Radiosender, wehrt euch gegen brutale Drosselpläne der Telkos!


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Im übrigen ist ja erst vor wenigen Wochen der vierte Anbieter (E-Plus), der sein schlechteres Netz durch günstigere Preise kompensieren wollte von O2 aufgekauft worden. Wenn es einen Preisbrecher innerhalb der Branche gab, dann war das E-Plus. Außerdem waren sowohl E-Plus als auch O2 deutlich kleiner als Telekom und Vodafone und musstenn deshalb eh schon an der Preisschraube drehen.
Gerade von E-Plus bin ich positiv überrascht: Selbst in einem kleinen Ort wie Mützenich in der Eifel bieten die HSPA+, was bei der Telekom nicht der Fall ist. Auch in anderen Ortschaften (u.a. in Ostwestfalen) ist mir aufgefallen, dass die Abdeckung im Hinblick auf das mobile Internet bei dem Anbieter besser ist als bei der Telekom.
E-Plus hatte früher einen sehr schlechten Ruf, die haben jedoch mächtig an ihrer Netzqualität gearbeitet.

Jetzt ist die Situation ganz anders: Viele Verbraucherschützer fürchten schon, dass die Reduktion von 4 auf 3 Wettbewerber (die jetzt noch dazu alle 3 etwa gleich groß sind) negative Folgen auf die Preisentwicklung hat. Ein Oligopol ist eben auch kein echter Wettbewerb.
Das sehe ich anders: Durch die Zusammenlegung beider Netze kann die Abdeckung gerade in ländlichen Regionen weiter verbessert werden.
Ein Land wie Deutschland in der Fläche mit mobilem Internet zu versorgen, ist eine Mammutaufgabe. O2 hat das bspw. nicht annähernd geschafft, daher ist es nur folgerichtig, dass die sich mit E-Plus zusammengetan haben.
Zum ersten Mal bekommt die Telekom damit einen Konkurrenten auf Augenhöhe.

Und Broadcast über Internet hat nun mal für den Kunden entscheidende Nachteile (Drosselung, Zusatzkosten, Roaming in Grenznähe, Netzabdeckung, nachlassende Sendequalität bei zu vielen Hörern in derselben Funkzelle, wo reines Broadcasting unempfindlich reagiert, etc.).
Genau da liegt m.E. ein zentrales Problem, das sich nur durch Broadcasting-Lösungen beheben lässt.
 
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Inselkobi

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Schon mein alter Prof hat immer gesagt: "Wenn Sie Leute von etwas überzeugen wollen, reiben Sie es ihnen nicht direkt unter die Nase, sondern schaffen Sie nur die Voraussetzungen dafür, dass die das selbst erkennen. Was man selbst erkannt hat, bewirkt viel mehr als was andere einem vorkauen."
Genau dieser Satz in Verbindung mit
Und es sagt ja niemand, dass eine Konzentration nur auf einen anderen Verbreitungsweg besser ist als eine Konzentration nur auf einen anderen.
in Kobination mit dem restlichen Beitrag lässt Dich zumindest in diesem Thread in meinen Augen unglaubwürdig werden. Denn wenn das, wie Du Deinen "alten Prof" zitierst, Deine Einstellung ist, vertrittst Du genau die Einstellung, die jeder erfolgreiche Lobbyist, wie ebenso auch jeder SEHR gute Versicherungs- und Handelsvertreter für sich in Ehren hält.
Selbst in der Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel bekommst Du diese Regel bereits beigebracht: "Wecke den Bedarf, indem der Kunde selbst erkennt, dass er den Bedarf hat. - Er weiß es bisher (noch) nicht."

Du argumentierst in die falsche Richtung!
 

FlorianAC

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@Inselkobi:

Das Zitat von meinem Prof war ehrlich gesagt nur eine Anekdote am Rande, die ich passend fand und die ja auch aus einem anderen Thread gerissen ist. Das hat also rein gar nichts mit der Argumentation hier zu tun.

Im übrigen ist es ja durchaus verständlich, dass ein Mobilfunkanbieter die Meinung vertritt, die seinem Geschäft am nützlichsten ist und nicht das, was objektiv am besten ist. Das ist schließlich ihr Geschäft.

Aber genauso sollte dann auch den Betreibern klassischen Radios klar sein, dass es da eben nicht um ihre Interessen geht, sondern dass die Interessen der Mobilfunker (die z.B. eigene Music-on-demand-Diente vermarkten wollen) halt nicht zum Wohle klassischen Radios sind.

Ich befürchte, dass wir in den kommenden 10 Jahren noch die ein oder andere Senderschließung erleben werden; vermutlich als erstes bei den Lokalsenderklitschen in NRW.

Das fürchte ich leider auch. Das hat aber nicht unbedingt was mit der zusätzlichen Konkurrenz aus dem Internet zu tun, sondern eher mit der eigenen Qualität bzw. deren Fehlen. Und die Qualität wird auch nicht besser, nur weil man den Verbreitungsweg ändert.

Wenn sich immer mehr traditionelle Radiosender einander angleichen und es nur noch einheitlichen "Dudelfunk" gibt, darf man sich nicht wundern, wenn die Nutzer im Internet nach Alternativen suchen.
 

Inselkobi

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Das Zitat von meinem Prof war ehrlich gesagt nur eine Anekdote am Rande, die ich passend fand und die ja auch aus einem anderen Thread gerissen ist. Das hat also rein gar nichts mit der Argumentation hier zu tun.
Deine Anekdote rundet einfach die Basis Deiner Argumentation ab. Daher fand ich sie absolut passend.

Im übrigen ist es ja durchaus verständlich, dass ein Mobilfunkanbieter die Meinung vertritt, die seinem Geschäft am nützlichsten ist und nicht das, was objektiv am besten ist. Das ist schließlich ihr Geschäft.
Selbstverständlich! Ein jeder, der von seinem Produkt profitieren möchte, steht hinter seinem Produkt und macht es dem Markt schmackhaft.
Und welches ist Dein Produkt?

Aber genauso sollte dann auch den Betreibern klassischen Radios klar sein, dass es da eben nicht um ihre Interessen geht, sondern dass die Interessen der Mobilfunker (die z.B. eigene Music-on-demand-Diente vermarkten wollen) halt nicht zum Wohle klassischen Radios sind.
Nicht zum augenblicklichen Zeitpunkt. Da hast Du wohl recht. Aber eben das ist der springende Punkt! Einige Beiträge zuvor gab es hier einen Link zu einer Website die recht eindrücklich verdeutlichte, wie und wo Streaming (bei genauerer Recherche wird klar welche Arten von Streaming gemeint sind) weitaus mehr genutzt werden als in Deutschland.
Dabei heißt es ganz deutlich im Text:
Da wird sich in den nächsten Jahren viel bewegen, Downloads werden weiter zurückgehen, Streaming mehr und mehr an Bedeutung gewinnen.
Gemeint sind also keine "Streaming-Dienste", bei denen man sich am WLAN den Speicher "voll knallt" um dann unterwegs offline die Musik zu hören.
Wichtig finde ich nur den Abschlusssatz:
Der Markt ist groß genug, damit auch mehrere parallel überleben können, hoffentlich ist es die Zahlungsbereitschaft der Kunden auch.
der mich erneut zu der Frage, die Du mir nicht beantwortet hast, führt:
Meinst du denn, dass die Media Broadcast nach Abschaltung von UKW sich mit dem geringen Prozentsatz an Einnahmen, die durch DAB+ bleiben, zufrieden gibt?
 

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FlorianAC

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Nur um das nochmal deutlich zu sagen, falls das jemand nur überfliegt: die letzten beiden Zitate stammen nicht von mir.

Nun noch zu einigen Deiner Aussagen:

Selbstverständlich! Ein jeder, der von seinem Produkt profitieren möchte, steht hinter seinem Produkt und macht es dem Markt schmackhaft.
Und welches ist Dein Produkt?

Gar keines. Ich bin interessierter Laie. (Okay, so sehr bin ich auch nicht Laie, aber ich bin zumindest bei keinem Marktteilnehmer involviert.

Nicht zum augenblicklichen Zeitpunkt. Da hast Du wohl recht. Aber eben das ist der springende Punkt! Einige Beiträge zuvor gab es hier einen Link zu einer Website die recht eindrücklich verdeutlichte, wie und wo Streaming (bei genauerer Recherche wird klar welche Arten von Streaming gemeint sind) weitaus mehr genutzt werden als in Deutschland.

Und von wem stammt diese Studie. Ich kenne mich auch mit empirischer Sozialforschung aus und weiß, dass man da durchaus bestimmte Ergebnisse forcieren kann. Je nachdem, wer eine Studie in Auftrag gibt, kann auch das gewünschte Ergebnis rauskommen.

Dass Musikdownloads von On-Demand-Streaming verdrängt werden, ist ja auch nichts neues. Aber hier geht es ja um lineares Streaming. Also darum, wie man ein klassisches Radioprogramm verbreitet.

Meinst du denn, dass die Media Broadcast nach Abschaltung von UKW sich mit dem geringen Prozentsatz an Einnahmen, die durch DAB+ bleiben, zufrieden gibt?

Du vergisst da einen entscheidenden Punkt:
Der Betrieb von DAB+ ist auf die Radiosender angewiesen. Da wird man also zu fairen Lösungen kommen, weil es eben ohne die Programme auch kein DAB+ gibt. Aber die Mobilfunkanbieter sind nicht auf Radio angewiesen. Im Gegenteil: die haben sogar gegenteilige Interessen - die wollen zur Gewinnsteigerung in immer mehr zusätzliche Marktsegmente rein. Und die wollen halt auch an Music-on-demand-Angeboten mitverdienen. Die haben also sogar ganz im Gegenteil ein Interesse an möglichst schwachem Radio, weil dann mehr Kunden die On-Demand-Dienste nutzen. Von deren Interesse an den Rundfunkfrequenzen mal ganz zu schweigen.

Genau das ist der entscheidende Unterschied:
DAB+ ist auf die Radioprogramme angewiesen und was die kaputt machen würde, würde auch DAB+ kaputt machen. Da würde man sich also selbst den Ast absägen, auf dem man sitzt. Aber die Telcos sind nicht nur nicht auf Radio angewiesen, sondern haben sogar ein Interesse an möglichste schwachem Radio (um an On-Demand-Music zu verdienen und um an noch mehr begehrte Frequenzen ranzukommen).
 
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JonasW

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Also ich habe auch ein Smartphone mit Internetzugang. Und nutze das aiuch gerne im Bus, o.ä. zum Radiohören. Aber dann über den eingebauten UKW-Empfänger. Ich käme nie auf die Idee, Radio übers Internet zu hören. Alleine schon, um das Inklusivvolumen nicht zu belasten bzw. nach dessen Ablauf auch noch vernünftig Musik zu hören. Und ich habe auch keine Lust mehr zu bezahlen, nur um Radio zu hören, was ich über terrestrische Ausstrahlung ganz ohne weitere Kosten haben kann. Ist ja klar: je mehr Leute daran verdienen wollen, desto teurer wird es.

Aber selbst wenn es irgendwann mal eine echte Mobil-Flat ohne Volumenbegrenzung geben würde, würde ich vermutlich lieber terrestrisch ausgestrahltes Radio hören. Auch ich finde es einfach unsinnig, für etwas, wo zig Leute dieselben Inhalte zur selben Zeit bekommen, für jeden Nutzer eine eigene Internetverbindung zu öffnen, wenn man auch gleich klassischen Rundfunk ohne das alles empfangen kann.

Und wie ja schon viele sagten: man begibt sich damit halt auch in die Hand der Telekiommunikations- und Internetfirmen (wie ja auch das Ursprungsposting dieses Threads zeigt). Und mein Vorredner hat ja sehr schön gezeigt, dass die nur deshalb das Internet als angeblich besseren Weg für Radio proklamieren, weil sie damit ganz eigene Interessen verfolgen und eben nicht ein starkes Radio wollen, sondern viel mehr Nutzen von einem schwachen Radio haben. Die Zukunft echten Radios ist denen herzlich egal, wenn sie dafür an ihren eigenen Musikdiensten verdienen und die Radiofrequenzen bekommen. Auf deren Gerede angeblich größerer Modernität sollten die Radiomacher also nicht reinfallen!!

Wenn man etwas moderneres als UKW will, soll man eben DAB+ nutzen und das damit attraktiver machen. Wenn man zusätlich auch noch im Internet senden will, soll man das tun. Aber deswegen auf terrestrische Ausstrahlung zu verzichten, wäre ein schwerer Fehler.
 
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radiobino

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Das ist ja toll, aber ich und bestimmt viele andere auch, sind nicht bereit 20 EUR jeden Monat für eine Flat zu zahlen. Das geht dann aber mal richtig ins Geld. Hier reden wir dann von 250 EUR im Jahr. Ein sehr stolzes Sümmchen für ein bisschen Radiohören.

Das würde dann bedeuten Radio hören nur für besser verdienende.
 
Also ich habe auch ein Smartphone mit Internetzugang. Und nutze das aiuch gerne im Bus, o.ä. zum Radiohören. Aber dann über den eingebauten UKW-Empfänger. Ich käme nie auf die Idee, Radio übers Internet zu hören. Alleine schon, um das Inklusivvolumen nicht zu belasten bzw. nach dessen Ablauf auch noch vernünftig Musik zu hören. Und ich habe auch keine Lust mehr zu bezahlen, nur um Radio zu hören, was ich über terrestrische Ausstrahlung ganz ohne weitere Kosten haben kann.
Ich war heute ebenfalls im Bus unterwegs und habe beide Verbreitungswege genutzt: Für den DLF UKW und für Left Coast 70s von SomaFM den Internetzugang.
Radio via UKW ist ja schön und gut, nur leider finde ich dort kein Programm, das dem Genannten ähnlich ist, deshalb bin ich gut und gerne bereit, jeden Monat 10€ für mobiles Internetradio zu investieren.

Wenn man etwas moderneres als UKW will, soll man eben DAB+ nutzen und das damit attraktiver machen.
Ein zentrales Problem liegt in dem immer noch sehr bescheidenen Angebot.
In Aachen ist bspw. nur der WDR-Multiplex brauchbar via DAB zu empfangen, dort geht leider noch nicht einmal der Bundesmux aussetzerfrei, von den Multiplexen aus NL und BE ganz zu schweigen: Die haben leider kaum einen Overspill in den Aachener Talkessel hinein.
Im WDR-Mux finde ich jedoch nichts Brauchbares.

DAB+ ist auf die Radioprogramme angewiesen und was die kaputt machen würde, würde auch DAB+ kaputt machen.
Die etablierten Privatsender wollen nicht via DAB senden und diejenigen, die es wollen, bekommen keine Gelegenheit dazu, weil die Landesmedienanstalten der meisten Bundesländer noch immer mauern, was die Inbetriebnahme lokaler Multiplexe anbelangt. In Nordrhein-Westfalen bspw. herrscht bspw. absoluter Stillstand in dieser Frage. Dort geht überhaupt nichts.
Es wäre so einfach, das schweizerische Limus-Modell auf Deutschland zu übertragen, aber der medienpolitische Filz in vielen Bundesländern verhindert dies.
 
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FlorianAC

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Das würde dann bedeuten Radio hören nur für besser verdienende.

Das ist auch ein wichtiger Punkt.

Es gibt ja auch Leute, die schlichtweg kein Smartphone haben. Und das sind keineswegs nur Senioren oder Leute, die von Hartz-4 leben müssen. Ich habe einen Kumpel, der ist Ende 20, promovierter Informatiker, also wirklich nicht technikfeindlich, auch nicht zu alt und er verdient auch sehr gut. Aber der hat kein Smartphone, sondern ein normales, klassisches Handy, wie man sie früher hatte. Mit Tasten und Minibildschirm. Der Grund: erstens schaut er beruflich und auch privat zuhause schon so viel auf irgendwelche Monitore, dass er nicht auch noch unterwegs auf Displays (noch dazu vergleichsweise winzige) gucken will und froh ist, wenn er auch mal nicht auf ein Display guckt. Und zweitens hat er auch keinen Bedarf. Das was ihn interessiert, guckt er auf der Arbeit oder evtl. dann noch zu Hause im Internet nach.

Was der wohl macht: auf dem Weg mit dem Bus nach Hause hört der zum Abschalten über sein Handy Radio. Aber halt UKW. (Der würde auch DAB nutzen, wenn die Handys das hätten.)

Übrigens gibt es auch immer noch viele Haushalte, die selbst zuhause kein Internet haben. Mehr als man denkt und auch nicht nur Senioren. (Entsprechende Zahlen veröffentlicht ab und zu der Heise-Newsticker.

Fazit:
mit Internetradio erreicht man viele Leute erst gar nicht. Nicht nur Senioren oder Leute, die auf jeden Cent achten müssen, sondern durchaus auch jüngere, eigentlich technikaffine Menschen.

Radio via UKW ist ja schön und gut, nur leider finde ich dort kein Programm, das dem Genannten ähnlich ist, deshalb bin ich gut und gerne bereit, jeden Monat 10€ für mobiles Internetradio zu investieren.

Das liegt dann aber genau an dem Problem, was schon in anderen Threads diskutiert wurde: dass eben zu viele Radioprogramme sich ähneln, statt auch mal Alternativen zu bringen (wie in dem Threads zu genrespezifischen Sendern oder zu WDR-Programmreformen ja auch diskutiert wird).

Diese Sender zwingen Leute, die auch mal was anderes als Mainstream hören wollen, ja geradezu aufs Internet auszuweichen. Das hat dann aber nichts mit dem Übertragungsweg zu tun, sondern mit der Programmgestaltung. Und ich fürchte, dass sich das auch noch rächen wird und sich dann mancher Radiosender noch wundern wird und wünschte, er könnte die Zeit zurückdrehen und einiges anders machen. Nur dass es dann zu spät sein dürfte.

Die etablierten Privatsender wollen nicht via DAB senden und diejenigen, die es wollen, bekommen keine Gelegenheit dazu, weil die Landesmedienanstalten der meisten Bundesländer noch immer mauern, was die Inbetriebnahme lokaler Multiplexe anbelangt. In Nordrhein-Westfalen bspw. herrscht bspw. absoluter Stillstand in dieser Frage. Dort geht überhaupt nichts.
Es wäre so einfach, das schweizerische Limus-Modell auf Deutschland zu übertragen, aber der medienpolitische Filz in vielen Bundesländern verhindert dies.

Ja, das ist natürlich ein großes Problem. Einerseits sind viele Radiostationen zu träge (bzw. lassen sich von irgendwelchen Lobbyisten Sachen einreden, die eigentlich ganz anderen Interessen dienen). Aber auch die Politik trägt natürlich Mitschuld. Auch da gibt es viel Inkompetenz oder Politiker, die sich von mächtigen Lobbyisten was einreden lassen und auch nicht wirklich Ahnung haben.

Da können im Prinzip nur wir alle gegensteuern, indem wir zeigen, dass es einen Bedarf gibt. Und indem wir Landesmedienanstalten, Politiker, aber auch die Sender vor Ort immer wieder ermahnen, endlich was zu tun.
 
Netzklub bietet leider nur 32 kbit/s, bei Simyofrei waren es 56 kbit/s.

Internetradio mit maximal 56 kbit/s im löchrigen Eplus Netz. Und das macht Freude beim anhören??
 
Nach den 100 MB wird auf 32 kbit/s gedrosselt...
100 MB sind doch Murks. :rolleyes:

Ohne hier Werbung machen zu wollen: Holt euch lieber für 10€ die Notebook-Flat von 1&1; dort gibt es für den Preis pro Monat 6 GB an Traffic: http://mobile.1und1.de/notebook-flat?ac=OM.PW.PW580K20608T7073
Wer zusätzlich noch telefonieren will, kann ich folgenden Anbieter empfehlen: https://www.einfachvoip.de - damit bekommt man sogar eine Festnetznummer für's Handy. ;)
 
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Inselkobi

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Und von wem stammt diese Studie. Ich kenne mich auch mit empirischer Sozialforschung aus und weiß, dass man da durchaus bestimmte Ergebnisse forcieren kann. Je nachdem, wer eine Studie in Auftrag gibt, kann auch das gewünschte Ergebnis rauskommen.
Die Studie wurde durch das Statistische Bundesamt veröffentlicht. Das besagt auch das kleine "STATISTA" unten in der Ecke. Das sind diejenigen, die unter anderem den "Warenkorb" erstellen.
Der sollte Dir Deinem Argumentationsfaden bekannt sein.

Dass Musikdownloads von On-Demand-Streaming verdrängt werden, ist ja auch nichts neues. Aber hier geht es ja um lineares Streaming. Also darum, wie man ein klassisches Radioprogramm verbreitet.
In diesem Artikel geht es nicht ausschließlich um On-Demand-Streaming. Das könntest Du erkannt haben, wenn Du ihn genauer angesehen hättest. Da geht es zum Beispiel um "Apple Music Radio", ein vollwertiges Radioprogramm, das 24/7 LIVE sein soll.

Du vergisst da einen entscheidenden Punkt:
Der Betrieb von DAB+ ist auf die Radiosender angewiesen. Da wird man also zu fairen Lösungen kommen, weil es eben ohne die Programme auch kein DAB+ gibt. Aber die Mobilfunkanbieter sind nicht auf Radio angewiesen. Im Gegenteil: die haben sogar gegenteilige Interessen - die wollen zur Gewinnsteigerung in immer mehr zusätzliche Marktsegmente rein. Und die wollen halt auch an Music-on-demand-Angeboten mitverdienen.
Und genau hier werden sich grundliegende Änderungen ergeben. Aber das hat "deutsches Radio" bisher noch nicht realisiert, weil man einfach zu egoistisch - um nicht zu sagen zu naiv - ist, über den Tellerrand zu sehen. Das steht aber noch auf einem anderen Blatt.

Du hast in sofern recht, als dass die Telkos auf eine Gewinnsteigerung aus sind. An einem Music-on-Demand Angebot werden sie auch generell mitverdienen, solange der Anbieter mit bezahlt. Das funktioniert nicht bei trafficlastigen Angeboten, wie Farcebook, Youtube, Twitter,... Aber die Diskussion hatten wir vor kurzem schon mal in einem anderen Thread. Derzeit macht Farcebook den meisten Traffic weltweit! Radio selbst liegt bei UNTER 10% (in Traffic gerechnet). Grafiken und Links finden sich dazu bereits hier im Forum.

Genau das ist der entscheidende Unterschied:
DAB+ ist auf die Radioprogramme angewiesen und was die kaputt machen würde, würde auch DAB+ kaputt machen.
Ja und nein (das beantwortet aber noch immer die Frage nicht. Das nächste Zitat von Dir übrigens auch nicht.).
DAB+ kann bei einer bestimmten Bitrate eine bestimmte Anzahl Radiosender hosten. Das wars. Diese Anzahl erreicht - zumindest bisher (nach verlautbarten Zahlen) - nicht (bzw. nur knapp) die Summe eines richtig leistungsstarken UKW-Senders.
Klar auf die Energiekosten umgerechnet ist ein DAB+-Sender natürlich günstiger, aber die restlichen Kosten, wie der kostenintensivste Posten des Personals, bleibt bestehen.

Was also, wenn die Subventionen wegfallen?

Da würde man sich also selbst den Ast absägen, auf dem man sitzt. Aber die Telcos sind nicht nur nicht auf Radio angewiesen, sondern haben sogar ein Interesse an möglichste schwachem Radio (um an On-Demand-Music zu verdienen und um an noch mehr begehrte Frequenzen ranzukommen).
On-Demand-Music wird es auch weiterhin geben, wenn es Radio per Internet gibt. Die Frage ist nur: Gibt es dann noch DAB+, oder hat man sich bis dahin bereits den Ast abgesägt (oder wird kräftig weiter subventioniert?)?
Die EU hat in den vergangenen Jahren mit den Telkos einen großen Fehler gemacht und macht ihn auch aktuell: Sie subventioniert den Ausbau von LTE. Das ist in meinen Augen ebenso eine Übergangstechnik wie DAB+. Nicht mehr und nicht weniger. Schlicht deswegen, weil LTE die Problematik hat, dass, je mehr Geräte eingeloggt sind, desto langsamer die Verbindung wird. Das ist vergleichbar mit einem alten Baum- oder Ringnetz und nicht wie in einem modernen Sternnetz.
 

FlorianAC

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ie Studie wurde durch das Statistische Bundesamt veröffentlicht. Das besagt auch das kleine "STATISTA" unten in der Ecke.

Sorry, ich hatte beim Überfliegen den ähnlich lautenden Namen der entsprechenden Statistik-Software gelesen.

In diesem Artikel geht es nicht ausschließlich um On-Demand-Streaming. Das könntest Du erkannt haben, wenn Du ihn genauer angesehen hättest. Da geht es zum Beispiel um "Apple Music Radio", ein vollwertiges Radioprogramm, das 24/7 LIVE sein soll.

Dann muss ich es wohl doch besser erklären:
Beats Radio ist natürlich ein gestreamter Radiosender von Apple (da sieht man auch wieder mal, dass diese Konzerne durchaus eigene Intreressen verfolgen und nicht das Wohl traditioneller Sender im Auge haben). Aber mir geht es hier eben um die traditionellen Radiosender (die man auch schon von UKW kennt) und ob man die irgendwann nur noch übers Internet verbreiten soll (sich damit also ganz in die Hand anderer Interessen geben soll) oder eben über terrestrische Ausstrahlung (erst mal egal, welche Technik zur terrestrischen Ausstrahlung man verwendet, wobei man sich eben hier für DAB+ entschieden hat).

Wenn man natürlich sagt, dass es eine egal ist, ob man irgendwann Beats Radio von Apple hört oder ob man statt konzerneigener Radiosender (wo es dann ähnliche Quasi-Monopole geben wird wie in anderen IT-Bereichen auch) eine Vielfalt an öffentlich-rechtlichen und privaten Radiosendern haben will, dann mag das alles egal sein. Aber wenn einem das eben nicht egal ist, sollte man sich nicht nur von einem Übertragungsweg abhängig machen und dann auch noch ausgerechnet den Weg wählen, wo man sich in die Hand von Konzernen begibt, die nun wirklich diametral entgegengesetzte Interessen haben als die Radiosender (eigene Angebote statt Angebote der Radiosender, Frequenzen, etc.).

Ja und nein (das beantwortet aber noch immer die Frage nicht.

Ich habe Dir Deine Frage beantwortet, dass eine Plattfform, die auf die Radioprogramme angewiesen ist, schon aus Eigennutz kein Interesse daran hat, mit überzogenen Forderungen die Radiosender kaputt zu machen. Im Gegenteil zu Telcos und manchen IT-Unternehmen, die aus den oben genannten Gründen (eigene Konkurrenz-Angebote, Frequenzen der Sender, etc.) eben ein Interesse daran haben, die Radiosender zu schwächen.

DAB+ kann bei einer bestimmten Bitrate eine bestimmte Anzahl Radiosender hosten. Das wars. Diese Anzahl erreicht - zumindest bisher (nach verlautbarten Zahlen) - nicht (bzw. nur knapp) die Summe eines richtig leistungsstarken UKW-Senders.

Es geht ja nicht nur um die Bitrate und ähnliche technische Größen der konkreten Übertragung, sondern auch um die Größe des Frequenzspektrums. Es gibt Frequenzen, die eine kostengünsitigere Verbreitung ermöglichen (weil sie weiter reichen und damit weniger Sender nötig sind) und Frequenzen, wo es genau umgekehrt ist. Deswegen haben die Telcos ja ein Interesse an diesen Frequenzen und deshalb gibt es ja momentan schon zum zweiten mal eine sog. "Digitale Dividende", die die Politik an die Telcos versteigert, um so ihre Bilanzen aufzubessern.

Und für Broadcasting sind weniger Sender mit mehr Reichweite auch kein Problem, da da die Funkzelle eben unabhängig von der Teilnehmerzahl funktioniert wie es dagegen bei Mobilfunk sehr wohl der Fall ist, weshalb dort diese Frequenzen auch nur für die kostengünstige Abdeckung dünn besiedelter Gebiete gedacht ist.

Was also, wenn die Subventionen wegfallen?

Und was wäre, wenn die Subventionen für Internetausbau wegfallen würden. Erst heute morgen war in der Presse noch zu lesen, dass die EU grünes Licht gegeben hat, den Breitbandausbau in Deutschland noch mehr zu subventionieren als bisher, weil die Regierung ihren Versprechungen deutlich hinterherhinkt. Würde der Internetausbau nicht subventioniert, wäre Deutschland in Bezug auf Internet noch mehr Entwicklungsland, als es eh schon ist.

On-Demand-Music wird es auch weiterhin geben, wenn es Radio per Internet gibt. Die Frage ist nur: Gibt es dann noch DAB+, oder hat man sich bis dahin bereits den Ast abgesägt (oder wird kräftig weiter subventioniert?)?

Das ist ja genau das, was ich (und viele andere hier) sagen:
On-Demand-Music ist eben ein anderes Angebot als gestreamtes Radio. Deswegen wird es auch für beides einen Markt geben, weil es unterschiedliche Nutzungsszenarien abdeckt. Hier geht es nur um "normales" Radio und auf welchem Weg das verbreitet wird. Und da sagt ja niemand, dass man das nicht auch im Internet verbreiten dürfte. Es geht nur darum, andere Verbreitungswege nicht aufzugeben, weil man sich damit vollständig in die Hand von Konzernen begeben würden, die eben kein Interesse an einer starken Konkurrenz für ihre eigenen Radio-Angebote haben und die noch dazu auf die letzten übrigen Frequenzen der Broadcaster scharf sind.
 

Inselkobi

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Beats Radio ist natürlich ein gestreamter Radiosender von Apple (da sieht man auch wieder mal, dass diese Konzerne durchaus eigene Intreressen verfolgen und nicht das Wohl traditioneller Sender im Auge haben).
Natürlich haben Konzerne eigene, finanzielle Interessen! Wie auch die Telkos, die MB, die Radios, der Bäcker, der Metzger und der Gemüsehändler um die Ecke.


Aber mir geht es hier eben um die traditionellen Radiosender (die man auch schon von UKW kennt) und ob man die irgendwann nur noch übers Internet verbreiten soll (sich damit also ganz in die Hand anderer Interessen geben soll) oder eben über terrestrische Ausstrahlung (erst mal egal, welche Technik zur terrestrischen Ausstrahlung man verwendet, wobei man sich eben hier für DAB+ entschieden hat).
Moment!
Ein 24/7-Liveprogramm, gleichgestellt eines Vollprogrammes des Radiosenders "XYZ" (mit den besten Hits aus den 90ern und dem größten Scheiß von heute), stellt einen Unterschied für Dich dar, nur weil das Eine nicht zusätzlich terrestrisch verbreitet wird? - Entschuldigung, aber ist das nicht eine etwas naive Argumentationslinie?


Wenn man natürlich sagt, dass es eine egal ist, ob man irgendwann Beats Radio von Apple hört oder ob man statt konzerneigener Radiosender (wo es dann ähnliche Quasi-Monopole geben wird wie in anderen IT-Bereichen auch) eine Vielfalt an öffentlich-rechtlichen und privaten Radiosendern haben will, dann mag das alles egal sein.
Gut, dann nehmen wir nicht das Produkt von Apple, sondern beispielsweise das Deutsche Pendant aus Hamburg, einen Webcaster, der ausschließlich 80s spielt. Oder als weiteres Beispiel einen Webcaster, der sich auf das Genre Techno spezialisiert hat. Ebenfalls hier aus Deutschland.
Beide finanzieren sich nicht "von der Hand aus dem Mund" oder sind Webcaster mit "einer handvoll" Hörern. Hinter beiden steht aber auch kein großer Konzern, wie Apple oder Samsung.


Ich habe Dir Deine Frage beantwortet, dass eine Plattfform, die auf die Radioprogramme angewiesen ist, schon aus Eigennutz kein Interesse daran hat, mit überzogenen Forderungen die Radiosender kaputt zu machen. Im Gegenteil zu Telcos und manchen IT-Unternehmen, die aus den oben genannten Gründen (eigene Konkurrenz-Angebote, Frequenzen der Sender, etc.) eben ein Interesse daran haben, die Radiosender zu schwächen.
Die MB hat sicherlich ERSTMAL zumindest kein Interesse daran, da magst Du recht haben. In weiterer Zukunft vermutlich auch nicht, jedenfalls nicht, wenn die Bezahlung (wieder) stimmt. Das ist also nicht anders als bei den Telkos. Nur, dass die Bezahler in beiden Fällen auf der anderen Seite liegen. Im zweiten Fall, also bei den Telkos, zahlen beide, also die Radios und die Nutznieser, sprich die Hörer, die den Traffic, wie bereits geschrieben, bisher nur zum kleinen Teil für Radio "verbraten".


Es geht ja nicht nur um die Bitrate und ähnliche technische Größen der konkreten Übertragung, sondern auch um die Größe des Frequenzspektrums. Es gibt Frequenzen, die eine kostengünsitigere Verbreitung ermöglichen (weil sie weiter reichen und damit weniger Sender nötig sind) und Frequenzen, wo es genau umgekehrt ist. Und für Broadcasting sind weniger Sender mit mehr Reichweite auch kein Problem, da da die Funkzelle eben unabhängig von der Teilnehmerzahl funktioniert wie es dagegen bei Mobilfunk sehr wohl der Fall ist, weshalb dort diese Frequenzen auch nur für die kostengünstige Abdeckung dünn besiedelter Gebiete gedacht ist.
Die technische Umsetzung wurde bereits mehrfach diskutiert. Die Topologie ebenfalls. Und was Du hier gerade schriebst, widerspricht dem, was ich eben in einem anderen Faden extra nochmals dazu nachgelesen habe.
Ja, es gibt Frequenzen, die weiter reichen. Das weiß jeder, der sich ein wenig mit der Technik der Frequenzen beschäftigt. Aber ein jeder, der sich mit der Technik von DAB(+) beschäftigt weiß auch, dass eine Vergößerung des Sendebietes nicht so "ohne weiteres" möglich ist.


Und was wäre, wenn die Subventionen für Internetausbau wegfallen würden. Erst heute morgen war in der Presse noch zu lesen, dass die EU grünes Licht gegeben hat, den Breitbandausbau in Deutschland noch mehr zu subventionieren als bisher, weil die Regierung ihren Versprechungen deutlich hinterherhinkt. Würde der Internetausbau nicht subventioniert, wäre Deutschland in Bezug auf Internet noch mehr Entwicklungsland, als es eh schon ist.
Ja, die drei "F", von denen Merkel eins nicht einfallen wollte. Dumm nur, dass dieses Breitbandinternet, von dem Du sprichst, nicht explizit Funkzellen anspricht und damit direkt am Thema vorbei geht.


On-Demand-Music ist eben ein anderes Angebot als gestreamtes Radio. (...) Hier geht es nur um "normales" Radio und auf welchem Weg das verbreitet wird. Und da sagt ja niemand, dass man das nicht auch im Internet verbreiten dürfte. Es geht nur darum, andere Verbreitungswege nicht aufzugeben, weil man sich damit vollständig in die Hand von Konzernen begeben würden, die eben kein Interesse an einer starken Konkurrenz für ihre eigenen Radio-Angebote haben und die noch dazu auf die letzten übrigen Frequenzen der Broadcaster scharf sind.
Ginge es darum andere Wege nicht aufzugeben, könnte man beim derzeitigen Angebot bleiben. UKW, Internet, Mittelwelle (wenngleich inzwischen bereits zu spät und ein großer Fehler!), Langwelle und Kurzwelle.

DAS wäre ECHTE Auswahl, anstelle von DAB+ mit ein und demselben Angebot auf zig Kanälen und eventuell dazu noch Internet.
 

FlorianAC

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@Inselkobi:

Ich habe langsam das Gefühl, Du willst meine Beiträge bewusst falsch verstehen. Falls ich mich echt so missverständlich ausdrücke, versuche ich es nochmal möglichst klar aufzudrücken.

Natürlich haben Konzerne eigene, finanzielle Interessen! Wie auch die Telkos, die MB, die Radios, der Bäcker, der Metzger und der Gemüsehändler um die Ecke.

Ich will nicht die Marktwirtschaft abschaffen. Klar hat jedes Unternehmen seine eigenen Interessen. Es geht nur darum, ob man sich vollständig in die Hände von Unternehmen begibt, deren Interessen durch möglichst schwache Radiosender begünstigt werden oder ob man Verbreitungskanäle wählt, wo die Betreiber ein Interesse an möglichst starken Radiosendern haben...

Es geht darum, dass manche Telcos und IT-Unternehmen so tun, als seien klassische Broadcasting-Medien veraltet und als ob Radio und Fernsehen besser komplett über Internet laufen sollte. Aber das wäre fatal, nur noch auf einen Verbreitungsweg zu setzen, wo noch dazu die Betreiber Interesse an einer Schwächung der klassischen Medien haben.

Moment!
Ein 24/7-Liveprogramm, gleichgestellt eines Vollprogrammes des Radiosenders "XYZ" (mit den besten Hits aus den 90ern und dem größten Scheiß von heute), stellt einen Unterschied für Dich dar, nur weil das Eine nicht zusätzlich terrestrisch verbreitet wird? - Entschuldigung, aber ist das nicht eine etwas naive Argumentationslinie?

Wenn man das Zitat so aus dem Zusammenhang reißt, sieht es tatsächlich so aus. Wenn man meine Beiträge ganz liest, versteht man hoffentlich, was ich meine.

Um das nochmal deutlich zu sagen:
Das 24/7-Liveprogramm von Apple Beats oder irgendeinem anderen Sender ist nicht weniger Radio als andere, nur weil es nur im Netz ist und nicht auch terrestrisch verbreitet wird. Das sollte nur ein Beispiel dafür sein, dass Apple eben kein Interesse an starken "traditionellen" Radiosendern hat. Die Forderung, dass diese auch auf andere Verbreitungswege setzen sollten, ist ein ganz anderes Thema, dass ich drei Absätze weiter oben aufgegriffen habe.

Die MB hat sicherlich ERSTMAL zumindest kein Interesse daran, da magst Du recht haben. In weiterer Zukunft vermutlich auch nicht, jedenfalls nicht, wenn die Bezahlung (wieder) stimmt. Das ist also nicht anders als bei den Telkos.

Doch. Der Unterschied ist: die Telcos verdienen mehr, wenn traditionelle Radiosender schwächer werden, während die MB ein Interesse an möglichst starken Sendern hat. Siehe oben. Und diverse andere Beiträge.

Ja, es gibt Frequenzen, die weiter reichen. Das weiß jeder, der sich ein wenig mit der Technik der Frequenzen beschäftigt. Aber ein jeder, der sich mit der Technik von DAB(+) beschäftigt weiß auch, dass eine Vergößerung des Sendebietes nicht so "ohne weiteres" möglich ist.

Auch da gilt:
es ging mir darum zu erklären, warum die Telcos ein Interesse auch noch an den letzten Rundfunkfrequenzen haben. Dass auch diese ihre natürlichen Grenzen haben, sollte eigentlich selbstverständlich sein. Ich dachte, das bräuchte ich nicht extra zu schreiben. Aber auch mit ihren physikalischen Grenzen sind die Rundfunkfrequenzen immer noch interessant genug für die Telcos.

Dumm nur, dass dieses Breitbandinternet, von dem Du sprichst, nicht explizit Funkzellen anspricht und damit direkt am Thema vorbei geht.

Es geht sowohl um den kabelgenundenen als auch den mobilen Breitbandzugang. Du weißt auch genau, was ich meinte, versuchst aber absichtlich, da andere Dinge reinzulegen.

Ginge es darum andere Wege nicht aufzugeben, könnte man beim derzeitigen Angebot bleiben. UKW, Internet, Mittelwelle (wenngleich inzwischen bereits zu spät und ein großer Fehler!), Langwelle und Kurzwelle.

Ja, könnte man. Wenn man nicht auch die terrestrische Ausstrrahlung (um ganz exakt zu sein: das terrestrische Broadcastung, nicht den funkbasierten Internetzugang - nur damit da nicht wieder was reininterpretiert wird, was selbstverständlich sein sollte) digitalisieren wollte.

DAS wäre ECHTE Auswahl, anstelle von DAB+ mit ein und demselben Angebot auf zig Kanälen und eventuell dazu noch Internet.

Dass es ein und dasselbe Angebot auf zig Kanälen gibt, habe ich auch schon oft genug kritisiert. Das ist aber eine Inhaltsfrage und keine technische Frage.
 

Inselkobi

Benutzer
Wenn man das Zitat so aus dem Zusammenhang reißt, sieht es tatsächlich so aus. Wenn man meine Beiträge ganz liest, versteht man hoffentlich, was ich meine.
Ich habe nichts aus dem Zusammenhang gerissen, sondern lediglich ein weiteres Beispiel eingebracht. Du kannst nämlich nicht einfach behaupten: "Ja, der Apfel ist schön. Er ist schöner als der andere Apfel!" - ohne Dir den anderen Apfel überhaupt angesehen zu haben.

Um das nochmal deutlich zu sagen:
Das 24/7-Liveprogramm von Apple Beats oder irgendeinem anderen Sender ist nicht weniger Radio als andere, nur weil es nur im Netz ist und nicht auch terrestrisch verbreitet wird. Das sollte nur ein Beispiel dafür sein, dass Apple eben kein Interesse an starken "traditionellen" Radiosendern hat. Die Forderung, dass diese auch auf andere Verbreitungswege setzen sollten, ist ein ganz anderes Thema, dass ich drei Absätze weiter oben aufgegriffen habe.
Dass ein Unternehem wie Apple kein Interesse an "traditionellen" Radiosendern hat mag sein. Ich stelle aber ebenso in frage, ob es andersrum anders ist. Meinst Du wirklich, dass (s)Hitradio XYZ Interesse an (beispielsweise) Apples Beats hat? - Wohl eher nicht!
Und die MB wohl auch nicht.

Und genau hier zeigt sich Dein Denkfehler:
Doch. Der Unterschied ist: die Telcos verdienen mehr, wenn traditionelle Radiosender schwächer werden, während die MB ein Interesse an möglichst starken Sendern hat. Siehe oben. Und diverse andere Beiträge.
Fangen wir mal im ganz kleinen an.
Es war ein mal ein Computer...
Das Internet bietet, im Gegensatz zum terrestrischen Broadcasting per DAB(+), einen ganz entscheidenden Vorteil: Es ist weltweit verfügbar. So lässt sich im Internet also ein Urlauber aus Deutschland zum Beispiel im Hinterland von Kambodscha mitten in der Pampa stehen, sein Smartphone zücken, eine App starten, auf Play drücken und der Lieblingssender aus der Heimat hören.
Das lassen sich die Telcos, wie ich zuvor bereits schrieb, dafür auch was kosten.

Ebenso geht das Spiel übrigens auch umgekehrt, also falls das Netz hier in Deutschland mal ausreichend ausgebaut sein sollte.


Auch da gilt:
es ging mir darum zu erklären, warum die Telcos ein Interesse auch noch an den letzten Rundfunkfrequenzen haben. Dass auch diese ihre natürlichen Grenzen haben, sollte eigentlich selbstverständlich sein. Ich dachte, das bräuchte ich nicht extra zu schreiben. Aber auch mit ihren physikalischen Grenzen sind die Rundfunkfrequenzen immer noch interessant genug für die Telcos.
Natürlich sind die interessant für die Telkos. Immerhin sind die Funkzellen, die die Telkos bedienen, viel, viel kleiner!
Du kennst Dich mit der Netzstruktur der Telkos ein wenig aus? Thema: Fischernetz (sinnbildlich)


Es geht sowohl um den kabelgenundenen als auch den mobilen Breitbandzugang. Du weißt auch genau, was ich meinte, versuchst aber absichtlich, da andere Dinge reinzulegen.
Nein, versuche ich nicht. Sonst hätte ich das getan. Ich argumentiere lediglich auf Deiner Ebene.
Es geht inzwischen wieder hauptsächlich um den Ausbau des kabelgebundenen Breitbandzuganges. In den vergangenen Jahren ging es verstärkt um den Ausbau von LTE, der auch extrem subventioniert wurde, weswegen die entsprechenden Verträge überhaupt für "'nen Appel und 'n Ei" rausgeworfen werden konnten.

Es geht darum, dass manche Telcos und IT-Unternehmen so tun, als seien klassische Broadcasting-Medien veraltet und als ob Radio und Fernsehen besser komplett über Internet laufen sollte. Aber das wäre fatal, nur noch auf einen Verbreitungsweg zu setzen, wo noch dazu die Betreiber Interesse an einer Schwächung der klassischen Medien haben.
(...)
Ja, könnte man. Wenn man nicht auch die terrestrische Ausstrrahlung (um ganz exakt zu sein: das terrestrische Broadcastung, nicht den funkbasierten Internetzugang - nur damit da nicht wieder was reininterpretiert wird, was selbstverständlich sein sollte) digitalisieren wollte.
Deinen ersten Absatz habe ich an passende Stelle zitiert.

Glaubt man den deutschen Medien, sowohl Radio als auch Fernsehen (Vorreiter sind derzeit WDR und ZDF), steht derzeit Youtube ganz hoch im Kurs. Die Mediatheken haben ausgedient und jetzt sind die Mediendienste im kommen. Vielleicht bist Du einfach zu alt um das zu verstehen?
Wenn es um Digitalisierung geht, verstehen die Medien in den meisten Fällen in erster Linie: Internet, und damit verbunden Youtube, Facebook und WhatsApp.


Dass es ein und dasselbe Angebot auf zig Kanälen gibt, habe ich auch schon oft genug kritisiert. Das ist aber eine Inhaltsfrage und keine technische Frage.
Doch, das ist auch eine technische Frage, denn nirgendwo sonst als im Internet hast Du so viel Auswahlmöglichkeit, so viel Angebot und vor allem so viele verschiedene Inhalte. Nur fehlen den meisten Menschen dafür die richtigen Filter. Und den Medien die passende Weitsicht.
 
Zuletzt bearbeitet:

Handydoctor

Benutzer
Im Hinterland von Kambodscha geht kein Internet und Mobilfunk ist dort auch nicht zu haben. Dort ist das Netz fast so gut wie in McPomm oder der im Sauerland. Habe das vor 3 Wochen live erleben können.
 

robbe1990

Benutzer
Wenn man sich die Aktuelle Frequenzen Versteigerung so anschaut glaube ich nicht das es Preislich oder Drosselmässig demnächst besser wird.
Inzwischen sind schon fast 5 Milliarden Geboten und das Geld wollen die Mobilfunker bestimmt wieder reinholen.
 
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