Radio1 (rbb) - Sommersonntage


#1
Auch dieses Jahr gibt es über die Sommerferien wieder jeden Sonntag eine Top 100-Sendung. Allerdings läßt die Ankündigung "zum dritten und letzten Mal" dann auch erahnen, dass es diesmal inhaltlich wohl eher etwas dünne wird...

23.06. Sommersongs
30.06. Hippie-Songs (50 Jahre Woodstock)
07.06. HipHop-Songs
14.07. Ost-Songs (30 Jahre Mauerfall)
21.07. 100 beste Alben
28.07. 100 beste Städtesongs
04.08. besten Songs des Jahrzehnts

Sommersongs? Beste Songs des Jahrzehnts? Beste Alben? Nun ja, wenns denn sein muss. Kreativ ist aber trotzdem was anderes. :D Interessant dürften die 100 Ost-Songs werden, auch wenn die Hörer im einstigen West-Berlin (und auch manche auf dem Gebiet der einstigen DDR) dann vermutlich starke Nerven brauchen. Die Städte-Songs werden vermutlich auch nicht uninteressant. Aber der Rest? Der große Wurf ist das eher nicht.

https://www.radioeins.de/musik/die-100-besten-2019/
 
Zuletzt bearbeitet:
#2
Was für Vorschläge hättest du denn? M.C. Lücke erzählte in der Nachschau der letzen 2 Jahre letzte Woche in SWAGGA, dass sich dann nach 19 Rubriken und 3 Jahren diese Top 100 inhaltlich erschöpft hat.
 
#3
Wurde angekündigt, dass es keine weiteren Top-100-Sommersonntage mehr geben wird? Ich fand die Themensonntage wirklich interessanter als diese Countdowns und wäre froh darüber. Für Osterverhältnisse sind solche Countdowns eine feine Sache, wenn sie bei Radio Eins so wie letztes Jahr etwas ungewöhnlicher angegangen werden (70er-, 80er- und 90er-Tag). Aber an den Sommersonntagen vertrage ich etwas mehr Input.

Wie lange gab es eigentlich die Zusammenarbeit mit arte? Die war auch interessant.
 
#4
Ich finde das jetzt gar nicht mal so abschreckend. Klar, die Sendungstitel sind nicht gerade einfallsreich, aber RadioEins wird da schon was draus machen. Es werden mit Sicherheit nicht die 100 besten Sommerhits gespielt, es heißt ja, um beim ersten Beispiel zu bleiben "Sommersongs" und nicht "Sommerhits".

Auch bei "beste Songs des Jahrzehnts" wird das vermutlich ähnlich sein, halt das, was die RadioEins-Musikredaktion für gut befindet, das müssen auch nicht zwangsläufig Hits sein.
 
#6
Auch bei "beste Songs des Jahrzehnts" wird das vermutlich ähnlich sein, halt das, was die RadioEins-Musikredaktion für gut befindet, das müssen auch nicht zwangsläufig Hits sein.
Schon klar. Eine Hitliste, die von einer fachkundigen Jury gewählt wird, hat als musikjournalistischer Inhalt definitiv einen Mehrwert, im Gegensatz zu den Hitlisten der Privaten, deren Zustandekommen fragwürdig ist. Dennoch fehlen mir die Wortbeiträge in so einem Format. Das kann man über Ostern als Special machen, aber nicht unbedingt über sieben Sonntage hinweg. Außerdem gab es zu Ostern letztes Jahr, wenn ich mich recht erinnere, sogar Wortbeiträge zu den jeweiligen Jahrzehnten.
 
#8
M.C. Lücke erzählte in der Nachschau der letzen 2 Jahre letzte Woche in SWAGGA, dass sich dann nach 19 Rubriken und 3 Jahren diese Top 100 inhaltlich erschöpft hat.
Klar ist irgendwann die Luft raus, keine Frage. Dennoch hätte ich Radio1 für ein wenig mutiger gehalten. Die Palette der möglichen Top100 ist ja quasi unbegrenzt. Was hätte zum Beispiel gegen eine Top100 der besten eingedeutschten Songs gesprochen? Es gibt ja nicht wenige deutschsprachige Titel die internationale Vorlagen haben und trotzdem keine Schlager sind, ums mal so sarkastisch zu formulieren.
Andersrum betrachtet gibt es auch eine ganze Reihe deutscher Songs, welche international durchaus erfolgreich waren. Wer weiß denn zum Beispiel, ums mal etwas auf die Spitze zu treiben, dass es von Grönemeyers "Flugzeuge im Bauch" eine polnischsprachige Version gibt, die dort auch ziemlich erfolgreich war? Gottlieb Wendehals' unsägliche "Polonaise Blankenese" ist in französischer Sprache zu einer recht amüsanten Nummer über Julius Cesar geworden. Und auch die Holländer haben manches aus Deutschland adaptiert. Solche Sachen wären interessant gewesen und hätten vermutlich ungewollt auch einiges zum Vorschein gebracht, was man durchaus als muskalische Perle betrachten könnte.
Übrigens, weil wir einmal dabei sind, bis in die 90er hinein war es nicht ungewöhnlich das deutschsprachige Künstler ihre Hits auch als internationale Nummern eingesungen haben. Peter Maffays Schnulzen aus den 70ern gibt es zum Beispiel in englischer Sprache. Auch etliche Sachen von Mary Roos gibt es in englisch und weiteren Sprachen. Selbst das berühmte "Sehnsucht" von Purple Schulz gibt es als englische und italienische Version. Grönemeyer hat einst seine Hits der ersten Alben (ab "Bochum") für den kanadischen Markt in englisch eingesungen und soll sich dort damit sogar in den Charts plaziert haben. Die englischen Versionen von "Männer" oder "Vollmond" finde ich persönlich zum Beispiel besser arrangiert als die deutschen Fassungen, denn sie haben sehr viel mehr Drive. Das kuriose an solchen internationalen Versionen ist ohnehin meist, dass sie oft gar nicht mehr so sehr nach typisch deutschem Musikmuff klingen, sobald die Texte nicht mehr in Deutsch gesungen werden. Für die Hörer wären solche Top100-Sendungen zwar vermutlich ein ähnlicher akustischer Spagat wie die Top100 der Ostsongs, aber das wäre es wert gewesen, denn das wären dann Hitparaden bei denen man hin- und zuhören muss.
 
#9
Ich sehe nicht, was an ein- oder ausgedeutschten Songs kreativer sein soll, als bei Städte- oder Ostsongs. Da sollte man erst einmal abwarten, ob es gelingt, die Rubriken mit Leben zu füllen. Was ich in den letzten Jahren gehört habe, fand ich jedenfalls meist ziemlich kurzweilig. Und was die fehlende Kreativität angeht, so ist das im Vergleich zu dem, was einem von anderen Sendern angeboten wird, immer noch um längen besser.
 
#10
Klingt für mich nicht spanend. Aber ich fremdel ohnehin seit längerer Zeit mit der Musik bei RadioEins. Da kann ein hin und wieder reingestreuter Song von David Bowie oder den Scherben auch nicht mehr über das Ohrenbluten nach Chics on Speed oder Ähnlichem hinwegtrösten.

Für mich müssten Thementage stilunterscheidend sein. Einem Indi-, Wave-, Electro- oder Britpop-Tag würde ich lauschen, allem mit Rockmusik (auch Deutschrock) ohnehin. Aber die genannten Kategorien treffen nicht auf mein Interesse.

Neugierig bin ich höchstens, wie sie 100 gute Ostsongs zusammenstellen wollen. Mir fallen einige ein, aber keine 100. Und den Rest mit üblicher Ostmucke (Karat, Puhdys) zu füllen, lässt mich sicher sofort zu FluxFM oder RadioBOB umschalten.

Musikalisch (und redaktionell, da gerade nachmittags viel zu kreuzbergig) hat sich RadioEins weit von mir entfernt und ich erwarte auch nichts mehr. Wenn nicht manchmal noch Leute wie Keßler, Finger, Wischmeyer, Wellmer, Oswald, Wagner, Weber, Evers, Brasch, Elstermann, Gottschild, Zimmermann, Skuppin und Wieprecht zu hören wären - ich hätte längst den Sender vergessen. Ich höre RadioEins wohl nur noch aus Tradition (Trägheit? Hoffnung?), aber beim Werbeblock, bei Wosch und Koppitz oder der nächsten musikalischen Zumutung von Anja Caspary schalte ich reflexhaft um.

Eigentlich ist es Zeit, mal die Stationstasten neu zu ordnen...
 
Zuletzt bearbeitet:
#12
Platz 1: "Am Fenster" von City, da würde ich fast drauf wetten.... :D
Würg!

Dabei hat ja gerade der Gundermann-Film vielen gezeigt, dass es im Osten auch abseits der bekannten Bands gute Musik gab. Auch Lutz Schramm könnte sicher was beitragen, auch wenn er heute nur noch Onlinekoordination macht und auf Mikrofone verzichtet. Aber falls Casparys Team „Über sieben Brücken“ und „Am Fenster“ rauskramt, bin ich weg...
 
#15
Und? Was habe ich vermutet? Es ist eben nicht eine Sendung, die sich mit den erfolgreichsten Hits beschäftigt, sondern mit den Hits, die den Radio-Eins-Musikredakteuren gefallen. Habe die letzten zwei Stunden schon ein paar Stücke gehört, die ich noch gar nicht kannte.

Und noch ein Lob an Radio Eins: Endlich hört sich Radio Eins über Satellit klanglich vernünftig an, ohne dass man eine "Vollkrise" bekommen muss. Das war vorher eine Zumutung.
 
Zuletzt bearbeitet:
#16
Und noch ein Lob an Radio Eins: Endlich hört sich Radio Eins über Satellit klanglich vernünftig an, ohne dass man eine "Vollkrise" bekommen muss. Das war vorher eine Zumutung.
Bitte konkretisieren, da ich die „Schüssel“, die für Radioempfang bestimmt sein soll aus genau diesem Grund noch nicht wieder aufgestellt habe - ist die brutale Kompression weg und man kann es wieder entspannt hören?
Haben die da nun tatsächlich, endlich ne andere Zuführung, die auf diese Kampfkomoression verzichtet?
 
#18
Danke für die Rückmeldung.
Die Pegelsprünge zwischen Eigenproduktion und Musik empfand ich nie als so störend wie alles ordentlich durch die Presse zu hauen um da eine Modulation rauszubekommen, auf deren Hüllkurve man eine Wasserwage hätte legen können...

Man ist dann wohl auf dem richtigen Weg, der technisch auch dem Inhalt entspricht :) Sende- bzw. Abhörwegkompartibel aufbereiten muss man ja quasi, zerstören aber nicht. Werde hören und messen ;)
 
#20
Das kann ich nur bestätigen. Bei den gerade laufenden Top 100 der Ostsongs macht leider die beschissen eingestellte Kompression manches klanglich gnadenlos kaputt. Sehr schade!
 
#24
Merkwürdige Zusammenstellung.

kein Kungs "This girl"? und 3x Austropop unter den top10 - interessant, weil in Deutschland für 95 Prozent der Radiohörer und Bevölkerung unterhalb der Wahrnehmungsschwelle angesiedelt. Bilderbuch und Wanda, aber auch Kettcar und Annenmey... spielen im dt. Radio kaum eine Rolle, dafür hört man immer wieder die selbe Grütze aus Bendzko, Forster, Weiss, Giesinger...

Ansonsten eine Liste der Schande, musiktechnisch ein äußerst schwaches Jahrzehnt. Da hat man es endlich einmal schwarz auf weiß.
5mal Adele (!) macht das auch nicht besser, eher schlimmer. Sind die wirklich alle so gelaufen? Spätestens beim 2. Adele Titel wäre ich weg gewesen.

Immerhin die typischen "Pseudo-Indie" Songs sind doch drin...Foster the people, Gotey, Lorde, Portugal the Man...
 
Zuletzt bearbeitet:
Oben