Plastik über den Popp- bzw. Windschutz?


#27
Derartige Plastikfolien sind ja Virologen zufolge die schlimmsten Schmutzfänger. Sollten oft gewechselt und beim Wechsel nicht mit bloßen Fingern berührt werden. Fachgerechte Entsorgung. Da läuft ja der Sabber der Interviewpartner, besonders mit feuschter Auschschprache "sch" schon außen runter. Da sich der Vorschlag, lieber zum Logopäden zu gehen und sich pfeifendes und schpuckendes "sch" abtrainieren zu lassen, nicht einhellig auf Gegenliebe stossen dürfte, gibt es genug andere Möglichkeiten, die teuren Mikros vor Verseuchung zu bewahren, ganz einfach, Mikro auf Ständer und weit genug weg halten. Besser wäre es, auswechselbare Popschutzaufsätze zu nehmen. Da sind die Viren dann tiefer drin und nicht so sehr an der Oberfläche. Diese Popschutzaufsätze können dann in Alkoholmischung eingelegt und so desinfiziert wiederverwendet werden. So vermeidet man auch unnötigen Plastikmüll.
 
#29
Ähm, nach dem Studium einschlägiger Artikel zu den Themen Viren, Mikrowelle und Denaturierung (Biochemie) auf Wikipedia, komme ich zu dem Schluß, daß bloßes Reinlegen eines Popschutzes in die Mikrowelle möglicherweise nichts bringt. Für die Spitzbuben, ich meinte damit: "Popschutz in die Mikrowelle legen und diese dann auch für eine gewisse Zeit einschalten".

Ganz kurz zusammengefasst:

- Ein Virus enthält kein Wasser, welches durch die Mikrowelle erhitzt werden würde. Ein Virus ist ja keine lebende Zelle mit Wasser und dem ganzen notwendigen Fortpflanzungs-Zeug drin.

- Eine handelsüblicher Mikrowellenherd sendet bei 2,45 GHz. Das ist normale Radiostrahlung, meilenweit von "ionisierender Strahlung" (UV-A und härter) entfernt. Diese Strahlung würde die DNA/RNA angreifen oder zerstören ("mutagene Wirkung").

- Mikrowellenherde machen das Virus also nur indirekt durch die auftretende Wärmeentwicklung "kaputt", falls Wasser anwesend sein sollte.

- Dieses "Kaputtmachen" ist reversibel. Dieser Effekt wird technisch auch angewendet. (DAS hab ich wirklich nicht gewußt.)

- Alkohol hilft, zerstört die RNA/DNA.


Es ist letztendlich sinnvoller, die Popschütze aus Schaumstoff für ein paar Minuten in einer Wasser-Alkohol-Mischung einzuweichen. Mischungen mit 60% Alkoholgehalt nimmt man in Krankenhäusern für die Flächenreinigung (Fußböden etc.). Das sollte auch für "verseuchte" Popschütze völlig ausreichend sein.


https://de.wikipedia.org/wiki/Mikrowellenherd#Mikrowellenstrahlung
https://de.wikipedia.org/wiki/Viren
https://de.wikipedia.org/wiki/Denaturierung_(Biochemie)
 
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#31
… und damit das ganze so nicht stattfinden muß, kann man ja bei Gebrauch eine dünne Plastiktüte drüberziehen.
... diese dann aber:
  • Nach jedem Gebrauch / vor jedem neuen Interviewpartner bzw. Moderator / Korri wechseln,
  • die dabei verwendeten Handschuhe fachgerecht entsorgen,
  • die Hände ordentlich desinfizieren (mindestens (!) 30 Sekunden - an allen Stellen und Flächen); ich empfehle ein Desinfektionsmittel mit rückfettender Wirkung,
  • neue Handschuhe anziehen.
Ansonsten ist alles nur billige Symbolik.
Sorry, guys.
 
#32
Eben im ARD-Brennpunkt: FFP3-Masken seien laut Robert-Koch-Institut durch halbstündiges Einlegen in den Backofen bei 80 Grad wieder einsatzfähig zu machen.

Was hätte (hat) das für Auswirkungen auf Schaumstoff-Windschütze?
 
#33
Die Backofenmethode (sicherlich Umluft, nicht Grill allein) funktioniert natürlich. Hierbei wird die Erhitzung des Materials auf über 80 Grad über Wärmestrahlung und Konvektion erreicht. Im Gegensatz zur Mikrowelle, ist dabei kein Wasser nötig.

Letztendlich muß der Popschutz-Schaumstoff diese Temperaturen aushalten und darf sich bei der Behandlung nicht verziehen. Ob die Wärmeleitung innerhalb des Schaumstoffs groß genug ist, um selbst im Inneren (ein paar Zentimeter unter der Oberfläche) die Temperatur auf 80 Grad ansteigen zu lassen, kann ich nicht einschätzen. Wärmestahlung (Infrarot) allein dringt jedenfalls kaum in einen Körper ein. Um einen Popschutz (ganz schlechter "Wärmeleiter") ohne Wasserzusatz "durchzugaren", braucht es sicher viel Zeit.
 
#36
Kommt darauf an. Also ich würde für die Popschütze definitiv keinen "guten" Alkohol ver(sch)wenden! Das ist viel zu teuer. Dafür reicht Brennspiritus (mit Wasser auf 60% verdünnt) vollkommen aus. Das stinkt zwar eine kleine Weile wie Sau, wichtig ist aber nur die "Einwirkzeit" des Alkohols, um das Virus wirksam zu bekämpfen. Und diese Zeit läßt sich mit dem Wasseranteil etwas steuern. Reiner Alkohol ist nicht unbedingt zielführend, weil er ruckzuck verdampft. Mit zwischen 50 und 80 Prozent Alkoholanteil ist man aber gut im Rennen.

Apropos "Wasseranteil". Es folgt eine Corona-Geschichte, die kaum einer kennt. Wie ich oben schon schrieb, wird in Krankenhäusern eine 60%ige Alkohol-Wasser-Mischung für die Reinigung der Fußböden verwendet. Auch 70 oder 80% werden angefragt. Diese Mischungen gibt es mittlerweile im Chemie-Großhandel fix und fertig. Das Problem dabei: Man verwendet die "alten" Stahlblechfässer, in denen zuvor nur reine Chemikalien (Alkohol) abgefüllt wurden. Solch ein Fass ist innen also nicht lackiert - es ist ja auch nicht für Erbsensuppe oder Fischkonserven gemacht. Man muß kein Chemiefreak sein, um sagen zu können was passiert, wenn solch ein Fass ein paar Tage steht. Denn das (sicherlich "sehr reine") Wasser tut, was es immer tut - Eisen rostet. Na ja, beim Umfüllen kann am Ende schonmal "braune Brühe" rauskommen...
 
#37
Beim NDR wurde tatsächlich ein Kistchen angeschafft, das eine UV-Lampe enthält und in dem Gerätschaften desinfiziert werden können, die sich mit Hitze und Flüssigkeiten nicht so recht vertragen.
Wenn ich es richtig behalten habe, ist UV-C Licht da durchaus effektiv.
 
#42
Bei kleinen Gegenständen ist UV-C Licht durchaus eine Lösung ...
Bleibt zu hoffen, dass die "kleinen Gegenstände" keinen Weichmacher enthalten, der bei gelegentlicher UV-Bestrahlung mit der Zeit seine Haupteigenschaft verliert. Sonst landet das Gewebe eines Poppschutzes ggf. bei einem Husten als Staub auf dem Desk. :oops:
 
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#43
Staub? Dann ists Zeit, den Poppschutz und/oder Lieferanten ENDLICH zu wechseln! :D
Noch wird untersucht, ob derartige Desinfektions"kästchen" überhaupt kommerzielle Marktreife erlangen...
 
#46
Das ist völliger Unsinn. Selbst wenn das kleine possierliche Tierchen "Covid-19" vom Reporter auf den Windschutz gehustet worden ist, dann müsste der Interviewpartner den Windschutz in den Mund nehmen oder ablecken. Diesen irgendwie kleinfalten und in die Nase oder Mund stopfen. Ein Virus springt nicht wie eine Zecke irgendwo herum. Nach 12 Stunden ist das Virus auf Schaumstoff sowieso erledigt, auf Metall, dauert es etwas länger. Für mich, wie vieles momentan, eine groteske Verhaltensweise.
Technisch bewirkt eine Folie eine extreme Höhen und Tiefenabsenkung was man auch sehr gut hören kann. Die Mitten bleiben stark im Vordergrund. Klingt teilweise wie in den 1930er Jahren....
Man merke, Zitat: "Wer eine Plastikfolie über sein Mikrofonwindschutz zieht, hat die Kontrolle über sein Leben verloren". Karl Lauterbach oder so ähnlich.... :)
 
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#47
[Klugscheißermodus]

Das Virus an sich heißt "SARS-CoV-2"; die von ihm verursachte Erkrankung "COVID-19".

Es ist wie diese vermaledeite Sache mit HIV (Virus, Ansteckung) und AIDS (Krankheit, Ausbruch).

Im übrigen werden Viren nicht zu den Lebewesen wie Bakterien, Pflanzen oder Tieren zugerechnet, da ihnen die Fähigkeit der selbständigen Reproduktion fehlt. Einem Wikipedia-Eintrag zufolge könnte man sie als "dem Leben nahestehend" bezeichnen.

[/Klugscheißermodus]
 
#48
Wenn der Popschutz zerbröselt, dann ist er sicherlich mächtig alt - geradezu "Vintage". :cool: Ansonsten kennen wir das Problem mit den Weichmachern ja u.a. von Reibrädern, Peesen, der Aufhängung des Nadelträgers in Abtastsystemen und den Sicken bei Lautsprechern.

Die Bestrahlung mit UV-C zur Desinfektion funktioniert selbstverständlich - bei glatten Oberflächen, dünnen Flüssigkeitsschichten (z.B. Entkeimung von Trinkwasser), Luft. Wir wollen aber einen Popschutz aus Schaumstoff steril machen. Wie tief dringt UV-C in den Schaumstoff ein? Gute Frage. Nach spätestens ein paar "Schaumstoffluftblasen" dürfte Schluß sein. Zum Vergleich: UV-B dringt in Haut nur bis 0,1nm (Nanometer) tief ein.

Mal kurz ein thematischer Schlenker:
https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/mainz/rotes-kreuz-verwertet-atemschutz-wieder-100.html

Wir halten fest, daß wir einen Popschutz natürlich nicht so behandeln können und eine gebrauchte FFP-3 Maske nach dieser Prozedur nur die Schutzwirkung einer FFP-2 Maske hat.

Was könnte man also noch tun? Für unseren Popschutz kommt dieser Vorschlag sicher nicht in Frage, aber evt. könnte man im Notfall die Masken so aufbereiten. Ob das (so einfach) funktionieren könnte, müßte man klären. Auf jeden Fall ist das "Verfahren" definitiv tödlich:

 
#50
Würde mir bitte mal jemand erklären, warum man jetzt auf jedem besseren Foto von Interviews Mikrofone mit Poppschutz und Plastikbeutel / -folie drüber sieht?
1. Man möchte den Mikrofon-Windschutz öfter benutzen.
2. Nach der Benutzung wieder sauber in die Tasche legen können.
3. Ein bedruckter Windschutz, beflockt, mit 2 Farb Logo kostet einzeln, ca. 45,- €, (bei Mindestabnahme 10 Stk.)
 
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