RDS dynamisch ausgeben


#1
Hallo Gemeinde,

ich habe ein etwas spezielleres Anliegen.
Wir nutzen einen RDS Encoder von DEVA und würden gern im RDS die Titel anzeigen lassen.
Nun muss ja die Info irgendwie ins Gerät. Die Daten sollen über die RS232 Schnittstelle mit dem UECP übertragen werden.
(Daten liegen als TXT vor, können aber auch anders ausgegeben werden)

Hat jemand zufällig eine Idee für eine Realisierung oder gar Software?
Der Rechner, der die Daten an den Encoder übergibt ist nicht der Senderechner! Eine Verbindung zwischen Senderechner und RDS Encoder ist nicht möglich.

Danke für alle Tipps
 
#2
Ich habe eigentlich nur den Tip: Lasst das bleiben. Dafür gibt es Radiotext, den heute jedes vernünftige Radio anzeigen kann. PS ist statisch und sollte das auch bleiben! Ich liebe es ja immer wieder, wenn dann in den Senderlisten im Autoradio "von" oder "Blitzer" oder samstagnachmittags "3:2" steht. Da kann ich dann wieder rätselraten, welches Programm es ist. Besonders in Hessen.
 
#4
"Verboten" ist relativ. Dynamisches PS ist nicht normkonform. Sich nicht daran zu halten, ist aber nunmal kein Gesetzesverstoß. Und so heißt hr1 also auch weiterhin "Rod" oder "Sailing" oder wie auch immer.

http://www.rds.org.uk/2010/pdf/rdsForum_Dynamic PS_131001_5.pdf

"Im RDS die Titel anzeigen lassen" kann ja auch heißen: "im RDS-Radiotext die Titel anzeigen lassen". Da gehört es hin und auch in diesem Fall müssen die Daten ja in den Coder.

Der Rechner, der die Daten an den Encoder übergibt ist nicht der Senderechner! Eine Verbindung zwischen Senderechner und RDS Encoder ist nicht möglich.
Verbindung nicht möglich? Heißt: Verbindung über ein direktes Kabel nicht möglich? RDS-Coder (Senderstandort) woanders als das Studio? Wäre ja letztlich der Normalfall.

Einige Anregungen: einst nutzte u.a. SWR 3 das Mandozzi-Madat-System. Das hat auf den analogen Tonleitungen ab 14,57 kHz kein Audio mehr übertragen, sondern Datenpakete mit dynamischen RDS-Informationen. Am Sender stand ein Decoder dafür, der das dann wieder als Daten ausgegeben hat.

Heute kann man beispielsweise bei Zuführung des Modulationssignals über MPEG 1 Layer II den kompletten Zoo an RDS-Daten im MPEG-Datenstrom einbetten. Das hat man 2005 für den ARD-Radiotransponder auf Astra entwickelt und das funktioniert noch heute. Da hat der MPEC-Coder dann den Dateneingang und bindet die Daten mit ein.

Wenn auf anderem Wege (apt-X, PCM) zum Sender übertragen wird, gibt es auch Protokolle, mit denen man das mitgeben kann. Kenne mich da nicht wirklich aus.

Um hier Hilfe zu bekommen, wäre vielleicht noch interessant, wie die räumlichen Gegebenheiten sind. Also: "Senderechner" (Studio) woanders als der eigentliche Sender? Wie erfolgt die Audio-Zuführung zum Sender? Was für eine Leitung, was für Codecs?

Wer hier hilfreich sein könnte: @Hinztriller - ihm traue ich da so manche "Schandtat" hinsichtlich Datenübermittlungen zu. Vielleicht schaut er ja mal hier vorbei und antwortet. Dürfte derzeit aber in erheblichem Stress sein.
 
#5
Der Playoutrechner steht in einem anderen Raum und schickt die Info per txt an einen zweiten Rechner, der mittels USB/RS232 mit dem Encoder verbunden ist.
Auf den Encoder haben wir keinen Einfluss, müssen nur die Infos per USB/RS232 mit UECP übergeben.

Sorry für die Verwirrung, aber es geht quasi "nur" um die Softwarelösung für die Übergabe der Daten per USB-RS232 Kabel mittels UECP.
 
#6
Also ich fasse zusammen.
Du brauchst eine Software die
a.) Eine Textdatei von einem Datenträger ausliest und diese Daten
b.) per UECP an den Coder über ein lokal angeschlossene Rs232 Schnittstelle überträgt.

Frage 1.)
Soll der Inhalt der Textdatei in den RT oder das PS eingebettet werden? Für ersteres hätte ich eine Lösung, für zweiteres sträube ich mich.
Frage 2.) Ist es ein Windowsrechner, der am RDS Coder angeschlossen ist?
 
Gefällt mir: lg74
#8
Also ich fasse zusammen.
Du brauchst eine Software die
a.) Eine Textdatei von einem Datenträger ausliest und diese Daten
b.) per UECP an den Coder über ein lokal angeschlossene Rs232 Schnittstelle überträgt.

Frage 1.)
Soll der Inhalt der Textdatei in den RT oder das PS eingebettet werden? Für ersteres hätte ich eine Lösung, für zweiteres sträube ich mich.
Frage 2.) Ist es ein Windowsrechner, der am RDS Coder angeschlossen ist?
Genau richtig zusammengefasst.

Der Text soll in den RT eingebettet werden. Schön wäre es natürlich, wenn ein automatischer Wechsel möglich ist, also zwischen Titel - Interpret und Claim zum Beispiel, aber ich bin per se über jeden Ansatz glücklich.
Zu Frage 2: Ja :)
 
#9
Hallo Radiozentrum,
ich habe anfangs die Diskussion mit der Übertragung von Titel/Interpret im PS nicht verstanden, davon hattest Du ja gar nichts geschrieben. Ich glaube es versteht sich (fast) von selbst, dass man die Textdaten im Radiotext überträgt, dafür ist dieser ja auch da.
Ich bin seit dem Jahr 2005 Entwickler einer Software, welche genau das macht, was Du willst. Die Software ist nur wenige hundert kB gross und läuft unter Linux. Es kann auch ein Raspberry PI eingesetzt werden. Meine Software läuft inzwischen bei vielen kommerziellen, privaten Radiosendern in Deutschland.
Aus dem Sendesystem liest meine Software den aktuell laufenden Titel ein (aus einer .xml oder .txt Datei) und erstellt daraus, und aus vielen anderen Daten, den durchaus komplexen UECP Datenstrom für eine serielle Schnittstelle.
Es können regional an verschiedene Sender verschiedene UECP Datenströme ausgespielt werden, TA und Datensatzumschaltung wird über GPI Kontakte oder TCP Softwarebefehle ausgeführt, Claim und aktueller Moderator im Studio werden den Radiotexten zugesetzt, aktuelle Uhrzeit wird zum Coder hochgespielt, wechselnder Block PS wird realisiert, RT+, TMC, usw.
Neben RDS Codern (Typen z.B. 2wcom, Pira, APT) können auch Webseiten, Icecast Server, Nacamar, DAB+ Muxer und weitere Dienste mit Zusatzdaten versorgt werden.
Die Software ist fehlertolerant programmiert und für jahrelangen Dauerbetrieb als Daemon vorgesehen.
Näheres schreibe ich Dir als PM.
 
Zuletzt bearbeitet:
#14
Frage 3.) Was ist hier verkehrt?
Nicht zwingend. Wenn sich herausstellt, dass die Linux-Lösung auf nem "Seifendosen-Rechner" alles kann, also das Abholen der Texte aus der Windows-Umgebung und das Weiterreichen in den RDS-Coder, warum sollte dann nicht ein evtl. deutlich stromfressender Windows-Rechner in "Normalgröße" gegen diese Seifendose getauscht werden? Falls dieses System dann sogar noch stabiler laufen sollte...
 
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