Radio vor und nach Privatradiozulassung


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#26
AW: Radio vor und nach Privatradiozulassung

Aber R. Austria 4 kommt fett! :D

Diese "Jetzt geht's los" sendung macht einen interessanten Eindruck unserer Ö3 Austria Top 40, mit 2fachem Dragostea Din Tei - "ist das deutsch?" ;)

Dürfen die denn die aktuellen Charts vor Ö3 schon öffentlich senden?
 
#27
AW: Radio vor und nach Privatradiozulassung

Mit Verlaub: Am heutigen Tag ist die Niederlage wo anders als bei den Privaten. Ausnahmsweise, zugegeben. ;)

Dass die Auswahl "radikal schlechter" geworden ist sehe ich nicht so - und auch die Hörer nicht: Der Marktanteil Privat Inland 10+ Mo-So ist in Wien vom 2. Halbjahr 2001 bis heute von 16 auf 26 Prozent gestiegen.

Noch ein Wort zu "ich höre kein Radio mehr, mein Schwager auch nicht, im Büro läuft nur mehr die CD" etc: Die Hördauer österreichweit liegt unverändert knapp über 200 Minuten, bei den 14-49 leicht darüber. Um die 85% der in Österreich lebenden Bevölkerung hört jeden Tag Radio.

Die Frage ist doch: Wie definiert man Erfolg. (Ich sehe das aus der Sicht der Macher und Eigentümer)

Tagesreichweite? Marktanteil? Ö3 ans Bein pinkeln?

IMO sind kommerzielle Medienprojekte wie Unternehmungen im allgemeinen dann erfolgreich, wenn sie schwarze Zahlen schreiben. Davon sind im Moment viele weit entfernt - zum Teil aus eigener Schuld, zum Teil wegen ungünstiger Rahmenbedingungen.

Die Rahmenbedingungen werden sich teilweise verbessern - durch die Mediengesetznovelle. Einige Probleme bleiben bestehen: Hohe AKM/LSG Abgaben, Apa-Tarife, ORF Sendemieten - aber vielleicht ändert sich auch hier etwas zum Guten.

Viele Radios treten heute fokussierter auf als noch vor zwei Jahren: Kronehit, 88.6 Der Supermix etc. sind vom Produkt her klarere Marken geworden - die Wahrnehmung wird - so man konsequent bleibt - folgen. Die Sender werden effizienter, und damit steigt die Chance auf schwarze Zahlen weiter.

Ich glaube, dass das Image der Privaten durch mangelnde Kontinuität massiv gelitten hat und zT unter den den realen Zahlen liegt: Wenn ich Leuten erzähle, dass die Antennen oder Kronehit jeweils mehr Hörer österreichweit haben als FM4 ernte ich häufig Erstaunen.

Natürlich hoffe ich auf mehr Spartenradios (von Lite FM bis KJQ), die Ryan-Air Radios (billig, aber USP passt) werden kommen. Dem ORF werden weitere Frequenzen weggenommen werden - und damit entstehen neue Sender in urbanen Märkten wie Linz, und lt. dt. Telekom Studie bald auch in Wien. 4% Marktanteil mit schwarzen Zahlen - das wird möglich sein, weil aus dem ORF übernommene Vorstellungen punkto Aufwand (Aufgabenbereiche, Zahl der Mitarbeiter bis hin zu Flexibilität im Einsatz, nicht zu vergessen die Technik - man muss viele Spots verkaufen um eine Digas Lizenz zu bezahlen) über Bord geworfen werden.

Ein Beispiel in dieser Hinsicht ist 88.6: Während 1998-2000 extremer Personalaufwand betrieben wurde, z.B. in die Morningshow, in Service, in News, konnte 88,6 nie Imagewerte in Punkto Morningshow, News oder Service aufbauen - konsequenterweise erledigt Thomas Edinger News und Service morgens im Alleingang - wäre unvorstellbar gewesen. (Was nicht bedeutet, dass ich den Markenauftritt von 88,6 als Supermix nachvollziehen kann)

Erst billiges Produzieren schafft die Möglichkeit in Nischen zu gehen. Sobald du in deinem Businessplan mehr als 2 Millionen Euro einplanst landest du (noch) bei AC.

Und was Effizienz betrifft, waren die letzten beiden Jahre gute, wenn auch harte und für viele bittere Lehrmeister. AISI sind aber nur Arbeitgeber, die schwarze Zahlen schreiben, dauerhaft sichere und gute Arbeitgeber.

Glückliche Gesellschafter sind gute Gesellschafter.
 
#28
AW: Radio vor und nach Privatradiozulassung

ich kanns leider nur "von außen" anhand der ORF Regionalprogramme ORF Salzburg und ORF Tirol beurteilen, und diese sind definitiv schlechter geworden.

Früher waren sie echte Regionalprogramme mit Regionalkolorit in Sprache, Musikauswahl und gesendeten Themen. Und heute? Holländische Jingles von der Stange, 08/15 englischsprachige Oldies und deutlich weniger Informationsstrecken als vorher. Also kaum mehr zu unterscheiden von (finanziell weitaus schlechter gestellten) Privatdudlern.

Zusammengefaßt: Die Privatdudler senden billig in jeder Hinsicht und die öffentlich-rechtlichen Stationen machen es ihnen nach.
 
#29
AW: Radio vor und nach Privatradiozulassung

@radio watch
Tatsache ist aber, dass es bei uns keine Vielfalt gibt. Die Zuhördauer mag zwar unverändert hoch sein, doch bei den meisten Leuten läuft das Radio doch nur als Hintergrundberieselung. Viele schimpfen, doch es gibt keine Alternativen.
Ich bezweifle, dass die Rahmenbedingungen wirklich so schlecht sind. Und warum kommt man erst jetzt drauf? Oder haben die Privaten eine so schlechte Lobby? Anders ist es nicht zu erklären, dass in Deutschland die Privaten zwar einen größeren Höreranteil haben und es beim Programm dort trotzdem genauso mies aussieht.

Ich meine, dass es bei uns eine grundsätzlich antiquierte Einstellung zum Rundfunk gibt. In Österreich und Deutschland wird der Rundfunk nämlich so wie früher noch immer als "pädagogisches" Instrument betrachtet, das vorwiegend zur Erziehung der Bevölkerung dienen soll. Auch die heutigen "Radio-Spezialisten" wurden in diesem Sinne erzogen und meinen nun, so wie sie es gelernt haben, dem Volk ihre Weisheit und ihren "studierten" bzw. in pychologischen Studien ermittelten Einheitsgeschmack aufdrücken zu müssen.

In den USA war der Rundfunk dagegen immer kommerziell. Hier war es immer klar, dass nicht jeder das Gleiche anbieten durfte und man damit in erster Linie Geld zu verdienen hatte.

@exhörer
Die Regionalprogramme sind tatsächlich weitgehend zu vergessen. Alles wird nur mehr auf "pseudo-lustig" und "Action" getrimmt. Dieser Niedergang hat aber schon vor dem Entstehen der Privatsender eingesetzt. Schon vor mehr als 10 Jahren habe ich morgens auf dem Weg zur Arbeit immer die Regionalnachrichten aus Salzburg gehört, weil jene aus OÖ so dürftig und schlecht gemacht waren. Radio OÖ dürfte tatsächlich eine Vorreiterrolle bei der Banalisierung des Programms zu spielen. Nahezu alle Moderatoren sind nur peinlich in ihrem Auftreten. Doch das "gehört zum Konzept", wie mir selbst einen sehr beliebten Moderator erzählt hat.

Ich höre übrigens gerade - wie des öfteren - online WXTU aus Philadelphia (guter Country-Rock).
 
#30
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BRAVO Radio_watch - DAS ist es endlich einmal auf den Punkt gebracht:

Privatradio ist dafür da, GELD zu verdienen.

Klar, das kann ich nur, wenn ich genug Hörer habe. Aber man muß eben NICHT Marktführer sein, um finanziell erfolgreich zu sein. Man kann - je nach Marktgröße - auch als Nummer drei oder vier ein hübsches Sümmchen Hörer haben und wirtschaftlich reussieren, wenn das Programm günstig gemacht wird.
Freuen wir uns doch: wir haben einen starken ORF, der in vielen Belangen sehr gutes Programm macht, und wir haben - zur persönlichen Auswahl - viele Private, die von jedem fünften Österreicher täglich gehört werden. Ja, es stimmt, der ORF hat 80% Reichweite. Aber was ist "DER ORF"? Dabei handelt es sich ja nicht um EINEN Radiosender, mit dem man sich matcht, sondern um 9 Landesstudios (völlig unterschiedliches Programm), Ö3, Ö1 und FM4. Tatsächlich also 12 ORF-Programme.

Ich möchte jetzt wirklich einmal eine Antwort auf folgende Fragen bekommen - von all den "ich hör nur mehr mp3"-Jüngern hier:
- WARUM hört jeder dritte Österreicher unter 50 Jahren täglich die von Euch so kritisierten "Düdelsender"???
- Warum hört jeder 4. Steirer unter 50 die "total abgewirtschaftete" Antenne Steiermark?
- Warum hören zigtausender Wiener mit Energy (schon wieder Rekordwerte 14-49) einen Radiosender, der seine Power-Songs alle 2.5 Stunden (!) wiederholt?
- Warum punktet eine Antenne Salzburg mit einem "lieblosen Wahnsinnsmix" und "stümperhaften Beiträgen" ? Haben diese (insg.) 1,3 Millionen Österreicher keinen mp3-Player, oder handelt es sich vielleicht DOCH um (Teil)-Erfolge??? Stattdessen sollte der ORF lieber einmal bei den Privaten in die Lehre gehen, wie er mit unseren Gebühren gut WIRTSCHAFTET; oder warum ist es notwendig, daß zu wichtigen Pressekonferenzen in Graz zwei Herren vom Landesstudio, einer von Ö3 und zwei von Ö1 kommen (vom TV ganz zu schweigen), um ALLE dieselben O-Töne zu holen??? DA sehe ich auch Handlungsbedarf.

Ergebnis:

1) Der ORF ist/bleibt bei den Hörern klare Nummer Eins, müßte dafür im Gegenzug aber ohne Gebühr bis auf Ö3 ALLE Programm einstellen!

2) Die Privaten sind bei dern Hörern um Lichtjahre schlechter, dafür schreiben die meisten (v.a. die regionalen und die Wiener Sender) zumindest eine schwarze Null.

Und wem das nicht passt, der kann sich ja seinen mp3-Laptop ans Auto anstecken und Super-Super-Oldies aus den 20ern, Top-Operettenhits von morgen, Blasmusik von gestern und Eminem (aber nur die B-sides!) von übermorgen anhören. ;)
 
#31
AW: Radio vor und nach Privatradiozulassung

@viennacalling

Bin inhaltlich eh bei Dir - nur: welche Wiener Privatradiosender schreiben schwarze Nullen?
 

Ernie

Gesperrter Benutzer
#32
AW: Radio vor und nach Privatradiozulassung

@ viennacalling
Ich versuche mal ein paar Antworten. Vorher aber meine Erklärung, daß ich ein alter Privatradiofan bin, kein Orfler und ich begeistert wäre, wenn es den Privatradios gut gehe, aber der Meinung bin, so wie sie sich jetzt darstellen, es nicht funktionieren kann. Nicht viele, und noch billigere Programme, sondern eben weniger - wenn das Geld eben nicht reicht, aber dafür gute und anerkannte. Um das "anerkannte", "Image", "Kompetenz" geht es mir, die nackten Radiotestquoten spiegeln das nicht wieder. Die Hochrechnung ein paar Hundert telefonisch Befragter, ob und was sie gestern gehört haben, deren Antworten sind "hören" aber sie haben gar nicht zugehört, weil es zum Zuhören nicht taugt, sondern eben nur zur Hintergrundberieselung.
Beispiel: Die Mitarbeiterin eines MC-Donalds Restaurants wurde auch telefonisch befragt, welchen Radio sie hört. Sie sagte von 6 Uhr bis 14 Uhr während der Dienstzeit. Wenn ihr den hektischen Job kennt, dann weiß doch jeder, daß das kein Radio-Hören ist. Die hätte niemals bemerkt, wenn man auf einen anderen ähnlichen Dudelsender umgeschaltet hätte. Trotzdem hat der Radiotest-Interviewer für den genannten Sender 8 Stunden HÖRDAUER eingebucht.
Auch Werbekunden, die schon vor Jahrzehnten im Radio gebucht haben, bemerken, daß ihre Werbung einfach nicht merh gehört wird. Ein alter Chef einer Autofirma erzählte mir: Vor 15 Jahren genügte ein Werbespot für zig Anfragen, heute schalte 30 Spots und noch immer rührt sich nichts !

Wenn man wie jetzt wieder im Radiotest auch hektisch arbeitende MC-Donalds-Mitarbeiter als "Hörer" mitwertet, dann kommt natürlich so eine tolle Radionutzung heraus. Werbekunden ( ich war lange in der Werbebranche) erzählen von einem anderen Trend. Das sind einfach keine Hörer mehr und wenn noch so hohe Zahlen genannt werden.
Als die Ö2-Werbung eingeschränkt wurde, flossen diese Werbegelder nicht in die Privatradios, sondern in die Printmedien. Werbekunden wollen auch dort werben, wo man möglichst gut zuhört ! Ich habe einen Werbekunden gefragt: Sie haben in der Ö2-Ringwerbung geworben, das gibts nicht mehr. Warum gehen sie nicht in dei Privatradios ? Antwort:"Da hört man ja noch weniger zu !"

Eine hohe Zahl an nicht zuhörenden Berieselten ist auch nicht das Wahre.
Ich kenne einen Unternehmer, der würde liebend gerne in Ö1 werben, wenn das ginge !
Das ist die eigentliche Sackgasse der Dudel - Radios: Daß man schön langsam draufkommt, daß das ja keine HÖRER mehr sind im Sinne das alten Begriffes Radio-Hörer ! Sie sind taub geworden fürs eigentliche Zuhören. Das ist so, als wenn man draufkäme, die Menschen sind alle halbblind geworden und eine Plakatwerbung bringt nicht mehr das, was sie einmal gebracht hat.

Die Radios selbst haben ihre ehemaligen Zuhörer zum Nichtvielzuhören erzogen. Sie haben sie dazu erzogen, möglichst in großen Massen die Radios eingeschaltet im Hintergrund zu lassen und zu SAGEN, ich HÖRE Radio Hit XY !

Man hat immer nur die Quantität der Hörer gemessen und nicht bemerkt, daß diese ja gar nicht zuhören und auch nicht mehr auf Werbebotschaften reagieren ( bis auf immer dieselben Gewinnspieler ).


Nun zu Deinen Fragen:

Ich möchte jetzt wirklich einmal eine Antwort auf folgende Fragen bekommen - von all den "ich hör nur mehr mp3"-Jüngern hier:
- WARUM hört jeder dritte Österreicher unter 50 Jahren täglich die von Euch so kritisierten "Düdelsender"???
1.: Weil die Statistik, wie in obigem Beispiel, stark verzerrt ist und eingeschaltete Radios zählt und nicht echt die Hörminuten !
2.: Weil man das Radio einschaltet, wenn man eben nicht Zeit hat, eine eigene CD einzulegen zum Zuhören, sondern man schaltet das Radio ein, um eben ein Hintergrundgeräusch zu haben, bzw. eine Verkehrsmeldung evtl. nicht zu verpassen. Laut einer Untersuchung von eines großen Privatradios hören nur 4% wirklich zu.
Aussage eines Taxifahrers, der ein Radio laufen hatte: "Wollen sie Musik hören, ich lege ihnen gerne eine CD ein ! Gegenfrage:"Aber da läuft doch Musik ?" Antwort: "Ja, das ist nur das Radio !"
Das spiegelt doch wider: Radio ist Begleitgeräusch, das sicher ganz viele einschalten. Aber sobald man sich entschließt zum echten HÖREN, schaltet man auf etwas anders. Und wenn die anderen Möglichkeiten immer mehr werden, dann sehe ich Gefahr für Radios, die sich zwar sehr gut für Hintergrundberieselung eignen, aber eben nicht mehr für gewolltes, echtes Zuhören !

- Warum hört jeder 4. Steirer unter 50 die "total abgewirtschaftete" Antenne Steiermark?

Siehe oben !



- Warum hören zigtausender Wiener mit Energy (schon wieder Rekordwerte 14-49) einen Radiosender, der seine Power-Songs alle 2.5 Stunden (!) wiederholt?

auch: Siehe oben ! Weil beim Berieseln im Hintergrund es eben gar nicht mehr auffällt, was da dauernd wiederholt wird.

- Warum punktet eine Antenne Salzburg mit einem "lieblosen Wahnsinnsmix" und "stümperhaften Beiträgen" ? Haben diese (insg.) 1,3 Millionen Österreicher keinen mp3-Player, oder handelt es sich vielleicht DOCH um (Teil)-Erfolge???

Es ist schön, daß Antenne Salzburg ein paar Punkte zurückholen konnte. Aber von einem "Punkten" und sensationellem Erfolg würde ich nicht sprechen. Ich habe hier auch den Radiotest vom Juli 1998: Da hatte der Vorgänger der Antenne 25.1 %

Stattdessen sollte der ORF lieber einmal bei den Privaten in die Lehre gehen, wie er mit unseren Gebühren gut WIRTSCHAFTET; oder warum ist es notwendig, daß zu wichtigen Pressekonferenzen in Graz zwei Herren vom Landesstudio, einer von Ö3 und zwei von Ö1 kommen (vom TV ganz zu schweigen), um ALLE dieselben O-Töne zu holen??? DA sehe ich auch Handlungsbedarf.

Das stimmt ! Der ORF hätte noch viele Einsparungsmöglichkeiten ! Aber gerade das ist ja auch eine Gefahr für die Privaten, wenn der ORF noch immer soviel Potential zum Einsparen hätte.


Ergebnis:

1) Der ORF ist/bleibt bei den Hörern klare Nummer Eins, müßte dafür im Gegenzug aber ohne Gebühr bis auf Ö3 ALLE Programm einstellen!

Nur vom Radio aus gesehen: Alle ORF Radios zusammen finanzieren sich nur zu 50% aus Gebühren. Da die Radiogebühren ohnehin marginal sind im Vergleich zu den TV-Gebühren, würde bei Radiogebühren-Abschaffung die Einstellung von Ö1 und FM4 und 2 der kleinsten Landesstudios reichen.
D.h. allein aus den bisherigen Werbeeinnahmen könnte man ein Ö3 und ein Ö2 Programm im bisherigen Umfang betreiben. Vielleicht müßte man Burgenland an Wien dranhängen und Vorarlberg an Tirol bei den Ö2-Regionalradios.
Das Potential und der Vorsprung des ORF zu den Privaten ist leider noch erschrecken hoch !

Soweit meine gut gemeinten Antworten aus meinem Wissen !
 

Denise

Gesperrter Benutzer
#33
AW: Radio vor und nach Privatradiozulassung

Ich habe eine Studentenwohnung in Salzburg und bin das vergangene halbe Jahr geradezu bombardiert worden mit Antenne-Werbung: 12 Seitige Postwurfsendungen an jeden Haushalt, Plakate noch und noch, ganzweitige Zeitungsinserate und ein Gewinnspiel jagt das andere.

Und jetzt wird einem weisgemacht, daß es das tolle Programm der Antenne ist und das alles echte Hörer ! Ich behaupte, das ist großteils der Erfolg der Werbekamagne und der Gewinnspiele der Antenne Salzburg.

Macht doch einmal ein Jahr gar keine Plakat und Zeitungswerbung, gar keine Gewinnspiele. Die dann noch zuhören, die hören wirklich wegen der guten Musik und der guten Beiträge und der guten Moderatoren zu !

Warum wird nach einer derart bombastischen Promo-Gewinnspiel-Kampagne der Radiotest-Erfolg der Antenne Salzburg jetzt nur dem Radioprogramm zugeordnet ?
Meine Zimmerkollegin hat z.B. nur wegen des Gewinnspieles diesmal die Antenne gehört !

Was ist, wenn diese aufwendige Werbekampagne vorbei ist ? Wenn die "gekauften" angeblichen "Hörer" wegfallen ?

Wieviel Geld wurde also für Plakate, Zeitungsinserate usw. ausgegeben ?
Dann wäre es eh traurig, wenn es nichts gebracht hätte !
Aber ob es am Programm liegt, ist höchst zweifelhaft !

Steckt doch diese ganzen Gelder ins Programm, dann habt ihr dauerhafte und echte Hörer !
 
#34
AW: Radio vor und nach Privatradiozulassung

Hast schon recht Denise, aber überleg dir an wen du diesen Vorwurf richtest.
Bei mir in Linz hängen hauptsächlich Plakate von Ö3 herum.
 
#35
AW: Radio vor und nach Privatradiozulassung

Danke, Ernie, für die interessante Antwort.

Aber, Herrschaften, JETZT widersprecht Ihr Euch selbst - mehr als nur einmal:

1) ad Ernie: Radio läuft nebenbei. stimmt. War aber immer so. Ist auch eine Frage des Zeitgeistes und der Hektik in unserer (Arbeits)-Welt. Aber die McDonalds Mitarbeiterin hat auch vor Privatradio-Zeiten nur "nebenbei" Radio gehört, genauso wie der Taxler und alle anderen - damals halt ORF. Die wirklichen ZUHÖR-Programme (Ö1 und vielleicht manche Sendungen auf FM4) gabs immer und wirds immer geben; mehrheitstauglich sind sie aber nicht, eben weil den MEISTEN Radionutzern die Zeit und die Lust fehlt.

Ich finde es irgendwie nicht fair, immer wieder von sich zu geben "beim nächsten radiotest werden sie die rechnung für ihr schlechtes programm bekommen", und dann, bei zT brauchbaren Zahlen plötzlich den Radiotest als solchen als nicht repräsentativ zu bewerten. Der RT ist nun mal die von ORF und Privaten anerkannte Leitzahl im heimischen Radiomarkt.

2) ad Denise: Ich hab in diesem Forum dutzende Einträge gelesen (auch von Dir), à la "diese gewinnspiele werden nicht funktionieren", "wer spielt bei 100 euro gutscheinen mit", "die müssen sich ihre hörer schon kaufen", "die fellners probierens mit der selben masche und werden scheitern" etcetc. Aha? Und jetzt sollen diese Gewinnspiele doch verantwortlich sein für den Erfolg??? Wie das? Und: Warum hats dann bei der Antenne Wien damals nicht geklappt? Noch teurere gewinnspiele und KEINE (wenig) Hörer? Auch zu GWR-Zeiten?

es gibt da einen netten, zutreffenden Spruch: "good advertising kills a bad product". wenn die werbung in Salzburg (ich hab selber nur die prospekte gesehen) wirklich so toll und das programm so schlecht wäre, tjo, dann würde das ergebnis im RT sicher nicht SO aussehen...

Ihr beschreibt oft Eure Bekannten (Taxifahrer, tankstellenbesitzer etcetc) - als typische, unzufriedene radiohörer.
Ich beschreib jetzt mal eine MIR bekannte Radiohörerin:
Sie ist 24, steht morgens auf - hört eine halbe Stunde Radio - und am Abend, beim Umziehen oder im Auto - wieder eine halbe Stunde.
Für sie ist der beste Sender: KRONEHIT. Weil: "die spielen immer gute, aktuelle Musik".
Und: angesprochen auf die häufigen Wiederholungen meinte sie: "Ich hab noch nie eine (Wiederholung) gehört..."
Daß der Sender eine Minimal-Rotation fährt, entgeht ihr und ist ihr auch wurscht. Sie bekommts gar nicht mit.
 

Denise

Gesperrter Benutzer
#36
AW: Radio vor und nach Privatradiozulassung

Ich habe mich hier auf die Antenne Salzburg bezogen, weil davon die Rede war, daß diese so gewonnen hat.

Natürlich behaupte ich auch, daß Ö3 auch viele solcher gekaufter Hörer hat, die wegen der Gewinnspiele und weil sie MOMENTAN durch Plakatwerbung sich denken "Na gut, höre ich da mal rein". Allerdings hilft es Ö3 wegen des sehr hohen Quotennoveaus eben nichts mehr. Wenn ich schon von vornherein sehr, sehr viele Hörer habe, dann kann durch die Werbung eben kein großer Effekt mehr erreicht werden.

Aber sicher ist es nicht die Antenne-Salzburg alleine, die massiv Hörer er-wirbt im wahrsten Sinne des Wortes und dies aber keine echten Hörer sind, die NUR wegen des guten Programmes dahingezappt haben und eben dabei bleiben.

Es ist doch geradezu ein Eingeständnis für ein nicht so gutes Programm, wenn ich die Verweildauer durch Gewinnspiele erhöhen muß. Wenn das Programm allein mich dazu bringt, bei dem Sender zu bleiben, dann sind solche Aktionen dich unnötig.
Für mich sind bombastische Promo-Aktionen ein Eingeständnis: "Mit dem Programm alleine schaffen wir es nicht, genug Hörer zu binden, wir müssen sie mit allem möglichen ködern und sie mit Gewinnen belohnen".
Ich gehöre aber zu denen, die sich sagen: Wenn ich was gewinnen will, gehe ich zur Lotto-Stelle und wenn ich Radio hören möchte, möchte ich da was hören, was mir gefällt.

Eigentlich kommen wir vom Thema ab aber es ist schon auch ein Grund warum die Privatradios an Image verloren haben. Das sind doch nur noch riesige Tombola-und Kaufhausbeschallungen und die haben zwar auch ihre Klientel. Aber es ist nicht ganz richtig, die alle als Radiohörer und Radio-Nutzer zu bezeichnen. Ö1 z.B. hat wirklich echte Radiohörer.

Ich dachte mir oft bei den Inseraten der Antenne-Salzburg: Ihr müßt es scheinbar nötig haben, auf diese Weise Hörer zu holen.

Aber die Ö3 Plakate gefallen mir auch nicht !
 
#37
AW: Radio vor und nach Privatradiozulassung

Ach Gott... :confused:

Ok, schaffen wir Werbung überhaupt ab, Gewinnspiele, Inserate - für Autos, Möbelhäuser, für Elektrogroßmärkte.
Weil: wenn ich ein Auto haben will, dann kauf ich mir eines.
Genau.
Und wenn ich eine CD haben will, dann kauf ich eine. Irgendeine.

Jeder Mensch auf diesem Planeten kennt Coca Cola.
Warum wirbt man dann noch dafür?

PS: Auch Ö1 wirbt - mit Gelenksbussen, Plaketen (Ö1 gehört gehört) und Inseraten. Da hab ich nämlich noch einen Spruch parat, liebe Denise.

Wer nicht wirbt - stirbt!
 

Ernie

Gesperrter Benutzer
#38
AW: Radio vor und nach Privatradiozulassung

@ viennacalling
::::1) ad Ernie: Radio läuft nebenbei. stimmt. War aber immer so. Ist auch eine Frage des Zeitgeistes und der Hektik in unserer (Arbeits)-Welt. Aber die McDonalds Mitarbeiterin hat auch vor Privatradio-Zeiten nur "nebenbei" Radio gehört, genauso wie der Taxler und alle anderen - damals halt ORF. Die wirklichen ZUHÖR-Programme (Ö1 und vielleicht manche Sendungen auf FM4) gabs immer und wirds immer geben; mehrheitstauglich sind sie aber nicht, eben weil den MEISTEN Radionutzern die Zeit und die Lust fehlt.::::

Da reden wir ein bißchen aneinander vorbei. Ich habe nicht behauptet, daß früher nicht nebenbei Radio gehört wurde. So 50% wurde nebenbei gehört. Aber heute hören ja nur noch 10% aufmerksam, eben die Ö1 und FM4 -Hörer.

Weiters ist früher kein Radio hergegangen und hat die Unaufmerksam-Berieselungszeit etwa einer MC-Donalds-Arbeiteren als Radio-Nutzung so ausgeschlachtet, wie es jetzt die Privatradios tun. Es war auch nicht nötig-

Aber es ist doch ein Unterschied, wenn ein Antenne oder Krone-Hörer jetzt NUR noch zu 100% nebenbei hört. Früher hat er - sagen wir 10% seiner Radiozeit das Radio auch mal aufmerksam genutzt - und das hat gereicht für folgenden Eindruck: "Das war jetzt interessant ! Die haben einen kompententen Moderator ! Das war ein interessantes Gespräch. Der hat mir jetzt wirklich ein Musikstück gut präsentiert, das kannte ich vorher nicht, aber den Titel muß ich mir merken !

Diese "Aufmerksamkeits - Erlebnisse" dieser Art gibts im Radio nicht mehr. Ihr tuts immer nur schwarz - weiß malen: Entweder Zuhör-Radio oder Begleitradio.

Jetzt drängts ihr dem Hörer das Begleit-Radio auf. Der Hörer kann gar nicht mehr selbst entscheiden: Jetzt hätte ich schon eine halbe Stunde Zeit, mir was zu erzählen lassen, mir gute Musik anzuhören, mich beim Radio zu entspannen. DAs geht gar nicht mehr.
Das Zuhör-Radio kann man auch als Nebenbeiradio benützen. Das heutige Nebenbeiradio kann man nur noch als solches benützen.

Es heißt nicht, daß jetzt eine anspruchsvolle Sendung auf die andere folgen soll. Es sollten nur zeitweise ( vielleicht 20% der Sendezeit ) auch mal bewiesen werden, wir können auch gute Sendungen machen und nicht nur eine immer gleiche Dauerwurst.

Wenn niemand mehr Zeit hat heutzutage, warum schauen die ehemaligen Radiohörer dann die Talksendungen im Fernsehen an mitten am Nachmittag ?
Warum sind Talk-Radios in den USA an 1. Stelle ?

Es soll Begleitradio geben, aber doch nur NUR !
Nicht nur die Masse der Hörer ist wichtig, sondern es soll auch das Image geben: In dem Sender habe ich mal eine interessante Sendung gehört !

Ich erinnere mich heute noch, daß ich bei Radio Melody 1996 bei manchen Sendungen gerne und aufmerksam wirklich zugehört habe, weil z.B. der Joe TAferner wirklich Kult war. Da hat es sich ausgezahlt, mal statt Fernsehen Radio zu hören. Wegen eines 90 Sekunden Beitrages zahlt es sich jetzt nicht aus, den Hammer in der Werkstatt aus der Hans zu legen.

Das heißt aber nicht, daß ich den ganzen Tag den Hammer aus der Hand legen würde ! Ich brauche auch Begleitradio, aber ein paar interessante Zuhör-Sendungen würden dem Radio-Image gut tun !
 

Denise

Gesperrter Benutzer
#39
AW: Radio vor und nach Privatradiozulassung

@ viennacalling

Daß Coca Cola auch wirbt, auch Ö1 usw. :

Das ist nicht vergleichbar ! Diese Werbungen informieren nur, daß es dieses Produkt gibt. Daß es hier ein Cola gibt usw.
Aber diese Werbungen sind nicht mi Produkt selbst, sie verändern das Produkt nicht.
Ich habe nichts dagegen, daß z.B. Frequenztafeln mir sagen, daß es diess Radio hier zu empfangen gibt usw.
Hier ist die Werbung immer noch eine Information auf die Verfügbarkeit eines Produktes.

Das Cola bleibt immer eine Cola, ganz gleich welche Werbekampagne sie machen.

Aber diese Radio - Promotion Aktionen verändern ja das Radioprodukt: DAuernd diese Trailer im Programm, man muß zuhören nur zum zweck des Gewinnens usw.
Diese Eigenwerbungen sind kein Verweis auf das Programm, diese Eigenwerbung sind ( zum großen Teil) schon das Programm selbst !
Daher verfälscht es das Kunden-Ergebnis.

Das wäre dasselbe wenn Coca Cola in den Flaschen teilweise kein Cola mehr einfüllen würde, sondern eine Gewinn-Brühe. Jeder der eine Flasche erwischt, die zwar auch braun ist, aber wenn es kein Cola ist, dann hat man die Chance auf einen Gewinn.

Wieviele echte Cola Liebhaber würden sich dann noch eine cola kaufen, wenn die das Produkt Cola so verändern würden ?

Werbung muß sein ! Aber nirgends außer beim Radio verändert die Werbung das Produkt so ! Überall läßt die Werbung das Produkt ungeschoren. Auch bei Mc. Donalds ! Sollten die mir mal aber auf den Hamburger mit Zucker ein "M" draufstreuen, dann kaufe ich mir diesen nicht mehr.

D.h. viele, nicht alle, die durch die Radio-Eigenwerbung und Gewinnspiele dann das Radio hören, hören das Radio wegen der Werbe-und Gewinnaktionen, aber nicht wegen des Programms. Die Cola Werbung bringt mich zwar auch zum Cola-Konsum, aber nur weil ich weiß, daß es daduch nicht verändert ist.
 
#40
AW: Radio vor und nach Privatradiozulassung

Es geht auch ohne Werbung wenn das Programm (auch wenns schon besser war..) stimmt...
Welle 1 OÖ:
Tagesreichweite (10+): 5 %
(14-49) 7,7%
Marktanteil: (10+) 4%
(14-49) 5%

...mit 1 Printwerbung in der Krone und div Veranstaltungen in der Nachtschicht, sonst nichts!
 
#41
AW: Radio vor und nach Privatradiozulassung

@gigititz womit du vollkommen recht hast! die meisten haben keine ahnung von welle1 in oö, wenn man sich man umhört oder umschaut - trotzdem beachtliche werte!
mundpropaganda!
 

Sassa

Gesperrter Benutzer
#42
AW: Radio vor und nach Privatradiozulassung

Danke Denise !

Ich hab immer mit Worten gerungen, was Du so treffend ausgedrückt hast !
Immer habe ich mir gedacht, was ist da nur los, warum nervt mich die Werbung und da vor allem die Eigenwerbung im Radio so dermaßen. Die Mc. Donalds-Werbung ist doch auch überall, auf jeden Becher, auf jedem Strohalm usw. ständig ist sie präsent. Die nervt mich aber nicht !
Du hast es treffend ausgedrückt: Auch wenn es noch so viel Werbung gibt, das eigene Produkt läßt sie immer ungeschoren.
Im Radio zerstört die Werbung das Produkt "Radio" und das Radio ist selbst nur noch Werbung. Ich finde kaum noch ein Produkt "Radio". Als es im Radio nur noch Werbespot-Inseln am Ende der Sendung gab, völlig losgelöst vom eigentlichen Programm, da hatte sie mich auch nicht gestört. Aber die Werbung ist ja jetzt zum Programm geworden, jede Wortmeldung des Moderators ist ja schon verdächtig, daß er für etwas wirbt, zumindest ständig für sich selbst und sein Radio. Man hat nie das Gefühl, von der Verpackung weg endlich mal zum eigentlichen Produkt zu kommen. Kaum ist die Platte aus, kommt schon wieder eine (Eigen)- werbung.
Bei Mc. Donalds genieße ich meine Chickens wirklich, die Chickens sind nicht anders geworden, trotz der Werbung rundherum. Aber es gibt noch das Produkt selbst, für das geworben wird. Ich kann das Produkt, für das MC. Donalds wirbt, wirklich genießen.
Beim Radio wirbt man ständig dafür, sich weitere Werbungen - Claims usw. anhören zu sollen. Das Produkt dazwischen (Musik und Infos) ist einfach schon zu klein geworden.

Das ist es ! Ja !

Insofern ist der Radiotest bei Sendern, die starke Promotions gemacht haben, sehr zweifelhaft. Man hat Gewinnspieler für Hörer ausgegeben ! Würde man nämlich für ein Produkt "Radio" werben, dann genügten Logos mit Frequenzangaben, oder da wären Hinweise auf bestimmte Sendungen. Dann würde noch fürs Radio geworben.
Aber die Leute zu überreden, sie sollten am Radio bleiben, denn jederzeit könnten sie angerufen werden und sie müßten sagen, welcher Titel gerade läuft. Da ist ja die Motivation des Radio Hörens eine ganz andere als das eigentliche Radioprogramm.

So gesehen ist der Radiotest eigentlich vermischt mit einem Gewinn-Spiel -Test !

Wer nicht wirbt, der stirbt, das stimmt schon ! Aber damit ist auch die Mundpropaganda gemeint. Auch das Produkt kann für einen sprechen. Auch Mundpropaganda ist Werbung !
Eigentlich sollte es so sein: Ein noch unbekanntes Produkt ist wie ein gut gefüllter Ofen, dessen Inhalt noch nicht angezündet ist.
Da braucht es Werbung, natürlich !!

Aber diese Werbung soll nur so sein wie das Zündholz. Es soll das Produkt anheizen. Aber dann muß es von selbst brennen ( dieses ist die Mundwerbung, die Werbung durch das Produkt selbst)

Natürlich muß man manchmal ein wenig nachlegen, daß das Feuer nicht ausgeht. Aber in der Hauptsache muß es von selbst brennen, d.h. das Produkt muß sich durch seine eigene Qualität tragen.

Bei vielen Privatradios seit ihrer Gründung habe ich das Gefühl, sie entzünden nur ständig Strohfeuer. Sie brauchen immer neue Zünder. Die Zünder geben mehr Feuer als das eigene Produkt. Würden sie nicht mehr werben, keine Gewinnspiele mehr machen, das Produkt alleine würde untergehen.

Ich hatte wirklich oft bei den Privatradios das Gefühl: Ok, jetzt möchte ich mal das sehen ( hören ) was ihr da dauernd versprecht. Jetzt macht endlich mal ! ( Das beste, schnellste, wunderschönste Musikradio.....). Aber es kommt nie, es wird immer wieder die Flucht nach vorne durch neue Promotion-Spiele angetreten.
Ich will endlich mal eine ordentliche Sendung hören und das erzähle ich dann gerne weiter ! Dass ich angnehm berieselt wurde, das erzähle ich kaum weiter, weil das Berieselt-Werden einfach nicht so einen Hype darstellt, einfach nicht so erzählenswert ist, wie wenigstens eine halbe Stunde mal zuhörenderweise gefesselt werden.
 
#44
AW: Radio vor und nach Privatradiozulassung

Okay, kommerzielles Formatradio besteht hauptsächlich aus Werbung, das stimmt!
Aber dieses Phenomen gibt es nicht nur beim Radio. Schaut euch mal die Wochenendbeilage eurer Tageszeitung an - besteht nur aus Werbung! Oder blättert eine x-beliebige Frauenzeitschrift durch...
 
#45
AW: Radio vor und nach Privatradiozulassung

Zur Werbung etwas:

In den USA gibt es in den Großstädten Stationen, die versuchen Hörer zu gewinnen, indem sie über längere Zeit keine Werbung senden. Das wird meines Wissens hauptsächlich am Abend gemacht, wo sowieso eher wenige Leute zuhören und somit auf die geringen Werbeeinnahmen dieser Zeiten leicht verzichtet werden kann. Im übrigen Programm wird natürlich auf diese werbelosen Zeiten ständig hingewiesen.
 
#46
AW: Radio vor und nach Privatradiozulassung

Auf Kronehit Oberösterreich ist so viel ich weiß seinerzeit ab 18 Uhr auch keine Werbung mehr gelaufen! Aber es war halt die gute alte Zeit mit den Lokalsendungen auf Kronehitr@dio!
 

Denise

Gesperrter Benutzer
#47
AW: Radio vor und nach Privatradiozulassung

Damit es nicht in ein Mißverständnis abtriftet. Es geht mir nicht um die bezahlte Werbung von Werbekunden, von denen ein Radio natürlich leben muß.
Es geht darum, daß das gesamte Radio - samt der ständigen Eigenwerbeung-Selbstbeweihräucherung - Promotion-Aktionen für sich selbst - schon als ein endloser Einheitsbrei mit Werbung klingt !

Ich habe nichts dageben, wenn auf eine 50 minütige Super - Sendung ein Werbeblock kommt. Ich habe nichts dageben, wenn am Anfang der Sendung eine Widmung kommt.
Aber irgendwann - irgendwann muß doch endlich mal ein ungestörtes Radio-Produkt sein ! Irgendwann bitte möchte ich das Gefühle haben: Jetzt wird nicht promotet, gewonnen, geworben. Jetzt gibt es mal was fürs Ohr, fürs Gemüt und fürs Interesse.
Die Radios haben sich leider zu einem endlosen Brei entwickelt.

Daher der VErgleich: Wenn ich den Big MAC aus der Werbung ausgepackt habe, dann weiß ich wenigstens, jetzt kann ich zubeissen in das Produkt udn es geniessen. Die Privatradios kann ich einfach nicht genießen. Die Hauptsache dort ist die eigene Promotion, die eigene aufgesetzte Coolness, aufgesetzte Fröhlichkeit und ständige Aufforderung "Hörts zu hier beim aller allerbesten Radio!" ....und ich warte ständig entnervt !

Ich war auch in den USA: Auf einem kommerziellen Sender hörte ich: Nach den News die Widmung: Music by request, dedicated by Crunchy Food ( oder irgend eine Firma, weiß ich nicht mehr genaut) Dann kamen 50 Minuten wirklich nur tolle Musik - nicht Mainstream - mit kleinen Hörertalks udn Birthday-greetings usw. Am Ende der Sendung dann ein paar Werbungen.

Wie ich von meinen Verwandten in Sacramento-California gehört habe, gibt es da sogar so was wie eine Hörer-Solidarität mit Werbekunden. Da wird z.B. die Werbung so gebracht: Firma XY ermöglicht diese tolle Sendung mit diesem Moderator. Die Werbefirma tritt so ein einer Art als Mäzen für eine Sendung auf.
Aber wichtig ist: Die Sendung wird in Ruhe gelassen. Die Werbung ist außerhalb.
Am Ende der Sendung wird dann nochmal gefragt: Hat ihnen diese Sendung gefallen ? Crunchy Food mit dem besten Vollkornbrot hat sie ermöglicht !
Da gibt es dann sogar Hörer, die kaufen die Produkte dieser Firma, nicht weil ihnen das beworbene Vollkornbrot so schmeckt, sondern weil sie damit sozusagen ihre Lieblingssendung mit finanzieren.

Hier ist es gelungen, Hörer und Werbekunden gleichermaßen für die Unterstützung einer Radiosendung zu gewinnen.
Diesen Werbekunden war ich DANKBAR, daß sie mir so eine nette Sendung ermöglichten. Wenn sie dauernd während der Sendung geworben hätten, hätte ich abgeschaltet.
Man hatte auch nicht das Gefühl, daß der Moderator "bearbeitet" wurde, er war ganz natürlich, ohne Stress, ohne aufgesetztem Lachen oder gespielte Fröhlichkeit. Es war ganz zwanglos und einfach nett und entspannend zum Zuhören. Sowas gibts bei uns nicht und von diesem Denken ist man bei uns weit weg und man wird weiter die Nebenbei-Einschalter-aber kaum Zuhörer als volle Radionutzer im Radiotest ausweisen !

Spätestens nach 15 Minuten krieg ich bei unseren Privatsendern und auch Ö3 einen Wutanfall !

Wer sowas einschaltet, kann das nur sehr sehr nebenbei tun und es wundert mich nicht, daß die Werbenden da keinen Erfolg haben.

Denise Winkler, 21 Jahre, Musikstudentin Passau bzw. Salzburg
 

GOETHE

Gesperrter Benutzer
#48
AW: Radio vor und nach Privatradiozulassung

Bei uns in Canada gibt es Radiosendungen, bei denen ist ein ganze Stunde
lang nichts von einer Werbung, auch keine Eigenwerbung, keine Promotion
zu bemerken. Die Sendezeit gehört allein dem Moderator mit seinen Hörern.
Er hat die Aufgabe, bei den Hörern eine Liebe zum Radio zu entwickeln !

Es gibt dann tatsächlich auch Hörer-Klubs, die bedanken sich bei Firmen und weisen ihre Mitglieder darauf hin, daß sie nur bei den Firmen kaufen sollen, die bestimmte Radios bzw. auch bestimmte Sendungen durch ihre Werbung ermöglichen.

Ich lese mit Aufmerksamkeit diese Foren, seit wir viele Mails aus Deutschland und Österreich erhalten haben, daß sie unsere Sendungen via Internet hören oder auch bei Amerika-Aufenthalten uns gehört haben via Satellite or Cable.
 
#49
AW: Radio vor und nach Privatradiozulassung

Wenn ihr Radio Uno (für unseren "Gast" aus Kanada: ex Privater aus Italien in dt. Sprache) gekannt hättet, dann wüsstet ihr: 50 min Musik (1 Unterbrecherjingle), dann 10 min ein Block Musik (Tanzmusik) mit Werbung.

So etwas animiert zum Hinhören.
 
#50
AW: Radio vor und nach Privatradiozulassung

Ich glaube schon, dass dem zeitgeist entsprechend Medien im allgemeinen zunehmend nur noch nebenbei konsumiert werden. Beim TV wird gezappt, daneben gegessen, gelernt, telefoniert etc. Als es nur 2 Sender mit ein paar Stunden Programm gab, wurde gezielter eingeschalten und diese Sendungen bewusster verfolgt.
Gleiches bei Printmedien, viele werden gekauft, aber nur geblättert oder ein paar Artikel gelesen oder das Magazin/die zeitung ungelsen weggeworfen, es fehlt oft auch die Zeit.
Internet ist so betrachtet auch eine Erscheinung dieser neuen Mediennutzung. Kurz auf diese Seite gesurft, Inhalt überflogen, ab zur nächsten.
Und gleiches auch beim Radio. Es dudelt im Auto, bei der Arbeit, im Lokal. Wer hört hin? Kaum jemand, auch egal, die Inhalte sind auf die neue Mediennutzung so abgestimmt, dass es nur Infohäppchen gibt. Bei der Musik das gleiche - warum große Mühe sich machen, es passt ja eh kaum jemand wirklich auf.

Radiotest, Teletest, Internet Monitor und Mediaanalyse berücksichtigen die wirkliche Nutzung ja kaum oder gar nicht, Tiefeninterviews - so meine ich - würden für die Werbekunden erschreckende Ergebnisse bringen.
 
Status
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