• Wie aus den radioforen.de-Nutzungsbedingungen hervorgeht, darf kein urheberrechtlich geschütztes Material veröffentlicht werden. Zur Identifizierung von Interpret und Titel (o.ä.) können jedoch Hörproben bis zu 30 Sekunden angehängt werden. Was darüber hinausgeht, können wir nicht tolerieren.

Quote für deutschsprachige Titel im Radio?


Status
Nicht offen für weitere Antworten.
#26
.. nur eine Randbemerkung, damit nicht wieder Äpfel mit Birnen verglichen werden. In Frankreich wird dann die "Quote" bereits erfüllt, wenn TEILE des Titels in Französisch gesungen werden. So konnte z. B. Robbie Williams in der Dauer-Rotation laufen, weil der Refrain extra für den französischen Markt auf Französisch produziert wurde.

Und noch ein Wort zu "OPTIMOD" ... ich bin jedes HJahr etwa 2 bi 3 Mal in Frankreich auch für längere Zeit .. ich bin noch nie mit "Hi Nazi" begrüsst worden. Im Gegenteil, mit Kenntnissen der französischen Sprache oder zumindest das Bemühen darum, ist man in Frankreich gerne gesehen. Wer allerdings auf englisch oder gar Deutsch ein Schnitzel bestellt, bekommt sicher die kalte Schuler gezeigt. Ähnliches passiert einem Franzosen aber auch, wenn er in Bad Kühlungsborn auf Französisch eine "Terrine" möchte und eine Gemüsesuppe vorgesetzt bekommt.

Mit nördlichen Grüssen

Holger Dilk
 
#27
@exhörer:
Ich habe noch nie gehört, dass ein deutscher Titel nicht gespielt worden ist, weil er deutsch ist.
Die Musikredakteure stört es nicht im geringsten, ob ein Titel deutsch ist oder nicht. Sie fragen, ob ein Titel bei den Hörern gut ankommt, emotional etwas auslöst. Einige deutsche Titel tun das, andere nicht.
Dass es dabei erheblich mehr englische Titel gibt, hat ja noch einen weiteren einfachen Grund: Es wird aus der Musik ausgewählt, die auf dem weltweiten Markt ist. Und auf dem weltweiten Musikmarkt ist nun einmal mehr nicht-deutschsprachige Musik. Wenn man aus dem Angebot auswählt, ist es eine logische Konsequenz, dass deutschsprachige Titel in der deutlichen Minderheit sind. Eine Quote verzerrt da die musikalischen Verhältnisse.

Dass die Musikindustrie mehr auf englischsprachige Künstler setzt, liegt außerdem nicht daran, dass sie deutschsprachige Musik einfach überhört. Sinn ihrer Aufagbe ist es, Musik zu finden, die einem möglichst großen Markt zugänglich zu machen ist, weil sie dann mehr Geld verdienen. Das ist ja ihr Job.
Es ist aber etwas schwierig, deutschsprachige Musik in F, E, GB, USA, Skandinavien etc. zu positionieren. Englisch geht aber immer. Ein weiterer Grund übrigens, dass deutsche Interpreten gerne englisch singen.
Wofür da Quote?

<small>[ 31-05-2003, 16:27: Beitrag editiert von der beobachter ]</small>
 
#28
@ exhörer: außerdem geht es da niemandem darum, das deutsche Kulturerbe zu retten, sondern es geht knallhart ums Geld.
Trotzdem hast Du recht, wenn Du sagst: Angebot bestimmt die Nachfrage. Kübi würde auch keiner hören, wenn er nicht hochgepuscht worden wäre. Da beißt sich die Katze in den Schwanz. Es kann aber nicht unsere Aufgabe sein, ständig die Karrieren zu fördern. Abgesehen davon finde ich schon, dass die Plattenindustrie am schlechten Image der deutschsprachigen Musik in Deutschland selbst schuld hat. Wer die Vicky-Leandros-Version von "My heart will go on.." schon mal gehört hat, weiß, wovon ich rede. Irgendwann war die Liebe, Triebe, Herzschmerz-Zeit vorbei. Man muss sich eben überlegen, welches Klientel man ansprechen will.

<small>[ 31-05-2003, 17:43: Beitrag editiert von radiohexe ]</small>
 
#29
@radiohexe: "außerdem geht es da niemandem darum, das deutsche Kulturerbe zu retten, sondern es geht knallhart ums Geld."

Nicht beim Ö/R-Rundfunk. Nicht umsonst wird er gebührenfinanziert, um sich eben nicht vollständig dem Geld- und Quotendiktat zu unterwerfen, sondern um dem kulturellen Auftrag gerecht zu werden.

Die Deutsch-Quoten-Forderung bezieht sich ja auch nur auf die öffentlich-rechtlichen Sender.
 
#30
...ich meinte damit eigentlich auch eher die Plattenfirmen und ihre Lobby...
Die Ö-R sind ebenfalls nicht uninteressiert an Kohle. Sonst würden sie sich mit den Gebühren zufrieden geben und auf Werbeeinnahmen komplett verzichten.
 
#31
</font><blockquote><font size="1" face="Verdana, Arial">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Verdana, Arial"> ...zu zitierst auffälligerweise ausgerechnet die Länder, deren Sprachen sich mindestens vom Klang am meisten für Musik eignen! </font><hr /></blockquote><font size="2" face="Verdana, Arial">Warum eignet sich deutsch nicht für gute Musik, oder anders gefragt: warst Du schon mal in Frankreich? Wenn Du mal den Drang verspürst in dieses Land zu fahren, vergesse Deine CDs nicht, am besten deutschsprachige. Du wirst Sie nach spätestens einem Tag brauchen!

In einem anderen Beitrag wurden Bands wie z.B. 2Raumwohnung angesprochen! Geile deutsche Mucke, aber kaum eine Radiostation spielt so etwas! Warum?

Ich kann mich z.B. nicht erinnern, schon einmal die "Sportfreunde Stiller" im Radio gehört zu haben.

@ Grenzwelle: </font><blockquote><font size="1" face="Verdana, Arial">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Verdana, Arial"> Wie war das in der DDR? Die Künstler und Bands durften nur deutsch singen (hm vielleicht wäre russisch auch noch erlaubt gewesen) und durften sich keine englischen Namen geben (ja, so kamen die lustigen DDR-Bandnamen zustande). </font><hr /></blockquote><font size="2" face="Verdana, Arial">Kommt der Name "CITY" aus dem deutschen? Oh wei, oh wei, oh wei!
Was ist an den Namen "Pankow", "Rockhaus", "Berluc" oder "P16" so lustig? Klinkt denn "Westernhagen" oder "Grönemeyer" oder "Küblböck" so viel besser?
 
#32
Bauer,

den herablassenden Ton ('Oh wei')kannst Du Dir sparen. Stattdessen recherchiere lieber und stelle erstaunt fest, dass ich Recht habe: Englisch WAR in der DDR-Pop-und Rockmusik verboten. Der eingedeutschte Anglismus City mag hier ein Grenzfall gewesen sein.

Außerdem habe ich nicht gesagt, dass ich Daniel K. und Konsorten lustiger finde. Im Gegenteil - da vergeht einem eher das Lachen.
 
#33
Quote ist absoluter Quatsch. Die Radiosender sollen das spielen, was gut ist, egal ob das aus D kommt, auf deutsch gesungen wird oder ähnliches.
Wenn ich mir aber die deutschen Produktionen, die gerade in den Charts sind so angucke (deutscher Hip Hop wie Dj Tomekk oder Daniel K., Yvonne Catterfeld), dann muss ich festellen, dass das, was in den Charts ist momentan nichts mit guter Musik zu tun hat, sondern nur wie gut es jeweils vermarktet wird. Die "Kids" sind ja so dumm, dass sie es einfach kaufen und die Plattenfirmen lachen sich ins Fäustchen, dass man mit so einem Dreck Kasse machen kann.
 
#34
@ Grenzwelle: wie alt bist Du? Weisst Du eigentlich wie es in der DDR war? Sicher nicht, denn sonst würdest Du nicht solche Behauptungen aufstellen!

Es ist das erste mal das ich erfahre, dass Englisch in der DDR - Musik verboten war!

</font><blockquote><font size="1" face="Verdana, Arial">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Verdana, Arial">Außerdem habe ich nicht gesagt, dass ich Daniel K. und Konsorten lustiger finde. Im Gegenteil - da vergeht einem eher das Lachen. </font><hr /></blockquote><font size="2" face="Verdana, Arial">Nein, aber Du hast behauptet, dass alle DDR - Bandnamen lustig klingen!

Na gut, "Fritzens Dampferband" klang vielleicht lustig, aber das tat der Name "Gebrüder Blattschuß" auch.

Aber kommen wir wieder zum ernsten Teil dieses Themas: wenn ich "oh wei" schreibe, dann mein ich auch "oh wei". Das hat nichts mit Überheblichkeit zu tun und ist erst recht nicht herablassend gemeint. Im Gegenteil!

</font><blockquote><font size="1" face="Verdana, Arial">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Verdana, Arial"> Der eingedeutschte Anglismus City mag hier ein Grenzfall gewesen sein. </font><hr /></blockquote><font size="2" face="Verdana, Arial">Was ist mit "Feeling B", "Jonathan Blues Band", "L´art de passage", "Modern Soul Band", "Tangerine Dream
", u.s.w.? Sind das alles Ausnahmen?
Wenn ich mich recht entsinne, gab es sogar eine Band Namens "Transit".
 
#35
Hallo!
Es freut mich, dass mein Thema so eifrig diskutiert wird. Ich habe festgestellt, dass die Einführung einer solchen Quote bei den Meisten nicht so gut ankäme. Meiner Meinung nach ist die Idee aber nicht schlecht, und es würde ja schließlich nur die ÖR-Sender betreffen. Klar sind deutschsprachige Titel in den Charts reichlich vertreten, aber zumeist sind das keine Pop-oder Rochnummern sondern Hiphop etc. Wenn eine solche Quote eingeführt werden würde, dann würde das warscheinlich auch ein größes Engagment der deutschen Musikproduzenten für deutsche Titel bedeuten. Dies hätte wiederum auch einen Qualitätsanstieg zur Folge.
 
#36
Jetzt wirds interessant...

</font><blockquote><font size="1" face="Verdana, Arial">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Verdana, Arial">Ich kann mich z.B. nicht erinnern, schon einmal die "Sportfreunde Stiller" im Radio gehört zu haben.</font><hr /></blockquote><font size="2" face="Verdana, Arial">Nun, 1Live präsentiert dauernd Konzerte von ihnen, 4 Stück stehen inzwischen auf CD bei mir im Schrank. Auf Fritz waren/sind sie eine der Lieblingsbands, im Bayern 2 Zündfunk sind sie definitiv auch gelaufen. Und ich habe sie auch schon über den Sender gejagt, na das ist doch was, oder? <img border="0" title="" alt="[Winken]" src="wink.gif" />
Viele alternativere deutsche Acts werden regelmäßig von den ARD-Jugendwellen (von der einen mehr, von der anderen weniger) promoted und auch gespielt. Mit 2Raumwohnung siehts ähnlich aus, aber auch hier greift das Problem, daß es halt nicht als massenkompatibel eingestuft wird und damit bei vielen Programmen nie in die Playliste finden kann. Und damit gehts den von mir so geliebten deutschen Acts nicht anders als z.B. Coldplay, Feeder oder Radiohead. Die laufen garantiert auch nicht auf einem x-beliebigen Formatradio.
Auf hr3 gabs letztens auch mal Virginia Jetzt!, die neuen Helden aus Elsterwerda.

Der Sieger der nationalen (DDR) Auswertung der "DT64-Hitsommernacht" 1989 wurde die junge Fürstenwalder Band Jade mit einem Titel namens "Sky", komplett auf englisch und erstaunlich "westlich" produziert. Den könnte man heute noch problemlos spielen und es würde nicht "auffallen". Ansonsten sangen Die Art schon Mitte der 80er englisch, wenngleich nur auf nicht ganz offiziell erhältlichen Kassetten. Das erste "amtliche" Album "Fear" von 1990 war auch komplett in englisch. Und eine Band namens Transit gab es wirklich - gewagter Name im Mauerstaat. Die sangen dann "Ich fahr an die Küste", der Sänger war AFAIR aus Binz/Rügen. Die Hardrock-Band Merlin sang 1989 "After the war" auf englisch, nur als Beispiel. Soviel zum Thema DDR-Musikgeschichte...

So, und nun entkrampft Euch mal wieder <img border="0" title="" alt="[Winken]" src="wink.gif" />

Gut' Nacht, heut' Nacht
Ist Zeit zu geh'n.
Fällts auch schwer
Wir spielen kein' Ton mehr.
Aber wir kommen wieder, irgendwann.
Bis dann, jetzt seid ihr dran...
 
#37
@ Bauer:

Auweia, das tut echt weh. Der feine Unterschied zwischen Bandnamen wie "Kreis" und "Puhdys" einerseits und Familiennamen, wie Westernhagen, Küblböck oder Grönemeyer sollte sich eigentlich auch dem einfacher gestrickten Landmann erschließen.

Aber wer "Tangerine Dream" für eine DDR-Band hält, hat sich aus der Runde der zumindest halbwegs kompetenten Diskussionsteilnehmer ohnehin verabschiedet.

Und welche DDR-Band hat bitte englisch gesungen - von einer für den Export bestimmten "Puhdys"-LP mal abgesehen?

<small>[ 01-06-2003, 00:22: Beitrag editiert von Makeitso ]</small>
 
#39
Was in der DDR ab Mitte der 80er gelaufen ist, sollte man aus der Betrachtung rausnehmen, denn ab da befand sich die DDR in ihrer wirtschaftlichen, moralischen und kulturellen Auflösungsphase. Der Ulbricht hatte jedenfalls Mitte der 60er in einer Grundsatzrede alles verboten, was mit 'westlicher Beatmusik' zu tun hat. Alles andere passierte wohl innerhalb des großen Ermessensspielraums der Funktionäre, wir sollten's aber nicht zur Rechthaberei ausarten lassen, zumal ohnehin Off-Topic.

Tangerine Dream... das hab ich allerdings auch anders in Erinnerung. <img border="0" title="" alt="[L&auml;cheln]" src="smile.gif" />
 
#40
</font><blockquote><font size="1" face="Verdana, Arial">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Verdana, Arial"> Was in der DDR ab Mitte der 80er gelaufen ist, sollte man aus der Betrachtung rausnehmen </font><hr /></blockquote><font size="2" face="Verdana, Arial">Hat sich die DDR schon Mitte der 80er aufgelößt?

</font><blockquote><font size="1" face="Verdana, Arial">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Verdana, Arial"> Und welche DDR-Band hat bitte englisch gesungen </font><hr /></blockquote><font size="2" face="Verdana, Arial">Es ging nicht darum welche Band Englisch gesungen hat, sondern ob in der DDR Englisch gesungen werden durfte.

</font><blockquote><font size="1" face="Verdana, Arial">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Verdana, Arial"> Der feine Unterschied zwischen Bandnamen wie "Kreis" und "Puhdys" einerseits und Familiennamen... </font><hr /></blockquote><font size="2" face="Verdana, Arial">Na gut, dann eben Bandnamen: "Steinwolke", "Geier Sturzflug", "Fehlfarben" u.s.w.
Aber genug dieser Diskusion!

PS. Der Name Bauer hat nichts mit einem einfach gestrickten Landmann zu tun, sondern ist mein Familienname. Jedenfalls besser als ein Synonym...!
 
#41
Na Bauer, jetzt wird's aber doch blöde.

Wenn ein Regime wie die DDR den eigenen Bands das Geld streicht, und Acts wie Bruce Springsteen einfliegt, dann nenne ich das moralische/kulturelle Auflösung.

''Es ging nicht darum welche Band Englisch gesungen hat, sondern ob in der DDR Englisch gesungen werden durfte.''

Du, der sich hier als großer DDR-Kenner darbieten will, sollte wissen, dass offizielles TUN und DÜRFEN in der DDR im Prinzip dasselbe war. Eine Band in der DDR hätte gerne englisch singen dürfen, hätte dann aber keine Platte machen können, keine Engagements für Auftritte bekommen und wäre nicht im Radio gelaufen.
 
#42
</font><blockquote><font size="1" face="Verdana, Arial">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Verdana, Arial"> Wenn ein Regime wie die DDR den eigenen Bands das Geld streicht, und Acts wie Bruce Springsteen einfliegt, dann nenne ich das moralische/kulturelle Auflösung. </font><hr /></blockquote><font size="2" face="Verdana, Arial">War Springsteen etwa der erste Westkünstler, der in der DDR aufgetreten ist (oder durfte)? Oder hat Springsteen etwa die Mauer selbst eingerissen?
Sorry, es kann sein das ich jetzt oberflächlich werde, aber bei diesen Gedankengängen kann, nein, will ich nicht mithalten...!
 
#43
</font><blockquote><font size="1" face="Verdana, Arial">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Verdana, Arial"> Was in der DDR ab Mitte der 80er gelaufen ist, sollte man aus der Betrachtung rausnehmen, denn ab da befand sich die DDR in ihrer wirtschaftlichen, moralischen und kulturellen Auflösungsphase. Der Ulbricht hatte jedenfalls Mitte der 60er in einer Grundsatzrede alles verboten, was mit 'westlicher Beatmusik' zu tun hat. </font><hr /></blockquote><font size="2" face="Verdana, Arial">Und in den zwei Jahrzehnten dazwischen war nichts? Natürlich macht es einen beachtlichen Unterschied, welchen Zeitraum man betrachtet, aber das ist doch wohl nicht nur im Falle DDR so.

Und es ist nun einmal so, daß es in den 80er Jahren in der DDR englischsprachige Musikproduktionen gab, und das nicht nur von "anderen Bands" (wie man das wohl nannte), sondern auch im Mainstreambereich mitsamt Ausstrahlung im Rundfunk und Umsetzung im Fernsehen. Ich meine, mich da an den Namen Ines Paulke zu erinnern, ohne Verwechslungen ausschließen zu können; nur, falls da jemand recherchieren will.

Die Auflösungserscheinungen würde ich dann auch nicht an den eigenen Produktionen festmachen wollen, sondern eben z.B. an solchen Aktionen wie dem springenden Stein in Weißensee. Denn dort war z.B. das Fernsehen der DDR nur noch geduldeter Gast, dem aus dem Ü-Wagen irgendeines US-Networks nach einem undurchschaubaren System nur Fragmente des Konzerts überspielt wurden. Man hörte auch von Übergriffen auf DDR-Journalisten durch Angehörige des Springsteen-Trosses. Gast im eigenen Land, mehr war er da nicht mehr, der ach so böse Rundfunk der DDR.


Und wenn man nun wieder in die Gegenwart zurückkehren will: Die Aussage, "Sportfreunde Stiller" würden nie im Radio laufen, muß wohl richtig heißen "im Privatfunk". Denn niemand in unserem Staate hat etwas gegen eine gepflegte Beatmusik!
 
#44
Um mal wieder zum Thema zurückzukommen, der Deutschquote für allgemeindeutsche ÖR-Sender:

@exhörer:
Es ist wohl richtig, dass der ÖR-Funk einen kulturellen Auftrag. Aber wenn du schreibst, "um dem kulturellen Auftrag gerecht zu werden", dann ist das zwar richtig. Es geht aber nicht darum, deutsche Kultur auf Sendung zu bringen, sondern einfach Kultur. Und in einer Welt, die sich den absurden Begriff "globalisierte Welt" zuschreibt und von kultureller Vielfalt als der notwendigen Entwicklung zu einem friedlichen Miteinander spricht, ist es wohl widersinnig, das Abspielen deutschsprachiger Musik mit dem kulturellen Auftrag ör-Sender zu verbinden.
Bei Kultur geht es um Kunst und gesellschaftlich relevante Lebensgestaltung.

<small>[ 01-06-2003, 13:46: Beitrag editiert von der beobachter ]</small>
 

Tom2000

Gesperrter Benutzer
#45
Ich verstehe das angebliche "Problem" überhaupt nicht.

Englisch hat sich als germanische Sprache im wesentlichen aus dem norddeutschen Platt entwickelt. (Später kamen bspw. französiche Einflusse hinzu, die es auf die deutsche Sprache aber auch gegeben hat.)
Fazit: Jedem, der als Deutscher fliessend Englisch spricht, bleiben die vielen sprachlichen Gemeinsamkeiten nicht verborgen.
Es fängt mit simplen "Übereinstimmungen" an:
Stuhl - stool (alt, heute "chair")
Haus - house
Garten - garden
usw.

Für die zunächst verborgenen Übereinstimmungen muss man Platt können.
Uhr - clock (ursprünglich ein plattdt. Wort)
usw.

Wenn wir auf etwas stolz ein wollen seien wir doch stolz darüber, die Mit-Urheber dieser wunderschönen Sprache zu sein.
 
#46
@Tom2000:
Die deutsche Sprache für eine Mitbegründerin des Englischen zu halten erscheint mir doch etwas vermessen! Das ist eher Kulturimperialismus als sprachhistorische Wahrheit. Nicht dass diese beiden Sprachen nicht miteinander zusammenhingen - als indogermanische Sprachen tun sie das sicherlich - die Entwicklung der unterschiedlichen Sprachstufen und Lautverschiebungen verläuft aber ganz und gar nicht so, dass sich deine These so einfach aufrechterhalten ließe.

<small>[ 01-06-2003, 18:11: Beitrag editiert von der beobachter ]</small>
 

Tom2000

Gesperrter Benutzer
#47
Lieber Beobachter,

ist Dir etwa entgangen, wo die Angeln und Sachsen ursprünglich herkamen?
Sind Dir vielleicht auch die Wanderungsbewegungen vom germanischen Festland nach Skandinavien und von da aus weiter auf die heutigen Britischen Inseln entfallen?

Die Unterstellung von Kultur-Imperialismus ist schon sehr bösartig.
 
#48
Hallo an alle!
Also ich bin eindeutig FÜR die Einführung einer Deutsch-Quote im öffentlich-rechtlichen Radio!
Und das aus mehreren Gründen:

1. der öffentlich-rechtl. Rundfunk hat einen Kulturauftrag, und das heisst für mich auch etwas über die hiesige Kultur zu zeigen. Die vielen Künstler, die es in Deutschland gibt und keine Chance haben, ins Radio zu kommen, hätten mit einer Quote endlich die Möglichkeit in der Bevölkerung Gehör zu finden! Schliesslich wird Radio im Durchchschnitt von ca. 80% aller Deutschen gehört. Das hat überhaupt nichts mit Nationalismus zu tun, im Gegenteil. Es geht auch darum, den Band hierzulande zu helfen!
2. Es ist echt peinlich, dass alle unsere Nachbarn, und inklusive das kleine Holland, mehr nationale Titel in ihrem Radio spielen, als wir.
Selbst in der Schweiz wird die Einführung einer Quote sehr diskutiert und von vielen Politikern unterstützt. Musik ist für mich Kultur, genauso die Sprache. Und produzierte Musik gehört auch dazu. Das heisst auch gar nicht, dass man diese Musik, in unserem Falle die deutsche, mögen muss.
Eine Quote von ca. 20% wäre ok. 40% wie in Frankreich müssen es nicht sein.
3. Musikproduktion als wirtschaftliches Gut.
Die deutsche Musikwirtschaft leidet regelrecht daran, dass deutsche Sender keine Plattform für nationale Produktionen bieten.
Da öffentlich-rechtl. Sender überwiegend von Gebühren finanziert werden, sollten diese nicht unbedingt vom Markt beherrscht werden. Ihre Marktunabhängigkeit sollten sie durch eben einen anderen Sendeinhalt als die Privaten zeigen. Eine Deutsch-Quote wäre eine Möglichkeit.
Ich weiss, es ist in Deutschland nicht möglich den Rundfunksendern, ob privat oder öffentlich-rechtlich, eine Quote zu erlassen, weil unter anderem die BVG-Urteile Staastferne und Unabhängigkeit des Rundfunks fordern.
Aber zumindest sollten die öffentlci-rechtl. Rundfunkräte handeln, sodass diese Anstalten wenigstens eine freiwillige Quote haben.
 

Tom2000

Gesperrter Benutzer
#49
Wo ist denn die tolle deutsche Mucke.
Bin am Samstag spätnachmittag quer durch NRW gefahren, habe auf Wunsch Eins Live eingestellt.
Da lief was Deutsches - grausam!
Das meiste ist schlicht nicht spielbar.
Da hilft auch die Quote nichts.
Auch das ör Radio ist nicht der Erfüllungsgehilfe der hausgemachten Probleme der dt. Musikindustrie!
 
#50
@Tom2000:
Klar ist die Unterstellung bösartig! Ist ja auch nicht so ernst gemeint. <img border="0" title="" alt="[Winken]" src="wink.gif" /> (Was ich bei deiner Liebe für NL-, GB- und USA-Sender aber auch nicht ernsthaft angenommen habe.)

Aber ich glaube, dass das Argument, die deutsche Sprache habe einen solchen Einfluss auf das Englische gehabt, dass wir darauf stolz sein könnten, übertrieben ist, insofern es der Sache nicht gerecht wird. Dem Durchschnittsdeutschen mit guten Englischkenntnissen ist das nämlich hoffentlich klar, aber es ändert nichts daran, dass das eine Muttersprache ist und das andere Fremdsprache.

Dass die Angelsachsen u.a. etwas mit den Sachsen zu tun haben, ist mir auch nicht entgangen. Wobei ich mich natürlich frage, was Deutsch mit Sächsisch zu tun hat. (An dieser Stelle erwarte ich jetzt den Aufschrei aller Sachsen, den ich mit dem Verweis auf Ironie!!! natürlich lässig und gekonnt niederbügle. <img border="0" title="" alt="[Winken]" src="wink.gif" /> )
Es ist aber nicht der Einfluss des Deutschen auf das Englische, der hier angeführt werden muss. Vielmehr haben sich die Sprachen unter unterschiedlichen Bedingungen unterschiedlich entwickelt. Schließlich hat sich auch die deutsche Sprache, nachdem sich eine Vielzahl von Menschen Richtung England/Skandinavien verabscheidet hat, ja auch noch weiter entwickelt. Es gibt also einen gemeinsamen Unrsprung, nicht aber eine so starke Abhängigkeit des Englischen vom Deutschen.

Zufriedenstellend?

<small>[ 01-06-2003, 18:39: Beitrag editiert von der beobachter ]</small>
 
Status
Nicht offen für weitere Antworten.
Oben