Radioempfang im Ernstfall – wie, was, wo?


NDR Info Spezial bringt zum Glück den Seewetterbericht

Och bitte, warum denn auch nicht? Auch, wenn gerade die Luft (informationstechnisch) brennt, muss man ja nicht gleich in völlige Hysterie verfallen. Es gibt auch noch andere Meldungen, die der Lage entsprechend angenehm kurz wiedergegeben werden, dann die Verkehrshinweise (ja, es fahren trotz der Lage auch noch Autos im Rest von Deutschland), und eben der Seewetterbericht bei NDR Info, weil auch der Seeverkehr nicht eingestellt wurde, und es Leute gibt, die darauf angewiesen sind. Im Moment gibt es sowieso kaum irgendwelche Neuigkeiten, und wenn, werden die sofort weitergegeben. Ich hab heute Abend NDR 2, WDR 2, ARD, ZDF und BR-Fernsehen verfolgt, und wenn man sich über eines nicht beschweren kann, dann über mangelnde Information.
Mir sind verifizierte Meldungen ohnehin lieber als die Weitergabe jedes einzelnen Gerüchtes oder Hörensagens. Insofern machen die ö-r-Sender heute Abend/Nacht größtenteils ihren Job verdammt gut bisher.
 
Kann ich nicht sagen, habe erst gegen 23:59 mal eingeschaltet. Es lief "getragene Musik" (reguläre Sendung?), dann ausgeblendet, dann Nachrichten von B5 und das weitere Programm von B5. Habe bis etwa 0:10 verfolgt.
 
B5 hat ja die komplette Nacht durchgesendet und wurde auch bis mindestens 5 Uhr auf Bayern 2, Bayern plus und BR Heimat durchgestellt. Bayern 1 übernahm das Nachtprogramm von BAYERN 3.
Von 5 bis 6 Uhr gab es dann übrigens doch noch eine Stunde ARD-Hitnacht auf den nehmenden Programmen. Das hatte wohl damit zu tun, dass die reguläre Morgensendung von SR 3 mit zugehörigem Frühmoderator immer schon um fünf beginnt und in der ersten Stunde eben noch unter dem Titel "ARD-Hitnacht" läuft.
 
Hat jemand gestern Abend die Lokalsender aus München (Charivari, Gong, Energy) gehört? Wie sind die mit dem Amoklauf umgegangen? Hat Energy auch berichtet oder gabs da hauptsächlich Hit Music Only?
 
Beim WDR war es heute Nacht folgendermaßen: Auf 1LIVE, WDR 2 und WDR 5 lief ab 0 Uhr das reguläre Programm. Bei WDR 2 also die NDR 2 Nacht und auf WDR 5 die Wiederholungen aus dem Tagesprogramm. Da war ich wirklich froh, dass die ARD entschieden hat, die ARD Hitnacht ausfallen zu lassen und stattdessen die ARD Infonacht zu senden. So bekam man über UKW wenigstens auf den Frequenzen von WDR 4 aktuelle Infos. Auch wenn ich es gerade auf der Welle nicht erwartet hätte. Ich finde, bei aktuellen Ereignissen von großem Interesse sollte der WDR wenigstens auch auf WDR 5 die ARD Infonacht übernehmen.
 
hr info hat gestern hr2 Der Tag ausfallen lassen und früher MDR Aktuell aufgeschaltet. (Was vorher war, kann ich nicht beurteilen, da ich erst ab 22 Uhr hr info gehört habe.) Während der ARD Infonacht verzichtete der hr zudem um Viertel nach und Viertel vor auf sein regionales Angebot und sendete die Infonacht durch.
 
Amoklauf in München = großflächige Gefahrenlage, vor allem bei zunächst unklarer Gesamtlage.

Zitat aus dem Spiegel Online-Liveticker am 23.07.2016 um 11:40 Uhr:
Das Smartphone-Warnsystem Katwarn war während des Attentats am Freitagabend völlig überlastet. "Wir sind an die Belastungsgrenze gestoßen", sagte ein Katwarn-Sprecher. "Das ist nicht gut - die Kritik ist berechtigt", räumte er ein. Die Kapazitäten des Systems müssten schnellstmöglich erweitert werden. Grund sei die hohe Zahl von Nutzern in München und anderen Teilen der Republik gewesen, in denen es Unwetter gab. Zeitweise war der Dienst nicht erreichbar. Über Katwarn können Behörden, Feuerwehren oder der Deutsche Wetterdienst die Bevölkerung vor Gefahren warnen. Insgesamt lassen sich etwa 1,5 Millionen Menschen von dem Dienst informieren.
Inwiefern NINA funktionierte, vermag ich nicht zu sagen (arbeitet wohl nur standortbezogen, und ich war zum Glück nicht in München).

An dem Abend hatte ich, da unterwegs, nur mein Smartphone als Kommunikationsmittel dabei (das hat sogar noch ein UKW-Radio drin, aber das ist ohne Ohrstöpsel, deren Kabel als Antenne fungieren, wiederum sinnfrei).
Hier ist Radio wichtig, unbestritten, aber wie die Bevölkerung warnen, damit sie das Radio einschaltet bzw. Informationsquellen sucht? Hätte das am Freitag Abend in München ohne soziale Netzwerke und ggf. Telefon funktioniert?

Also wenn Katwarn schon in die Knie geht, weil zeitgleich einige Gewitter zu Warnungen führen (auch bei mir, und als ich die Warnung abrufen wollte, war der Server down), dann sollten wir das Gedankenexperiment ohne Telefon und Internet mal sehr intensiv durchspielen.
 
Da war ich wirklich froh, dass die ARD entschieden hat, die ARD Hitnacht ausfallen zu lassen und stattdessen die ARD Infonacht zu senden. So bekam man über UKW wenigstens auf den Frequenzen von WDR 4 aktuelle Infos. Auch wenn ich es gerade auf der Welle nicht erwartet hätte. Ich finde, bei aktuellen Ereignissen von großem Interesse sollte der WDR wenigstens auch auf WDR 5 die ARD Infonacht übernehmen.
Das hat dann wohl der Saarländische Rundfunk entschieden, ob WDR 4 sein Nachtprogramm hätte ausfallen lassen (ob nun RdN oder nächste Woche die 70er-Nächte), darf auch angesichts des "Stummbleibens" von WDR 5 getrost bezweifelt werden.
 
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Das hat dann wohl der Saarländische Rundfunk entschieden...
...die Hitnacht ausfallen zu lassen.

Hm. Ganz sicher wird es zwischen der Redaktion der Info-Nacht in Halle und der in Saarbrücken Abstimmungen gegeben haben, was am besten zu senden wäre. Ob das Info-Nacht-Signal dann nun über SB lief oder im Stern entsprechend verschaltet wurde, ist die Frage. Letzteres scheint mir mir wahrscheinlich.
 
Hallo!

Ich weiß ja nicht wie es Euch geht. Aber immer wenn dieser uralte Thread - wie jetzt gerade durch mein Posting - ganz oben in der Rubrik "Radioszene Deutschland" auftaucht, habe ich sofort ein "dummes Gefühl" im Bauch. Das ist kein Gefühl der Ohnmacht oder Angst (a la: "Wir sind doch sowieso nur kleine Bürger, können eh nix machen"). Nein, nicht doch. Es ist eher das Gefühl, dass hier im Thread gleich und nicht zum ersten Mal "schlechte Nachrichten" (im Sinne des Zivilschutzes ) kommen, die uns (als am Zivilschutz interessierte Leute) garantiert nicht gefallen werden.

Das ist leider auch heute so.

Diesmal ist es ein Beitrag aus der Sendung "Echo der Zeit" im SRF vom letzten Freitag. Die Webseite zur Sendung findet ihr hier:
http://www.srf.ch/sendungen/echo-der-zeit/wallonen-verweigern-zustimmung-zu-ceta

Dort findet ihr den Beitrag "Neues Datenverbundnetz für den Katastrophenfall ". Diesen Beitrag solltet ihr euch ganz genau anhören, denn die Schweizer haben aus den Ergebnissen einer Übung im Jahr 2014 ganz erschreckende Erkenntnisse abgeleitet. Das ist wirklich kein Spaß!

Um es deutlich zu sagen: Die Schweizer sind nicht ganz so optimistisch in ihren Annahmen bezüglich der Auswirkungen eines länger andauernden Stromausfalls, wie beispielsweise mein "Lieblingsfeuerwehrmann" hier im Forum. Kann man nachlesen.

Referenzpunkt zum Nachlesen ist dann dieses Posting (incl. der verlinkten PDF-Datei) : http://www.radioforen.de/index.php?...ernstfall-wie-was-wo.24187/page-7#post-716547 Weiterlesen schadet nicht...


Wie auch immer, das sind die aktuellen News aus der Schweiz, an denen NIEMAND ernsthaft "vorbeikommt".
 
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Ich hatte darüber im Thema "Sollen Digitalradios mit Emergency-Warning-System Pflicht in Haushalten werden?" berichtet:
Ich hatte mittlerweile Gelegenheit in diesen Infokanal Bayern reinzuhören. Eine Computerstimme verliest in Endlosschleife einen Wetterbericht und weist darauf hin, dass es zur Zeit keine Katastrophe gibt. Dafür hat man 72 kbit im 10D Mux aufgetrieben. :rolleyes:


"Wer sich ein digitales Radiogerät anschafft, hat nun auch noch den Zusatznutzen, für das Warnsystem EWF gerüstet zu sein."
http://www.br.de/nachrichten/oberfranken/inhalt/ewf-bayreuth-digitalradio-warnsystem-100.html

Weiß jemand, ob das Einschalten aus dem Standby a la EWF Teil der DAB+ Spezifikationen ist? Oder ist das, um auch mal das neue Modewort zu gebrauchen, eine Fakenews des Bayerischen Rundfunk?
 
Letztens war bei uns im Kreis ein sehr grossflächiger Stromausfall mit mehrern hundertausend betroffenen Haushalten. Dauer ca. 90 Minuten. Erstaunlicherweise war der lokale Sender, denn man ja bei einer Katastrophenlage umgehend einschalten soll auch nicht mehr on air, weil auch dort kein Strom mehr anlag. Mobilfunk war natürlich auch off. Das fand ich alles sehr befremdlich und wenn dann nach 2 Stunden auch Polizei und Rettungskräfte nicht mehr erreichbar sind, dann möchte ich mir gar nicht ausmalen, wie man die Bevölkerung dann noch erreichen will. Das läuft dann so nach dem Motto es ist Katastrophe, aber keiner weiss warum und vor allem was überhaupt los ist. Ich glaube, da wartet noch viel Arbeit bei den nächsten Tagungen der Krisenstäbe....
 
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http://www.bbk.bund.de/DE/Ratgeber/VorsorgefuerdenKat-fall/Pers-Notfallvorsorge/Radio/Radio.html
Welche Rundfunksender Sie empfangen sollten, hängt von Ihrem Wohnort ab und wird durch die örtlich zuständigen Behörden bestimmt.
Normalerweise wird empfohlen, den ö.-r.-Regionalsender einzuschalten, nicht den (ebenfalls betroffenen) Lokalsender.

Beim nachschauen stolperte ich auf der obigen Seite noch über folgenden Hinweis:
Der Empfang ist über UKW und Digitalradio möglich. Eine Vielzahl der im Handel verfügbaren Rundfunkgeräte erlauben beide Empfangsmöglichkeiten.
Seit neuestem wird anscheinend neben UKW jetzt auch ein Digitalradio empfohlen. AM-Radios werden ja schon seit einigen Jahren nicht mehr empfohlen.
 
http://www.bbk.bund.de/DE/Ratgeber/VorsorgefuerdenKat-fall/Pers-Notfallvorsorge/Radio/Radio.html

Normalerweise wird empfohlen, den ö.-r.-Regionalsender einzuschalten, nicht den (ebenfalls betroffenen) Lokalsender.
Stimmt so nicht. Bei uns am Bahnhof hängt ein Schild wo das Verhalten und die Bedeutung der Sirenensignale erklärt wird. Dort steht ausdrücklich drin, dass man unverzüglich den lokalen Radiosender (hier Radio KW mit Frequenzangabe) einschalten soll. Macht auch Sinn, wenn es sich um ein regionales Ereignis handelt, bekomme ich von dort doch eher Informationen als beim landesweiten Hitdudler, wo ich vermutlich erst die Lokalnachrichten abwarten muss.

Ob nun analog oder digital empfangen wird, spielt am Ende keine Rolle. Wenn das Studio nicht mehr on air ist, weil kein Saft mehr da ist, da nützt mir mein teures neues Digitalradio och nüscht.
 
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Doch. Du hast das Wort "Normalerweise" übersehen und das darüberstehende Zitat "wird durch die örtlich zuständigen Behörden bestimmt." In Wesel scheinen die Behörden Radio KW bestimmt zu haben, dieser einzuschaltende Sender zu sein - und hängen sogar Schilder auf. Andernorts ist es z.B. das zuständige MDR Regionalprogramm.
In Wesel scheinen die Behörden das dem WDR nicht zuzutrauen...
 
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Mobilfunk war natürlich auch off. Das fand ich alles sehr befremdlich und wenn dann nach 2 Stunden auch Polizei und Rettungskräfte nicht mehr erreichbar sind, dann möchte ich mir gar nicht ausmalen, wie man die Bevölkerung dann noch erreichen will. Das läuft dann so nach dem Motto es ist Katastrophe, aber keiner weiss warum und vor allem was überhaupt los ist.
Dein Beitrag offenbart eine mittlerweile bemerkenswerte Unfähigkeit zur Selbsthilfe, die aber in solchen Fällen das Mittel der Wahl ist. Darauf weist auch der BBK hin.
Meine Kritik ist jetzt gar nicht gegen Dich persönlich gerichtet, aber Deine - selbstverständliche - Formulierung nehme ich als gesellschaftliches Summen wahr. Genau das aber wäre im Fall des Falles die wahre Katastrophe.

Wenn der Mobilfunk off ist? Na und?
Doof ist es halt, wenn der Router, über den VoIP läuft, ebenfalls stromlos ist. Die klassische Telefonleitung mit der Grundversorgung - selbst unter ISDN war da immer noch ein Kanal frei - wird mehr und mehr abgeschafft. Okay, das ist ein Problem.
Wäre mal interessant zu erfahren, ob die Telefonzellen Notstrom für eine Basisleitung zur 112 haben. Kommunikationselektroniker anwesend?

Wie man die Bevölkerung erreicht? Klassisch. Auch ich rate zum nächsten ö-r Sender. Empfang über batteriebetriebene Radios oder Kurbelradios.
Weiterhin: Im Zweifelsfall Lautsprecherdurchsagen durch Einsatzkräfte, die durch die betroffenen Gebiete fahren.

Die Frage ist: Muss wirklich jeder wissen was los ist und warum, wenn er nicht unmittelbar bedroht ist? Nein, muss er nicht. Diese Neugiernasen behindern eh nur die Rettungskräfte und blockieren Telefonleitungen, so sie funktionieren. Jüngstes Beispiel: Überschallknall aufsteigender Abfangjäger über Franken / Südhessen. Zack, schnell mal die Polizei angerufen. Was sollen die sagen? "Ja, haben wir auch gehört"?

Sofern man selber also nicht in direkter und unmittelbarer Gefahr schwebt, greift die oberste Devise jeder Hilfeleistung (inkl. Selbsthilfe):
Ruhe bewahren.

Zum Schluss, auch wenn ich mir darüber die Finger wund schreibe:
Natürlich sind Polizei und Rettungskräfte weiterhin erreichbar. Was soll denn dieser Blödsinn?
- Demnächst brandmarke ich solche Aussagen als "fake news"! Das ist doch echt nur Panikmache der Smartphone-Abhängigen! -
Im Notfall wird jede Feuer- und Rettungswache und natürlich jedes Revier mit Einsatzkräften besetzt, die damit zur Anlaufstelle werden. Sie können funken, weil entweder ein mit Funk ausgestattetes Fahrzeug vor Ort mit Standgas laufen kann oder das THW einen Generator stellt. Die Kommunikations-Infrastruktur der Rettungskräfte bricht nicht zusammen. Ganz im Gegenteil, sie kann sogar über mobile, abgesetzte Leitstellen in einem zweiten Funkverkehrskreis erweitert werden. Kann euch jeder (freiwillige) Feuerwehrmann in eurem Wohnort bestätigen, ohne damit Dienstgeheimnisse zu verraten.

Ein Stromausfall über mehrere Stunden ist wahrlich kein "Katastrophenfall", über den die Behörden auch schnellstmöglich jeden einzelnen Anrufer informieren müssen. Erst ab 24 Stunden könnte es kritisch werden, und da greifen ganz andere Strukturen zur Versorgung der Bevölkerung.
Als "Notfall" definiere ich, wenn eine pflegebedürftige Person zu Hause mit Atemassistenz meldet, dass der Puffer-Akku für das Gerät noch ca. 30 Minuten hält. Für solche Fälle ist bitte die Notfall-Leitung freizuhalten. Alles andere hat dahinter zurückzustehen.

Nochmals: Das betrifft jetzt nicht alleine Tweety, sondern richtet sich an alle. Tweety gab nur den Anstoß dazu.

Zum Schluss: Lasst mal an einem ganz normalen Tag euer Smartphone zu Hause bzw. schaltet es ganz aus. Schafft ihr 8, 10 oder gar 12 Stunden ohne das Scheißding?
Falls nein: Jedes unerwartete und ungewöhnliche Ereignis wird für euch eine Katastrophe werden. Vielen Dank und gute Nacht.
 
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