Soundprocessing – Der Klang der Sender


#1
Der Klang im Radio ist leider so eine Sache. Ich verstehe manche Verantwortlichen bei den Sendern nicht, warum deren Produkt so mies klingt. Ich habe nichts gegen gutes Soundprocessing, aber mich stört ein verfälschtes oder verzerrtes und aufdringliches Klangbild sehr.

Welche Programme klingen gut und welche nicht so gut? Hier erwähne ich lediglich Sender, die via UKW zu hören sind, nicht über Satellit oder das Netz.


Radio Bremen 1
Toller Klang, eine Wohltat für die Ohren.
Note 1

Radio Bremen 4
Der Sender ist viele mehr dynamikkompressiert über UKW - klingt aber auch gut. Ist so wie mancher holländischer Popsender eingestellt.
Note 2

Nordwestradio
natürlicher Klang, wenig kompressiert.
Note 1

NDR 1 Niedersachsen
klingt okay, da ist aber etwas "Mumpf" drin.
Note 3

NDR 90,3
Der Sender klang bis vor etwa 2 Jahren richtig gut, da hat man leider am Processing gedreht und falsch eingestellt.
Note 3 - 4

NDR 1 SH
Guter, angenehmer Klang.
Note 1 - 2

NDR 2
Der Sender klang schon immer entsetzlich (bis auf die Hamburger Frequenz, die aber seit einigen Jahren auch schlecht klingt). Viel hat sich bis heute daran nicht getan. Wenn mal das Processing ausfällt - war vor einigen Wochen so - bemerkt man, wie gut NDR 2 eigentlich klingen kann. Das war aber nur von kurzer Dauer. Fürchterlich ist auch das verfälschte Klangbild. Es macht schon wegen des Klangs keinen Spaß, dem Sender zu lauschen.
Note 6


N-Joy
Klingt wesentlich besser als NDR 2. Aber die Mikrofone sind dort das Problem, mancher Mod klingt nur noch dumpf damit :)
Note 3 -4

NDR Kultur
Der Klang ist für einen Klassiksender nicht akzeptabel. Auch hier ein verfälschter Klang - etwas dem ehemaligen NDR Infosound vergleichbar. Zudem zischeln die Höhen, das merkt man gerade bei Moderatoren.
Note 5

NDR Info
Der Klang ist seit einiger Zeit wesentlich besser geworden. Das Mumpfige ist raus.
Note 2

Einslive
Noch okay, wenn auch sehr mittenbetont. Die Mikrofone sind auch nicht nach meinem Gescmack eingestellt.
Note 3

WDR 2
Einslive gefällt mir da noch einen Tick besser, WDR 2 ist auch recht mittenbetont und etwas verfälscht im Klang.
Note 3 - 4

WDR 3, 4, 5
Sehr guter Klang
Note 1

DLF, DRadio Kultur
Toller Klang, wirklich angenehm. Warum klingt nicht jeder Sender so?
Note 1

Radio 2 NL
Da hat man vor kurzem etwas geändert. Der Sender ist klangmäßig gut eingestellt. Die Höhen fehlen etwas.
Note 2

3FM
Da ist sehr viel Soundprocessing drin. Auf der Skala wirkt 3FM noch etwas lauter als Radio 2.
Note 2 - 3

Radio 4
Guter angenehmer Klang.
Note 1

DR P3
Tolles Processing nach meinem Geschmack.
Note 1

ffn
fürchterlich, wie eine alte Chromdioxid-Kassette, die leiert und in den Höhen zerrt. Abschaltfaktor allein schon wegen des Klanges.
Note 6

Antenne Niedersachsen
der Klang ist so lala. Aber wesentlich besser als bei ffn.
Note 3 - 4


Radio 21
Klingt merkwürdig datenreduziert.
Klang 5

Radio Hamburg
Vom Speersort kam mehr an Dynamik rüber. Heute klingt RHH leider nur noch durchschnittlich.
Note 3 - 4


Andere Meinungen?
 
#2
AW: Soundprocessing – Der Klang der Sender

Netter Thread,.... ich höre aus o.g. Gründen auch kaum noch Jugendsender. Die klingen fast immer scheisse.
Aber letztes Wochenende hörte ich mal ausversehen EINSLIVE und war erstaunt. Satter, klar abgegrenzter Bass. saubere Höhen und fetter Sound. Was ist denn da los? 90% Soundmüll und nachts in ner Plattenschubser-Sendung einen Sound der meinem Auto die Innenverkleidung rausbricht?
 
#3
AW: Soundprocessing – Der Klang der Sender

- DLF
- WDR 3 und 5 (sorry, bei 4 schaffe ich das mit der Musikauswahl einfach nicht...)
- Und ja, 1 LIVE auch.

Das sind für mich auch die vernünftig eingestellten Soundprozessoren.
Ich orientiere mich gerne an denen, wenn ich selber mal wieder Sounddesign betreibe.
Klar und mit wenig Kompression, lässt möglichst das Original unverfälscht.

Wobei 1 Live schon eine viel breitere Stereobasis hat und die Bässe doch deutlicher
betont hervorholt. Der DLF ist am "linearsten" von allen. Mod Mikros unkomprimiert, Programm Material unkomprimiert, keine Stereobasisbreitenveränderung, kein Basspunch. Wozu auch immer alles punchen und gleichzeitig komprimieren bis es zerquetscht?

Merke:
Lautheit ist nicht alles.
Die Signalqualität zählt!

Und mit Programm Material Qualität schon vorne beginnen. Goes Shit in, comes Shit out.

Gruß Codo
 
#4
AW: Soundprocessing – Der Klang der Sender

WDR 4 würde ich nicht die Note 1 geben, weil mir die Höhen zu sehr zischen; das ist sehr gut beim Verkehrsopener „WDR 4 - die Verkehrslage“ zu hören, in dem das S übersteuert ist.

Radio 21 komprimiert ganz merkwürdig. Das klingt so, als wolllten die jeden Sneardrumschlag anheben. Das pumpt und atmet so stark, dass ich den Sender nicht lange hören kann.
 
#5
AW: Soundprocessing – Der Klang der Sender

Mal was Neues zu diesem Thema.

Es handelt sich um eine Sendung vom RBB. Die UKW-Aufnahme wurde über einen Sender von SWR4 gemacht.

Spur 1: Aufnahme direkt über DVB-S als MP2-Datei (hier nur auf 44,1 kHz resampled)
Spur 2: Aufnahme über UKW

Auch ohne Brille oder Kenntnisse der Audiotechnik sieht man die "Brikettfabrik" in Spur 1. Warum macht man digitales Radio künstlich kaputt? 320kBit/s könnten soooooo gut klingen - kaum ein "Goldohr" könnte überhaupt einen Unterschied zum Original erkennen...

Wenn ich sowas sehe, dann gehen mir auch langsam die Argumente "pro digital" aus.


Ach ja, die Kanäle sind auch vertauscht. Wo der Fehler liegt, weiß ich im Moment noch nicht.
 
#6
AW: Soundprocessing – Der Klang der Sender

() Es handelt sich um eine Sendung vom RBB. Die UKW-Aufnahme wurde über einen Sender von SWR4 gemacht.

Spur 1: Aufnahme direkt über DVB-S als MP2-Datei (hier nur auf 44,1 kHz resampled)
Spur 2: Aufnahme über UKW
... "Brikettfabrik" in Spur 1. ..
Hallo @Zwerg, verstehe ich das jetzt richtig:

Spur1 ist RBB via DVB-S?
Spur2 ist SWR4 via UKW? (bekommt RBB über eine STP-Leitung?)

Welches RBB-Programm ist das denn, ARD-Nachtprogramm?
 
#7
AW: Soundprocessing – Der Klang der Sender

Gleiche Frage von mir: der DVB-S-Mitschnitt ist direkt vom RBB? Oder via SWR? RBB ist seit 2 Wochen nach dem Start des Hörfunktransponders im Sommer 2005 frei vom UKW-Processing. Und zwar auf allen Wellen. Wäre mir neu, wenn der so mies prozessiert wäre.

Zweitens: der DVB-Mitschnitt ist aus dem SPDIF-Ausgang des Receivers und kanalvertauscht? Dann: Lemon Volksbox oder - aktuell - ein Receiver der LaSAT-Plattform (Wisi, Pollin, Smart, ...)? Die haben bis zur aktuell greifbaren Firmware V.0186 folgende Fehler:

1. Aussetzer in der Audiowiedergabe an allen "Echtzeit-Ausgängen" (analog, SPDIF). USB-Aufnahme ist ok.

2. Sporadisch Kanalvertauschung (meist vertauscht, manchmal nicht) am SPDIF nach der Programmumschaltung. Analogausgang und USB-Recording ist nicht betroffen.

3. Wenn vertauscht, dann links gegen rechts um 1 Sample verschoben. Indiz für einen Initialisierungsfehler des SPDIF (Präambeln links/rechts und zugehörige Daten sind durcheinander).

4. Heftige Artefakte im Audio-MPEG-Decoder. Störbänder um 12 kHz (fs/4) und 6 kHz (fs/8), kratzendes Störgeräusch -40 bis -50 dB unter aktuellem Signalpegel. Absolut unerträglich bei langgezogenen Tönen (Klavier, Orgel), man merkt es selbst bei Popmusik. Der zum Vergleich herangezogene MPEG-Audio-Decoder der alten Lemon Volksbox hat verglichen mit der Winamp-Decoder-DLL (Winamp 2.666) eine Abweichung in Form eines Rauschens im kleinsten Bit. Das LaSAT-Biest hat Abweichungen auf mindestens 7 Bits. Der Decoder läuft in Software auf dem Receiver-Chipsatz (Fujitsu).

Punkte 1 bis 3 sollen in künftiger Firmware wohl gefixt sein. An Punkt 4 forscht man noch, nachdem ich die Problematik im LaSAT-Forum veröffentlich habe. Immerhin - man kommuniziert und reagiert. Das wird schon.
 
#8
AW: Soundprocessing – Der Klang der Sender

Hallo @Zwerg, verstehe ich das jetzt richtig:

Spur1 ist RBB via DVB-S?
Ähm - ich habe das nicht aufgenommen. Nach den mir vorliegenden Informationen ist das aber der originale "Stream" über Sat (DVB-S). Woher er "genau" stammt, weiß ich nicht. Ich frage aber nach.


Spur 2 ist definitiv SWR4 über UKW. Diese Aufnahme habe ich selbst angefertigt. Dafür lege ich dann auch meine Hand ins Feuer.


Welches RBB-Programm ist das denn, ARD-Nachtprogramm?
Ja natürlich.

SWR4 Sender + Nacht + Dienstag = ARD-Nachtexpress vom RBB (+ "ausgesucht und handverlesene" Mugge + kompetenter Moderator + gute Geschichen - mitunter ellenlange Verkehrsmeldungen) ;)



@Waver:Ich kenne die Probleme. Ich frage nach! Bitte etwas Geduld!


Liebe Grüße
Zwerg#8
 
#9
AW: Soundprocessing – Der Klang der Sender

Sodele, jetzt mal "Butter bei die Fische". Ich habe extra eine Stelle mit "viel" Stereo rausgesucht...

Take 1:Aufnahme über Sat. Im rechten Kanal zerrt es gewaltig. Das hört jeder Blinde....
Take 2 Aufnahme über UKW

Referenz:
Take 3: Die gleiche Stelle im Lied von CD ("Total Relaxed" von 19xx)


Fakt ist, daß Radio (Take 1 & 2) total "muffig" klingt. Man könnte auch einfach "Scheiße klingt" dazu sagen. Und im Moment scheint es auch so zu sein, daß die UKW-Aufnahme "seitenverkehrt" ist. Aber das bedarf aber noch einer genaueren Überprüfung.


BTW: "Gute" Kopfhörer machen sich bei solchen "Spielchen" echt gut. Man hört den Unterschied einfach sofort und muß hier nicht dumm rumlabern. ;)

vg Zwerg#8
 
#10
AW: Soundprocessing – Der Klang der Sender

Moment mal!

"Stimmt" die MP3-Datei bei euch? Nein, das kann nicht sein! Ich habe mir die Datei jetzt extra nochmal hier vom Server gezogen.

Die Datei muß mit 48kHz abgespielt werden, nicht mit 44.1kHz! Sie läuft zu langsam.

Das ist ja lustig. Das habe ich auch noch nicht erlebt.
 
#11
AW: Soundprocessing – Der Klang der Sender

Sie läuft zwar mit 44,1 kHz, aber die Geschwindigkeit stimmt. Da stimmt wohl lokal bei dir etwas nicht.

Also.... rechentechnikmäßig... ;)
 
#12
AW: Soundprocessing – Der Klang der Sender

Richtig. Ich wollte mein Posting gerade löschen, kam aber etwas zu spät. Die MP3-Datei ist völlig in Ordnung.

Ich kann jetzt nichts genaueres sagen, die Nummer muß aber mit der "Resampling"- Geschichte (siehe oben) zu tun haben. Irgendwer/was hat mir gerade einen Streich gespielt. Softwarefehler. Keine Ahnung. Ich weiß nur, daß die Datei im Winamp zu langsam lief, sonst hätte ich doch hier kein Posting abgesetzt.


dea, du kennst mich: Sowas mag ich überhaupt nicht!

Ich habe keine Erklärung. Sorry.

Zwergi
 
#16
AW: Soundprocessing – Der Klang der Sender

Ja, schon durch. Durch die D-Schicht, die am Mittag immer für die ätzende Dämpfung sorgt. Kann das mal bitte jemand wegstaubsaugen?
 
#18
AW: Soundprocessing – Der Klang der Sender

Was man alles so mit einem Heim Computer machen kann.
*rolleyes*
Wenn du so weitermachst, kann ich dir eines versprechen: Du kommst ins Heim! Deinen Computer zur "Soundvergewaltigung" kannst du bei dieser Gelegenheit gleich mitnehmen! :D

Meine Eltern haben mir früher ab und zu "Heim" angedroht. Euch auch? Als "Erziehungsmaßnahme" hat diese Drohung nichts gebracht, höchstens für ein paar Wochen. Sie haben mich letztendlich, trotz allerlei Unfug, "behalten". ;)

Das soll jetzt kein Freibrief sein, bennylein. Ich erkundige mich mal bei Herrn Wollert, ob es ein Heim für pöse Kinder bei radioforen.de gibt. Sozusagen ein "Radioheim"...

vg Papi Zwerg
 
#20
AW: Soundprocessing – Der Klang der Sender

Jetzt ist es amtlich, da ich die orginale Quelle vorliegen habe. Bei "meiner" Aufnahme über UKW sind die Kanäle vertauscht. Entweder ist bei mir irgendwo etwas "verpolt", oder auf dem Weg der Radiowellen zu mir ist etwas schiefgegangen. Das müßte ich über weitere "Referenzaufnahmen" testen.

Ausschnitt in der Reihenfolge wie oben. Sat, UKW, CD.

UKW klingt echt etwas komisch, irgendwie "dünner", aber stereomäßig etwas breiter... Groß- und Goldohren bitte vortreten! ;)

Zwerg#8
 

bennylein

Gesperrter Benutzer
#21
AW: Soundprocessing – Der Klang der Sender

hmm

Also ich finde nicht das ich Soundvergewaltigung betrieben habe.:eek:
Ich finde den Klang im Grunde ganz authentisch.
Alles schön differenziert und schlüssig.

Wenn ich gleich zuhause bin dann uppe ich ein Beispiel das man als vergewaltigt bezeichnenn kann.;)
 
#22
Der sender "DasDing" klingt hierüber DVB-C auch net sonderlich: Di Bässe sind zwar "Fett" Mitten hats auch. aber die Höhen fehlen DEUTLICH! Hi Hats haben daher einen nauch etwas merkwürdigen klang. Selbst SWR3 klingt da "offener" obwohl die ja auch recht "Warm" abgestimmt sind.

Moin

Was man alles so mit einem Heim Computer machen kann.
*rolleyes*

Anhang anzeigen 13789


*lach*
Kann es sein,daß hier eine enorme Stereobasisverbreitung vorgenommen wurde?
Na,ja, klingt imemr noch besser als SWR3 :D

Aber ja im vergleich zur Originalaufnahme klingts in der Tat Strange :)

Stimmt, bei dem Adamo.mp3 hrt man deutlich daß das Soundprozessing in den Höhen irgendwas sehr merkwürdiges macht :eek:

Das original klingt klarer, transparenter, die "Hi-nicht Hats- die Rasseln halt" klingen sauberer, das Ukw kommt mir minimalst wärmer vor aber nur ganz geringfügig. Bei dem UKW kommt der Clap/Kick stärker/fetter
 
#24
AW: Soundprocessing – Der Klang der Sender

Ah,ok,schon hart,was man mit soundprozessing so alles anstellen kann :)

Ich hatte auch mal mit Impulsfaltung gearbeitet: Hatte da eine Impulsdatei in turbo pascal berechnet, und inbfoobar 2000 im Convolver als impulsdatei eingebunden. Der Impuls erzeugt eine sehr starke hochtonanhebung bei ca. 20500 Hz laut Wavlab-Messung. Obwohl das ja eigentlich schon oberhalb des Frequenzbereiches ist, den ein erwachsener hört, wirkten damit die Musikstücke Heller, luftiger, aber irgendwie auch etwas fundamentlos.
Habe die datei noch, falls ich sie hochgeladen kriege mit meinem konqueror browser kann ja, wer will, das ding mal in einen convolver plugin einbinden, einen titel, den ihr gut kennt, drüber laufen lasse, und selbst urteilen.
http://www.file-upload.net/download-3555243/IMPULS.wav.html
 

bennylein

Gesperrter Benutzer
#25
AW: Soundprocessing – Der Klang der Sender

öööhm

das geschieht bei mir aber real time.
ja psycho akustik ist ein interessantes thema.
das stereo wirkt so breit weil die mitten etwas luftiger sind.
die verstopfen den klang nämlich ganz schnell.(hat mir mal jemand erzählt ;) )
 
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