Shitstorm & Co. - Ab wann wird's lächerlich?


#1
Ihr alle habt sicher den "Eklat" mit Luke Mockridge im "ZDF Fernsehgarten" mitbekommen. Dazu muss ich nicht viel sagen, außer, dass diese Aktion einfach hervorragend war. In Zeiten des Internets heulen jetzt natürlich viele rum, es wäre ein Skandal - Auftritt usw. Wenn man dazu beachtet, was schon alles im TV passiert ist und das hier als Skandal bezeichnet wird, frage ich mich, was man denn überhaupt noch darf. Heute gibt es einfach viel zu viele Möglichkeiten, seinen Senf zu irgendwelchen Dingen dazu zu geben. Man muss heute so aufpassen, was man sagt oder tut. Dann kommt noch hinzu, das viele zu Wort kommen können, denen man eigentlich verbieten sollte, was zu sagen, was aber gegen die Menschenwürde verstoßen würde. Wo sind die Zeiten hin, in denen man sich einfach mehr trauen konnte, ohne dass es gleich im Internet "gehatet" wird?

Wie seht ihr das ganze? Habt ihr Angst vor Shitstorm, schaut ihr drüber weg und vor allem, seht ihr es auch so, dass man heute weniger sagen darf, als früher? Ab wann ist für euch so ein Hass im Netz gerecht?
 
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#2
Mockridge war weder lustig noch intelligent. Sein Auftritt hatte null Niveau, null Sinn, null Pointe, war einfach nur erschreckend armselig. Ich halte es keineswegs für einen Shitstorm, wenn das nun alle sagen und überall schreiben. War so! Hat er sich redlich verdient. Das Statement der Moderatorin im Anschluss stand zwar entlarvend konträr zur Anmoderation, hatte aber unbedingt etwas Sympathisches.
Ansonsten verwechselst Du was: "Shitstorm" ist noch lange nicht "Hass im Netz". Man darf heute genau so viel und so offen sagen wie früher. Aber früher hatten die Leute, die sich äußerten erstens Manieren, konnten sich zweitens vernünftig ausdrücken und hatten drittens auch Argumente, während sie heute einfach nur losproleten, und das meistens auch noch grammatikalisch und sprachlich auf unterstem Niveau. Wahrscheinlich sind das auch die Leute, die Luke Mockridges Affengefurze lustig finden, beziehungsweise erklären, "dass diese Aktion einfach hervorragend war"..
 
#4
Dass diese LM-Aktion Werbung für eine der von ihm moderierten Sendungen sein sollte, war mir schnell klar.
Jetzt ist mir auch klar, dass dieser Pimpf das Niveau seines Vaters und seiner Mutter niemals erreichen wird.
Seit seinen Auftritten in der Nähe von Waschmaschinen (WDR) ist er nur noch schlechter geworden!

Er hätte also "Hate" verdient, hat aber (nur) Bewertungen geerntet.
Also ist er ein Beweis dafür, dass "man" heute nicht "aufpassen" muss, was man sagt -
nicht mehr als früher auch.

Nur: Früher haben Leute vorher nachgedacht - was heute scheinbar immer mehr aus der Mode kommt.
 
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#5
Dazu muss ich nicht viel sagen, außer, dass diese Aktion einfach hervorragend war.
Sie ragte hervor, ja.
Ich hab' noch nicht gehört, ob die Geschichte von höherer Stelle geplant war oder so, aber ich will's doch für die Ehre der Mockridges hoffen, und sei's auch nur um der Zeiten willen, in denen Papa Bill mit seinen "Springmäusen" auf der Bühne ebenso geistreiche wie lustige Passagen aus dem Nichts improvisierte, während sein Sohn heute am Publikum vorbeifurzt.

In Zeiten des Internets heulen jetzt natürlich viele rum, es wäre ein Skandal - Auftritt usw. Wenn man dazu beachtet, was schon alles im TV passiert ist und das hier als Skandal bezeichnet wird, frage ich mich, was man denn überhaupt noch darf.
Viel. Ich glaube sogar: mehr als früher, weil es eine Menge Möglichkeiten mehr gibt und vieles, das seinerzeit verschämt unter den Teppich gekehrt wurde, und auch eine Menge Einflüsse anderer Länder mittlerweile offenliegt und somit ebenfalls für die Bühne aufgegriffen werden kann.
Goldenes Gebot: Du sollst nicht langweilen.
Silbernes Gebot: Rechne mit Gegenwind. Du wirst nicht allen gefallen.

Wo sind die Zeiten hin, in denen man sich einfach mehr trauen konnte, ohne dass es gleich im Internet "gehatet" wird?
Die Zeiten haben sich zu denen gesellt, in denen man außer den öffentlichen Bühnen keine weiteren Plattformen hatte.

Ab wann ist für euch so ein Hass im Netz gerecht?
"Haß" ist ein großes Wort. Gewertet und gelästert wird ja immer viel. Keine Ahnung, wie der aktuelle Wasserstand bei Luke Mockridge ausschaut, aber ich glaube nicht, daß ihm für diese Aktion wirklich "Haß" gebührt. Ist ja seine Karriere, kann er gegen die Wand fahren, wie er lustig ist. Jetzt ist er mal Tagesgespräch gewesen - Glückwunsch -, ob sich so was nachhaltig für ihn auszahlt, glaub' ich aber nicht, eigene Show hin, Joko & Klaas-Verschwörung her. "Mutti, darf ich heute Luke Mockridge sehen? Der ist soo witzig, der macht so lange Furzgeräusche, bis man lacht, voll gut" -> wenn so was passiert, wird's Zeit, sich ernsthaftere Sorgen um das deutsche Unterhaltungsniveau zu machen als ohnehin schon.
Wann Haß gerechtfertigt ist - na ja, juristisch korrekte Antwort: es kommt drauf an. Ich glaube nicht, daß sich da eine klare Linie definieren läßt.

Gruß
Skywise
 
#6
Mockridge war weder lustig noch intelligent. Sein Auftritt hatte null Niveau, null Sinn, null Pointe, war einfach nur erschreckend armselig. Ich halte es keineswegs für einen Shitstorm, wenn das nun alle sagen und überall schreiben. War so! Hat er sich redlich verdient. Das Statement der Moderatorin im Anschluss stand zwar entlarvend konträr zur Anmoderation, hatte aber unbedingt etwas Sympathisches.
Ansonsten verwechselst Du was: "Shitstorm" ist noch lange nicht "Hass im Netz". Man darf heute genau so viel und so offen sagen wie früher. Aber früher hatten die Leute, die sich äußerten erstens Manieren, konnten sich zweitens vernünftig ausdrücken und hatten drittens auch Argumente, während sie heute einfach nur losproleten, und das meistens auch noch grammatikalisch und sprachlich auf unterstem Niveau. Wahrscheinlich sind das auch die Leute, die Luke Mockridges Affengefurze lustig finden, beziehungsweise erklären, "dass diese Aktion einfach hervorragend war"..

Danke, dass du mir die Definition "Shitstorm" mal erläuterst. Das sage ich ganz ohne Ironie, denn ich habe wirklich nie verstanden, was das alles soll. Manchmal schon, aber oft nie.

Aber darf ich mit deinem Beitrag davon ausgehen, dass du mich dann zu denen zählst, die sich auf einem unteren Niveau befinden? Affenfurze finde ich tatsächlich lustig, jaa, so bin ich eben.. Sorry, ich kann über einige Dinge lachen.. Aber.. Ich fand es ja gerade deshalb hervorragend, weil ich weiß, dass er irgendetwas im Schilde führt.. Irgendwann läuft seine eigene Show und ich bin gespannt, ob er vielleicht einfach eine verlorene Wette eingelöst hat... Tut mir leid, ich finde sowas super.. Wie Stefan Raab, der bei Hecks "goldener Stimmgabel" damals zum Playback einfach nur gegrinst und sein Mund nicht bewegt hat. Tut mir leid, verurteilt mich, aber ich mag zur Abwechslung eben auch mal sowas absurdes. Sonst ist immer alles so langweilig im Fernsehen.
 
#9
Wenn man dazu beachtet, was schon alles im TV passiert ist und das hier als Skandal bezeichnet wird, frage ich mich, was man denn überhaupt noch darf. Heute gibt es einfach viel zu viele Möglichkeiten, seinen Senf zu irgendwelchen Dingen dazu zu geben.
Oxymoron, ick hör dir trapsen?

Mockridge ist Grimme-Preisträger und legt dort eine Nummer hin, als ob er den Fanclub der Teletubbies vor sich hätte. Es gibt folglich jeden Grund der Welt das zu kritisieren. Und davon mal abgesehen gabs das früher genauso. Wenn man sich mal in Erinnerung ruft, was alleine über den Klimbim-Comedy-Trash der 70er Jahre oder in den 80ern über Rudi Carrells Tagesshow diskutiert wurde. Da ist so manche heutige Debatte über das, was vermeintlich komisch ist, beinahe ermüdend.
Wenn das tatsächlich jemand witzig gefunden haben sollte, bitte. Kann ja jeder lachen über was er will. Wenn aber ein Künstler nach dem dritten nicht gezündeten Gag immer noch nicht merkt, dass an seinem Auftritt irgendwas schief läuft, dann ist er da fehl am Platze, weil er ganz bewußt das Publikum an der Nase herum führt. Und das hat nunmal kein Publikum verdient, egal ob das Kinder, Rentner oder sonstwer ist. Einen Gefallen getan hat er sich mit der Nummer jedenfalls nicht. Sollte die ganze Aktion, wie hier und da geschrieben, tatsächlich nur als eine wie auch immer geartete "Promo" für seine eigene neue Show bei Sat1 gewesen sein, macht es das nur noch schäbiger gegenüber den Leuten, die das da in Mainz über sich ergehen lassen mußten.
 
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#11
Über Mockridges Auftritt sollte man gnädigerweise nicht mehr allzu viele Worte verlieren. Spannend finde ich die Grundsatzfrage zum Thema "Shitstorm".
Frei übersetzt als "Scheißsturm" (der durchs Netz fegt), müsste ich ja zuerst einmal fragen: Scheiße für wen?
Ist es Shit für den- oder diejenigen, über die sich das Netz echauffiert, oder bezieht sich das "Shit" auf die Inhalte der digitalen Entrüstung. Letzteres scheint mir wahrscheinlicher. Es ist einfach häufig nur Müll, der da abgekippt und vielfach widerholt wird. In seinem jüngsten "Journalisten-Video" hat Rezo es gut auf den Punkt gebracht: Legt los, basht mich, haut auf mich drauf, gebt alles im Netz (sinngemäß) - das bringt mir nur Publicity und follower.
Demnach besteht der Shitstorm aus zwei konträren Elementen: Shit (was alles zum Besten gegeben wird) und storm (der für Betroffene sogar sehr nützlich sein kann).
 
#12
Luke hat sich nur lächerlich gemacht. Ob man das nun "Eklat" oder "Peinlich" nennen möchte, kann jeder für sich entscheiden. Lustig war er jedenfalls nicht. Aber er kommt von der Sat1-ProSieben Gruppe. Die haben schlechte Quoten. Um das zu ändern, benutzt man den erfolgreichen Fernsehgarten..... Erbärmlich. SAT.1 und Pro Sieben sollte man komplett einstellen. Zwei schlechte Sender, jeweils auf Hartz 4-Empfänger ausgerichtet. Das 0815 Programm wird unterbrochen von haufenweiser Werbung.

Aber dann geht man halt zum ZDF, um sich durch einen blamablen Auftritt weiterhin im Gespräch zu halten.
 
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#15
Frei übersetzt als "Scheißsturm" (der durchs Netz fegt), müsste ich ja zuerst einmal fragen: Scheiße für wen?
Ist es Shit für den- oder diejenigen, über die sich das Netz echauffiert, oder bezieht sich das "Shit" auf die Inhalte der digitalen Entrüstung. Letzteres scheint mir wahrscheinlicher. Es ist einfach häufig nur Müll, der da abgekippt und vielfach widerholt wird.
Stimmt zweifellos. Aber ich glaube, daß Shitstorms unterschiedliche Qualitäten haben.
Wenn jemand sich eine Aktion oder eine Meinung gestattet, die nicht bei jedem ankommt, kann das einen Shitstorm auslösen. Wenn jemandem in der Öffentlichkeit ein Hoppla passiert, kann das einen Shitstorm auslösen. Das sind aber eher die höchstens unangenehm riechenden oder nachfärbenden (wie der Spanier wahrscheinlich sagt: "con material") Leibwinde, die sich schnell wieder verziehen. Das wäre so die Kategorie Luke Mockridge.
Tut jemand dagegen etwas, das strafrechtlich relevant ist oder sein könnte, kann das einen Shitstorm auslösen, der einen die Karriere kostet, und da nützt auch ein späterer Freispruch recht wenig, weil das Internet ja ein Arschloch ist und manche Sachen sehr schwer vergißt. Wobei natürlich in diesem Fall auch das Leben außerhalb des Internets seinen Beitrag dazu leisten wird, schon klar.

Demnach besteht der Shitstorm aus zwei konträren Elementen: Shit (was alles zum Besten gegeben wird) und storm (der für Betroffene sogar sehr nützlich sein kann).
Oder wie gesagt tödlich.

Gruß
Skywise
 
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