Ostseewelle: Entwicklung zum reinen Chartsender?!


NatĂŒrlich wird es immer Leute geben, die sich darĂŒber beschweren, dass es weniger 80er und 90er im Radio gibt, naja zumindest bei den ,,Dudlern", wie sie so schön genannt werden. Ich war erst auch einer von denen, die sich darĂŒber beschwert haben, wie man vielleicht bei Ă€lteren BeitrĂ€gen mal gelesen hat. Doch bevor die berĂŒhmte Redewendung ,,Wer im Glashaus sitzt,..." kommt, sage ich dazu nur: Ich habe mich vor lĂ€ngerer Zeit oft beschwert, weil es fĂŒr mich in der ersten Zeit sehr ungewohnt war, immer weniger 80er und 90er zu hören. Ich bin so aufgewachsen und habe das Radio so kennen gelernt. Doch ich habe mich inzwischen daran gewöhnt, dass die Klassiker immer weniger werden und finde es gar nicht mehr so schlimm. Es gibt, wie du schon schreibst, immer mehr Hits, die existieren und wenn man das Programm richtig macht, dann kann auch ein Sender ohne 80s/90s abwechslungsreich sein.

Die 60er und 70er wurden schließlich auch eines Tages aus dem Programm genommen. Ich kenne, zumindest in meinem Umfeld, sehr wenige, denen es stört. Die meisten hören dann halt ihre eigene Musik oder schalten einen Sender ein, der eben noch 60er und 70er spielt.

Genau so wird es auch einiges Tages mit den 80ern und 90ern sein. Noch regt man sich auf, aber eines Tages stört es keinen mehr.

Frage: Liege ich richtig? War es damals mit den 60ern und 70ern genau dasselbe, das alle gejammert haben? Wenn ja, denn stört es tatsÀchlich heute keinen mehr und naja.. der Rest: Siehe vorletzten Absatz.
 
Ich höre am liebsten Programme, die Musik von den 50er/60ern bis ganz pressfrisch spielen. Und das kann passend gemischt werden...man muss es halt können und die richtigen Titel kombinieren :D
Ich sag mal so: Die deutschen Radiomacher haben kein gutes HĂ€ndchen bei der Musikzusammenstellung und sind immer zu sehr "moll", zu balladenlastig, es klingt oft irgendwie traurig. Und sie können am Mikro kein gutes Unterhaltungsradio, bis auf gaaanz wenige Ausnahmen. Ein Mann wie Thomas Schmidt wĂŒrde womöglich beides besser hinbekommen als 99% der Programmchefs in Deutschland.
 
Radiocat, 100% Zustimmung. Genau aus dem Grund höre ich deutsches Radio auch wenig bis gar nicht mehr. In Sachen Information sind die Deutschen super, ich sage nur: Deutschlandfunk. Aber unterhalten können sie nicht (mehr). Irgendwie schade, aber gut, dass es im Ausland GegenstĂŒcke gibt.

@ MegaRadioFan: NatĂŒrlich kann man Musik am Alter festmachen. Man kann sie aber auch an Faktoren wie Provokation, Angepasstheit oder anderen Kriterien unterscheiden. NatĂŒrlich ist zweiteres zum einen eine Definitionsfrage und zum anderen mit mehr Arbeit verbunden. Aber selbst die Jugend, die mir ĂŒber den Weg lĂ€uft, macht dank des Zugangs zu allen möglichen StĂŒcken diese lĂ€ngst nicht mehr am Alter fest. Es gibt einfach genĂŒgend Titel, die von Jung und Alt gleichermaßen favorisiert werden. Und spĂ€testens, wenn man herausfindet, dass ein Werk gecovert ist, interessiert man sich oft fĂŒr das Original - und lernt gegebenenfalls weitere Aufnahmen aus der jeweiligen Richtung kennen. Was will ich damit sagen?

Die Ă€lteren StĂŒcke, die man in den jeweiligen Playlisten einstreut, mĂŒssen nicht zwangslĂ€ufig <20 Jahre alt sein. Auch Werke aus den 70ern passen in ein Programm mit aktuellen Titeln noch gut rein. NatĂŒrlich werden sie seltener, aber sie sollten nicht zur GĂ€nze verbannt werden, nur weil sie "35 Jahre alt" sind. Die Schablonenzeiten aus den 90ern, wo Musik in zwei Zonen (50er bis 70er = alt und nicht bespielbar, 80er und neuer sind okay) eingeteilt wurde, sind bereits seit zehn Jahren vorbei - gerade, weil die 70er und 80er viele Perlen haben, auf die viele Sender bis heute nicht verzichten möchten - und die Hörer ĂŒbrigens auch nicht. Deswegen spielt die Ostseewelle (und damit komme ich zu dem Sender zurĂŒck) sie auch heute noch. Ich sage nur Michael Jacksons "Don't Stop (Until You Get Enough)", welches dieses Jahr runden vierzigsten Geburtstag hat.
 
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Ja, aber das sind immer die gleichen Kandidaten. Michael Jacksons „Don’t stop til you get enough” ist so ziemlich der einzige 70er, der im Programm lĂ€uft. Ich stimme ich voll und ganz zu. Es gibt auch Perlen aus den 70ern, die leider vernachlĂ€ssigt werden. Und als Radiosender sollte man NICHT sagen: „Der Titel ist aus den 70ern, also wird er grundsĂ€tzlich im normalen Programm nicht gespielt“.

Ein großer Klassiker wĂ€re auch „Lady in Black“ von Uriah Heep, den ich gerne höre. Aber wird das von OW gespielt? Nein. Oder Village People „Y.M.C.A.“ Viele sagen jetzt logischerweise, dann soll ich eben den Sender wechseln. Klar, NDR 1 MV spielt das mit Sicherheit. Aber hier werden wieder die aktuellen Hits vernachlĂ€ssigt. Ich persönlich höre gerne die Klassiker (70er bis 90er), aber ich möchte auch gerne wissen, was gerade aktuell angesagt und sozusagen „pressfrisch“ ist. Schade, dass sowas in Deutschland bei den Radiostationen nicht oder fast nicht möglich ist. Es mĂŒsste sich halt mal jemand trauen. Doch, ein Radiosender fĂ€llt mir ein. Als Beispiel. Ein Sender, bei dem man im normalen (!) Programm meinetwegen „Waterloo“ von Abba hört und dann auch „Tausend Tattoos“ von Sido. Somit wĂ€ren eigentlich viele bedient.

Wenn sich Ostseewelle zukĂŒnftig so aufstellen wĂŒrde, dann wĂŒrde es mit Sicherheit wieder bergauf gehen...
 
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