zur Stereobasisverbreiterung hab ich eh den Stereomaxx also ist dass nicht so wichtig. Aber ich habe gehört der 8400 hat im Vergleich zum 8200 die fünffache Rechenleistung, bringt das denn keine hörbare Verbesserung ?
 
#4
Ich kenne beide Geräte nicht "persönlich". Aber was heißt "Verbesserung"? Weniger "Dreck" bei gleicher Verdichtung? Mehr mögliche "Verdichtung" bei Anwendung des Kriteriums "mir ist völlig egal, wie verrotzt das klingt"?

Ich würde beim Vergleich zwischen 8200 und 8400 folgendes nicht vergessen:

"The algorithmic improvements in the 8400 have one significant cost—the input/output time delay is a minimum of approximately 15 ms and can be as high as 40 ms, depending on the setting of the BassClpMode control. To make intelligent decisions about how to process, the 8400 needs to look ahead at the next part of the program waveform. (Slowly changing bass waveforms require particularly long look-ahead delays.) As digital on-air processing advances further and further from its analog roots, this is the inevitable price of progress.

20 ms is below the psychoacoustic “echo fusion threshold,” which means that talent will not hear discrete slap echoes in their headphones. This means that they can monitor comfortably off-air without being distracted or confused."


(ftp://ftp.orban.com/8400/Documentation/8400_3.0.5_Operating_Manual.pdf Seite 3-13)

Vorher ab Seite 3-6 geht es schon um den Vergleich beider Geräte.

Beschissen klingen können beide (und ihre Nachfolger ebenso). Brauchbar klingen auch. Die das Gerät einstellende Person dürfte weitaus mehr Einfluss darauf haben als die Nummer auf dem Typenschild.
 
#6
Um noch was zum Grundsätzlichen zu sagen:
Die Grundstruktur des Optimods hat sich seit dem 8200 nicht wesentlich verändert.
2-Band AGC, 5-Band Multibandkompressor und Limiter/Clipper.
Das hat bis zum heutigen 8700er Modell Bestand.
Was sich geändert hat, ist einmal, die von dir beschriebene Rechenleistung, die beschränkt sich allerdings mehr auf die Limiter/Clipping-Sektion, die für den "Sound" erstmal keine Rolle spielt, sondern eher für die maximale Lautheit, und zum Zweiten kamen immer mehr und bessere "Enhancer" dazu. Bessere und feiner einstellbare Equalizer mit der bereits beschriebenen Stereobasisverbreiterung, sowie ein Höhen-Enhancing (z.B. Bekannt aus dem SPL Vitalizer) und so weiter.
Von der Grundsätzlichen "Klanggestaltung" her hat sich also kaum was verändert. Klar, ein paar mehr Factory-Presets kamen hinzu. Ob die allerdings der Schluss aller Wahrheit sind, wage ich zu bezweifeln.
 
#7
Vielleicht solltest Du vorher mal testen, ob Du die 8400er Software auf deinem Rechner installieren kannst ... ;)

Die Geschichte von abrauchenden Netzteilen hab ich schon mehrfach gehört, allerdings auf den Omnia.fm und die ersten 8200er bezogen. Orban hat der PSU vom 8200 dann einen Lüfter spendiert, das half wohl. Mein 8200er ist 24/7 eingeschaltet und im engen Rack verbaut, ohne dass ich bisher Probleme hatte.
Ich hab die Tage erst herausgefunden, dass man die Netzzteilplatine des 8200 wohl immer noch bekommen kann.

Ich bin mit meinem 8200 eigentlich ganz zufrieden, fürs Selberhören braucht es auch nicht maximale Lautheit, die geht irgendwann nur auf die Nerven.
Mich hat der 8400 nie sonderlich interessiert, ich würde lieber mal mit einem 8600 oder 8700 spielen ...
 
#8
Ich hätte eher mal gerne die beiden Telos Flaggschiffe Omnia 9 und 11 in den Fingern.
Mit der Breakaway Software bekommt man immerhin mal einen "kleinen Vorgeschmack" auf das, was der Omnia 9 kann (AGC- und Multibandsektion sind angeblich identisch). Aber sich extra ne 10k€ Kiste anschaffen, nur zum rumspielen, ist wirtschaftlich sehr fragwürdig.
Vielleicht sollte ich doch mal Lotto spielen...
 
#10
Beide Geräte sind mir mehr als vertraut.

  • Bass: Der FM 8200 besitzt lediglich einen HARD Bass Clipper. Verbunden mit dem 3P Bass Enhancer hat das gerne mal diesen typischen „Bass Kick“ gegeben. Man konnte es lieben oder hassen. Ich mochte es immer. Der FM8400 hat nun einen einstellbaren Bass Clipper. Soft, Medium, Hard und (da dieser eine gewisse Latenz erzeugt) einen Low Latency Bass Clipper HardLL. Der kommt dann dem knatter Bass vom FM8200 nahe. Im allgemeinen sind die Clipper im FM8400 viel sauberer. Gefühlt „fährt der Bass sauberer durch“.
  • Enhancer: Gabs nicht im FM8200. Los geht’s mit der Stereo Basis Verbreiterung im FM8400. Weder die 222 noch Delay (man sagt hier auch Stereomaxx Emulation) Stereo Enhancer sind besonders gut. Die wurden auch in den folgenden Versionen nie besser. Dafür kann man den sum/diff Mode im AGC Bereich gut nutzen. Entspricht dem matrix Mode einer Ariane (in etwa
    HF Enhancer: ist zwar noch in den Kinderschuhen im FM8400 (der wurde ab FM8600 richtig gut) aber poliert ödes Material schon ganz beachtlich
  • MPX Limiter. Gabs im FM8200 nicht. Und steckt im FM8400 auch noch ziemlich in den Kinderschuhen. Bei 0 dBr muss man sich schon viel Mühe geben, noch ein paar begehrte kHz Hub zu erreichen

  • Kurzum kann man sagen. Man hat im FM8400 deutlich mehr Zugriffe, als im FM8200. Da wurde viel „under the Hood“ eingestellt, oder es gab bestimmte Funktionen einfach noch nicht. Im Major Markt wird ein FM8400 heute natürlich gegen die aktuellen Versionen oder gar gegen Omnia abstinken.

  • Novum FM hat einen hervorragend eingestellten Omnia 11 :)
 
#11
Hi zusammen,
ich habe neugierig Eure Threets gelesen. Muss aber gestehen, ich bin damit völlig überfordert.
Ich weiß, das Radiosender Optimods nutzen um den Sound etwas "anzufetten".
Dabei fange ich an zu zweifeln, was nun gut oder weniger gut ist.
Viele Streaming-Dienste bieten inzwischen "UHD-Steaming" an. Also 24 Bit/48 kHz.
Und diese Streaming-Dienste werben mit der Aussagen: "So wie es der Producer im Studio "gemastert" hat".
Sollte man als nichtprofessioneller Hörer sich so eine Software anschaffen? Ich habe eine für mich doch eher hochwertige Anlage (Teufel System 4 THX an einem Onkyo 676).
Wenn ich zwischen Radio (z.B. SWR3, die ja Optimods verwenden) und den UHD-Streams vergleiche, stelle ich fest, dass das Radio schon fetter klingt. Aber gehen nicht durch das "aufblasen" von Frequenzen die eigentlich feinen Nuancen verloren?
Macht es Sinn, als privater Nutzer, der Spaß an der Musik hat, einen Optimod zu nutzen?
Ich hab mit "Radio Optimizer" geliebäugelt.
Wie ist Eure Meinung dazu?
Beste Grüße
Kai
 
#13
Hallo Kai,
klingt nach einem ziemlich höllischen Plan. Wir brauchen gar nicht lange reden, ich kann dir nur raten: mach das auf gar keinen Fall, verbunden mit deinem Kontext! Stell dir vor du würdest z.B. SWR 3 ein zweites Mal "aufblasen". Deine ganze Idee erinnert eher an den klassischen "Loundness Button"
Soundprocessing ist dafür da Übertragungswege zu optimieren und ein möglichst homogenes Klangbild für den Hörer/Zuschauer zu schaffen. All das findet auf oder vor der Übertragungsstrecke statt, aber in dem Sinne nicht bei dir zu Hause.
Optimiertes Processing für UKW hat sogar noch viel mehr "Schweinerein" parat. Emphasis, hartes Clipping und einen Limiter/Kompressor, der am Ende eine bestimmte Loudness Kurve abfahren muss (Stichwort BS 412).
Du ahnst, was jetzt kommt. Hier wird nichts hochwertiger gemacht, sondern schlichtweg "angepasst" und ganz stark optimiert. Wenn deine Idee unsere "Goldohren" lesen, springen diese zu 100% aus dem Hemd ;)

Und einen Audio Stream "UHD" zu nennen finde ich total daneben. Das ist ein Begriff aus der Fernsehwelt. Bei Audio gibts kein UHD, sondern einfach eine popelige lineare WAV Datei. Das ist dein UHD für Audio. Alles nur ziemlich fatale Marketing Begriffe. Und bei einem "UHD Audio File" würde ich schon 96 kHz voraussetzen :- )
Alles ziemlicher Quatsch. Am Ende gibt es ein Mastering, welches (zumindest früher) noch mal länderspezifisch angepasst wurde (Japan Pressungen waren meiner Meinung nach immer die Besten) und das wars. Diese Romantik ist heute lange verflogen, da haben die meisten Songs niemals das MacBook verlassen, bevor es auf den "Markt" kommt. Entsprechend rotzig und vermatscht klingen daher viele Songs. Omnia und Stereotool haben daher eine "DeClipper" Funktion um den ganzen Rotz wieder einigermaßen zum Leben zu erwecken. Klappt auch erstaunlich gut.

Wenn du natürlich Spaß daran hast Sound zu verbiegen und anders klingen zu lassen, kannst Du dir natürlich gerne einen Optimod zu Hause hinstellen. Aber dann wirklich nur für deinen eigenen Spaß! Nicht um was "besser" zu machen.
Von Tools wie Radio Optimizer oder so kann ich dir auch nur abraten. Wenn hol dir das "Original" von Orban oder auch Omnia ins Haus. Gibts gebraucht ab und zu in der Bucht zu vertretbaren Preisen.
 
Zuletzt bearbeitet:
#14
Dem ist nichts hinzuzufügen. Soundprocessing empfiehlt sich, wenn Du Frequenzen modulierst (also SENDEST), aber auch erst dann. Wenn Du nur streamst: Okay, ein Limiting ist angebracht, um Lautstärkeunterschiede anzugleichen, eventuell kannst Du auch etwas am Frequenzgang optimieren, aber eher sachte. Wer für sich daheim "fetten Sound" braucht, kann ja mal mit Software-Processing rumspielen. Mir geht manchmal auch bei Spotify ein stark wechselnder und manchmal arg verschnupfter Sound auf die Klöten. Aber das lässt sich durch nachträgliches Verbiegen kaum verbessern. Naja, so lang es noch besser klingt als Big FM...aber das kriegt vermutlich jede 20-Euro-Quäke vom Discounter hin.
 
#15
Hallo zusammen,
ich danke Euch erstmal für die klaren und aufklärenden Worte.
Was das "Audio-UHD" betrifft war mir schon klar, dass es aus der Bild-Technologie übernommen wurde. UHD bedeutet tolles Bild und suggeriert somit auch tollen Sound. Ich hab mir die sogenannten UHD-Tracks bei Amazon und bei Tidal angehört. Einen Unterschied zu dem MP3-gestampfe hört man schon, wenn man etwas Feingefühl hat.
Ich werde also die Finger von diversen Optimziren lassen.
Eine letzte Frage noch: Was würdet Ihr empfehlen - Tracks in FLAC oder in WMA Format speichern? Ich meide iTunes und somit das ALAC-Format.
Als Player für den Hausgebrauch nutze ich VirtualDJ, was echt viele Formate kann. Ausgeben tue ich das Signal über HDMI.
Nochmals Danke für Eure klärenden Worte!
Schöne Adventszeit Euch noch.
Beste Grüße
Kai
 
#16
Moin,
WMA kenne ich als das so ziemlich inkompatibelste und zickigste Format in der Rechnerwelt. Damit stellen sich u.a. Macs tierisch an, und eine Zeitlang hat das DRM nur Stress gemacht.
Wenn Du FLAC nutzen kannst, mach das. Es steckt im Namen, das ist ein freier verlustfreier Codec, also die beste Alternative zur unkomprimierten Wavedatei.
(übrigens kann iTunes auch andere Codecs, unter anderem MP3 bis 320kBit/s. Benutze ich so, bietet mehr als anständige Klangqualität, und man ist keinem proprietären Codec ausgeliefert)
 
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