Russischer Giftgasanschlag


In den USA wurde die Atomwaffe von Amerikanern erfunden, insofern hätten sie schon mal das Copyright. Andererseits hüten sie wohl eher ihre Weltmachtstellung.
 
Atomwaffe von Amerikanern erfunden, insofern hätten sie schon mal das Copyright.
Und wären die Deutschen etwas schneller gewesen - auch sie hätten mit
keiner Wimper gezuckt und dieses Teil eingesetzt. Menschlichkeit war 1945
ausverkauft. Den Amis hat die japanische Kapitulation die Besetzung
des jap. Festlandes und vielleicht zehntausende tote Soldaten erspart.
Anmerkung: Die Angriffe mit "herkömmlichen" Bomben auf Tokio sollen
so viele Menschenleben gefordert haben wie die Opfer von Hiroshima
und Nagasaki zusammen (Wikipedia). Der absolute Horror.
 
Macht das den Einsatz der Atombombe durch die USA irgendwie erträglicher?
Nein, aber gerade wir Deutschen sollten uns hüten mit dem Finger auf andere zu zeigen. Sind die Deutschen doch beim Einsatz von Massenvernichtungswaffen immer vorne dabei gewesen. Hat mal jemand ausgerechnet wieviele Millionen Menschen durch deutsche Massenvernichtungswaffen ihr Leben verloren haben? Dürfte locker im hohen siebenstelligen Bereich sein.
Die Diskussion ist am Ende auch müßig und hat mit dem eigentlichen Thema auch nicht mehr viel zu tun. Wir sind hier ziemlich OT geworden.
 
Dann kehren wir mal zurück zum "eigentlichen Thema":

Was ist denn jetzt mit dem russischen Giftgasanschlag? Mit den russischen Hackern? Mit all den russischen Bösartigkeiten?
Tobias Riegel hat auf den https://www.nachdenkseiten.de/?p=43960
dazu eine interessante These formuliert, die ich anbei verkürzt wiedergeben will:

"Bei vielen Affären in jüngerer Vergangenheit wurde durch mediale Wiederholung eine nicht von Beweisen gestützte Version der Ereignisse erzeugt. War das gewünschte Bild installiert, wurde die Berichterstattung – ohne neue Entwicklungen zu berücksichtigen – jäh abgebrochen und die erzeugte Botschaft im kollektiven Gedächtnis „geparkt“...
Es ist nur wenige Wochen her, da schien es, als sei international kein Thema bedeutsamer als ein mutmaßlicher Giftanschlag auf den in Großbritannien lebenden russischen Doppelagenten Sergej Skripal. Aufbauend auf der Medienkampagne zum Thema Skripal konnten Wirtschaftssanktionen und militärische Aggressionen gegen den angeblichen Täter Russland gefordert und wochenlang eine weltweite Atmosphäre der Spannung – und der Ablenkung – geschaffen werden.

Und dann? Kaum war die Vorverurteilung Russlands durch die Wiederholung unbelegter Anschuldigungen und die falsche Auslegung von Untersuchungsberichten medial installiert, kehrte ein plötzliches Schweigen ein, das bis heute anhält. Darum erfahren die deutschen Medienkonsumenten nicht, dass etwa die britischen Geheimdienste kürzlich einräumen mussten, dass sie keinen einzigen Verdächtigen im Fall Skripal benennen können. Zwar hatten auch deutsche Medien das Gegenteil verbreitet – aber über das Eingeständnis des britischen Nationalen Sicherheitsberaters Sir Mark Sedwill haben sie dann kein Wort verloren. ...

Dass ein Ereignis medial unterschlagen wird, bedeutet noch nicht, dass dadurch etwas bewiesen ist. ... Wenn Medienkonsumenten aber von der Existenz einer neuen Entwicklung erst gar nicht erfahren – und sei sie zweifelhaft – so werden sie um die Möglichkeit betrogen, sich ein eigenes Bild zu machen....

Bei Bedarf werden Kampagnen wieder aufgewärmt


Die grüne EU-Abgeordnete Rebecca Harms hat diese Taktik kürzlich in Perfektion genutzt, um für einen Boykott der Fußball-WM in Russland zu trommeln:

„Der Giftgasanschlag in Salisbury ist nur das neueste Kapitel von Wladimir Putins Verhöhnung unserer europäischen Werte: willkürliche Bombenangriffe auf Schulen, Krankenhäuser und Wohngebiete in Syrien; die brutale militärische Invasion der Ukraine; systematische Hackerattacken; Desinformationskampagnen; Wahleinmischung; Versuche, die EU zu schwächen und destabilisieren – all das steht nicht auf der Visitenkarte eines guten WM Gastgebers.“

Keiner der hier gestapelten Vorwürfe kann nach ordentlichen Standards als bewiesen bezeichnet werden. Harms kann aber auf die in den Köpfen der Bürger gespeicherten Reste der einstigen Medienkampagnen zielen."
 
Die grüne EU-Abgeordnete Rebecca Harms hat diese Taktik kürzlich in Perfektion genutzt, um für einen Boykott der Fußball-WM in Russland zu trommeln:

„Der Giftgasanschlag in Salisbury ist nur das neueste Kapitel von Wladimir Putins Verhöhnung unserer europäischen Werte: willkürliche Bombenangriffe auf Schulen, Krankenhäuser und Wohngebiete in Syrien; die brutale militärische Invasion der Ukraine; systematische Hackerattacken; Desinformationskampagnen; Wahleinmischung; Versuche, die EU zu schwächen und destabilisieren – all das steht nicht auf der Visitenkarte eines guten WM Gastgebers.“
Warum nicht? Italien und die Niederlande haben es ja schon vorgemacht. :D

Grundsätzlich hat Frau Harms recht, aber was würde ein Boykott bringen? Nicht, ausser das Russland damit noch mehr brüskiert würde. Die Wirtschaftssanktionen haben ja bisher auch keine Wirkung gezeigt. Es würde nichts ändern und so ein Sportereignis ist auch gar nicht mal schlecht um sich mal wieder etwas anzunähern. In Korea hats ja auch geklappt.
 
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Schon wieder muss Korea herhalten - jetzt ists aber mal gut. Zu dem Reigen der russischen Provokationen reiht sich seit heute auch die lange Brücke zur Krim ein.
Und dass die Sanktionen KEINEN Effekt hatten, stimmt nicht!
 
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Für nutzlose und unsinnige Vergleiche. :thumbsdown: Die asiatische Problematik und Mentalität hat gegenüber der osteuropäischen völlig unterschiedliche Facetten.
 
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Und wir sollen immer noch glauben, dass die Russen zu dämlich sind, Staatsfeinde im Ausland unauffällig umzubringen.
Stattdessen verwenden sie ein auffälliges Gift, das aber sowas von eindeutig wie ein Wegweiser direkt nach Russland zeigt und möglichst viel spektakuläre Öffentlichkeit herstellt, - und dann wenden sie es auch noch an wie die Amateure, so dass der erhoffte Todesfall gar nicht eintritt.
Ich verstehe wirklich nichts von Geheimdiensten, und wenn ich die deutschen Geheimdienste betrachte, dann dürfte dort die Trottel-Quote ziemlich hoch sein. Aber so blöde ... Diesen Bären lasse ich mir nicht aufbinden.
 
Oder die Ukrainer melden den vermeindlichen Tod eines Russland-Kritikers um diesen vor einem Attentat durch den russischen Geheimdienst zu schützen. 2 Tage später tritt der angeblich ermordete Journalist vor die verwunderte Presse. Das ist echt filmreif...
 
Nein, hat es nicht. Es war schließlich ein wirklicher Mordanschlag auf ihn geplant und durch die Aktion konnte offensichtlich jemand festgenommen werden, der in den echten Anschlagsversuch verwickelt war.
 
Doch, hat es doch. Diese Gutgläubigkeit selbst in einem so plumpen Fall tut echt weh.

Es herrscht bei einigen Leuten anscheinend eine gewisse Demenz, die den Kontext zur antirussischen Bashing-"Kultur" völlig ausblendet. Ein pawlowscher Reflex.

Fall Babtschenko: Die Bürger genießen im Zeitalter der Inszenierung keinen Medienschutz
Der Fall Babtschenko und unsere sehr selektive Wahrnehmung auf einen gescheiterten Staat

Paul Schreyer: Journalismus trifft Behördengläubigkeit
 
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Dass man den Nachdenkseiten noch weniger als allen anderen glauben darf, dürfte sich allerdings inzwischen auch herumgesprochen haben.
Woher nimmst Du dieses vermeintliche Allgemeingut? Ich sehe es eher andersherum: Die Nachdenkseiten gehören zu den wenigen journalistischen Angeboten im Land, die nicht schon vorher die "Guten" und die "Bösen" ganz genau kennen wollen. Ihre Seiten- und Queransichten sind in der Regel bestens recherchiert. Sie machen zwar keinen Hehl aus ihrer Meinung, aber damit kann ich als wacher und selbstdenkender Leser gut umgehen, weil es eben nicht getarnt als "feststehende Wahrheit" daherkommt, sondern eher als Empfehlung: "Sieh es mal von dieser Seite ...".
 
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@Radiokult
Wenn die Nachdenkseiten (wie in deinem Link) dabei ertappt werden, dass sie sich selbst als die einzigen aufspielen, die bestimmte Themen aufgreifen und darstellen, obwohl das nicht stimmt, dann ist das eine Facette von "plumpes Marketing in eigener Sache". Das ändert aber nichts daran, dass die Nachdenkseiten Themen häufig von einer anderen Seite betrachten, als die etablierten Medien und dass man dabei häufig auf Blickwinkel und Ansätze gestoßen wird, die einfach von den anderen Medien übersehen oder bewusst verschwiegen wurden. Insbesondere verlassen sich die Nachdenkseiten nicht ungeprüft auf die Sicht der Regierungen und/oder Finanz/Militär/Wirtschafts-Komplexe, sondern stellen unangenehme Fragen an diese Adressen. Du wirst damit zwar in eine bestimmte (linke) Richtung gelenkt - auch daraus machen die Nachdenkseiten keinen Hehl, aber du bekommst als Leser immer noch nicht eine kategorische Weltsicht präsentiert, die musst du dir dann schon durch eigenes Nachdenken (und durch Quervergleich mit anderen Medien/Quellen) selbst erschließen.
 
Die Linke hat im parlamentarischen Kontrollgremium mal nachgefragt, wo eigentlich die Beweise bleiben: http://www.tagesschau.de/ausland/skripal-159.html
Donnerwetter, sind die schnell bei der Tagesschau! Ließ sich wohl nicht mehr vermeiden. ;)
Pressemitteilung DIE LINKE von Heike Hänsel vom 20. April 2018:
Zitat von Zitat von Heike Hänsel zum OPCW-Bericht::
„Laut Auswärtigem Amt soll Großbritannien darum gebeten haben, die Vollversion des Berichtes geheim zu halten. (..) Es ist mehr als bedenklich, dass das Parlament damit über einen Sachverhalt diskutiert und womöglich entscheidet, über den ihm fundierte Informationen verweigert werden."
:rolleyes:
 
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