Sachsen: SLM suspendiert Martin Deitenbeck


#1
Was ist denn da passiert? Die Sächsische Landesmedienanstalt hat ihren Chef Martin Deitenbeck suspendiert. Der Mann hatte sich auch hier im Norden einen Namen gemacht als großer Befürworter von DAB - und damit freilich nicht nur Begeisterungsstürme auf den Senderfluren geerntet :). Aber ich denke mal, da wird es um andere Dinge gehen, die zu seiner Entlassung geführt haben
 
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#3
Das ist klar. Eine Medienanstalt hat ja unzählige Aufgaben. Themenbereiche sind auch Jugendschutz, Social Media, Medienerziehung usw. usf. Radio ist nur ein Aspekt, wenn auch kein ganz unwichtiger. Für das Radio Business ist trotzdem wichtig, daß die vorherrschende Meinung repräsentiert wird und keine Alleingänge unternommen werden. Zumindest die Anstalten hier im Norden sind da sehr feinfühlig im Bezug auf die Wünsche der lizensierten Anbieter. Afaik hatten die Sachsen doch auch eine eigenwillige Struktur - Deitenbeck war Geschäftsführer, dann gibt es noch einen Präsidenten (Sagurna). Bei den meisten anderen LMAs gibt's den Direktor, der beide Funktionen innehat.
 
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#5
Göpels Rache!

Artikel bitte selber ergooglen, ich kann den Link wegen nicht abschaltbarem Adblocker nicht kopieren, außerdem mag ich "die Bild" nicht verlinken. Scheint aber z. Zt. noch der einzige Artikel dazu im Netz zu sein...

Digitalradio-Vergabe: Sachsen droht eine103-Millionen-Klage
Der Sächsischen Landesmedienanstalt SLM (Aufsicht für TV und Radio) droht eine Schadenersatzklage in Millionenhöhe.
 
#7
103 Milionen? Ich gehe mal davon aus, daß in dieser Summe auch das Popkorn fürs Forum mit drin ist. ;)

Mal ernsthaft: Gab es in der Vergangenheit schon solche Klagen? Ich meine, jeder Bewerber für eine UKW-Kette oder halt eine DAB-Lizenz hat Ausgaben, denn das eingereichte Konzept soll ja Hand und Fuß haben, überzeugen. Letztendlich bleibt nur die Abschreibung oder die Geltungmachung des Verlusts beim FA.
 
#8
Damit schafft man es sogar bis in die BLÖD-Zeitung...

103 Mio. Schadensersatz will Göpel? Für entgangene Verluste, die ihm jetzt erspart bleiben? Der Traum vom bundesweiten Radio, egal über UKW oder DAB+ ist eine Illusion. Punkt. Da darf man gespannt sein, wie Göpel diesen Verlust vor Gericht belegen will - bei entgangenen Gewinn stellen Gerichte sehr hohe Anforderungen. Die einzigen die sich freuen werden dürften die Anwälte bei dem Streitwert sein...


Inhaltlich wäre es ein Hammer, wenn Sagurna einen Sündenbock in Deitenbeck gefunden hätte und nun Deitenbeck gehen muss. Wenn ich mich recht erinnere, war es Sagurna, der die Sitzung seinerzeit hat sausen lassen. Die SLM ist eh eine seltsam komische Konstruktion.


Ich gehe davon aus, dass wir von der Angelegenheit noch das ein oder andere Nachgeplänkel hören dürfen. Also Popcorn raus und amüsiert zuschauen.
 
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#9
Gemäss nachstehender PM von der Webseite der SLM berät der SLM Medienrat offensichtlich morgen (15.02.) darüber.

"- MEDIENINFORMATION -

Leipzig, 07.02.2019: Der Medienrat der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM) hat heute in einer außerordentlichen Sitzung beschlossen, den Geschäftsführer der SLM, Herrn Martin Deitenbeck, mit sofortiger Wirkung abzuberufen.

Weitere Entscheidungen in dieser Angelegenheit wird der Medienrat erst am 15.02.2019 treffen können. Wir werden bis dahin in diesem schwebenden Verfahren keine weitere Auskunft geben können. Wir bitten dafür um Verständnis." (Quelle: SLM Webseite)
 
#10
Finde die Summe auch etwas hoch. Wofür will Herr Göpel 103 Millionen für das Projekt schon ausgeben haben? Für das Geld hätte man schon ein Grundsendernetz für den BM 2 in ganz Deutschland für 1 Jahr betreiben können. Also ich kann mir das nicht so recht vorstellen. Ausgaben hatte er sicherlich, aber im dreistelligen Millionenbereich nur für eine Bewerbung auf eine Ausschreibung? Das kann glauben wer will, ich nicht.
 
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#11
Aus der Medieninformation der SLM vom 15.2.2019:

"... Zu den Gründen der Abberufung von Martin Deitenbeck gehört im Übrigen ausdrücklich nicht seine Mitarbeit an dem schwierigen Verfahren um den 2. bundesweiten DAB+-Multiplex.
Die Parteien verpflichteten sich über diese Information hinaus, zu den Inhalten bzw. den Gründen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses Stillschweigen zu bewahren."


https://www.slm-online.de/2019_pressemitteilungen-a-4275.html
 
#12
Das ist ja immerhin schonmal eine Information. Hätte mich irgendwie auch gewundert. Solange es dazu keine belastbare Gerichtsentscheidung gibt, wäre es vom Rechtsstattsprinzip her auch eher ungewöhnlich, jemanden nur aufgrund einer Klage, über die noch gar nicht entschieden ist, zu entlassen.
 
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