Radio und Coronavirus: Wirtschaftliche Auswirkungen


Toll! - 700.000 für fixe UKW-'Verbreitungskosten' ... Hoffentlich nur als rückzahlbarer Kredit, und nicht als Zuschuss!
Sender, die dann den Kredit nicht zurückzahlen können/wollen ... bei denen ist die weitere Tragfähigkeit ihres Geschäfts zu hinterfragen!
Wohnungsmieter, die aktuell in der Corona-Krise einen finanziellen Engpass überbrücken müssen, können ihre Mietzahlungen ja auch nur stunden lassen.
 
Wieso muß man ausgerechnet die Privatsender von Steuergelder unterstützen, wo bei den meisten Privatsendern eh kaum noch gehaltvoller Wortanteil vorkommt ?
Immer dieses rumgeheule der immer gleichen Akteure. Wenn da so mies gewirtschaftet wird, dann haben es diese Sender in meinen Augen auch nicht anders verdient, als im Zweifel den Laden dicht zu machen oder mit jemand anderen zu fusionieren. Es gibt so viele andere, auch kleine Sender, die das scheinbar besser gelöst haben und nicht Staatshilfen fordern.

Fehlt nur noch, das man auf die Idee kommt, die Privaten ebenfalls von den Rundfunkbeiträgen der Bürger profitieren zu lassen, wie es in der Schweiz üblich ist...
Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte, wenn ich sowas lese !
 
@antonia-123
Wenn der Lizenzantrag gestellt wird, dann gehört dazu immer ein Wirtschaftsplan, in dem plausibel dargelegt werden muss, wie sich der Sender finanziert. Das ist tatsächlich nicht mehr oder weniger als eine Schätzung. Die Entwicklung der Reichweite und die Werbenachfrage ist ziemlich offen.

Trotzdem gab es "Spezialisten", die haben sich mit total unrealistischen Planungen in den Orkus geschossen. Zumal über den Bericht die Wirtschaftliche Lage des Privatfunks gibt es relativ valide Vergleichswerte. Damit kann man ganz gut das Erlöspotential für ein Sendegebiet kalkulieren. Da braucht man nicht 10 Semester BWL.

Das Problem ist immer gleich. Die Kostenplanung kann fast jeder Sender ziemlich leicht einhalten. Nur bei Realisierung der geplanten Einnahmen wird es schwierig.
 
Diesen "Du siehst mich nicht weil ich im Radio bin - ich seh dich nicht weil ich blind bin" -Kram der seit Wochen (oder sind es schon Monate?) gefühlt auf sämtlichen Sendern jede Stunde mindestens 1x kommt gibts doch wahrscheinlich auch kostenlos?? Es nervt! Es kann mir doch keiner erzählen dass eine Firma soviel Geld für Radiowerbung in fast allen Bundesländern ausgibt. Egal wie: Man kann es auch echt übertreiben...
 
Zum Glück wird man auf den von mir konsumierten Websendern von solchem Mist verschont. Wo läuft denn das ? Irgendwelcher UKW-Ranz ? ( Auszug Wiki : "Ranz.....ist für die Betroffenen stark belastend und führt häufig zu psychischen Problemen." )
 
Diesen "Du siehst mich nicht weil ich im Radio bin - ich seh dich nicht weil ich blind bin".
Diese Werbung habe ich auch schon mal gehört, aber nicht den Sinn verstanden.
Es handelt sich wohl um die Krankheit Non-24 (Blinde Menschen mit Schlafstörungen), aber für was wird da eigentlich geworben? Will man die Hörer zum spenden animieren oder zum Augenarzt schicken? Der Spot ist wirklich eine totale Katastrophe.
 
Diesen "Du siehst mich nicht weil ich im Radio bin - ich seh dich nicht weil ich blind bin" -Kram der seit Wochen (oder sind es schon Monate?) gefühlt auf sämtlichen Sendern jede Stunde mindestens 1x kommt gibts doch wahrscheinlich auch kostenlos?? Es nervt!
Ich höre diese eigenartige Werbung auch mehrmals täglich auf SWR1 RP und mache mir schon Gedanken, ob wir alle bald blind sein werden... o_O:cool:

Gut, dass ich scheinbar nicht der einzige bin, der diese Werbung mehr als zweifelhaft und verstörend vernimmt. Da wünscht man sich doch glatt Werbung von Seitenbacher oder Carglass als Ersatz! :p
 
Die läuft auch (oder gerade) auf DAB-Programmen, zB Radio Paradiso Hamburg (Das ist der Sender der die Nachrichten erst um 12:02 bringt mit der Ansage "Es ist 12 Uhr ..immer auf den Punkt informiert"...) auf Kanal 11c. Dort kommt das fast zu jeder vollen Stunde vor den Nachrichten (im Wechsel mit irgendeiner Sicher im Netz-Kampagne).
Wenn das auf sämtlichen Stationen läuft kann das doch nur ein Charityspot sein!? Dann lieber weniger Werbung bringen als die Hörer mit sowas ständig zu nerven.

(passt jetzt eigentlich auch zu "Die nervigsten Werbespots...)
 
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@s.matze netter Link zu Corona-Turbulenzen auch bei Hörhunkern in Frankreich!
HIER in D gibt es ein duales System. Mitleid mit den Privaten? - Eher nicht. Mitleid mit den ÖR? - Klares: "NEIN!" - Über die Haushaltsabgabe sind die überfinanziert. Schade, dass die angeblich unabhänge KEF sogar noch eine Erhöhung der monatlichen Haushaltsabgabe vorschlug.
Der "Corona-Viren-Sturm" wirbelt noch. Politisch ist die aktuell geplante Erhöhung der Abgabe in allen 16 Bundesländern noch nicht durch ...
 
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Keine Sorge, es wird schon durchgewunken. Das Geplänkel einiger weniger Politiker kennen wir zur Genüge, das Drehbuch ist bekannt. Hauptsache, man kommt mal in die überregionalen Alt-Medien.
 
haben angesichts des enormen Informationsbedarfes der Öffentlichkeit weiterhin hohe Personalkosten.
Ja vor allem die Frau Winkler+Nauschütz sowie die Herren Reitze, Kurt, Brock, Raitinger, Bleskien und wie sie alle heißen die man überall hört. Die sind ja im Dauereinsatz. Die armen müssen rund um die Uhr für sämtliche Stationen die Nachrichten lesen, die kommen gar nicht mehr zum Schlafen.. :wow:

Immerhin leisten die Privatradios einen unverzichtbaren Anteil zur Verblödung der Menschen. Das kann nur im Sinne der Regierung sein. Dafür ist der Politik kein Preis zu hoch. :p
 
Ich werte mal nicht die 20 Mio. Subventionen, schon gar nicht die Begründung.

Wir haben lt. wirtschaftlicher Lage des Rundfunks 2018/19, 273 private Radiostationen. Die Webradios zähle ich mal nicht.
Egal nach welchen Kriterien aufgeteilt wird, 20 Mio. sind 73K Euro. Nur um ein Gefühl für die Summe zu geben, das sind ~137 Spots bei PSR. Wir sprechen hier also über 2 oder 3 Flights.

Okay, vielleicht gibt es eine Staffelung etc. und einzelne (kleinere) Sender bekommen proportional mehr.

So oder so, so eine Subvention stabilisiert nicht die überholte Struktur oder nimmt Druck von einzelnen Stationen.
 
So oder so, so eine Subvention stabilisiert nicht die überholte Struktur oder nimmt Druck von einzelnen Stationen.
Legt man die Subvention gleichmäßig auf die Stationen um, wäre man bei den Lokalradios schon bei 5 % der Aufwendungen. Laut deiner Quelle (https://wila-rundfunk.de/wp-content/uploads/2020/01/WiLA_Teil_1_Rundfunkmarkt_im_Ueberblick.pdf ?) sind 163 der 273 Stationen "lokaler Hörfunk", mithin entfielen 12 Mio. EUR auf die Lokalradios. Die Lokalstationen hatten 2018 Aufwendungen iHv 219 Mio. EUR. Zusammen mit der zuvor selbst bei den Lokalen bestehenden Umsatzrendite im Bereich von 10 % laut der Quelle und ggf. weiteren Subventionen ließe sich da bei einigen Stationen sogar noch eine Ausschüttung an die Gesellschafter realisieren ;) Die Umsatzrendite der Landesweiten mit 14 % für 2018 finde ich noch beachtlicher übrigens. Das dürfte eine hübsche Eigenkapitalrendite geben.
 
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@Mischpult
Deine Rechnung gilt unter der Bedingung, dass netto eben nicht mehr als 6-8% des Jahresumsatzes bei den Locals wegbrechen. Dann geht es Pi x Daumen so plus/minus Null auf. Allerdings, mein Gefühl sagt mir es werden eher 10 - 20% sein.

Klar, es wird auch einige Sparmaßnahmen geben. Der Gewinn ist unter der Voraussetzung, dass es Liquiditätsreserven gibt, das Polster. Die Wanderdüne hat darauf hingewiesen, dass das durchaus nicht der Fall sein kann.

Wie gesagt, das Q1 lief okay, Q2 ist im Keller, in Q3 hätten wir normalerweise das Sommerloch, ob jetzt der lokale Handel durchstartet? Wenn es im Herbst eine Erholung geben sollte, dann würde Q4 wieder ok sein. Im Best Case sprechen wir von 2 - 4 Monaten. Ein gut aufgestellter Sender sollte das durchhalten.

Die wirklich offene Fragen sind:
  • Wie sehen die Spendings im Herbst aus?
  • Wie entwickelt sich der Mediamix?
  • Es gibt keine verlässliche Quelle
Was ich höre, viele Planungen werden gestoppt, überarbeitet, noch einmal überarbeitet, Entscheidungen werden aufgeschoben und nur das nötigste wird geschaltet. Bei der Bahn heißt das nach Sicht fahren. Es ist eine sehr große Verunsicherung und wirklich keiner hat Erfahrungswerte. Knorrige Typen, die auf Risiko setzen, die gibt es kaum noch. Die meisten Entscheider sind zahlengläubig und haben kaum noch ein werbliches Bauchgefühl. In normalen Zeiten fällt das nicht auf. Jetzt ist Mut gefragt, denn wer jetzt richtig Gas gibt, kann Vorteile gewinnen. Ist wie beim Autorennen, wann bremst du ab, wann beschleunigst du und wie kannst du die Ideallinie halten? Theoretisch ganz einfach. Real die große Kunst.
 
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