Signalaufbereitung für Mittelwelle


#1
Ich will ein paar historische Radios mit einem klanglich möglichst authentischen Mittelwellensignal versorgen und suche dazu noch etwas, das die NF bei etwa 4,5 kHz steilflankig abschneidet, also 24 oder lieber 40 dB. Das alles noch möglichst billig. Ein Eckmiller-Tiefpass scheidet also aus.

Vorschläge?

Ralf
 
#2
Ich hatte früher Mittelwellensound erzeugt, indem ich den Aufnahmeeingang meines Cassettendecks mit dessen Ausgang (vorband!) rückgekoppelt hatte. Auf Aufnahme gedrückt und mittels Eingangsregler vorsichtig bis kurz vors Pfeifen gemischt, ging die ganze Geschichte so wunderbar in die Sättigung bei gleichzeitiger vertiefpassung, daß ich meine eigene Modulation von Radio Luxemburg kaum unterscheiden konnte. (Oder war es Europawelle?)
 
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#8
@Neper,

du hast dir die Website aber schon angesehen, oder?

Was soll es denn sonst noch sein? Mac, Linux (Ubuntu 14.04+, Fedora 19+, Debian 7.1+, CentOS 6/7), Windows. Vielleicht AMIGA-OS oder C-64? What next, man? Atari? ;)
 
#9
du hast dir die Website aber schon angesehen, oder?
Das schon, aber offenbar nicht gründlich genug. Die Beschreibung der Windows-Version passte so schön in meinen Bildschirm, dass ich nicht auf die Idee gekommen bin, weiter nach unten zu scrollen.

Dann werden wir das jetzt mal ausprobieren.

Danke für den Hinweis.

Ralf

P.S.: Amiga wäre natürlich noch was. Irgendwo steht hier noch ein 1200er in der Ecke. Aber die Soundkarten sind alle weg.
 
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#11
So, ich habe mir mal das VST-Plugin geholt. Kann mir mal gerade einer der erfahreneren Anwender helfen?

Die Einstellung für den Tiefpass bei 4500 Hz habe ich gefunden. Dazu hätte ich gern noch eine leichte Komprimierung. Mehr eigentlich nicht. Vor allem kein Krawumm kein Bumbum, kein Garnix. Zumal das zugeführte Signal in der Regel sowieso aus der Luft kommt und somit gerade genug Processing hat.

Ohne jetzt einen VHS-Kurs zu besuchen oder einen Fall für lange Winterabende daraus zu machen - kann mir jemand kurz verklickern, was ich wo einstellen muss?

Danke
Ralf
 
#13
Ah, super. Danke.

Das ist halt alles recht komplex und so ein Fossil wie ich, das seit der Digitalisierung kein Funkhaus mehr von Innen gesehen hat, steht erst mal davor wie das Schwein vorm Uhrwerk.

Ralf
 
#14
Hi,
ich nehme einen Funktionsgenerator, stelle den auf die gewünschte Frequenz ein, speise den VCF-Eingang des Wobblers mit der NF. Klappt wunderbar. Man muss nur wissen, dass der Wobbler frequenzmoduliert wird. Es wird dann bei AM Flankendemodulation angewendet. Das heißt, wie man im Video am Magischen Auge sieht, bei Centertuning ist das Signal verzerrt. Man mus ein wenig experimentieren mit dem Abstimmknopf, um auf der Filterflanke zu Liegen zu kommen. Auch typisches Seitenbandfading und Rauf- und Runterreiten auf der Filterkurve läßt sich so einfach simulieren. Da der Funktionsgenerator direkt mit dem Antenneneingang des Radios verbunden ist, reicht eine so geringe Ausgangsspannung des Funktionsgenerators aus, dass man keinen Ärger mit der BNetzA bekommt.
 

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#15
Für die eigentliche HF-Erzeugung steht hier ein SSTRAN AMT-3000, der ein sehr sauberes und gut durchmoduliertes AM-Signal liefert. Der ist mir nur von der NF-Bandbreite zu Hifi.

Ralf
 
#16
Hi,
habe noch eine Schaltung des sogenannten PTH-Filters der Deutschen Welle im Kopf. (Präsenz-Tiefpass-Hochpass). Der Clou dabei ist, dass der Bereich des Heterodynpfeifens bei Kurzwelle (ca. 4 bis 5 kHz je nach Trägerabstand der Nachbarsender) stark genotcht wird, hinter ca. 5 kHz steigt der Frequenzgang etwas an, um dann bei ca. 8 kHz wieder abzusinken.
Damit wurden dann meinem Kenntnisstand nach vor den Optimod-Zeiten die Kurzwellensender moduliert. Das Notchfilter wurde im Wesentlichen mit einem Siferrit-Schalenkern AL100 mit 10000 Windungen 0,06 CuL realisiert und hat ca. 1Hy an Induktivität. Wird wie ein Pi-Filter aufgebaut. Übrigens, die legendären "Satellit"- Weltempfänger der Fima Grundig zum Beispiel hatten dieses Filter in Serie eingebaut.
 
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