Pausenzeichen und ihre musikalischen Quellen


Status
Nicht offen für weitere Antworten.
#52
AW: Pausenzeichen und ihre musikalischen Quellen

Wie ich vor einiger Zeit vom NDR erfahren habe, geht das alte Pausenzeichen von NDR/WDR 1 auf das Wiegenlied "Gute abend, gute nacht" (opus 49, 4) von Johannes Brahms zurück.
Zum Pausenzeichen von Radio Luxemburg, welches übrigens immer noch täglich um kurz vor 5:00 Uhr morgens auf der 1440 kHz gesendet wird, schrieb mir RTL folgendes:


Bei dem von Ihnen geghörten Glockenspiel handelt es sich um die offizielle Senderkennung der CLT (jetzt CLT-Ufa) Die Compagnie Luxembourgeoise de Télédiffusion (kurz CLT) war eine private Rundfunksanstalt und Eigentümer verschiedenster europäischer privater Fernseh- und Radiosender und Begründer des deutschsprachigen Radio Luxemburg und des deutschen privaten Fernsehsenders RTL.

Bei der Melodie handelt es sich um eine Anlehnung an die Melodie des "Feierwon" (zu deutsch: Der Feuerwagen)- Ein Lied des luxemburgischen Nationaldichters um Michel Lentz. Es wurde am 4. Oktober 1859 zum ersten mal gesungen, als zum ersten mal eine Eisenbahn vom Bahnhof Luxemburg abfuhr.

Seit den 1930er Jahren war die Melodie des "Feierwon" täglich die Anfangssequenz aller Sendungen von RTL - Radio - Télé - Luxembourg"


Damit dürfte es sich wohl um eines der dienstältesten Pausenzeichen der Welt handeln.
 

Anhänge

#53
AW: Pausenzeichen und ihre musikalischen Quellen

Anhang anzeigen bayerischer rundfunk - pausenzeichen ''alter peter''.mp3

Text aus der Jubiläums-CD:

Aus der Übertragung vom Festakt zur Vollendung des Turmes des Alten Peters in München (Dompfarrer Karl Abenthum, Reporter Ernst Firnholzer, Stationsansage Erro Wacker)

Pausenzeichen: "Solang der Alte Peter"
Hackbrett und Harfe im Gleichklang
(Else Günther, Harfe & Hans Seidl, Hackbrett)

Der BR löst sein Versprechen ein und sendet das oft diskutierte Pausenzeichen "Solang der Alte Peter" vollständig.
 
#57
Habe einmal auf YouTube einige Pausenzeichen des WDR (Radio) eingespielt, so, wie sie in den 60er, Anfang 70er Jahren erklangen. Das Pz vom NDR habe ich aushnahmsweise mitberücksichtigt, weil der dieser mit dem WDR noch ein Gemeinschaftsprogramm (WDR/NDR) bildeten. Das zuletzt gespielte Pz war das für's Ausländerprogramm des WDR. Die Herkunft der Pz steht in der Beschreibung auf YT.
Es kommen noch zwei weitere, aber Fernseh-Pausenzeichen dazu - das des ZDF und das des DFF (Deutscher Fernsehfunk, DDR-Fernsehen) - eine "Superrarität"!
Viel Spaß dabei!

WDR/NDR 1 --> WDR 2 --> WDR 3 --> WDR-Ausländerprogramm:

ZDF-Pausenzeichen (wurde später auch noch in den 70er Jahren verwendet. Meistens aber nur an Sonn- und Feiertagen)

DFF-Pausenzeichen (Deutscher Fernsehfunk, DDR) um ca. 1970/71:
 
#59
Zwei Rundfunkanstalten mit Pausenzeichen um 1973 habe ich noch...;)))
Einmal der "NDR" und "Radio Bremen" (RB, damals mit noch zwei Programmen!!)
Viel Spaß!! ;)))


Hier "erklingen" erstmals wieder nach langer, langer Zeit das Pausenzeichen von NDR 3 (wenn auch nachgestellt...) und das Pz von Radio Bremen 2 (...auch nachgestellt...)!!
Das Pz von NDR 2 entsprach damals dem des NDR-Fernsehens.
Eines noch vorweg: Alle Pz erklingen in STEREO! Das gab's zu damaliger Zeit natürlich nicht.

Meine Güte, was waren das für gemütliche Zeiten......
 
#62
Aber hier gehts ja nicht drum, die Dinger nur reinzustellen, sondern um ihre Ursprünge.
Im Zeitalter der Suchmaschinen ist das Wort "Quellen" missverständlich; es dürfte aber nicht schwer sein, den Sound zu finden.

Die Deutsche Welle bspw. verwendete "Der Bruder ruft die Brüder".
 
#63
Die obigen Pausenzeichen zumindest sind nicht einfach hineingestellt worden, sondern die "Quellen" dazu auf dem YouTube-Portal unter den jeweiligen Beschreibungen nachzulesen(!!) - habe ich außerdem bereits oben vermerkt!!
Leider gelingt es nicht immer, ALLE "Quellen" zu ergründen, z.B. bei Radio Bremen! Da gibt's 'ne Erklärung, dass die Pz aus dem "Parsifal" von R. Wagner stammen sollen. Der "Parsifal" ist aber über vier Stunden Musik, da fällt das Aufsuchen der musikalischen Motive recht schwer! Ich darf nur einmal darauf hinweisen, dass z. B. das Pz von NDR 1 aus der 2. Sinfonie v. Brahms stammt. Es befindet sich mitten(!!) im ersten Satz nach etwa 4:30, zu hören in den unteren Streichern!
 
#64
Kurz bevor zum Jahresende meinem Lieblingsfred mal wieder die Schließung droht muss ich mal wieder eine Frage stellen.

Seit ein paar Tagen bewegt mich das alte Pausenzeichen von WDR2, bzw dessen Ursprung. Im Beitrag 31 dieses Threads sind alle WDR-Pausenzeichen der 80er versammelt. WDR1 ist dabei eindeutig das vom gesamten Haus seit der Abspaltung vom NDR benutzte "In allen guten Stunden". Soll das Zeichen für WDR2 eine Variation darauf sein, oder ist es eine Tonfolge aus dem weiteren Verlauf des Originalstückes, oder wurde eine vollkommen eigenständige Komposition gewählt. Die Frage betrifft dabei auch die Pausenzeichen von WDR3 und 4 aus der Zeit. Wer weiß was?
 
Zuletzt bearbeitet:
#65
WDR II ab 1980 (das Pausenzeichen zwischen 1974 und 1980 fand ich furchtbar dissonant und simpel) sowie WDR III von 1974 bis etwa Mitte der 80er würden mich auch mal brennend interessieren!
Hatte WDR IV eigentlich noch ein "richtiges" Pausenzeichen im Stil der Schwesterwellen? Zugegebener Maßen war WDR IV, wie es 1984 auf Sendung ging, für mich ein absolutes No Go! :) Abgesehen von den Ausländerprogrammen brachten sie ja nur Schleim und Schmalz. :censored: Erinnern mich die teils recht bizzaren deutschen Schlager der frühen 70er ("Ole, dibidip, dibidip, dibidip, haha! - Ole, dibidip, dibidip, dibidp, haha!...) wie Cindy & Bert, Marianne Rosenberg, Michael Holm, etc. noch an eine wunderschöne, wohlbehütete Kindheit. Es war eine Zeit, wo sich der deutsche Schlager selbst nicht ganz ernst nahm. Selbstironie mach eben fast immer sympathisch. Der sich hernach anschließende, stromlinienförmige Schleim, der sich bis heute als deutscher Schlager definiert, finde ich nur noch zum Kotzen.
Ich habe hin und wieder vom vierten Programm etwas bei meiner Oma erhaschen können, die zuvor strikte WDR I-Hörerin gewesen war. Aber mit der Hinwendung zur Jugendwelle ab Mitte der 80er fand sie, wie so viele Ex-WDR/NDR I Hörer ihre neue Heimat dann im vierten Programm.
 
Zuletzt bearbeitet:
#68
CelticTiger, BlueKO hat sie doch direkt über dir verlinkt ;)
Oh, danke schön! Bin heute abend nicht so ganz voll dabei. :oops:

Dennoch bliebe die Frage, an wen oder was sich das markante Pausenzeichen von WDR III anlehnt, welches ich übrigens länger als in BlueKOs verlinkten Beitrag in Erinnerung habe.

Ich finde, gerade heute würden ein, zwei Minuten dieser guten, alten Pausenzeichen außerordentlich angenehm entschleunigend wirken. Der DLF hat dies ja bis ca. 2004 noch so gehandhabt, bis mittlerweile heute jede freie Minute mit Programmhinweisen zugekleistert wird. :( Schrecklich!
Ein echter Verlust!!!! :( :( :(
 
Zuletzt bearbeitet:
#69
Hallo zusammen,

erst einmal vielen Dank für die ganzen Erinnerungen an die alten Zeiten. Da fühlt man sich doch glatt einige Jahrzenhte jünger an die gute alte Radioziet der 70er zurück versetzt. Toll! Und der SDR wurde hier ja auch schon als Pausenzeichen angesprochen.

Dennoch geistert mir noch ein weiteres akustisches Pausenzeichen des SDR im Kopf herum. Diees wurde nur im Hörfunk zum Einsatz gebracht und soweit mich meine Erinnerung nicht täuscht auf einem Klaier (Flügel) gespielt.

Leider ist das alles, was ich an Infos preis geben kann.

Hat vielleicht noch jemand eine Idee oder sogar eine Aufnahme? Das wäre prima.
 
#70
ich habe auch eine Frage:
wie kam der HR zu seinem schrecklichen Signet?
Welches meinst Du? Das alte, elektronische bis 1989 - oder das mittlerweile vielfach Abgewandelte, das im Auftrag des damaligen Programmdirektors Kliemann von der hr-BigBand eingespielt wurde und 1989 in wellenspezifischen Anmutungen das berühmte "Pling-Pling-Plang-Plung-Plang-Pling" ablöste?
 
#71
[...] zu ergründen, z.B. bei Radio Bremen! Da gibt's 'ne Erklärung, dass die Pz aus dem "Parsifal" von R. Wagner stammen sollen. [...]
Ich weiß - Thread ist alt, das zitierte Posting auch.
Spontan meine ich beim ersten Radio-Bremen-Pausenzeichen aus #59, letzte Youtubebox die ersten paar Töne zu hören aus:
J.S. Bach, Messe in h-moll, "Et in terra pax" (und zwar Beginn der Fuge) - hab jetzt gerade nicht die Noten vorliegen und kann daher auch keine Taktangabe machen.
Nun möchte ich nicht ausschließen, dass
a) Wagner bewusst zitiert hat (hat sich ja scheinbar selber als der "bessere Bach" bezeichnet)
b) Es kompositorisch einfach möglich ist, dass man (bei so wenigen Tönen) identische Tonfolgen ganz unabhängig voneinander komponiert.
Was DAFÜR spricht: Das Signet bricht genau da ab, wo der Text "Et in terra pax" endet (geht dann weiter mit "hominibus bonae voluntatis"). Jede Silbe kriegt zwei Töne, nur das "pax" liegt auf dem letzten Ton allein. Den Wunsch nach Frieden auf Erden in einem Pausenzeichen zu verarbeiten - ist sicher nicht ganz so geistreich wie die Geschichte mit dem unvollständigen "alten Peter" aber nicht minder plausibel.
 
#72
@onkel Otto: Er meinte vermutlich das Erste. Ich finde es aber irgendwie faszinierend...gut, es hat etwas verstörendes. War aber für die Zeit seiner Entstehung sehr avantgardistisch, vielleicht als Kontrapunkt zu den eher traditionellen Signeten im Umfeld (BR, SWF, SDR).
@Radiofreak 01: Das war eben der Anfang aus "Jetzt gang i ans Brünnele".
 
#73
@
StageManager75
Allerherzlichsten Dank, lieber StageManager für den Hinweis zum Pz von RADIO BREMEN I !!
Es ist tatsächlich die Anfangsmotivik aus der Fuge der h-Moll-Messe von Bach, da besteht für mich gar kein Zweifel - habe bereits in die Fuge reingehört!!
Na, das war mal ein toller Quellenhinweis, der ins Schwarze getroffen hat!!
Nochmals ganz herzlichen Dank dafür!

LG aus NRW/OWL,

Volker H. :)
 
Status
Nicht offen für weitere Antworten.
Oben