Projekt Außenstudio


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#1
Guten Tag

Bei einem Sender probiere ich gerade das Projekt "Aussenstudio" zu realisieren. Konkret geht es darum, dass wir von Events live senden wollen ohne, dass jemand im Studio sein muss. Was bereits klar ist: Die Leitung wird über IP (früher ISDN) ins Studio verlaufen. Sprich; der IP-Regler im Studio-Mischpult ist immer oben, alles andere wird vom Aussenstudio gemacht.

Wo ich jedoch noch unsicher bin ist in Sachen Technik-Material vor Ort. Was brauche ich alles vor Ort? Mischpult, PC, Mikrofon sind mir natürlich schon klar. Aber was brauch ich in Sachen Soundprocessoring, Filter usw.? Das Signal soll ja möglichst sauber und gut ins Studio kommen. Im Studio vor Ort wird das Signal sowieso noch einmal durch diverse Anlagen geschickt aber die ganzen Pegel und so weiter müssen ausgeglichen reinkommen sonst ist die Musik teilweise vllt. lauter als das Mikrofon und umgekehrt..

Kann mir in dieser Angelegenheit vielleicht jemand helfen?
 
#2
Was brauche ich alles vor Ort? Mischpult, PC, Mikrofon sind mir natürlich schon klar. [...] aber die ganzen Pegel und so weiter müssen ausgeglichen reinkommen sonst ist die Musik teilweise vllt. lauter als das Mikrofon und umgekehrt..
Genau dafür ist das Mischpult doch da. Alles gehörrichtig aussteuern, damit die Musik nicht lauter ist als die Sprache und dabei darauf achten, dass die Spitzenpegel bei -9 dB(FS) rauskommen, um den Codec nicht zu übersteuern.

Zur Kontrolle, ob man nach dem Soundprocessing im Funkhaus noch das gewünschte Ergebnis erzielt (ich gehe hier in Studio und Sendertechnik einfach mal von UKW oder DAB+ als Verbreitungsweg aus), könnte man vor Ort immer mal wieder kurz UKW- oder DAB+-Rückempfang abhören, es käme also noch ein Tuner dazu, der idealerweise auf der Abhöschiene des Pults anliegt.
Als permanente Abhörquelle taugt das eher nicht, da es alleine schon durch die Codecverbindung zu einer Latenz kommt. Dann ggf. durch die Senderzuführung und obendrein bei DAB+ durch die entsprechende Codierung/Dekodierung.

Abhängig vom Geplanten und vom vorhandenen Mischpult könnte man noch über eine seperate Kompression der einzelnen Mikrofonkanäle nachdenken. Falls das Pult das nicht kann als seperate Geräte und per Insert eingeschliffen.

Ich hab durchaus so ne Ahnung, was das hier alles soll. Dennoch...

Ergänzend noch, dass die -9 dB(FS) gängiger Standard bei Pegelmessung nach DIN Typ 1 mit entsprechenden Integrations- und Rücklaufzeiten des Messgeräts sind, die Spitzen gehen bei True Peak-Messing natürlich höher als -9 dB(FS).

Falls noch nicht firm genug in der Durchführung einer Außenübertragung oder in der Sendeabwicklung allgemein, bitte anlesen. Ansonsten braucht’s zummReinen Abspielen von Musik eigentlich nur:
- Rundfunkmischpult, idealerweise mit brauchbarer Signalbearbeitung und Bussen für Vorhören, Abhören, Codec (n-1) und idealerweise Messen. Minimal drei Stereoeingänge für Sendeablaufsteuerung, x Mikrofonwege für x Mikrofone, die ihr verwenden wollt. GPIO-fähig.
- x Mikrofone, je nach Anforderung.
- Computer mit Sendeablaufsteuerung
- Audiointerface mit mindestens 3 Ausspielwegen und einem Rückweg
- x (geschlossene) Kopfhörer für Moderation/Protagonisten +1 für Sendefahrer/Techniker, falls kein Selbstfahrerbetrieb.
- Musik redundant auf Festplatte - oder was auch immer die Quelle sein soll. Will man eine ganze Band live auf Sendung schicken kommt man mit einem kleinen Rundfunkmischpult eingangsmäßg nicht weit
- Software oder (schicker, da betriebssicherer) Hardwarecodec
- Entsprechend performabte Internetanbindung, Business-DSL oder LTE mit Bonding.
- Hardware: Tisch, Stühle, Mikrofonarme oder Ständer, ggf Fahrzeug, wo alles drin ist, idealerweise Signalampel, Kabelmatten, Gaffatape, zwei Kisten Bier (Sendebier und Abbaubier).
- Genaue, gut ablesbare Uhr (!)
- idealerweise seriöses Pegelmessgerät
- Für den Komfort ggf. mobile Nahfeldabhlrlautsprecher.
- Tuner für Rückempfanf für peace of mind. Darf notfalls auch ein vercasetes Autoradio mit NF-Ausgang sein.
- Idealerweise VPN-Anbindung ins Studio, um nehmenden Codec zu überwachen oder bei Bedarf irgendwas fernzuschalten.
- Ggf. je nach Mischpult und Programm einschleifbare Bearbeitungsmöglichkeitn für die Mikrofonwege

Und natürlich: machen wollen, vernünftig machen wollen. Ggf. Unbedingt vorher Wissen aneignen, Material anschaffen, Probe, dann vor Ort aufbauen, erneut Probe, vor allem, wenn es die ersten Außenpbertragungen sind, dann auf die Uhr gucken, Regler ziehen, Senden, glücklich sein.

Soweit meines Erachtens nach Minimalanforderungen für Lokalfunk, nichtkommerzieles terrestrisches Radio und Veranstaltungsfunk.
 
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