Ostseewelle: Entwicklung zum reinen Chartsender?!


Ich hab mal in den letzten beiden Wochen was ausprobiert: Eine Woche hörte ich lediglich Antenne MV, eine Woche Ostseewelle. Mein Ergebnis: Ostseewelle ist weitaus "besser". Das "besser" hat nichts mit persönlichem Geschmack zu tun, außer was die Musikauswahl betrifft. Es ist eindeutig ein Mehr an Qualität. Angefangen von den Nachrichten über die Moderationen bis zu kurzen Berichten zwischendurch. Es ist vor allem die Regionalität, mit der OW hier punkten kann. Selbstproduzierte Nachrichten aus MV gibt es bei Antenne nur in der Morningshow. Den Rest des Tages kommen die Nachrichten wohl aus der Regiocastbude. Da wird dann mal ein kleines Thema aus MV mit eingebaut um hier das "MV" im Sendernamen noch rechtfertigen zu können. Ansonsten bestehen die Moderationen und die Jingles nur aus "Antenne MV zahlt ihre Rechnung". Ganz schrecklig. Ob man nun mit den 80'er Hits die Masse erreicht, wage ich auch zu bezweifeln, die sind tlw. 40 Jahre alt. Dafür spielt OW gefühlt jetzt mehr 90'er. Das trifft, denke ich, eher den Nerv. Ostseewelle, du machst im Moment alles richtig. Großes Kompliment an das gesamte Team! Die Nachmittagsshow mit André: Chapeau!
 
Hab ich auch gehört. Sie ist freiberufliche Synchronsprecherin und Nachrichtenredakteurin bei Radio Fritz. Ich würde sagen sie ist auch die Stimme, welche oft neue Titel im laufenden Programm bei OW ansagt.
Auch von BB Radio-Redakteuren werden manchmal Nachrichten bei OW gesprochen. So von Jessica Gummersbach, Mandy Schmidt oder Frank Philip.
 
Danke dir für den Hinweis :) Und wie schon geschrieben: großes Kino, wie das bei euch mit den Nachrichten gelöst wird! Den ganzen Tag stehen regionale Themen im Vordergrund. Das einzige, was mir nun noch fehlt bei euch: Eine Nachtsendung, live moderiert ;)
 
Max Käther von Fritz macht ebenfalls Nachrichten für beide Sender. Scheint nen reger Austausch zu herrschen...

Der Regio-Teil ist auf jeden Fall gelungen, jedoch manchmal etwas verwirrend beim Auto-Radio, wenn man sich an der Frequenzgrenze befindet wie z.B. in Schwaan. Dann gibts oft unfreiwillig nen Sprung und die Beiträge vermischen sich
 
Meinung zur neuen App kann ich nur bestätigen. Sehr gelungen.
Andere Frage: Morning Frau Andrea ist im Mutterschutz.
Bin davon ausgegangen, dass Johanna Stiller an die Seite vom kleinen Uwe rückt.
Bisher moderiert dieser allerdings nun morgens alleine.
Hat da jemand ne Info?
 
Ich wünsche mir, dass die Ostseewelle diesen Songbranding-Quatsch aus dem Programm verbannt. "Neu bei..." kann genauso gut der/die Moderator/in ankündigen (gern gekoppelt an eine aktuelle Nachricht rund um Künstler/Band). Das zieht man dann eine Woche quer über die Sendestunden verteilt durch und danach läuft der Song halt einfach. So wäre ein Moderations-Slot gefüllt.
 
Schon krass, wie sich Ostseewelle und Antenne MV von den Hörerzahlen angenähert haben. Und auch beachtlich, dass beide nicht mal mehr 200.000 Hörer pro Stunde schaffen. Das ist aber in Berlin und Brandenburg ebenso....
 
Schon krass, wie sich Ostseewelle und Antenne MV von den Hörerzahlen angenähert haben. Und auch beachtlich, dass beide nicht mal mehr 200.000 Hörer pro Stunde schaffen. Das ist aber in Berlin und Brandenburg ebenso....
Beachtlich ist tatsächlich, dass sich Radio immer auch weiter entwickelt und Hörgewohnheiten der Nutzer grundsätzlich nicht stehen bleiben, wie im Wachsfigurenkabinett. 🤔

Das ist nicht nur in Berlin, Brandenburg oder MV so, wenn man sich aktuell erst wieder ausgewiesene Zahlen so anguckt.

Persönlich: die Abstände von AMV und OSW waren schon immer wie ein Gummi, der sich dehnt oder zusammenschrumpft. Ich finde es super, dass es diesen Wettbewerb gibt. Wäre sonst ja auch langweilig 😑
 
Naja...im (Nord)-Osten außerhalb Berlins von einem "Wettbewerb" zu sprechen ist schon leicht blasphemisch. Wirklich hart umkäpmft ist der Markt trotz der diversen Kleinstanbieter nicht. Landesweit gibt es 3 starke Player, der Rest läuft KOMPLETT unter ferner Liefen. Selbst BB Radio, Radio Brocken, Hitradio RTL (Antenne) Sachsen oder Sputnik wird doch kaum noch wahr genommen. Und was waren das mal für starke Sender.

"Wettbewerb" gibt es in München, Hessen, Rhein-Neckar, Saar-Lor-Lux, Baden, Schwaben...

Aber nicht im Osten. Außer RTL, Berliner Rundfunk, Radio MV, Jump, PSR, SAW spielt da kaum etwas eine Rolle. Und gerade die Zahlen von Jump sind seit Jahren alarmierend, verglichen mit der Zeit 2000-2004.

Und dass die Zahlen rückläufig sind liegt vielerorts an Machern die nicht bereit sind Risiken einzugehen. Gerade die Stationen in Sachsen und Sachsen-Anhalt waren Anfang der 90er mit einem Schlagerformat richtig erfolgreich. Und damals hatten die MDR und NDR Landesprogramme alle noch Schlager im Pool.

Wenn man die Zahlen richtig deutet und zwischen den Zeilen liest hört sich das eher so an als wenn viele früherer Hörer einfach die Schnauze voll haben von den 500 besten Hits der letzten 30 Jahre und die die darauf stehen sich das ganze werbefrei im Webchannel oder als Abo auf ihr Handy holen.


Vielleicht sollte man einfach mal wieder etwas wagen, Mut zeigen? Das hat gerade der Sender Ostsee-Welle 2001/2002 getan, nach vielen eher schwachen Jahren. Und das hat eingeschlagen wie eine Bombe. Aber Erfolg macht träge und bequem. Und wer oben schwimmt, der braucht sich nicht anstrengen um zu paddeln. Aber irgendwann steigt der Wasserspiegel eben doch mal an.

Spätestens wenn die Bundesregierung das gescheiterte DAB System irgendwann auf Druck der Geräte-Industrie dann doch einmal zwangsweise per Gesetz durchwinkt, ist das der sichere Tod vieler Stationen. Sieht man ja gut in Norwegen, dass viele Menschen ohne Radio leben können und sich für den Neupreis eines neuen Empfängers lieber ein Jahresabo ihres lieblings-Streamingdienstes leisten.

Ich hoffe, es komtm anders. Mir gefällt dieser Trend so gar nicht. Aber dafür bedarf es eben auch Machern mit Vision und Weitblick, die rechtzeitig den Arsch hochbekommen und nicht nur darauf warten dass irgendwann die neuen Trends an die Tür klopfen. Man muss schon von sich aus etwas bieten und investieren um der neuen Konkurrenz aus der digitalen Netzwelt Paroli bieten zu können. Endlos Musikstrecken sind da sicher der falsche Weg, damit macht sich das Live-Medium Radio überflüssig.
 
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Auch wenn ich vermutlich jetzt wieder als „Dauernörgler“ dastehe, aber für meinen Geschmack wird die Musik immer schlechter. Aktuell finde ich es besonders schlimm. Von Abwechslung ist fast gar nichts mehr zu hören. Die aktuellen Titel werden bis zum Erbrechen gespielt und ich habe das Gefühl, dass diese auch immer öfter laufen, als das noch vor ein paar Jahren der Fall war. Für Leute, die vielleicht mal eine halbe Stunde Radio hören, mag die Musik ja klasse sein. Aber wenn man Tag für Tag 8 Stunden lang im Büro diesen Sender hört, ist das mittlerweile alles andere als hörbar und grenzt fast schon an Ohrenverletzung:)



Die 80er und 90er werden auch immer weniger und ich habe das Gefühl, dass diese so langsam gänzlich gestrichen werden und gar nicht mehr zu hören sein werden. Vor einiger Zeit war es noch so, dass pro halbe Stunde ein 80er oder 90er lief. Finde ich das schon ziemlich wenig. Jetzt ist es aber mittlerweile so, dass man vielleicht auch mal 2 oder 3 Stunden am Stück keinen einzigen hört. Leute, Ihr konntet wirklich mal besser! Ihr habt Euch gaaanz weit von allen anderen abgehoben. Jetzt ertappe ich mich aber dabei, dass ich immer öfter mal zu Antenne MV umschalte. Hier werden zwar auch die Charthits gedudelt, aber hier laufen eindeutig mehr Klassiker. Pro Stunde etwa 4 80er oder 90er. Früher hatte man nicht mal im Traum drangedacht, zu Antenne zu zappen…



Damit möchte ich nur sagen: Gebt Euch doch wieder ein wenig mehr Mühe wie vor ein paar Jahren, dass Ihr nicht noch mehr Zuhörer an die Konkurrenz verliert.



Etwas Positives möchte ich dennoch erwähnen, auch wenn es schon etwas länger her ist. Die Silvestershow mit Mike Ross und Maike war absolut der Hammer. Die Musik war aller erste Sahne. Hier hat man Perlen gehört (Helga Hahnemann „Jetzt kommt dein Süßer“ z. B.) die man schon ewig nicht mehr gehört hat. Kaum war die Sendung nach Mitternacht rum, ging der Einheitsbrei wieder von vorne los. Braucht man für solche geile Mucke und „Perlen“ denn immer eine spezielle Sendung? Kann man das nicht einfach so mit im normalem Programm spielen?
 
Lieber Daniel. Natürlich werden es immer weniger 80er und 90er. Es passen halt nur ein gutes dutzend Musiktitel in die Sendestunde. Während sich die Zeit fortentwickelt und immer mehr Musiktitel "existieren", ist die Definition der Stunde seit Jahren unverändert.

Was machen wir denn jetzt?

a) das metrische Stundensystem einführen (1h = 100min = 10.000 sec) ? (Lobbyarbeit, teuer)
b) Titel schneller abspielen, damit mehr in die Stunde passt?
c) Titel nach 2:30 abbrechen?

Radio wird immer ein Kompromissmedium bleiben.
 
Ich als Hörer kann den Worten von Pfälzerwald nur zustimmen. Gerade im Bezug auf die MA sollte man Risiken eingehen. Wer nichts riskiert, wird nicht beachtet. Wer etwas riskiert, der wird wahrgenommen. Allerdings sollte dieses Risiko langfristig angelegt sein, gerade weil Radio "slow business" ist, sich ständig verändernde Sender eher kontraproduktiv auf die MA-Zahlen auswirken. Ostseewelle hat es in den frühen 2010ern gut verstanden, risikofreudig und trotzdem klar positionierend darzustellen. Wie wäre es beispielsweise, einzeln "mutige Titel" neben altbewährten einzustreuen? Das hat NDR 2 in den Jahren 2005 bis 2007 auch hinbekommen - mit beachtlichem Erfolg. Man führt die Leute mit Kleinigkeiten.

@ Radionarr76: Ist es nicht schon seit Jahresanfang so, dass ab 20 Uhr der Automat läuft? Ich persönlich finde es schade - ab 22 Uhr war mir auch lieber. Aber damit folgt die Ostseewelle dem Beispiel Antenne MV, welche auch ab 20 Uhr keine Moderation mehr hat. Reine Abspielstation dann.
 
Hallo nurzumspassda und in die Runde,
ich stimme dir völlig zu, dass Veränderungen im inhaltlichen aber auch im on-air Bereich sicherlich auch bei der Ostseewelle wünschenswert wären.
Die Nachmittagssendung mit "Herrn Schneider" sehe ich als absolut positive Veränderung. Hier ist die Hörernähe durch Regionalität spür- und hörbar.
Ich persönlich sehe deutliches Potential im der Abendschiene. Ab 20.00 Uhr (bei Antenne MV ist dann ja schon Funkstille) sollte doch die Chance genutzt werden, eine klarere Positionierung zum Beispiel über Spezial-Musik-Sendungen mit Hintergrundinfos zu erreichen. Dies muss ja nicht zwingend 22.00 Uhr enden. (Sorry an Rossi und Christian Rentz für die potentiell längere Schicht 😅)

Und ich muss auch sagen, dass die Opener etc. einen deutlich frischeren Anstrich vertragen könnten. Aber auch hier kann man genüsslich drüber "streiten".

Deine Aussage, dass die Abendschiene seit Jahresbeginn durch den Automaten ersetzt wird, stimmt nicht.
Ross, Rentz oder auch einige Zeit Volontärin Johanna haben fleißig ihren Dienst gemacht. Krankheitsbedingt sind in den letzten Wochen einige Shows entfallen.
 
Inzwischen sind Antenne MV, OW und Radio MV von der Musikauswahl kaum noch zu unterscheiden, weswegen nun das Drumherum für mich entscheidend ist, und da liegt der NDR bis 16.00 Uhr klar vorn.
Danach ist OW unschlagbar!
Was ich nicht verstehe: Wieso wurde die Stationvoiceansage bei OW vor ein paar Monaten furchtbar radikal beschnitten? Das hört sich jedes Mal grauenhaft an, als wenn was fehlt. Es wird auch mit der Zeit nicht besser.

Leider ist Fritz als Alternative unhörbar geworden. Der Sender ist inzwischen sowas von politisch aufgeladen, als wenn die grüne Jugend das Kommando übernommen hat.
Die Reaktion darauf ist auch eindeutig: Sie haben die höchsten Verluste aller Radiostationen in Deutschland hinnehmen müssen.
 
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