Quo vadis, Deutschlandradio?

Quo vadis, Deutschlandradio?


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Doch. Mein Navi kennt den Stau hinter Hamburg bereits bei Fahrtbeginn in Hessen und rechnet die Ankunfstzeit entsprechend aus. Löst er sich während meiner Fahrt auf, bleibt die Route gleich, die Ankunftszeit wird korrigiert. Löst er sich nicht auf, bietet mir mein Navi eine Umgehungsstrecke an mit der Angabe, wie viele Minuten sie einspart. Was am DLF ist nun komfortabler?
Am DLF-Verkehslagebericht ist nichts komfortabler, und ich hatte ja bereits angenommen, daß auch ein Navi das kann. Nur benötigt man dann zusätzlich zum Radio eben ein solches Navi. Dank DLF und ggf. einer vernünftigen Straßenkarte ging das bisher auch ohne, und es fiel etwas topographische Bildung und Schärfung des Orientierungssinns dabei ab.
 
Die Aufgabe des Verkehrsfunks im DLF ist ein Riesenfehler, aber nur einer mehr, der eben ganau zu der Situation führt, die wir heute haben. Geographische Unkenntnisse überall, keine Gesamtübersicht, wo was liegt und wie man dorthin kommt, alles egal, Hauptsache ich komme an. Fahrt weiter blind durchs Land, starrt auf Eure NAVIS, egal, wo es mich her führt. Und latscht weiter mit Euren smartphones "eyes down" durch die Welt, ohne den Blick zu heben und 'mal rechts und links schweifen zu lassen. Und nun: Feuer frei!
 
Ich finde die Aufgabe des Verkehrsfunks im Dlf auch etwas schade, ist doch der Dlf der „Erfinder“ des Hinztrillers und somit eines Elements, das zum Verkehrsfunk bei manchen Sendern einfach dazu gehört. Ich fahre persönlich auch lieber ohne Navi, weil ich mich von dem Gerät nicht abhängig machen will.
Man muss aber auch zugeben, dass es so wie es der Dlf zuletzt gemacht hat, etwas inkonsequent war.
Beschränkte man sich nur auf Fernstrecken? Wenn ja, was haben dann Strecken wie die A46 in Wuppertal oder die in Köln innerstädtische A57 dort zu suchen? Warum wird die A40 von Duisburg nach Holland (schon eher eine Fernfahrerstrecke) komplett übergangen?
Dann lieber (frei nach Lindner) gar nicht als schlecht.
 
Fahrt weiter blind durchs Land, starrt auf Eure NAVIS, egal, wo es mich her führt.
Nö nö, es führt mich nicht "her", sondern "hin"!
Außerdem trägt mir nichts zu geografischer Bildung oder zu topgraphischen Kenntnissen bei, wenn ich bei der Fahrt nur grün gestrichene oder -bewachsene Schallschutzzäune sehe, nach dessen Tunnelende ich mein Ziel erreicht habe.

Und übrigens: Ich weiß nicht, wie ich es geschafft habe, mit Zigarette im Maul, Shell-Atlas auf den Knien, Gang- statt Automatikschaltung die richtige Ausfahrt (erst rechts, dann nicht wieder rechts, sondern geradeaus, dann wieder rechts) zu nehmen. Da es unter der Brücke landschaftlich rein gar nichts zu sehen gibt, ist mir mein allwissender Handy-Navi für 19 Okken pro Jahr mit Karten weltweit allemal willkommener. :D:p:D
 
Der Wert der DLF-Verkehrsmedlungen liegt im deutschlandweiten Überblick. Da kann man, wenn man von Hessen nach Fehmarn fährt, sich schon zu Fahrtbeginn ein vages Bild über die Verkehrslage im Norden machen: Bleibt ein Stau oder eine Sperrung hinter Hamburg hartnäckig in den DLF-Meldungen, so lohnt sich vielleicht eine frühzeitig eingeschlagene Alternativroute. Das erfährt man so zeitig aber nicht via TA und ggf. EON vom hr. Früher habe ich zu diesem Zweck zusätzlich NDR 4 auf Mittelwelle gehört, aber die mußten sie ja auch unbedingt abschalten.

Mag sein, daß das heute alles per Navi oder Händieäpp geht. Nur ist es ein Dienst, ein Nutzen mehr, den der Rundfunk ohne Not aufgibt. Das alles fördert letztlich auch den Herdengeist: Statt sich beim Reisen selbst ein Bild, eine "mental map" mittels Straßenkarten und Verkehrslagemeldungen zu machen, folgt man mechanisch den Befehlen der netten Stimme aus der kleinen Plastikkiste, eigenes Hirn ist da nicht mehr gefragt. Ich sehe bang dem Tag entgegen, an dem die Richtungsschilder an den Straßen abgebaut werden, aus Kostengründen, denn es habe ja sowieso jeder ein Navi. Dann fahren wir desorientiert und manipulierbar von zu Hause über links-halten und im-Kreisverkehr-die-zweite-Ausfahrt nach Sie-haben-ihr-Ziel-erreicht, die eigene Umgebung ein einziger weißer Fleck auf der Landkarte.
Es wird niemand gezwungen, ein Navi zu nutzen. Viel Spaß weiterhin mit den in jeder Hinsicht veralteten Papierkarten. Meine spezielle Fahrrad-Navi-App hat mich schon ganz komoot in sehr schöne Gegenden geführt.
 
Navis können auch 'doof' sein ...
Es wird niemand gezwungen, ein Navi zu nutzen. Viel Spaß weiterhin mit den in jeder Hinsicht veralteten Papierkarten. Meine spezielle Fahrrad-Navi-App hat mich schon ganz komoot in sehr schöne Gegenden geführt.
Die schönsten Lachnummern sind immer, wenn blind nach Navi gefahren wird, - über die Kaimauer direkt ins Hafenbecken!!! - ODER: Über die Rampe in den Fluß: "HUCH!" - Navi sagt Straße folgen, aber man kann vielleicht noch gerade auf dem Fähranleger bremsen. - UND: Kein mitleid mit Truckern, die sich mit PKW-Navis auf Feldwegen festfahren.
Ganz weit nach vorn gedacht wird "Autonomes Fahren!" als die Zukunft prognostiziert. Sehe ich noch nicht so ganz.
DLF will den Verkehrsfunk einstellen. ICH finde das: "Schade!" - Aber auch okay: Als Verkehrsfunk-Grundversorgung prügeln sich die Regionalsender um den Titel: "DER BESTE VERKEHRSFUNK (in unserem Sendegebiet)!" ... Na, da kann sich DLF auch ganz entspannt einen schlanken Fuß machen: "Na, dann macht mal!"
 
Es wird niemand gezwungen, ein Navi zu nutzen.
Gezwungen (noch?) nicht, aber ein Wegfall von Verkehrsmeldungen im Radio macht es nicht einfacher, mit Karte statt Navi zu fahren.
Viel Spaß weiterhin mit den in jeder Hinsicht veralteten Papierkarten.
OT: Warum sollten denn Papierkarten in jeder Hinsicht veraltet sein? Allein die Größe des Kartenblatts ist ein Vorteil: mit 'ner Generalkarte, einem Meßtischblatt oder einem Stadtplan gewinnt man viel besser eine Übersicht als mit dem sondermarkengroßen Kartenausschnitt auf dem Navibildschirm.
Aber mir ging es nicht um Karte oder Navi, sondern um einen weiteren kleinen Bedeutungsverlust für das Medium Radio: Der DLF-Verkehrslagebericht war und ist für manche Hörer etwas Nützliches, sein künftiger Wegfall wird diese Hörer dazu bewegen, solche Information außerhalb des DLF und tendenziell gar außerhalb des Radios zu suchen.
 
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Nö nö, es führt mich nicht "her", sondern "hin"!
Außerdem trägt mir nichts zu geografischer Bildung oder zu topgraphischen Kenntnissen bei, wenn ich bei der Fahrt nur grün gestrichene oder -bewachsene Schallschutzzäune sehe, nach dessen Tunnelende ich mein Ziel erreicht habe.

Und übrigens: Ich weiß nicht, wie ich es geschafft habe, mit Zigarette im Maul, Shell-Atlas auf den Knien, Gang- statt Automatikschaltung die richtige Ausfahrt (erst rechts, dann nicht wieder rechts, sondern geradeaus, dann wieder rechts) zu nehmen. Da es unter der Brücke landschaftlich rein gar nichts zu sehen gibt, ist mir mein allwissender Handy-Navi für 19 Okken pro Jahr mit Karten weltweit allemal willkommener. :D:p:D
 
Nee, ich meinte wirklich "her"führt. Dran vorbei auf dem Weg zum Ziel. Der Weg zum Ziel ist oft interessanter als das Ziel selbst.
Also, was ich meinte:
Seit Aufschaltung der MW Nordkirchen 549 kHz in 1978 höre ich den DLF und die Verkehrsmeldungen. Ohne immer genau hingehört zu haben, kenne ich mich seit Jahren blind auf dem deutschen Autobahnnetz aus. Learning by listening. Und so hat sich auch seit Jahren ein Gespür dafür entwickelt, wo ich wann zu welcher Zeit besser nicht herfahre. Wo was liegt hat sich auch nebenbei ergeben. Klare Sache, NAVIS haben ihre Vorteile, z.B. in Städten sind sie ungeschlagen. Aber wie schon geschrieben wurde, es gibt mittlerweile eine stattliche Anzahl von NAVI-Nutzern, die nicht mehr nachdenken, oder zumindest 'mal die Stimme aus dem Kasten schief angucken. Ich habe mich im Saarland, wo ich mich eigentlich nicht auskenne, mit der NAVI-Tante angelegt und bin so gefahren, wie ich es für besser erachtete, weil ich mir vorher zu Hause die Karte angesehen hatte. Was soll ich Euch sagen? Die Alte wurde sauer! Ich war nicht allein im Auto, meine Mitfahrer hatten auch das Gefühl, dass sie angepisst war.
Und nun zurück zum Thema.
 
@Neper : Der dann bei einer unverhofft scharfen Bremsung oder Kurvenhaltung in den Fußraum rutscht, dadurch beinahe einen Unfall verursacht und als Kartenspiel wieder zum Vorschein kommt. Was habe ich es gehasst...dieses "Atlas auf dem Schoß". Da ist das Navi schon ein Sicherheitsplus.
 
Manche tun hier ja so, als sei die Absetzung des Verkehrsfunks im DLF gleichzusetzen mit dem Ende des Verkehrsfunks in Deutschland. Dabei halte ich den Schritt für konsequent und richtig.

Verkehrsmeldungen sind Ereignisse, die allenfalls von regionaler Bedeutung sind, keineswegs aber bundesweite Relevanz haben. Deshalb gehören sie von der örtlich Zuständigen Landesrundfunkanstalt (und vielleicht noch der benachbarten) ausgestrahlt, nicht aber vom nationalen Hörfunk.

Das Problem ist, dass vor allem bei den Popwellen der Verkehrsfunk zu einer Unterhaltungsshow verkommen ist, die verständlicherweise dem anspruchsvollen DLF-Hörer gewaltig auf den Keks gehen kann. Das rechtfertigt aber nicht die Existenz des Verkehrsfunks im DLF, sondern geht an die Adresse der Landesrundfunkanstalten.

Und noch etwas: In Zeiten der Klimadebatte müssten eigentlich auch alle Zugverspätungen von sagen wir mal mehr als 30 Minuten durchgegeben werden (beim DLF zumindest im Fernverkehr). Schließlich gibt es noch Leute, die statt der Bahn-APP lieber mit Taschenfahrplan und Kursbuch unterwegs sind und mithin auf diese Informationen angewiesen sind, bevor sie sich auf den Weg zum Bahnhof machen.
 
Wie ich das schonmal geschrieben hatte, macht ein Verkehrsfunk nur mit den "Best of" Staus deutschlandweit keinen Sinn. Dafür sind es in der Rush-Hour einfach zu viele lange Staus. Wenn man alles über 5 KM brächte, wäre der VF mehr als 5 Minuten lang. Außerdem ist es völlig sinnlos, wahrlos irgendwelche Staus zu vermelden. Was interessiert den Hörer in Kiel der Stau am Grenzübergang in Füssen? Auch der Berliner Hörer wird sicherlich eher genervt mit den Augen rollen, wenn am Kölner Ring gegen 17 Uhr mal wieder nichts mehr geht? Der Hörer in Passau wird aber bestimmt ganz genau die Ohren spitzen, wenn vor dem Elbtunnel die A7 mal wieder Probleme macht.
Das gleiche gilt übrigens auch für Klassikradio.
 
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Nicht falsch verstehen, ich bin nicht grundsätzlich für die Abschaffung des Verkehrsfunks. Gefahrenmeldungen sind nach wie vor sinnvoll und schützen Leben. Meinetwegen auch Hinweise zu überfüllten Parkplätzen für LKW, sofern die Brummifahrer das vorher nicht anderweitig erfahren sollten. Aber deren Wartezeiten am Grenzübergang Weil am Rhein ist jetzt für die Niedersachsen nicht so spannend.

Das Stauende vor mir auf zehn Meter genau sagt mir keine Verkehrsdurchsage.

Im Übrigen habe ich trotz Taschen-Navi durchaus eine Vorstellung davon, in welcher "Gegend" ich mich befinde. Allerdings notiere ich mir nicht mehr - wie früher - vorab alle Abfahrten, Autobahn- und Bundesstraßen-Nummern meiner Route und klammere den Zettel an die Sonnenblende. Die Zeiten sind nun wirklich vorbei.
 
Kurz OT: wurden auf Radio Luxemburg die Verkehrsmeldungen auch bundesweit ausgestrahlt? Erinnere mich nicht mehr. Erinnere mich nur noch, dass es diverse Straßenatlanten mit ARI-Verkehrsfunkkarte gab, auf welcher neben den UKW-Frequenzen der ARD Servicewellen auch die DLF-Mittel- und Langwellen sowie die Luxemburger 1440 kHz als bundesweite Verkehrsfunkfrequenz genannt war (sowie UKW Kanal 6 und 33 für die Region Düssedorf-Köln-Frankfurt).
 
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Ich behaupte mal die Mehrheit der Hörer schaltet das Radio während der Autofahrt an
Mag sein. Aber wieviele von den, sagen wir mal 3 Millionen Menschen, die gerade eine Meldung über die A 96 irgendwo vor den bayerischen Alpen hören, und in diesem Moment mit ihrem Auto unterwegs sind, sind direkt davon betroffen? Und haben das Radio so laut, dass sie es aktiv wahrnehmen, was da gerade gesagt wurde? Doch nicht mehr als acht oder neun Personen!

da soll man bekanntlich nicht auf das Display des Smartphones schauen.
Ach ist das so? Da sehe ich im Straßenverkehr aber täglich sehr viel Gegenteiliges. Sein Mettbrötchen schmieren darf man sich aber, oder Kafee trinken, oder eine Zigarette drehen und rauchen. Theoretisch darfst du sogar ein Pilsbier trinken während du deinen PKW lenkst. Unsere Gesetze sind schon seltsam.

Da doch die meisten Leute heute angeblich sowieso ein supertolles DABRadio mit Scheibenkleister-Antenne im Auto haben, mit dem sie in jedem Tunnel alle ihre Lieblingssender (und viel mehr als über UKW) empfangen könnten, bliebe doch als Kompromisslösung sicherlich immer noch die automatisierte Ausstrahlung auf dem Kanal Dokumente&Debatten im Digitalradio so wie der WDR das bei VERA macht.

Zumindest stundenweise sollte das, da kein moderiertes Liveprogramm, sondern nur eine Computerstimme, rundfunkstaatsvertraglich machbar sein.

Die bisherige Lösung "Staus und stockender Verkehr ab 6 Kilometer Länge" ist unbefriedigend. Für alle! Am meisten wahrscheinlich für den, der jeden Tag den selben Text vom Westhofener Kreuz und der Tankstelle Frechen runterrattern darf.
 
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Aber Klassik Radio bringt doch mittlerweile keine Verkehrsmeldungen mehr.
Ok, das wusste ich nicht. Hab schon länger nicht mehr den Sender gehört, aber vor einiger Zeit gab es die noch.


"Zurzeit liegen uns keine Verkehrsmeldungen vor"

Da möchte ich mal wissen, wann man diese Meldung mit gutem Gewissen bringen kann. Dürfte eher selten vorkommen, dass in ganz Deutschland keinerlei Störungen oder Warnhinweise gibt.
 
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