Springer-Verlag vs. Kachelmann


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#1
Das alte Thema zum Vergewaltigungsprzess gegen Kachelmann ist hier nicht mehr offen und ich wundere mich, warum hier noch nichts über die hohe Entschädigungssumme von 635000€ geschrieben wurde, wozu der Springer-Verlag verurteilt wurde.

http://www.spiegel.de/kultur/gesell...-erhaelt-rekord-schmerzensgeld-a-1055414.html

Allerdings gehen beide Seiten in Berufung.

Damit hat das Gericht entschieden, dass die Springer-Presse bei der Berichterstattung mit Veröffentlichung von Privatfotos Kachelmanns zu weit gegangen ist. Man könnte auch sagen, die "Bild"-Reporter haben sich damals mit aller Gewalt in diesem Fall verbissen und sind weit über das Ziel mit der wochenlangen Berichterstattung hinaus geschossen. Das Gericht sah dies auch so und hat nun diese recht hohe Entschädigung angeordnet. Kachelmann klagte allerdings auch auf mehr als 2 Million Euro.

Erwartungsgemäß berichteten viele Medien über das Urteil, nur die Springer-Presse und auch RTL hielten sich da beleidigt zurück, denn nicht nur die "Bild", auch RTL hat sich damals mit seiner Berichterstattung nicht mit Ruhm bekleckert. Man konnte fast den Eindruck bekommen, dass ihnen der Freispruch nicht gelegen kam. Man sprach da auch vom "Freispruch 2. Klasse", den es aber faktisch nicht gibt. Es gibt einen Freispruch oder einen Schuldspruch, nichts anderes. Selbst wenn es ein in dubio pro reo ist.

Der Grund für die Entschädigung sah das Gericht in der Vorverurteilung Kachelmanns von entsprechenden Medien während des damaligen Prozesses und der darauf möglichen Beeinflussung des Gerichts.

Ich bezweifle allerdings, dass die "Bild" sich in Zukunft mit ihrer hetzenden Art zurückhält.
 
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#6
Die vielen namenlosen und rechtsanwaltslosen Opfer dre Bild-Zeitung, denen mindestens ebenso übel mitgespielt wurde, haben nichts davon, dass einer, der es sich leisten konnte, nun so fett entschädigt wird. Was istr mit den vielen übrigen zerstörten oder massiv beschädigten Existenzen?
 
#7
"leisten können" ist gut. Kachelmann hat sowohl seinen Ruf als auch seine wirtschaftliche Existenz verloren. Die ARD hat ihn rausgeschmissen und seine Firma ist auch weg. Ich bin normalerweise kein Freund von Millionenentschädigungen US-amerikanischen Stils, aber ich behaupte mal, dass der objektive Schaden, den Kachelmann erlitten hat, durchaus einige Millionen beträgt.

Dass auch zahlreiche andere BILD-Opfer Entschädigungen verdient hätten, es diesen nur am Mut fehlt, gegen die große BILD vorzugehen, ist natürlich auch klar.
 
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#8
Mir genügt dabei die Tatsache, dass man den Springer-Schreiberlingen mal die juristischen Grenzen aufgezeigt hat. Auch wenn man da nur kurz beeindruckt war.

Gibt es eigentlich keine pikanten Bilder und Stories von Kai Diekmann? Er ist auch eine Person des öffentlichen Lebens und somit könnte man jede noch so winzige Nebensächlichkeiten aus seinem Leben veröffentlichen. Bloß wird sich das keiner trauen. Leider. Vielleicht käme man bei "Bild" dann mal wieder auf den Boden und würde sparsamer mit Halbwahrheiten und Denunzationen umgehen?
 
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