Radiotest 2. Halbjahr 2004


Status
Nicht offen für weitere Antworten.
#2
AW: RADIOTEST

derstandard.at schreibt:

""Wenn das dritte Quartal 2004 für Ö3 wieder gut lief, dann war das vierte Quartal beschissen": So fasst ein Auskenner der privaten Konkurrenz die Entwicklung des ORF-Popradios im zweiten Halbjahr 2004 zusammen. Bei den Hörern ab zehn verlor Österreichs weitaus größter kommerzieller Sender im Vergleich zum guten zweiten Halbjahr 2003 0,6 Prozentpunkte an Reichweite, in der Werbezielgruppe sogar 1,2 Prozent. Zum eher trüben ersten Halbjahr 2004 blieb Ö3 österreichweit stabil. Alle großen Privatsender, gemeinsam vermarktet in der RMS Top Kombi, legen in der Werbezielgruppe immerhin 1,2 Prozentpunkte im Jahresvergleich zu. Kronehit schafft bundesweit plus 0,8 Prozentpunkte.

Der Westen trägt einiges zum Minus von Ö3 bei: In Oberösterreich, Salzburg und Vorarlberg musste Ö3 teils deutlich abgeben. In Vorarlberg legte die Antenne von Eugen Russ ("Vorarlberger Nachrichten", "Neue") in der Werbezielgruppe ordentlich zu, auch das ORF-Regionalradio profitierte. In Tirol blieb Ö3 in der Werbezielgruppe stabil, verlor aber bei den Hörern ab zehn. In Salzburg verlor Ö3 in der Werbezielgruppe gegenüber dem zweiten Halbjahr 2004 gleich 5,7 Prozentpunkte. Hier entwickelte sich die Antenne der Brüder Fellner im Jahresvergleich respektabel. Auch ihr Ableger für Oberösterreich in Wels startete ordentlich.

Die Antenne Wien, ebenfalls zur Gänze im Besitz der "News"-Gründer, grundelt indes weiter und übernimmt immer mehr Programm aus Salzburg. Ö3 liegt in der Hauptstadt bei der Werbezielgruppe 2,5 Prozent unter seinen Reichweiten vom 2. Halbjahr 2003. Immerhin: Gegenüber dem Absturz im ersten Halbjahr 2004 machte der ORF-Sender 3,4 Prozent gut. FM4 verlor in beiden Vergleichen mehr als einen Prozentpunkt bei den 14- bis 49-Jährigen. Bei den Hörern ab zehn könnte Ö3 mit Radio Wien getauscht haben: Im Jahresvergleich verlor Ö3 1,6 Prozentpunkte, während Radio Wien 1,4 gewann. Dafür legte Ö3 hier im Vergleich zum ersten Halbjahr 2004 2,1 Prozentpunkte zu, Radio Wien verlor wieder 1,1. Bei den Hörern ab zehn in Wien legte aber auch Arabella zu (verlor aber bei der Werbezielgruppe).

Offenkundig gewildert hat Radio Wien in Niederösterreich: 1,5 Prozentpunkte Plus für das Hauptstadtradio in diesem Bundesland, 1,4 Prozentpunkte weniger für die St. Pöltener Truppe bei den Hörern ab zehn. Ähnlich das Bild in der Werbezielgruppe. In beiden Zielgruppen holte Ö3 machte Ö3 hier im Jahresvergleich etwa zwei Prozentpunkte gut. In diesem Bundesland legt auch Kronehit kräftig zu. In seinem niederösterreichischen Verbreitungsgebiet hat auch Party FM zugelegt.

Das Burgenland" hat für Ö3 wenig Erfreuliches zu bieten. In der Werbezielgruppe verlor das ORF-Programm 3,4 Prozent zum zweiten Halbjahr 2003, aber noch 1,3 Prozent gegenüber dem ohnehin trüben ersten Halbjahr 2004. In der Steiermark blieb Ö3 stabil, in Kärnten ging es etwas dezenter bergab.

Soweit ein erster Überblick. (fid)"
 
#5
AW: RADIOTEST

@Steinberg eher nein.
welcher Sender kann in einem solchen Konkurrenzfeld schon auf eine Tagesreichweite von 53,7% (Österreich gesamt) verzeichnen?
Ein Verlierer wohl kaum....
Im Mikrodetail der Einzelwerte sind alle Sender (in Teilwerten) wie immer relative Gewinner und Verlierer zugleich.(siehe die amüsanten Jubelaussendeungen der einzelnen "Sieger"....)
 
#6
AW: RADIOTEST

wo genau hat partyfm zugelegt?
ich bemerke da leichte zuwächse beim ma im bgld, sonst durch die bank aber nur verluste von etlichen %-punkten...
gut... ma im bgld von 6 auf 8%, dafür im hauptsendegebiet in nö runter von 6 auf 3% ... sämtliche trw ebenfalls fallend...
aber davon steht ja in der aussendung von pfm nix. (wie eh bei fast allen).

irgendwie scheinen mir da generell einige ungereimtheiten zwischen den zahlen in der excel datei von standard und den reaktionen der privatsender zu sein...



hier die excel-datei von derstandard.at
 
#10
AW: RADIOTEST

@Kirni
Kronehit ist sicher beachtlich aber man muss diese zahlen relativ sehen.
das Kulturradio ö1 steht zb mit 600 000 Hörern täglich auch recht gut da ....
 
#12
AW: RADIOTEST

Generell erscheint die Statistik dahinter etwas "seltsam". So ist angeblich "Antenne Wels" gut gestartet. Also ich wohne in der Region und kenne niemanden, der den Sender hört.
Sieht man sich die Zahlen an, kommt die Station je nach Auswertungsrahmen auf 3% bis 6,5% im Verbreitungsgebiet. Als Verbreitungsgebiet werden die Bezirke Wels-Stadt und Wels-Land genommen. Nun kann der Sender aber wegen seiner dürftigen Leistung in nicht einmal der Hälfte des genannten Gebietes ungestört empfangen werden. Bei mir geht es z.B. nicht, obwohl ich im Versorgungsgebiet wohne.
Rechnet man die Prozentsätze auf die etwa 120.000 Einwohner im theoretischen Versorgungsgebiet hoch, so sind es zwischen 3600 und 7800 Hörer. Realistisch leben im sicheren Versorgungsgebiet des Senders jedoch maximal 80.000 Leute. Das wären dann zwischen 2400 und 5200 Hörer.
Aber wie gesagt, ich kennen keinen Hörer.
 
#13
Also nach dem Durschschauen der Excel-Liste komm' ich zu dem Schluß, daß der Standard die Party-FM und die HiTFM-Werte verwechselt hat. PartyFM ist im niederösterreichischen Kerngebiet bei der TRW runtergegangen, wohingegen HiTFM in NÖ zugelegt hat. Was ich persönlich auch durchaus versteh' :)
 
#14
AW: RADIOTEST

ich glaub eher, bei partyfm hat man da was mißverstanden.
wäre wohl recht peinlich für eine zeitung wie den standard, würden sie da einfach was "verwechseln".

btw: und wenns der standard verwechselt hätte, stünden auch im radionetz die falschen werte.
 
#15
AW: RADIOTEST

Hi!

Ich hätte da noch eine Frage zum Verbreitungsgebiet: Bei Welle1 OÖ ist Steyr/Steyr Land und Wels/Wels Land angegeben, Der Sender ist aber viel weiter zu hören, werden da die Welle Hörer in zB Linz Land ignoriert oder sind die da auch dabei????

MFG Gigi
 
#16
AW: RADIOTEST

hier noch ein netter text aus dem standard:
Ö3 hat sich noch nicht erholt
Ö3 spürt die Konkurrenz - Auch ORF-Radios machen dem wichtigen Werbeträger des ORF Hörer streitig
Die Hoffnung aus dem dritten Quartal 2004 hielt nicht für das gesamte Halbjahr: Ö3 spürt die Konkurrenz - Nicht alleine jene der Privatsender, auch ORF-Radios machen dem wichtigen Werbeträger des ORF Hörer streitig.


***

Der Gewinner des Radiotests steht fest: die Austria Presse Agentur, kurz APA. Deren technisches Netz nutzen die Radiosender alle halben Jahre, ihre Siegesmeldungen zu verbreiten. 30 Zeilen dieser so genannten Originaltext-Aussendungen (OTS) kosten 110 Euro. Wenige fassen ihren Jubel so kurz.

Hier ein Auszug mit Interpretationshilfe, es handelt sich um unterschiedliche, konkurrierende Sender:

"erfolgreicher Radiotest" heißt: Reichweite verloren;
"großer Sieger": tatsächlich Zuwächse;
"starkes Wachstum": nicht nach Hörerzahlen;
"kontinuierlich auf Erfolgskurs": nicht gewonnen;
"weiter regionaler Marktführer": weniger Hörer.

Für Ö3 textet der ORF: "Überlegene Marktführerschaft bestätigt". Absolut korrekt: 40 Prozent der Österreicher ab zehn lauschten diesem Programm im zweiten Halbjahr Tag für Tag. Und 53,5 Prozent der Werbezielgruppe im Alter von 14 bis 49 Jahren.

Die Werbezielgruppe entscheidet für den ORF: Rund 80 der 300 Werbemillionen des ORF kommen aus dem Radio, zum größten Teil von Ö3.

Zum schon trüben ersten Halbjahr 2004 blieben die Reichweiten - sprich: Hörerzahlen - von Ö3 stabil. Gegenüber dem zweiten Halbjahr 2003 sanken sie freilich. In Wien holte Ö3 bei der Werbezielgruppe zwar 3,4 Prozentpunkte zum ersten Quartal auf, liegt aber noch immer 2,5 unter der zweiten Jahreshälfte 2003. Mehr Hörer in Niederösterreich stehen Verlusten im Süden und Westen gegenüber.

Das ORF-Management wirke mit den wirtschaftlichen Ergebnissen von Ö3 dennoch hoch zufrieden, sagt Senderchef Georg Spatt auf STANDARD-Anfrage. Nach den "Megawerten" im Radiotest 2003 räumt er eine "echte Delle" im ersten Halbjahr 2004 ein: "Jetzt sind wir wieder genau dort, wo wir 1999, 2000 waren." Nachsatz: "Im sechsten Jahr Privatradio in Österreich kann ich damit mehr als gut leben."

Das tut auch die Gegenseite: Seit Anfang 2003 sieht RMS-Chef Michael Graf die Reichweiten der Privatradios stetig wachsen. "Das war seit dem Start nicht immer so", sagt der Vermarkter der Privatsender. Bei einem "Monolith" wie Ö3 ein "Weg der kleinen Schritte". Die wichtigsten Privatradios, zusammengefasst in der "Top Kombi" der RMS, erreichen 28,7 Prozent der Werbezielgruppe, ein Plus von 1,2 Prozentpunkten.

Österreichweit konnte Kronehit leicht zulegen. Arabella gewann in Wien bei den Hörern ab zehn, verlor aber gegenüber dem zweiten Halbjahr 2003 in der Werbezielgruppe. Die Antenne Salzburg der Brüder Fellner legte im Jahresvergleich merklich zu, ihre Antenne Wels startete respektabel. Deutlich mehr hören die Antenne Vorarlberg.

Und die übrigen ORF-Sender? Ö1 gewinnt weiter und, wiewohl werbefrei, etwa in Wien auch stark in der Werbezielgruppe. Hier verlor indes FM4. Radio Wien wildert bei Radio Niederösterreich. (Harald Fidler/DER STANDARD, Printausgabe, 21.1.2005)
derstandard.at
 
#17
AW: RADIOTEST

...Welle1 ... Sender ist aber viel weiter zu hören, werden da die Welle Hörer in zB Linz Land ignoriert oder sind die da auch dabei????
Nun, es wird als kleinste Auswerteeinheit ein politischer Bezirk angenommen. Damit fallen die Hörer in Bezirken, die nicht als Versorgungsgebiet definiert sind, flach. Andererseits können in großen Bezirken gar nicht alle Leute bestimmte Sender empfangen. Das trifft für "Welle 1" besonders die Bezirke Kirchdorf und Steyr-Land.
Genau solche Sachen machen mich nämlich stutzig. Die ganze Statistik scheint doch sehr realitätsfremd zu sein. Man hat sich meiner Meinung nach ein Rechenmodell geschaffen, das nicht allzu komplex ist (sonst würden es viele nicht verstehen und die Ergebnisse anzweifeln), und das nur sehr grobe Vergleichswerte liefert, die zudem die Lage besser darstellen, als sie tatsächlich ist. Für die Bedürfnisse des Marketings ist es so weit gut, denn wenn die Werbekunden realitätsnähere Werte zu Gesicht bekämen, wären die meisten Sender sofort weg.
Die Definitionen von "Marktanteil" und "Tagesreichweite" sind ja reichlich schwammig. Ich schließe daraus, dass die kleineren Stationen wohl kaum mehr als 1000 Zuhörer gleichzeitig haben. Daher sieht die Entwicklung auch so trostlos aus. In OÖ hat bislang kein einziger lokaler kommerzieller Sender länger als 3 Jahre überlebt. Jetzt versucht es halt wieder "Antenne Wels" und auch in Linz wird es sicher noch so einige Versuche geben.
 
#18
AW: RADIOTEST

Die Definitionen von Tagesreichweiten und Marktanteilen sind keineswegs schwammig, sondern lauten wie folgt:

Tagesreichweite: Anzahl der Hörer, die durchschnittlich an einem Tag (einem Werktag bei Mo-Fr) den jeweiligen Sender eingeschaltet haben. Prozente werden auf die Gesamtbevölkerung bezogen.

Marktanteil: Der Anteil eines Senders an den insgesamten Hördauer.


Was Welle 1 betrifft:

Für Welle 1 gibt es auch einen Oberösterreich-Wert, in dem sind dann auch die Hörer von Welle 1 in Oberösterreich außerhalb des VG´s enthalten.

Oder in Zahlen (MO-SO, 10+):

2,1 % (25.000 Hörer) in OÖ,
3,9% (9.000 Hörer) im VG16 (Steyr, Steyr Land, Kirchdorf, Wels Stadt Wels Land)

Viertelstundenreichweiten (also die Antwort auf die Frage, wie viele hören zur gleichen Zeit zu) werden erst in den kommenden Wochen übermittelt.

Antenne Wels und Welle sind beides ja keine eigenständigen Lokalsender, sondern übernehmen ja Programm(formate) - vielleicht verbessert ja das die Kostenstruktur so, dass sie Geld verdienen und überleben können.
 
#20
AW: RADIOTEST

Marktanteil: Der Anteil eines Senders an den insgesamten Hördauer.
Machen wir ein weiteres Rechenbeispiel:
In OÖ hört man, wie ich der Tabelle entnommen habe, 204 Minuten Radio pro Tag und Person. "Antenne Wels" erreicht im Versorgungsgebiet 3%, das wären 6 Minuten pro Tag bei einem theoretischen Potenzial von 120.000 Leuten, wobei 40.000 Leute davon - darunter ich - den Sender nicht oder nur gestört empfangen können.
Aber macht nichts, bleiben wir bei der Theorie. Das ergibt bei 120.000 potenziellen Hörern dann 734.400 tägliche Hörminuten. Auf den ganzen Tag (nur von 6 Uhr bis 22 Uhr angenommen) verteilt bedeutet das 765 Hörer im Durchschnitt tagsüber.

...vielleicht verbessert ja das die Kostenstruktur...
Leute, die ich kenne, und die bei Lokalsendern redaktionell tätig waren, haben mir einen gegenteiligen Eindruck vermittelt. Ein eigenes Format schränkt den Hörerkreis erheblich ein, sodass das Verbreitungsgebiet relativ groß sein muss. Seriöse Lokalprogrammfenster wiederum setzen einen erheblichen Aufwand voraus, der wiederum einen Hörerkreis benötigt, der nur von landesweit ausstrahlenden Stationen erreicht werden kann. Ich gebe daher den lokalen Stationen weiter keine Chance.
 
#21
LifeRadio?

Die Analysen sind ja alle recht nett und anschaulich zumal jeder seine Meinung kundtun kann. Aber wo bitte is in diesen ganzen gscheiten Artikeln vom Standard LifeRadio erwähnt? LifeRadio is doch einer DER Privatsender Oberösterreichs. Aber kein Wort davon. Find ich irgendwie schon komisch. :confused:
 
#23
AW: LifeRadio?

Der Standard kennt eben auch seine eigenen Reichweiten. Und seine Leserzahlen gehen Richtung Westen nicht sonderlich weit hinaus. Deshalb konzentration im Artikel auf den Wiener Markt. Am witzigsten aber, dass der Standard sich mit seinen eigenen Grafiken die eigene Überschrift versaut: von beschissenen Ö3 Zahlen sind die Balken ziemlich weit entfernt...
 
#25
AW: RADIOTEST

Zitat von wasat:
Andererseits können in großen Bezirken gar nicht alle Leute bestimmte Sender empfangen. Das trifft für "Welle 1" besonders die Bezirke Kirchdorf und Steyr-Land.
Genau solche Sachen machen mich nämlich stutzig. Die ganze Statistik scheint doch sehr realitätsfremd zu sein.
Sehr richtig.

Spittal/Drau ist einer der größten Bezirke des Landes, Radio Harmonie kann dort nur zu einem Bruchteil empfangen werden (Unteres Drautal und Teile des Möll- und Liesertals sowie am Millstätter See).

Daher müssten die Zahlen höher sein als angegeben.
 
Status
Nicht offen für weitere Antworten.
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