Radioempfang im Ernstfall – wie, was, wo?


Da hat sich wohl ein kleiner Fehler eingeschlichen. Es heisst nicht "Warnung des Präsidenten", sondern müsste korrekt heissen "Warnung vor dem Präsidenten". Aber das kriegen die auch noch hin.
 
Zuletzt bearbeitet:
Was ist unter örtlichen UKW Sender zu verstehen? Füllsender? Private Radioprogramme? NDR Programme auch betroffen oder nur dieser Hybnet Zugangspunkt?
Ich meinte den Senderstandort Lübeck. Ob ausser dem NDR Programm noch andere Programme ausgefallen waren, habe ich allerdings nicht geprüft. Insofern kann ich nicht sagen was im Detail ausgefallen ist.
Was dem ÖR Rundfunk betrifft. Am besten dürfte das System sein wenn alles selbst von eigener Hand kommt vom Studio, eigener Richtfunk Zuführung bis hin zum eigenen Sendeturm (z.B BR, SWR) Wenn andere Anbieter im Spiel sind (z.B beim MDR, NDR) ist das immer so eine Sache glaube ich. Die besten Notstromversorung beim Sendeturm und im Rundfunkgebäute nützen nichts wenn die Zuführungen vom Anbieter XY unerwartet doch offline sind.
Richtig. Hier ist beim NDR noch Versatel im Spiel, die die technische Infrastruktur des NDR Hybnet betreiben, allerdings kenne ich dazu keine Details inwiefern die Stromversorgung gegen Ausfälle gesichert ist.
In M-V kommt erschwerend hinzu dass die Sende(r)anlagen nicht dem NDR gehören - die Historie ist ja bekannt (DDR Rundfunk, Deutsche Post). Ein weiterer Unsicherheitsfaktor.
 
Über den Jahreswechsel habe ich endlich mal Zeit, um hier im Thread etwas zu schreiben. Das wollte ich eigentlich schon Ende November machen, denn vor einiger Zeit habe ich ein paar ältere Ausgaben der Fachzeitschrift "Crisis Prevention" in die Hand gedrückt bekommen und der Stromausfall im Münsterland (25.11.2005, 82 Strommasten brachen unter der Schneelast zusammen, rund 250000 Menschen waren gut fünf Tage lang ohne Strom) jährte sich mal wieder. Weiterhin hatten wir letztens hier im Südwesten wegen dem Niedrigwasser im Rhein durchaus spürbare Probleme mit der Treibstoffversorgung. So hat beispielsweise eine Tankstelle bei einem Rest-Füllstand von 2% die Abgabe von Diesel eingestellt. Den genauen Grund konnte mir die Dame hinter dem Tresen nicht nennen. Der ist auch egal, man kann bei einer geschätzten Restmenge von 800 bis 1000 Liter aber davon ausgehen, daß nicht die Sorge "dreckigen Sprit" an die Kunden zu verkaufen der Grund war.

Nun, wer hier im Thread mitliest bzw. die verlinkten Studien gelesen hat, weiß, daß ein länger anhaltender Stromausfall, auch wenn er regional begrenzt ist, die Hilfskräfte an den Rand der Leistungsfähigkeit bringen würde.


Lektüre:

Ein "CP"-Artikel von Ende 2015. So alt ist der Artikel nicht, um ihn nicht als Beschreibung des "Ist-Zustandes" verwenden zu können.
https://crisis-prevention.de/feuerw...rische-­sicherheit-von-notstrom-ersatzanlagen

Und dieser Artikel ist von Anfang 2018. Hier geht es um die geplante Aufrüstung des THW und die Prioritäten...
https://crisis-prevention.de/feuerwehr-katastrophenschutz/11878



Guten Rutsch!
 
Bei uns an der Feuerwehr hängt ein Zettel das man im Katastrophenfall der hoffentlich niemals eintreten wird WDR 2 auf 99,8 oder Radio Wuppertal auf 107,4 einschalten soll.
 
In Bundesland Salzburg laufen einige der GrundnetzSender des ORF, aufgrund schneebedingter Stromausfälle, seit Tagen nur mehr per NotStromDieselAggregat:
https://salzburg.orf.at/news/stories/2958202/
Bayernwelle Südost hat es schon erwischt. Ein Standort ist wegen die Schneemaßen flöten gegangen und durch den Schnee auch nicht erreichbar.

https://www.bayernwelle.de/berchtes...rnwelle-frequenz-in-berchtesgaden-ausgefallen


Beim Sender Jenner und Untersbergs soll es auch Probleme geben. Die laufen DAB mäßig auch micht einwandfrei.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ab sofort kann das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) erstmalig in ganz Deutschland per Mobilfunk warnen, da NINA und KATWARN Meldungen für ihre, jeweiligen regionalen, Gebiete übernehmen:
https://www.fokus.fraunhofer.de/de/fokus/presse/katwarn-nina-gefahrenwarnungen_2019_01

Den Bürger erreichen diese Meldungen unter folgenden Voraussetzungen:

- Er benutzt ein Smartphone mit Android oder iOS
- Er hat vorsorglich die App KATWARN oder NINA installiert
- Die Apps wurden korrekt konfiguriert ("Schutzengel" aktivieren, Ortung und Push erlauben, etc.)
- Das Smartphone darf nicht aus sein, nicht in einem Nicht-stören-Modus, nicht im Flugmodus, oder stummgeschaltet, etc.
- Das Smartphone muss eine aktive Internetverbindung haben, was ja in Deutschland bekanntermaßen schwierig sein kann.
(Kleiner "Fun"Fact am Rande, wo jetzt so viel über 5G berichtet wird, nicht mal die Hälfte der Smartphones nutzt 4G Verträge und ist deshalb auf eines der noch löchrigeren 3G Netze angewiesen.)
- Banal, aber eben viel schneller alle, als bei einem klassischem Handy, das Smartphone muss einen geladenen Akku haben

Auch auf der alarmierenden Seite muss für eine zeitnahe Warnung natürlich alles glatt laufen:

- Eine (Unwetter)Warnung über die App kam, von mir persönlich gemessen, schon mal 23 Minuten nach der Ausgabeuhrzeit (und 20 Minuten nach der SMS Warnung)
- Bei der letzten größeren "Warnlage", gab es vielfach keine Warnungen, da das Warnsystem wegen Überlastung zusammenbrach
- Im Katastrophenfall fallen Mobilfunknetze erfahrungsgemäß früher aus, als andere KommunikationsSysteme
- Bei Stromausfall, wird proaktiv und absichtlich, der Internetteil des Mobilfunks abgeschaltet um an den Mobilfunk Sendemasten Strom zu sparen, damit Telefon und Notrufe so lange wie möglich verfügbar bleiben. Nebeneffekt: Warnungen der Apps kommen nicht mehr durch, wenn nicht anderweitig eine Internetverbindung (WLAN) besteht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Am 18.12.2018 hat die EU beschlossen, dass bis zum 21.6.2022 alle Mitgliedstaaten EU-Alert einführen müssen:
https://en.wikipedia.org/wiki/EU-Alert

EU-Alert basiert auf der Cell-Broadcast Technologie und vermeidet so viele, der von mir oben beschriebenen, Nachteile von WarnApps. Es ist marken- und typunabhängig zu allen seit 2012 in der EU verkauften Handys, aber auch zu vielen älteren Geräten. Es ist kompatibel u.a. zum US-amerikanischen WarnSystem und zum existierenden, hier schon erwähnten, NL-Alert.

Kehrt doch noch Vernunft ein?
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich könnte mich an dieser Stelle über das unsäglich ARD-Framing-Papier aufregen. Aber, das ist sowieso so irre, dass es kaum kommentier bar.

Bekanntlich gab es ja in Berlin einen massiven längeren Stromausfall in Köpenick. Das schreib ein Leser des Tagesspiegels. Es ist einfach irre, wir haben das teuerste ö/r-System der Welt und ein Sender macht nicht das, was sein unstrittiger Programmauftrag ist. Okay, dafür stimmen die Pensionen und es gibt jede Menge unnützer Verwaltungskosten. Nur, wenn es mal ein bisschen ernst wird. Dann kann man nicht informieren? Das sind einfach Fehler im System plus die allgemeine Berliner Luschigkeit, die bekanntlich Programm ist.

"Ich wohne in Köpenick und war vom Stromausfall betroffen. Trotz bereitgehaltenem Radio samt ausreichendem Batterievorrat für eben genau solch einen Fall, war dieses zu meinem großen Erstaunen nahezu völlig nutzlos. Anstelle seinem Informationsauftrag gerecht zu werden, sendete der RBB auf seinen Radiowellen die gesamte Nacht durchgehend fröhlich Übernahmen anderer ARD-Anstalten, darunter: „ARD-Hitnacht“, „ARD-Popnacht“, „ARD-Infonacht“, „ARD-Nachkonzert“ und „Die junge Nacht der ARD“ – ohne jeglichen regionalen bzw. lokalen Bezug oder gar Meldungen zum Stromausfall. Lediglich auf «Radio Eins» wurde der gemeine Beitragszahler zwischen den Programmwiederholungen des Senders einmal stündlich mit allgemeinen und extrem knapp gehaltenen Kurznachrichten abgespeist.

Als Rundfunkanstalt in und für eine Metropole und Weltstadt wie die Hauptstadt Berlin ein wirklich unfassbarer Zustand! Da ich im Schichtdienst arbeite, war es mir nicht möglich, mich vorher und dann zu nächtlicher Zeit auch nicht woanders zu informieren. Ich war also auf das Radio zwingend angewiesen. Der RBB sollte hier dringend nachbessern oder vom Gesetzgeber in die Pflicht genommen werden, seinem Informations- bzw. Versorgungsauftrag auch nachts, insbesondere im Katastrophenfall, gerecht zu werden. Dass zumindest das «Inforadio» in einer solchen Nacht die Berliner Bevölkerung ständig oder wenigstens regelmäßig informiert, sollte wohl mit den Geldern der Beitragszahler locker drin und auch erwartbar sein. Ohnehin eine Frechheit, dass hier seit einiger Zeit nachts nur noch ausschließlich die Nachrichten des MDR übertragen werden.

Wenn der RBB dann sein Nachrichtenangebot neuerdings noch mit „RBB24“ brandet bzw. schmückt, wird es völlig absurd: Wofür hier die „24“ steht oder warum diese etwas suggerieren soll, was überhaupt nicht angeboten wird, ist mir ein Rätsel."
 
Der Leser des Tagesspiegels schrieb:

"Ich wohne in Köpenick und war vom Stromausfall betroffen. Trotz bereitgehaltenem Radio samt ausreichendem Batterievorrat für eben genau solch einen Fall, war dieses zu meinem großen Erstaunen nahezu völlig nutzlos. Anstelle seinem Informationsauftrag gerecht zu werden, sendete der RBB auf seinen Radiowellen die gesamte Nacht durchgehend fröhlich Übernahmen anderer ARD-Anstalten, darunter: „ARD-Hitnacht“, „ARD-Popnacht“, „ARD-Infonacht“, „ARD-Nachkonzert“ und „Die junge Nacht der ARD“ – ohne jeglichen regionalen bzw. lokalen Bezug oder gar Meldungen zum Stromausfall. Lediglich auf «Radio Eins» wurde der gemeine Beitragszahler zwischen den Programmwiederholungen des Senders einmal stündlich mit allgemeinen und extrem knapp gehaltenen Kurznachrichten abgespeist.

Als Rundfunkanstalt in und für eine Metropole und Weltstadt wie die Hauptstadt Berlin ein wirklich unfassbarer Zustand! Da ich im Schichtdienst arbeite, war es mir nicht möglich, mich vorher und dann zu nächtlicher Zeit auch nicht woanders zu informieren. Ich war also auf das Radio zwingend angewiesen. Der RBB sollte hier dringend nachbessern oder vom Gesetzgeber in die Pflicht genommen werden, seinem Informations- bzw. Versorgungsauftrag auch nachts, insbesondere im Katastrophenfall, gerecht zu werden. Dass zumindest das «Inforadio» in einer solchen Nacht die Berliner Bevölkerung ständig oder wenigstens regelmäßig informiert, sollte wohl mit den Geldern der Beitragszahler locker drin und auch erwartbar sein. Ohnehin eine Frechheit, dass hier seit einiger Zeit nachts nur noch ausschließlich die Nachrichten des MDR übertragen werden.

Wenn der RBB dann sein Nachrichtenangebot neuerdings noch mit „RBB24“ brandet bzw. schmückt, wird es völlig absurd: Wofür hier die „24“ steht oder warum diese etwas suggerieren soll, was überhaupt nicht angeboten wird, ist mir ein Rätsel."
Wenn man - vor allem abends - regelmäßig die Programme des RBB, vor allem das Inforadio hört, wundert einen diese Darstellung überhaupt nicht. Dort läuft ab 18.00 Uhr in der Regel bis zum Programmschluss der Automat. Nur noch die klassischen Nachrichten alle 20 Minuten, die Kurzmeldungen aus Berlin und Brandenburg sowie (meistens) der Sport sind dann noch live. Ausnahmen von dieser Praxis sind extrem selten. Ob man am Dienstag während des Stromausfalls davon abgewichen ist, kann ich nicht sagen. Es würde mich aber nicht überraschen, wenn business as usual geherrscht hätte.

Am schlimmsten an dieser Praxis finde ich, dass dem Hörer nicht mitgeteilt wird, dass er um 22.30 Uhr eine Tageszusammenfassung mit Stand 18.00 Uhr zu hören bekommt. Gerade im Krisenfall muss ich mich darauf verlassen können, dass die Informationen, die ich bekomme, aktuell sind, oder ich muss zumindest wissen, dass sie es nicht sind. Das gilt erst recht für die Nachtstunden, in denen der RBB ja quasi kein eigenes Programm mehr sendet. Das mindeste, was man hier tun sollte, wäre eine über sämtliche Hörfunkwellen verbreitete Information über die aktuelle Lage, die einmal stündlich, meinetwegen nach den Nachrichten, aktualisiert wird. Ebenso muss sichergestellt sein, dass gerade in der Infonacht eine verlässliche und aktuelle Berichterstattung erfolgt. Ich bin mir auch hier nicht sicher, ob der RBB dies mit dem entsprechenden Nachdruck durchsetzt. Jedenfalls habe ich den Eindruck, dass in der Infonacht die entlaufenen Rindviecher im Thüringer Wald oft wichtiger sind, als wirklich wichtige Themen aus Berlin.

Da ich am Dienstag und Mittwoch selbst kaum Radio gehört habe, wäre ich an weiteren Schilderungen der Berichterstattung des RBB über den Stromausfall in Berlin sehr interessiert.
 
Es ist doch mehr als Pflicht, dass das ö/r System ein verlässliche und belastbare News-Struktur hat. Bei 8 Mrd. Gebühreneinnahmen kann es wahrlich nicht an den finanziellen Mitteln liegen. Für jeden Mumpitz, der meist nichts mit dem Programm zu tun hat, sind Mittel vorhanden.
Unsere Infrastruktur ist tendenziell sehr verletzlich geworden und bei Stromausfall geht fast nichts mehr. Radio ist das Medium, dass sich netzunabhängig über längere Zeit nur mit Batterien betreiben lässt. Aber man muss vor Notfällen eine Struktur aufbauen, nicht danach. Ich frage mich ernsthaft (obwohl natürlich nicht) mit was beschäftigen sich all die Intendanten, Direktoren, Hauptabteilungsleiter, Arbeitskreise, Koordinierungsausschüsse und was es noch so alles gibt? Verantwortlich ist keiner und veranwortlich handelt keiner, aber allen ist eine fürstliche Altersversorgung gewiss, für die auch Wenigverdiener, Rentner, Arbeitsloste etc. aufkommen dürfen.
 
Auch reichere Anstalten machen es nicht unbedingt besser. Ich zitiere mich mal aus 2014:
Das ist ja Teil der Kritik, daß die 4000 Mann Bude WDR sich auschließlich auf Zulieferung verlassen hat und nix eigenes zu Wege gebracht hat.

Zugelieferte Informationen müssen sortiert, eingeordnet und zusammengefasst werden. Das ist Journalismus. Die Warnmeldungen des DWD waren an diesem Tag anscheinend sehr interpretationsbedürftig. Im WDR 2 Studio saß aber ein Moderator, der offenbar lediglich auf HörerEmails als Informationsquelle zurück greifen konnte.

Die Nachrichtenredaktion hat - vom Ergebnis her - Dienst nach Vorschrift gemacht und die DWD Meldungen stündlich zusammengefasst: "20 Uhr Nachrichten:
"Von Westen her kommen erneut unwetterartige Gewitter." "Der Deutsche Wetterdienst warnt wieder vor Unwettern. Im Westen von NRW kommt es zu schweren Gewittern. Es muss mit heftigem Starkregen, Hagelschlag und schweren Sturmböen gerechnet werden."
Wobei hier die Worte "erneut" und "wieder" die meisten Hörer in die Irre geführt haben dürfte. => Dann wirds so ähnlich wie am Vortag. Und da wars, z. b. in Düsseldorf völlig undramatisch.

Mindestens aber der WDR Moderator vor Ort auf dem Festival hat den WDR Wetterbericht nicht verstanden oder nicht gehört: 20:10 + x Uhr zum Abbruch:
"Davon sind wir jetzt auch ein bißchen irritiert. Wir haben ja auch immer den Blick gehabt aufs Wetter und auf den Wetterbericht. Uns hat er das nicht gesagt, daß es ein solch schreckliches Unwetter geben soll."

Der Moderator im Studio kündigt keine weiteren Informationen zum Wetter in Köln an. Er hat offenbar keine und weiß anscheinend auch nicht wo er sie an diesem Feiertag hernehmen soll.

Die Birlikte Festival Leitung hat es besser gemacht. Und warum? Weil sie sich mehr Mühe gegeben haben als die öffentlich-rechtliche Info- und Servicewelle WDR 2. Das ist der Sender auf den staatliche Stellen im Katastrophenfall verweisen.
 
Oben