Plastik über den Popp- bzw. Windschutz?


Falls es schon woanders thematisiert wurde: Sorry, nicht gefunden - nötigenfalls bitte dorthin verschieben bzw. zusammenführen.

Würde mir bitte mal jemand erklären, warum man jetzt auf jedem besseren Foto von Interviews Mikrofone mit Poppschutz und Plastikbeutel / -folie drüber sieht?
Jetzt kommt mir bitte nicht mit dem Corona-Virus um die Ecke, dann hätte ich gerne eine wissenschaftlich fundierte Erklärung dafür.

Und um nicht ganz von der Studio- und Sendertechnik wegzukommen:
Hat das keine elementaren Einfluss auf den Klang? Falls das zutrifft, warum wurde das nicht schon immer so gemacht und warum wurden in den Studios die feinen Gewebe ("Nylons") den metallenen Poppschützern stets vorgezogen?

Sorry, die in Plastik verhüllten Mikrofone übersteigen gerade meine Fähigkeit zum rationalen Denken.
 

lg74

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Südfunk 3

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Nein, aber wenn Du umgekehrt Deinen SARS-CoV-2-verseuchten Schleim in den offenporigen Schaumstoff r*tzt, bleibt er freundlich drinnen bis zum nächsten, der ihn beim Interview unter die Nase gehalten bekommt.

(Edit: Das liest sich agressiver, als es gemeint war – sorry!)
 
Zuletzt bearbeitet:
(...) bleibt er freundlich drinnen bis zum nächsten, der ihn beim Interview unter die Nase gehalten bekommt.

Wie @lg74 schon treffend resümierte, springt so ein Virus ja nicht aus dem Poppschutz raus und stürzt sich vermehrungsfreudig auf den Interviewpartner - sofern es denn überhaupt so lange überlebt (es sei denn, der Schaumstoff ist ein Viren- und Bakterien-Biotop, aber dann gälte das ja auch für den Rest des Jahres und insbesondere bei jeder Grippewelle!).

Die Visualisierung dieses Gedankens erinnert mich an die nicht totzukriegende Legende, dass Zecken angeblich auf Bäumen sitzen sollen und sich auf darunter laufende Wanderer fallen lassen würden...

Besteht ernsthaft die Sorge, der Schaumstoff sei eine Überlebens-Insel für Viren?
Ich gebe zu bedenken, dass Viren an sich keine eigenständige, überlebensfähige Lebensform sind - sie brauchen immer einen Wirt!
Fragt doch mal die Experten, die nahezu rund um die Uhr auf den Sendern zu hören sind...

Bei Bakterien mag das anders aussehen - und am meisten Sch*** ääh, Angst hätte ich da vor Salmonellen, die sich verdammt hartnäckig halten... und dank Schmierinfektion bei jeder Berührung eines Poppschutzes (überziehen? austauschen?) fröhlich weiter übertragen werden könnten.

Die Kirche im Dorf lassende Grüße aus dem Rebstock
 

Zwerg#8

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Diese Frage habe ich mir auch schon gestellt. Die Höhen gehen ja durch die Tüte.

Spricht eigentlich etwas dagegen, einen Popschutz in die Mikrowelle zu legen? Alles Wasser verdampft - Virus eingetrocknet - und gut.
 

chapri

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Sollte wirklich jemand den Windschutz anhusten, könnte das Virus sich für einige Stunden dort einnisten.
Ein Plastikschutz VERBREITET aber gerne Viren - also ist die Verwendung nicht zu empfehlen.
Dementsprechend ist ein psychologischer Effekt hier wohl gewünscht...
 
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RainerK

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Mit Schausteller verbinde ich immer noch das Labor W MD4 natürlich mit Groß-Tuchel.
AFAIK stammt das Teil vom Sennheiser-Vorgänger.
Bei diesem als "Wanzenhammer" verballhornten Mikro war eine mit einem Gummiband befestigte Baumwoll-Rotzfahne als Überzieher der Standard.

Auch in Bundesbahn-Fernzügen mit Lautsprecheranlagen der 50er und 60er Jahre war dieses Teil der Standard im Zugbegleiterabteil.
 
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Südfunk 3

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Und dann gibt es noch das gute alte britische Coles-Reportagemikrofon 4104. Wie man da allerdings Plastiktüten anbringen soll, erschließt sich mir nicht.

1586322043067.png Bildschirmfoto 2013-05-08 um 15.01.19.jpg
 
Spricht eigentlich etwas dagegen, einen Popschutz in die Mikrowelle zu legen? Alles Wasser verdampft - Virus eingetrocknet - und gut.
Interessante Frage. Vergleicht man einen Poppschutz mit einem Spülschwamm (offenporig, Feuchtigkeit aufnehmend) habe ich zwei Netzfundstellen:
Ein Hausfrauen-Tipp lautet: Wenn man den Putzlappen oder Spülschwamm für ein paar Minuten in der Mikrowelle erhitzt, lässt er sich von gefährlichen Bakterien reinigen. Das Bundeszentrum für Ernährung rät nun jedoch davon ab.
Dabei verweist das Bundeszentrum für Ernährung auf Ergebnisse einer wissenschaftlichen Untersuchung der Hochschule Furtwangen.
(...)
Außerdem besteht die Gefahr, dass die Lappen in der Mikrowelle Feuer fangen.
Quelle: https://www.sueddeutsche.de/wirtsch....urn-newsml-dpa-com-20090101-170804-99-514877 vom 21.08.2017 via dpa-Newskanal, abgerufen am 08.04.2020.

Vorsicht, Verwechslungsgefahr: Ein Lappen ist kein Schwamm - unterschiedliche Materialien?
Unklare Faktenlage.

Ähnlich äußert sich auch das Ärzteblatt am 20.07.2017 mit Bezug auf die gleiche Untersuchung:
Küchenschwämme beherbergen ein Mikrobiom bestehend aus mehr als 360 verschiedene Arten von Bakterien. Unter den häufigsten Erregern befinden sich auch solche, die potenziell pathogen sind, warnen Forscher der Hochschule Furtwangen (HFU), der Justus Liebig-Universität Gießen und dem Helmholtz Zentrum München in einer Studie, die in Scientific Reports erschienen ist (2017; doi: 10.1038/s41598-017-06055-9 1). Den Schwamm heiß auszuwaschen oder in der Mikrowelle zu behandeln, sei keine langfristige Lösung, sagen die Autoren.
Weiter:
Die Mikrobiologen untersuchten 14 gebrauchte Küchenschwämme aus dem Großraum Villingen-Schenningen. Entdeckt wurden darin 362 verschiedene Arten von Bakterien. „Was uns überrascht hat: Fünf der zehn häufigsten von uns gefundenen Arten gehören in die Risikogruppe 2, das bedeutet sie sind potenziell pathogen“, erläutert Markus Egert von der Hochschule Furtwangen, der die Studie leitete.
Quelle: https://www.aerzteblatt.de/nachrich...konzentration-erreicht-Level-von-Faekalproben, abgerufen am 08.04.2020; Rechtschreibfehler im Zitat nicht korrigiert.

Okay, es ist ein weiter Weg vom Küchenschwamm zum Poppschutz (ggf. anderes Material, Bedruckung etc.) - und vielleicht geht tatsächlich die Viren-DNA kaputt; so viel Wasser dürfte da nicht sein.
Die Forschungsergebnisse besagen jedoch, dass es den Bakterien nach der Strahlenbehandlung teils besser geht als vorher. Wohlgemerkt, wir reden hier über Bakterien, nicht über Viren.

Details dazu findet ihr in den vorab verlinkten Artikeln, hier z.B. aus dem Ärzteblatt (ebd.):
Besonders bedenklich: In Schwämmen, die laut ihrer Nutzer regelmäßig gereinigt wurden, etwa in der der Mikrowelle oder durch Auswaschen, zeigten sich deutlich höhere Anteile der potenziell pathogenen Bakterien. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Reinigung von Schwämmen zwar zu einer kurzfristigen Verminderung der Keimzahl führen kann; in den schnell wieder hoch wachsenden Gemeinschaften dominieren dann aber offensichtlich immer stärker die potenziell pathogenen Bakterien, vermutlich aufgrund einer höheren Stresstoleranz.
 
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lg74

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Auch in Bundesbahn-Fernzügen mit Lautsprecheranlagen der 50er und 60er Jahre war dieses Teil der Standard im Zugbegleiterabteil.
Die Mikrofon-Anschlüsse in den Marmor-folierten Toiletten der in IC-Ersatzzügen eingesetzten deklassierten einstigen Rheingold-Wagen Avmz sind aber laut Aufkleber eher für Beyerdynamic M81 ausgelegt:

BahnMikr.jpg

Nur die abartig hohe Tonaderspeisung bereitet mir Sorgen. Und: 50 Hz auf dem Mikrofon, das muss doch brummen?
 

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lg74

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Vergleicht man einen Poppschutz mit einem Spülschwamm (offenporig, Feuchtigkeit aufnehmend) habe ich zwei Netzfundstellen:
Aua! Danke!

Gerade vorigen Sommer hatte ich das Problem: eines unserer beiden Sennheiser Headsets ME3 hatte keinen Schaumstoff mehr. Weg. Und ohne ist das Dingens unbenutzbar. Zeitnah dazu war der Schaumstoff des Headsets, das eine Tänzerin für ihr Seminar mitgebracht hatte, verschwunden. In beiden Fällen schnippelte ich schnell irgendwas halbwegs passendes aus nem Küchenschwamm. Einem unbenutzten. Den Sennheiser-Schaumstoff fand ich später hinter dem Rack mit den Zuspielern in einem Haufen Staub. Technische Inspektion einmal im Jahr ist doch für was gut.

Aber danke für die Schwamm-Warnung. Ich bin Schwamm-Fan in der Spülküche. Anders würde ich das im Seminarzentrum gar nicht hinbekommen. Kleiner Finger hinter dem Schwamm als Sensor für noch vorhandene Speisereste beim Drüberwischen - dann klappt das auch in nahezu unbeleuchteter Spülküche ("willst du es wirklich so dunkel haben?"). Unsere Vorspülresultate gehen aber freilich noch durch eine Hobart-Spülmaschine, die killt alles, das Zeugs kommt dampfend heiß raus und ist alsbald von alleine trocken. Ein herrliches Battle, 18 Teller manuelles Vorspülen gegen 70 Sekunden Maschinenlaufzeit. Wenn ich zwischendurch nicht den nächsten Stapel reintragen muss, gewinne ich knapp.

Ob ich jemals wieder dort King of the Spülküche spielen darf? Derzeit ist auch da alles Corona-bedingt dicht.
 

Funkminister

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Noch‘n Bürstenfan hier. Weitere Mikrofonparallele:
Wechselkopf!
Hm, stärkehaltige Saucenreste? Da nehmen wir am besten die M7...
Anhang anzeigen 17193

Nur die abartig hohe Tonaderspeisung bereitet mir Sorgen. Und: 50 Hz auf dem Mikrofon, das muss doch brummen?
Brummt sicher saugut, und man rasiert sich die Stoppel nicht mechanisch-scherend, sondern elektrisch glühend aus der Visage...

Der Sapor Seifenraspler taugt übrigens gut als Parmesanraspel. Nur um den Eisenbahn-Küchen-Tontechnik-Kreis halbwegs zu schließen ;)
 
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