Quo vadis, Deutschlandradio?

Quo vadis, Deutschlandradio?


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Ich sehe ja auch ein, daß ein umfänglicher Verkehrsservice für das gesamte Sendegebiet in der gegebenen Zeit nicht realistisch ist.
Dafür finde ich das entsprechende Angebot auf der DLF Homepage sehr gut, und hoffe dass das nicht ebenfalls eingestellt wird.
 
Bravo.
Schalten nicht ohnehin die regionalen Verkehrssender ihre Meldungen durch, selbst wenn sie nicht eingestellt sind? Das ist zwar nervig, wenn sie sich gegenseitig abschießen, aber letztlich berichten sie aus der Gegend, in der ich gerade unterwegs bin.
 
Wie sollen denn die Landesanstalten was auf den DLF durchschalten, wenn sie es nicht mal im eigenen Haus gebacken bekommen?
Bei SWR4 BW unterbrechen sie auch das laufende Hörspiel für einen Falschfahrer, statt für die eine Stunde den Verkehrsfunk mal auf SWR3 oder 1 umzuleiten.
 
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Ich meine etwas anderes. Nicht die Sender schalten, sondern mein Autoradio tut dies. Immer auf eine Verkehrsmeldung irgend eines Senders im Sendegebiet, unabhängig davon, ob ich ihn eingeschaltet habe.
 
Exakt so ist es (sofern die Funktion nicht deaktiviert wurde), aus diesem Grund war der Verkehrsservice vom DLF also eh nur halbgar und wenn SWR 4 selbst unterbricht und damit für die Zeit aus dem Hörspiel aussteigt, ist das doch besser, als wenn auf SWR 1 oder 3 umgeschaltet würde und diese Sekunden einem dann vom Hörspiel fehlen.
Nichts groß anderes ist es ja nachts bei Bayern 1, der Verkehr kommt wenn er bei Bayern 3 reinpasst und diese Augenblicke (oder auch mehr) von der Musik fehlen dann, während es z.B. samstags zwischen 22 und 23 Uhr wo der Nachrichtensprecher das noch übernimmt sauberer abläuft, sprich der Titel angehalten oder bei regulären Meldungen erst ausgespielt und danach der nächste gestartet wird.
 
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Da kann man jetzt natürlich diskutieren, ob es für den Hörer daheim wichtiger ist, dass er das Hörspiel ohne Unterbrechungen hören kann und(!) bei manchen Produktionen das Backtiming durchs Anhalten komplett über den Haufen geworfen wird, oder ob es wirklich wichtig ist, wenn den (zahlenmäßig weniger?) Autofahrern 15 Sekunden der Handlung entgehen.
 
Schalten nicht ohnehin die regionalen Verkehrssender ihre Meldungen durch, selbst wenn sie nicht eingestellt sind?
Das hat der Deutschlandfunk vor Jahren sogar mal eine Zeitlang gemacht. Wer die Funktionen TA und EON an seinem RDS Autoradio aktiviert hatte, bekam die Verkehrsnachrichten der regionalen ARD Verkehrsfunkwelle.

Ein Autoradio kann sowas aus eigener Kraft nur, wenn es über einen UKW Doppeltuner verfügt.
 
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Ja, Autoradios mit EON (sollte eigentlich seit gut 15 Jahren zur Grundausstattung gehören) schaltet auf die regionale Welle mit Verkehrsfunk, die allerdings vom eingestellten Sender über den RDS-Datenstrom vorgegeben wird und nicht vom Radio selbst gesucht wird. Zwei Tuner sind dafür nicht notwendig.
Das geschieht üblicherweise innerhalb der Senderfamilie, bei WDR 5 wird beispielsweise signalisiert, bei eingeschaltetem Verkehrsfunk auf WDR 2 zu schalten, DLF Kultur verweist heute schon auf andere ARD-Programme.

Ärgerlich wird’s, weil der durchgestellte Verkehrsfunk vermutlich in den letzten Teil der Nachrichten reinplatzen wird, das in Mode gekommene, unsaubere „Auf- und Abhinzen“ tut ihr Übriges. Also Kennung viel zu früh aufschalten und dann auch erst im nächsten tollen Superhit wieder abschalten.
Bei den meisten Autoradios kann man den Verkehrsfunk aber für die aktuelle Durchsage abbrechen, ohne die Funktion generell auszuschalten.
 
Ärgerlich wird’s, weil der durchgestellte Verkehrsfunk vermutlich in den letzten Teil der Nachrichten reinplatzen wird, das in Mode gekommene, unsaubere „Auf- und Abhinzen“ tut ihr Übriges. Also Kennung viel zu früh aufschalten und dann auch erst im nächsten tollen Superhit wieder abschalten.
Oh ja. Gerade bei WDR2 sind sie darin Weltmeister. Man hört irgendein interessantes Wortprogramm auf WDR5, es geht gerade auf die Pointe zu... plötzlich 20 Sekunden höllisch laute Musik, eine Absage, dies sei gerade (Titel und Interpret) gewesen und (Interpret ) trete demnächst in Dingsbumshausen in der Deppenhalle auf, natürlich veranstaltet von WDR2, hier sei übrigens WDR2, damit man Bescheid wisse, und endlich der Hinweis, dass auf der A123 zwischen Hümpelskirchen und Kleckersdorf ein Zahnstocher auf der Standspur liege. Dann schnell noch gefühlte 45 Sekunden Musik mit Ansage, bevor endlich wieder Ruhe ist. Der Beitrag auf WDR5 ist längst zu Ende.

In meinem Autoradio bleibt die TA-Funktion innerhalb Deutschlands schon lange ausgeschaltet.
 
Ich hab schon vor Jahren gesagt, dass der „Verkehrsservice“ eine Hörerarznei mit Placeboeffekt ist. Man suggeriert Hörernähe und ständigen, aktuellen Service. Und wie oft kommt es vor, dass ich im Stau stehe und dieser erst eine Stunde später gemeldet wird? Und dann noch die Flitzerblitzer-Globuli, damit sich die Hörer freuen, die „Landmarken“ ihrer täglichen Pendelstrecken im Radio erwähnt zu finden. Als Gruß aus der Formatradiohöllenküche gibt es vorweg dann noch die fiktiven Wettermeldungen (in Hinterobertupfingen am Kaugummiautomaten vor dem Feuerwehrmagazin sind es aktuell 7,83562 Grad.) Müßig zu erwähnen, dass es dort keine Wetterstation gibt, sondern dass der Wert von einer 30km entfernten Stationsmeldungen stammt, die entsprechend „interpoliert“ wurde, um Lokalkolorit vorzubeugen.

Genau um diesem täglichen Wahnsinn zu entfliehen, hören nicht wenige Menschen Programme wie den Deutschlandfunk. Sehr angenehm, wenn ich dort künftig nach den Nachrichten nicht mehr mit dem Verkehrsfunkrülpser und den folgenden Staus zwischen Flensburg und Oberammergau belästigt werde. Wenn ich tatsächlich mal eine Fernstrecke zurücklege, lasse ich mich vom Kartendienst meines schlauen Kommunikationsgerätes leiten. Das berechnet die Fahrstrecke exakt und leitet mich auch um längere Staus, falls sich diese lohnt.
 
Und das kommt nochmal genau wie an seine Daten?
Bestimmt werden nicht die akustischen Durchsagen der Verkehrsmeldungen im DLF per Akustik-Koppler und Spracherkennung ausgewertet und digitalisiert... ;)

Ich persönlich finde die Entscheidung sehr gut und wird für mich Grund sein, den DLF wieder verstärkt zu hören.

Bislang waren die Verkehrshinweise für mich Hauptabschaltgrund, da es - höre vorwiegend nicht im Auto - einfach nur nervig war, die Autobahnen vorgelesen zu bekommen.

Im Auto hat es auch nichts genützt, da zur Hauptverkehrszeit nur Staus ab der Länge durchgegeben wurden, die es die zur Verfügung stehende Zeit (anscheinend gab es hier ein Limit) und die Anzahl der Meldungen erlaubt. Dass dann der Stau dabei ist, in dem man evtl. gerade steht oder der sich auf der eigenen Route befindet, ist unwahrscheinlich.

Daher war der Mehrwert IMHO fragwürdig.

So wird der DLF wieder sehr gut hörbar.

Und ja, „TA“ sollte man in Deutschland abschalten. Die Verkehrsmeldungen kommen per TMC und gut ist.
 
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TA kann doch jeder selbst abschalten.
So war es wohl auch gemeint. Als im Youngtimer das ARI des schönen Blaupunkts nutzlos wurde habe ich es damals auch nicht übermäßig vermisst. Heute ist die dynamische Routenführung der bevorzugten App eigentlich auch wesentlich sicherer - im Sinne, sich auf den Verkehr konzentrieren zu können.
Was hat man damals genau noch mal landläufig gemacht, wenn man ortsunkundig alleine unterwegs war? Vermutlich sehr oft die Meldung gehört, innerlich geflucht, die Straßenkarte vom Beifahrersitz aufgehoben und „mal schnell“ geschaut, wie der Stau denn jetzt am Besten zu umfahren ist, oder?
Dementsprechend kann man sprachgeführter Navigation durchaus ein Sicherheitsplus zusprechen.
 
Mal auf Ba-Wü bezogen: Ich brauche keinen Verkehrsfunk, um zu wissen, dass jeden Morgen sämtliche Straßen in Stuttgart und von dort Richtung Heilbronn, Mannheim und Karlsruhe komplett verstopft sind. Ich brauche auch keinen Verkehrsfunk, um zu wissen, dass die A5 nahezu täglich ewige Staus produziert, inklusive "lange Warteschlangen am Grenzübergang Weil am Rhein". Das ist im Radio kein Service, sondern mittlerweile Realsatire.
 
Im Auto hat es auch nichts genützt, da zur Hauptverkehrszeit nur Staus ab der Länge durchgegeben wurden, die es die zur Verfügung stehende Zeit (anscheinend gab es hier ein Limit) und die Anzahl der Meldungen erlaubt. Dass dann der Stau dabei ist, in dem man evtl. gerade steht oder der sich auf der eigenen Route befindet, ist unwahrscheinlich.
Der Wert der DLF-Verkehrsmedlungen liegt im deutschlandweiten Überblick. Da kann man, wenn man von Hessen nach Fehmarn fährt, sich schon zu Fahrtbeginn ein vages Bild über die Verkehrslage im Norden machen: Bleibt ein Stau oder eine Sperrung hinter Hamburg hartnäckig in den DLF-Meldungen, so lohnt sich vielleicht eine frühzeitig eingeschlagene Alternativroute. Das erfährt man so zeitig aber nicht via TA und ggf. EON vom hr. Früher habe ich zu diesem Zweck zusätzlich NDR 4 auf Mittelwelle gehört, aber die mußten sie ja auch unbedingt abschalten.

Mag sein, daß das heute alles per Navi oder Händieäpp geht. Nur ist es ein Dienst, ein Nutzen mehr, den der Rundfunk ohne Not aufgibt. Das alles fördert letztlich auch den Herdengeist: Statt sich beim Reisen selbst ein Bild, eine "mental map" mittels Straßenkarten und Verkehrslagemeldungen zu machen, folgt man mechanisch den Befehlen der netten Stimme aus der kleinen Plastikkiste, eigenes Hirn ist da nicht mehr gefragt. Ich sehe bang dem Tag entgegen, an dem die Richtungsschilder an den Straßen abgebaut werden, aus Kostengründen, denn es habe ja sowieso jeder ein Navi. Dann fahren wir desorientiert und manipulierbar von zu Hause über links-halten und im-Kreisverkehr-die-zweite-Ausfahrt nach Sie-haben-ihr-Ziel-erreicht, die eigene Umgebung ein einziger weißer Fleck auf der Landkarte.
 
DLF wird Verkehrsfunk beenden ... "Schade!"
Autofahrer ohne High-Tech-Navi schalten unterwegs am besten die regionalen Landessender ein.
DLF-Verkehrsfunk bietet (bisher) einen überregionalen Überblick. Zuhause war diese Minute zwischen den Nachrichten dem nächsten Block "Radio!" eine kleine Verschnaufpause: Nicht nur doch ein Service für Autofahrer unterwegs. Nein, doch auch ein Gehirntraining a la dem Spiel Deutschlandreise: WO liegt diese Stadt? Welche Autobahnen, welche Autobahnkreuze liegen dort in der Nähe? - Nicht nur für Kinder ein Teil des ÖR-Bildungsauftrags!
Nachvollziehbar! - Auch ohne Verkehrkehrsfunk werde ich gerne DLF hören.
 
Da kann man, wenn man von Hessen nach Fehmarn fährt, sich schon zu Fahrtbeginn ein vages Bild über die Verkehrslage im Norden machen: Bleibt ein Stau oder eine Sperrung hinter Hamburg hartnäckig in den DLF-Meldungen, so lohnt sich vielleicht eine frühzeitig eingeschlagene Alternativroute. Das erfährt man so zeitig aber nicht via TA
Doch. Mein Navi kennt den Stau hinter Hamburg bereits bei Fahrtbeginn in Hessen und rechnet die Ankunfstzeit entsprechend aus. Löst er sich während meiner Fahrt auf, bleibt die Route gleich, die Ankunftszeit wird korrigiert. Löst er sich nicht auf, bietet mir mein Navi eine Umgehungsstrecke an mit der Angabe, wie viele Minuten sie einspart. Was am DLF ist nun komfortabler?
 
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