Radioempfang im Ernstfall – wie, was, wo?


Ja, das hätte der RBB besser machen können bzw. müssen. Ich vermute mal, dass man beim RBB davon ausgegangen ist, dass in solchen Situationen die MDR-Infonacht auf solche Ereignisse eingeht, und beim MDR die Brisanz nicht erkannt wurde oder man sich wiederum auf die RBB-eigene Nachtversorgung verließ. Wobei ich nicht weiß, wie viel Nachtbereitschaft der RBB nach den ganzen Sparrunden überhaupt nicht vorhält. Es ist natürlich wohlfeil, von der ARD immer weitere Einsparungen und Zusammenlegung zu verlangen, aber gleichzeitig dann solche Nichtberücksichtigungen im Programm, für Folge dieser sind, wiederum als Argument gegen die ARD und Feld zu führen.
 
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Es ist natürlich wohlfeil, von der ARD immer weitere Einsparungen und Zusammenlegung zu verlangen, aber gleichzeitig dann solche Nichtberücksichtigungen im Programm, für Folge dieser sind, wiederum als Argument gegen die ARD und Feld zu führen.
Das ist halt eine Frage der Priorisierung. Ich meine, für 8 Mrd. sollte eine Grundversorgung 24/7 aufrechterhalten werden können. Und Information in Ausnahmesituationen und Katastrophenfällen sind für mich sowas wie der elementarste Baustein der Grundversorgung. Das wäre für mich das Letzte was ein öffentlicher Rundfunk aufgeben sollte, heißt, auch wenn man fiktiv den Etat von 8 Mrd auf 30 Millionen kürzen würde, würde ich noch 24/7 Informationen bei besonderen Lagen erwarten. In diesem Lichte: extrem schwache Leistung des RBB, oder auch des WDR 2014, (s. o.)

P.S. Soweit ich weiß hat die deutsche Medienplitik Zusammenlegungen von ö-r Radioprogrammen per Rundfunkstaatsvertrag untersagt. Diese werden offenbar lediglich in der Sommerpause und Nachts geduldet.
 
Ja, bei jedem Kauf von Sportrechten frage ich mich auch immer, wie man dort jedesmal mal eben dreistellige Millionenbeiträge locker macht, und dann unterm Jahr immer neue Sparrunden beim journalistischen Angebot und den eigenen Mitarbeitern durchführt. Die Prioritäten sind hier bei dem Intendanten schon lange durcheinander gekommen, das ist auch ein wichtiger Faktor. Ändert aber nichts daran, dass bei *jeder* Gebührendebatte von deren Wortführern immer als erstes die vermeintliche Verschwendung in den Redaktionen in Feld geführt wird.
 
Ahhh - der entscheidende Satz im Posting von @freiwild wird schon zitiert. Ich wollte nämlich auch gerade zubeißen. Aber @radneuerfinder hat darauf schon gut reagiert.
Ändert aber nichts daran, dass bei *jeder* Gebührendebatte von deren Wortführern immer als erstes die vermeintliche Verschwendung in den Redaktionen in Feld geführt wird.
Ist das wirklich so? Ich muß so dumm fragen, weil mir das wirklich nicht bewußt ist. Ich kenne jetzt auf die Schnelle wirkilch keine Forderung, die das Einsparen von "Nachrichten" zum Ziel hatte. Dieser Irrsinn mit den den Gehältern irgendwelcher TV-Nachrichten-Sprechpuppen, die sogar privat beschäftigt werden, damit man diese Gagen überhaupt "verbuchen" kann, steht auf einem anderen Blatt.

Aber mach einfach mal so weiter, ÖR...
 
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Eins vorab: "Sprechpuppen" ist eine Beleidigung. Meines Wissens sind die Nachrichtensprecher sämtlicher öffentlich-rechtlicher Nachrichtensendung im deutschen Radio&TV Teil der Redaktion. Die Vorstellung etwa, dass Tagesschau-Sprecher eine halbe Stunde vor der Sendung in den Sender kommen, geschminkt werden, ihren Text runterrattern und wieder nach Hause gehen, ist irgendwo zwischen ignorant und naiv. Vielleicht könnte man die Frontarbeiter in der Dudelfunk-Hölle als "Sprechpuppen" bezeichnen, aber auch das tu ich nicht, denn wer weiß, ob sie nicht mehr könnten, wenn man sie denn ließe.

Zum Inhaltlichen: Von Kürzung von Nachrichten als Forderung habe ich nicht gesprochen. Aber wenn man sich in der Debatte um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk profilieren möchte, dann fordert man die Zusammenlegung von Arte und 3sat, die Zusammenlegung von ARD und ZDF, die Zusammenlegung von öffentlich-rechtlichen Programmen, etwa der Kulturprogramme oder der Infowellen der ARD und/oder des Deutschlandradios oder gleich die Zusammenlegung von Landesrundfunkanstalten. Dafür gibt es nun wirklich genug Beispiele. Verglichen damit gehen die Forderungen von relevanter Seite, die Öffentlich-Rechtlichen sollten sich bei Sportrechten zurückhalten oder die Redundanzen bei den Ü65-Betreuungsformaten reduzieren,
praktisch unter, und wenn, kommen sie fast nur von persönlich interessierter Seite, etwa Vaunet.

Früher war das RBB-Inforadio 24/7 besetzt, ebenso wie MDR Info, aber diese himmelschreiende Gebührenverschwendung hat ja nun seit einiger Zeit zumindest am Abend keinen Bestand mehr. Was eine Ursache (neben anderen) für den aktuell beschriebenen Fall.
 
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In der Kritik wird ja auch schnell gemotzt dass es in jedem Bundesland regionale Radioprogramme gibt.
Was eine Verschwendung.
Gleicher Atemzug wird genutzt um zu kritisieren, dass Nachrichten aus der Region ja kaum stattfinden.

Wer findet den Fehler?
 
Hab ich nen Schuss frei?

Ich sehe den "Fehler" in der deutschen Realgesellschaft, die die öffentlich-rechtlichen Medien zunehmend nicht mag ("Staatsfunk", "zuviel Gelaber") und schon lange nur wenig bis keine Lust hat, sie durch Gebühren Rundfunkbeitrag zu finanzieren ("...bekomme ich auf RTL ohne Zwangsgebühren"). Da kommt genau das dabei raus: aufgrund Druck aus der Bevölkerung und Anpassungswahn an die Privaten inhaltlich abspecken bis auf die Knochen - und dann wir kritisiert, dass solche Zustände wie beim Stromausfall in Köpenick eintreten. Wie groß die Schnittmenge derer, denen die Öffis zu teuer (oder zu grundgesetzkonform) sind und derer, denen jetzt aktuelle Berichterstattung fehlte, tatsächlich ist, wüsste ich zu gerne. Sind die Mengen eventuell gar disjunkt?

Wieviel Berichterstattung lief denn nun beim RBB tagsüber, abends und nachts tatsächlich im Hörfunk? Die Mediathek bringt einiges fürs TV zum Vorschein
https://rbbmediapmdp-a.akamaihd.net...1a0673f-6996-451f-860a-850ba0180a46_1800k.mp4
https://rbbmediapmdp-a.akamaihd.net...14a0f87-9eab-4ab9-9bb9-ea336ec4cbbc_1800k.mp4
auch aus der ARD
https://odmdr-a.akamaihd.net/mp4dyn2/9/FCMS-9b8ab6e1-7992-49b1-b885-9a6458738292-be7c2950aac6_9b.mp4
- aber was lief im Hörfunk? Eigentlich wäre das die Aufgabe von 88acht gewesen, dem einzigen RBB-Programm, das nur in Berlin ausgestrahlt wird.
 
Blattschuss, @lg74 würde ich jedenfalls meinen.
Es ist anscheinend auch kein Behelf, dieser "kritischen Masse" zu erklären, dass jeder Einwohner, selbst der nichthörendste Nichtgucker ohne Internetz, per Kauf von alltäglichsten Dingen den Privatfunk mitfinanziert.
 
Nun es ist doch eigentlich ganz einfach.

Das nachts News-Redaktionen schwächer besetzt sind, ist doch nicht das Problem. Problematisch ist die scheinbar mangelhafte Vernetzung bzw. nicht genutzte oder vorhandene Informationswege. Das kostet alles nicht die Welt. Nur es erfordert eine verantwortliche Redaktionsarbeit. Im Zeitalter der PC-korrekten Gender-Klos und des Gesinnungsjournalismus ist das vielleicht schon zuviel verlangt.

Die Öffis specken nicht inhaltlich bis auf die Knochen ab. Sie haben 8 Mrd. Gebühren, aber das Geld wird lieber in den Apparat gesteckt, nicht ins Produkt sprich in das Programm. Nur wer das kritisiert, kommt ganz schnell in Framing-Fadenkreuz. Das sind Ancien Régime Verhältnisse, eine Bürokratie, die an sich selbst erstickt und gleichzeitig vorgibt moralisch höher zu stehen.

Klar gesagt: Jede Dirne hat mehr Moral als ein Pfaffe, der Wasser predigt und selbst Wein säuft. Allen anderen empfehle ich den Kauf eines Kompasses.
 
Nun es ist doch eigentlich ganz einfach.

Das nachts News-Redaktionen schwächer besetzt sind, ist doch nicht das Problem. Problematisch ist die scheinbar mangelhafte Vernetzung bzw. nicht genutzte oder vorhandene Informationswege. Das kostet alles nicht die Welt. Nur es erfordert eine verantwortliche Redaktionsarbeit. Im Zeitalter der PC-korrekten Gender-Klos und des Gesinnungsjournalismus ist das vielleicht schon zuviel verlangt.
Man höre und staune, an genau dieser Vernetzung arbeitet der NDR. Es existieren bisher die Welle NDR Info und die Fernsehsendungen/Redaktion NDR Aktuell parallel, mit großer inhaltlicher Schnittmenge und großem Potential, enger zusammenzuarbeiten, leider aber räumlich getrennt an zwei Standorten.
Das wird sich ändern, NDR Info zieht auf dem Fernsehgelände ein, und es entsteht eine Nachrichtenredaktion die alle Ausspielwege bedient.
 
Man höre und staune, an genau dieser Vernetzung arbeitet der NDR. Es existieren bisher die Welle NDR Info und die Fernsehsendungen/Redaktion NDR Aktuell parallel, mit großer inhaltlicher Schnittmenge und großem Potential, enger zusammenzuarbeiten, leider aber räumlich getrennt an zwei Standorten.
Das wird sich ändern, NDR Info zieht auf dem Fernsehgelände ein, und es entsteht eine Nachrichtenredaktion die alle Ausspielwege bedient.
Die beste Vernetzung hilft aber nichts, wenn es niemanden gibt, der dafür sorgt, dass im Ernstfall die Inhalte unverzüglich über die Sender gehen können, um die Bevölkerung zu warnen und ihr die relevanten Informationen an die Hand zu geben. Das Bündeln von Redaktionen unabhängig vom Medium mag für die Alltagsberichterstattung Vorteile bringen, die Strategie zum Hantieren von Krisensituationen ersetzt die Bündelung aber nicht.
 
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