Strukturreform von ARD und ZDF


#1
Die im föderalen System zuständigen Bundesländer streben eine Strukturreform von ARD und ZDF an. Nächste Sitzung der von den Staatskanzleien aller Bundesländer beschickten Rundfunkkommission ist der 6. Juni 2019. Wenns mal fertig ist, wirds wohl in einen neuen Rundfunkstaatsvertrag münden.

Im Gespräch sind:

- In Kraft treten 2023
- Automatisches Verfahren zur Erhöhung des Rundfunkbeitrags, z.B. anhand der allgemeinen Teuerung
- Basiswert ist ein Beitrag von 17,98 € pro Monat ab 2021
- Die KEF soll weiter kontrollieren, ihre reale Bedeutung bei strategischen Entscheidungen, z.B. bei Übertragungstechnologien soll zurück gedrängt werden
- der Auftrag für ARD, ZDF und Deutschlandradio soll umfassender und präziser werden, (z. B. 30 % des Etats für Unterhaltung, 50 % für Information, Umfang online, etc.?)
- Konkrete Aufträge für Programme sollen nicht mehr erfolgen (bisher z. B.: Jugendangebot nur online, Kinderradio nicht analog, etc.)

https://www.medienkorrespondenz.de/leitartikel/artikel/konkretisierter-reformvorschlag.html


Was bisher geschah. Abgesehen davon, dass Strukturreformen ein Dauerthema sind, hat man sich wohl 2016 auf einen neuen Anlauf geeinigt. Zunächst durften ARD und ZDF eigene Ideen für Strukturreformen vorschlagen. Diese haben das fristgerecht bis Herbst 2017 getan. Alert, kreativ und zukunftsgewand wie die Anstalten sind, haben sie, anhand der Euros gerechnet, vorgeschlagen die Strukturen zu 99 % so zu lassen wie sie sind:
https://www.ard.de/home/die-ard/pre...hts__Auftrag_und_Struktur_/4364886/index.html
https://www.medienkorrespondenz.de/leitartikel/artikel/strukturreform-nichtnbsperkennbar.html

Einer Nachbesserungsaufforderung bis Frühjahr 2018 wurde nicht entsprochen:
http://m.spiegel.de/kultur/tv/ard-u...alu-dreyer-in-gebuehrendebatte-a-1203893.html

So sind Politik/Medienkomission/Landesregierungen/Staatskanzleien jetzt dabei, selbst eine Strukturreform auszudenken. Siehe oben.
Beschlüsse der 16 Bundesländer zu diesem Thema müssen einstimmig erfolgen.

Bis Juni werden wir wohl von einigen Wortmeldungen zu diesem Thema hören.
 
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#2
Soll man jetzt noch eine Erwartungshaltung haben? Nach allem was bisher immer herausgekommen ist wenn alle 16 Bundesländer zusammen etwas beschließen mußten und jedes Land einzeln querschießen konnte?
Vielleicht sollte man bei den Bundesländern anfangen. Müssen es im Jahr 2019 immer noch 16 sein? Gar solche die alleine nicht existieren können :mad: ?
Die kritische Frage bei beidem: Was hat der Bürger davon, lohnt sich das?
 
#3
Vielleicht sollte man bei den Bundesländern anfangen. Müssen es im Jahr 2019 immer noch 16 sein? Gar solche die alleine nicht existieren können :mad: ?
Na ja, stellen wir mal die Frage: Was hat der Bürger davon, lohnt sich das?
Ist es bei einer Schulklasse sinnvoll, diese mit einer anderen zusammenzulegen, um Lehrerstellen einzusparen?
Ich halte die Frage, beide Fragen eigentlich, für falsch gestellt. Strukturreformen sind ja ganz große Klasse, wenn dadurch eine Zusammenarbeit gefördert werden kann, sind aber ziemliche Scheiße, wenn dabei jemand oder etwas durch's Raster fällt, das da nicht hingehört. Eine Strukturreform aus Liebe zur Strukturreform hat noch nie viel gebracht außer Durcheinander und Kompetenzgerangel.

Müssen es 16 Bundesländer sein? Was spricht dagegen? Wir können uns auch gerne darüber unterhalten, ob nicht 32 oder gar 50 Bundesländer sinnvoller wären. Wenn die entsprechenden Reformen weiter oben losgetreten werden, kann das durchaus auch ein sinnvoller Ansatz sein. Bei unseren lieben Nachbarn aus der Schweiz diskutiert die Kleinteiligkeit der Kantone keine Sau.

Gruß
Skywise
 
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#4
Wie bitte sollen voneinander unabhängige Rundfunkanstalten, deren rechtliche Grundlagen (Landesgesetze) uneinheitlich sind, in diesem föderalen Wahnsinn (Kleinstaaterei) gemeinsam ernsthaft gemeinsame Strukturen schaffen?

Das ist so wenig realistisch wie dass Schulen länderübergreifend ein einheitliches Bildungssystem bilden. Das Gegenteil passiert.

Entweder nimmt man den Länder die Hoheit über ihre Landesrundfunkanstalten weg und bildet ein rechtlich einheitliches Unternehmen mit lokalen Niederlassungen oder man lässt es und muss hinnehmen, dass es ein kleinstaatlerischer Flickenteppich bleibt.

Nur eine ARD-Holding könnte einen Gesamtpersonalrat haben, könnte eine einheitliche Verwaltung und eine gemeinsame Infrastruktur bilden, könnte einheitliche Tarifverträge abschließen und hätte eine einheitliche Rechtsgrundlage. Solange die Landesfürsten aber ihre Kulturhoheit auch bei Bildung und Rundfunk behalten, wird das niemals passieren!

Die Diskussion ist daher völlig neben dem eigentlichen Thema und bringt garnichts.

Wer Spaß daran hat, ne Zeitreise zu machen um zu erkennen, dass sich in 44 Jahren überhaupt nichts geändert hat, dem sei dieser Artikel aus dem Jahre 1975 empfohlen:

http://m.spiegel.de/spiegel/print/d-41558886.html
 
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#5
Hier muss ich dir leider in die Parade fahren...
Na ja, stellen wir mal die Frage: Was hat der Bürger davon, lohnt sich das?
Ja, denn das inhaltliche was sich speziell auf das jeweilige Sendegebiet bezieht, wird immer weniger. In den einstmals dritten Programmen läuft quasi überall dasselbe, lediglich von regionalen Nachrichten unterbrochen. Dafür braucht es keine neun Sender. Dann lieber einen, der je nach Bedarf (wie einst beim Vorabendprogramm im Ersten) auseinander geschaltert wird. Beim Radio sieht es nicht viel anders aus. Was spräche gegen ein bundesweites Jugendradio, welches nur zu bestimmten Zeiten auseinander geschaltet wird, eine bundesweite Klassikwelle usw.? Es dudeln doch sowieso nur noch überall die gleichen Superhits, regional spezifische Musik findet abgesehen von Höhnern und BAP nirgendwo mehr statt. Insofern gäbe es da gewaltige Einsparpotentiale. Auf der Verwaltungsebene wäre eine Integration von Radio Bremen in den NDR sinnvoll, ebenso wie eine Fusion von SR und SWR.
 
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#6
Bis 1992 hatten NDR, RB und SFB ein gemeinsames Drittes. N3 bzw. Nordkette genannt. Nur für eine halbe Stunde von 19:30-20:00 Uhr für Regionalnachrichten auseinandergeschaltet. Meiner Meinung nach war das gut so. Aber es war keine gute Idee in den 1980er und 1990er Jahren, die Dritten zu 24h-Programmen auszubauen. Zumal sie mangels Geld und Kapazität ohnehin meist nur Degeto-Eigenproduktionen (Tatort, Polizeiruf 110) wiederholen. Manchmal wäre ein Testbild konsequenter.

Ich finde, man könnte die Dritten nach Mentalitätsregionen zusammenlegen:

NDR + RB + rbb
(plus Altmark, da nordeutsch und nicht mitteldeutsch)

MDR (kann man mit nix zusammenlegen, jedoch auf Südbrandenburg erweitern, was mangels rbb-Sendestandorten in der Praxis längst passiert)

SWR + SR

HR - schwierig. Braucht man den? Vielleicht aufteilen: Norden zum NDR, Osten zum ... MDR (dafür bekomme ich sicher Prügel), Mitte-Süden-Osten zum SWR.

WDR (bleibt)

BR (bleibt oder Oberbayern zum ORF und Franken zum HR)

Bei den Radiowellen würde ich weniger ändern, denn sie kosten nicht viel im Vergleich zum Fernsehen. Und sie sind oft wirklich lokal verankert. Aber die Nachrichten- und Kultur-Wellen könnte man zusammenlegen. Lokale Nachrichten und Kultur kann auch in lokalen Zeitfenstern gesendet werden.

Und dann gibt es noch unzählige eintönige Formatradios und Jugendwellen. Die würde ich komplett streichen und durch RadioEins und Fritz vom rbb ersetzen, bundesweit. 😉
 
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#7
Aber zurück zur ernsten Debatte. Es wird sich in der Struktur überhaupt nichts ändern, weil man dafür das Grundgesetz ändern müsste. Dafür gibt es keine Mehrheiten.

Bis auf ein paar Kooperationen bei Infrastruktur, ein paar zusammengelegte Servicebereiche, Streichung einzelner Wellen und einem kontinuierlichen Abbau der Planstellen durch unterlassene Wiederbesetzungen wird nicht viel passieren. Und das ist gut so, denn die „Reformen“ in Dänemark, Polen und Österreich sind kein gutes Vorbild. Und Länder ohne unabhängigen öffentlich-rechtlichen Rundfunk bzw. mit einem Staatsrundfunk sind in Sachen Demokratie ziemlich abschreckende Beispiele. Italien mit der Dominanz von Berlusconi-Medien oder die USA mit sowas wie Fox News.
 
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#8
.. HR - schwierig. Braucht man den? Vielleicht aufteilen: Norden zum NDR, Osten zum ... MDR (dafür bekomme ich sicher Prügel), Mitte-Süden-Osten zum SWR.
Sich schon mal bei Hessen3 die regionalen und lokalen Bezüge angesehen?? Man kann zwar über die Qualität streiten, aber inzwischen kaum mehr über den positiven Umfang
BR (bleibt oder Oberbayern zum ORF und Franken zum HR)
Seit wann gehört der ORF nach Deutschland und zur ARD ??
Und dann gibt es noch unzählige eintönige Formatradios und Jugendwellen.
Die würde ich komplett streichen und durch RadioEins und Fritz vom rbb ersetzen, bundesweit.
Klar, Berlin bestimmt, was die Republik zu hören hat - aber wirklich NICHT !! /K.
 
#9
Seit wann gehört der ORF nach Deutschland und zur ARD ??
Gehört zwar nicht ganz hier rein, aber so unberechtigt ist das nicht. Warum senden ARD und ZDF per DVB-T (und vorher analog) in Österreich, in der Schweiz und sogar in Südtirol? Das gehört nicht mal ansatzweise zum öffentlich-rechtlichen Auftrag. SRG und ORF im Gegenzug auch in deutschen Wohnzimmern wäre eine überlegenswerte Idee. Aber das würde schon deshalb nicht gehen, weil man den beiden hiesigen ÖRs direkt vor die Nase führen würde, wie weit weg man zum Beispiel von der Austrahlung relativ aktueller Kino-Blockbuster ist.

Klar, Berlin bestimmt, was die Republik zu hören hat
Beide Programme kommen aus Potsdam und nicht aus Berlin!
 
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#10
Warum senden ARD und ZDF per DVB-T (und vorher analog) in Österreich, in der Schweiz und sogar in Südtirol? Das gehört nicht mal ansatzweise zum öffentlich-rechtlichen Auftrag.
Weil die Programme in Österreich via simpliTV verschlüsselt als Pay-TV verbreitet werden und die Ausstrahlung in Südtirol über die RAS erfolgt (finanziert durch das Land Südtirol). Die Ausstrahlung ist in beiden Fallen für ARD und ZDF irrelevant und kostet keinen Cent. Speziell was simpliTV angeht: Die Einspeisung in ausländische Kabelnetze ist auch nichts anderes - und die ist seit der Satellitenverbreitung der Programme vollkommen normal und wird auch von niemandem infrage gestellt.
Wo genau ARD und ZDF in der Schweiz über DVB-T senden (wo DVB-T in ein paar Monaten komplett abgeschaltet wird), konnte ich leider nicht nicht herausfinden. :wow:

SRG und ORF im Gegenzug auch in deutschen Wohnzimmern wäre eine überlegenswerte Idee. Aber das würde schon deshalb nicht gehen, weil man den beiden hiesigen ÖRs direkt vor die Nase führen würde, wie weit weg man zum Beispiel von der Austrahlung relativ aktueller Kino-Blockbuster ist.
Das ist nicht möglich, da es rechtlich nicht möglich ist. Schluss, aus, Ende. Mit "Vorführen", weil man keine Hollywood-Blockbuster zeigt (ist das jetzt öffentlich-rechtlicher Auftrag?!?) hat das einfach gar nichts zu tun. Wenn ARD und ZDF sich Hollywood-Blockbuster kaufen wollen, können sie das tun. Wer sollte sie daran hindern? Sicherlich nicht SRG und ORF, die damit überhaupt nichts zu tun haben, außer, dass sie sich für die Ausstrahlung Sublizenzen bei den Lizenzinhabern in Deutschland kaufen (und damit sicherlich auch deutlich günstiger wegkommen als jeder deutsche Lizenznehmer).

Sorry, aber wenn man keine Ahnung hat, einfach mal... ach, was soll's. :rolleyes:
 
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#13
Radio Eins und Fritz bundesweit - hallo geht´s noch? Warum sollen wir z.B. hier in Niedersachsen Programme des rbb aufschalten? Meine beiden Söhne (17 und14) würden sich bedanken, die hören fast nur NJoy (für mich allerdings auch nicht das Gelbe vom Ei), ich bevorzuge NDR Info und das Schwarzwaldradio. Radio1 vom RBB ist nicht mein Fall; auf der Arbeit im Büro wäre das gar nichts.
 
#14
Hätte man einen national Rundfunk, hätte man ja auch mehr Möglichkeiten, Spartenprogramme auf die Beine zu stellen. Neben Radio Eins gäbe es denn eben noch eine Art WDR 2. Und neben einem Bayern Plus ein Programm mit Oldies.

Radio Eins wird viel außerhalb des eigentlichen Sendegebiets gehört und geschätzt. Es ist eine Sehnsucht da nach einem Programm, das eine Alternative darstellt zu den verdudelten Popwellen - warum sollte man der Mehrheit der deutschen Bevölkerung diese Alternative vorenthalten?
 
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#15
@DigiAndi
Mein lieber Andreas, mir ist das alles sehr wohl bekannt. Das ändert aber nichts daran, es hinterfragen zu dürfen. Eine Einspeisung von ORF und SRG hierzulande dürfte zu allererst die Privaten auf die Barrikaden treiben, u.a. eben wegen jener Blockbuster die dort mit viel nervenden Werbebreaks laufen und bei ORF und SRG quasi werbefrei.
Und was dein Verweis auf die Lizenzrechte angeht, ist das ein Scheinargument. Niemand hindert ARD und ZDF sogenannte Spotbeams zur Ausstrahlung via Astra zu nutzen, ähnlich den Briten oder den Polen. Schon stellt sich die Frage nach den Lizenzen nicht mehr. Und schon wären wir wieder bei einer Kosteneinsparung. ARD und ZDF müssen nicht zwingend im letzten Winkel Europas empfangbar sein via Astra. Das ist nicht deren Aufgabe. Dafür gibt es die Deutsche Welle.
 
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#16
In Sachen Hörfunk wohl kaum realistisch, aber was hieltet Ihr hiervon:

zwei bundesweite Jugendprogramme (14-29)
1. Dudelprogramm
2. alternatives Programm
zwei bundesweite junge Erwachsenen-/Serviveprogramme (29-49)
1. Dudelprogramm
2. alternatives Programm
zwei bundesweite Erwachsenen-/Serviveprogramme (39-59)
1. Dudelprogramm
2. alternatives Programm
zwei bundesweite konservative Programme (49-69+)
1. Dudelprogramm
2. alternatives Programm
Meinetwegen noch drei bundesweite Deutschlandradio-Programme

Das wären acht (mit DLR 11) Tagesbegleitprogramme statt bisher gut 30.
Dazu jeweilige zusammengefasste Kultur- und Infoprogramme, die ebenfalls ihre Regionalfester haben sollten und müssten.

Das müsste doch von neun ARD-Landesrundfunkanstalten zu stemmen sein und würde sogar größere Vielfalt bieten.
Oder?
 
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#17
Mein lieber Andreas, mir ist das alles sehr wohl bekannt. Das ändert aber nichts daran, es hinterfragen zu dürfen.
Du hast aber nicht hinterfragt, sondern unterstellt.

Eine Einspeisung von ORF und SRG hierzulande dürfte zu allererst die Privaten auf die Barrikaden treiben, u.a. eben wegen jener Blockbuster die dort mit viel nervenden Werbebreaks laufen und bei ORF und SRG quasi werbefrei.
Warum schreibst du dann oben etwas ganz anderes?

Und was dein Verweis auf die Lizenzrechte angeht, ist das ein Scheinargument. Niemand hindert ARD und ZDF sogenannte Spotbeams zur Ausstrahlung via Astra zu nutzen, ähnlich den Briten oder den Polen. Schon stellt sich die Frage nach den Lizenzen nicht mehr. Und schon wären wir wieder bei einer Kosteneinsparung. ARD und ZDF müssen nicht zwingend im letzten Winkel Europas empfangbar sein via Astra. Das ist nicht deren Aufgabe. Dafür gibt es die Deutsche Welle.
Den Spotbeam möchte ich sehen, der exakt an den Grenzen zu Österreich und der Schweiz Schluss macht. Genau darum ginge es aber - und nicht, ob ARD und ZDF in Spanien oder Rumänien auch noch zu empfangen sind. Davon abgesehen sind Spotbeams, Verschlüsselung und Geoblocking auch genau der richtige Weg in einem vereinten Europa. :rolleyes:
Und denkst du wirklich, dass die Kosten für die Satellitenverbreitung einen derart großen Anteil an den Gesamtkosten von ARD und ZDF haben, dass eine Einsparung hier ernsthaft zu spüren wäre? Ich kann diese ganze Diskussion schon alleine deshalb nicht nachvollziehen. Nicht, dass ich sie forden würde, aber eine Abschaltung von DVB-T(2) würde wohl bei weitem mehr einsparen. Da es aber gerade im Bereich des Fernsehen immer in Richtung Mediatheken geht, werden deine Wünsche in Zukunft sowieso wahr werden und Lizenzware von ARD und ZDF wird im Ausland nicht mehr zu sehen sein. Keine Ahnung, welchem Zuschauer das dann etwas bringt...
 
#18
Es dudeln doch sowieso nur noch überall die gleichen Superhits, regional spezifische Musik findet abgesehen von Höhnern und BAP nirgendwo mehr statt. Insofern gäbe es da gewaltige Einsparpotentiale.
Ja, wenn man den Mangel an Regionalität gut findet. Ich meine, die Abbildung der regionalen Vielfalt sollte stattdessen im Programmauftrag deutlicher eingefordert werden.

Wobei auch die schönsten Programmaufträge Schäume bleiben, wenn Mechanismen fehlen, die die Auftragserfüllung gewährleisten. Das ist ja heute schon so.
 
#19
Der Steuerzahler würde sich freuen über noch mehr Wasserköpfe.
Der Steuerzahler soll sich ruhig mal überlegen, ob mehrere kleine Wasserköpfe nicht unter Umständen günstiger wären als wenige große Wasserköpfe, ob sie nicht bessere, da gezieltere Arbeit verrichten können, immerhin würden eine ganze Reihe von Nebenkriegsschauplätzen und Kompetenzstreitigkeiten wegfallen ...

Gruß
Skywise
 
#20
Warum schreibst du dann oben etwas ganz anderes?
Um zu provozieren, gebe ich gerne zu in dem Fall.

Und denkst du wirklich, dass die Kosten für die Satellitenverbreitung einen derart großen Anteil an den Gesamtkosten von ARD und ZDF haben,
Nein, haben sie nicht. Aber viele kleinere Summen ergeben auch eine größere Summe, die dann Relevanz hat. Dieses Totschlagargument, dass der Kostenanteil hier und da doch gar nicht so hoch wäre, geht mir gelinde gesagt auf den Keks. Ihr hantiert da mit unser aller Gebührengelder!

Den Spotbeam möchte ich sehen, der exakt an den Grenzen zu Österreich und der Schweiz Schluss macht.
Ein Spotbeam macht da natürlich nicht Schluss. Das weiß man übrigens auch in den Ländern, wo er verwendet wird. Aber dort wird er unter anderem genutzt, um Lizenzkosten möglichst gering zu halten. Um was anderes geht es doch bei diesen Spotbeams nicht.

Davon abgesehen sind Spotbeams, Verschlüsselung und Geoblocking auch genau der richtige Weg in einem vereinten Europa.
Also wenn ich mir anschaue was per Astra 19,2 tatsächlich noch frei empfangbar ist, dann sind da ARD und ZDF, gemeinsam mit den SD-Versionen der deutschen Privaten fast allein auf weiter Flur. In Sachen Geoblocking, Verschlüsselungen etc. muss man sich bei der Filmwirtschaft beschweren. Dieses Problem zu lösen ist nicht Aufgabe der ÖR.

Ja, wenn man den Mangel an Regionalität gut findet.
Ich sags mal so: Ich wüßte keine Programmreform der ARD-Sender in den letzten Jahren, wo es darum ging dem Sender mehr Inhalt zu geben, ihn vielfältiger zu machen oder breiter aufzustellen. Überall gings nur um Verschlankung und Ausdünnung. Insofern sollte die Forderung nach bundesweiten "Mantelprogrammen" vielleicht verständlich sein.
 
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#21
Erstaunlich, wie ernst diese nicht ernst gemeinten (deshalb das 😉) Änderungsvorschläge genommen werden. Ein paar Sätze weiter schrieb ich zudem, dass sich ohne eine Grundgesetzänderung, für die es keine Mehrheiten gibt, nahezu nichts ändern wird.

Ich weiß ja eigentlich, dass Homor, insbesondere Ironie, im Internet nicht gut funktioniert. Aber die Reaktion hat mich dann doch überrascht.

Wenn etwas ernst gemeint war dann nur die ergebnisoffene Überlegung, ob Landesrundfunkanstalten zusammengelegt werden könnten und ob die Landesgrenzen nicht besser Mentalitätsgrenzen weichen sollten. Aber wie genau das aussehen könnte?
 
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#22
Für mich wären Ziele einer Strukturreform,
  • die Verflechtung zwischen den Anstalten abzubauen, so dass jede Anstalt eigenständiger und ohne Abstimmungsbedarf ihre Programme gestalten kann. Also das Gegenteil des häufig geprägten "sollen doch kooperieren", was nur Reibungsverluste erzeugt und Kreativität erstickt.
  • bei den Landesrundfunkanstalten einen inhaltlichen Schwerpunkt auf Information und Kultur (einschließlich Popkultur) vorzuschreiben. Hier ist eine Abbildung des regionalen Geschehens und eine publizistische Konkurrenz zwischen den Anstalten sinnvoll.
  • eine maßvolle Verkleinerung der Anzahl der Landesrundfunkanstalten, damit jede Anstalt über die notwendigen Ressourcen verfügt, ihren Programmauftrag tatsächlich zu erfüllen.
  • im Gegenzug Schaffung neuer spezialisierter Rundfunkanstalten auf nationaler Ebene in Bereichen, in denen bisher aufgrund des großen Abstimmungsbedarfs kaum eigenständige Planung möglich ist.
  • Außerhalb dieses Bereichs Kompetenzzentren bei jeweils einer Anstalt anzusiedeln, die diesen Bereich dann eigenständig, aber für alle, ausfüllt. Damit werden Doppelstrukturen in Bereichen, die nicht zum öffentlich-rechtlichen Kernbereich gehören, aufgelöst.
  • Eine externe Kontrolle der Erfüllung der Programmmaßstäbe einzuführen. Damit wird das Problem gelöst, dass Rundfunkräte bisher das Programm zu überwachen haben, das sie selbst beschlossen haben.
  • eine Service-public-Klausel (wie etwa in der Schweiz oder in Großbritannien) einzuführen, wonach jedes Programmvorhaben auf seinen Mehrwert für den Zuschauen hin geprüft wird. Damit kann der Quotenfixierung oder inhaltlichen Mehrwert entgegengewirkt werden.
  • den Rundfunkbeitrag auf einen Automatismus umzustellen, sowohl was die Höhe, also auch was seine Verteilung auf die einzelnen Anstalten betrifft. Dadurch fallen der Fehlanreize weg, durch zusätzliche Ausgaben heute zusätzliche Einnahmen von morgen zu rechtfertigen.
  • eine gemeinsame Technikgesellschaft der Rundfunkanstalten zu gründen, um bessere Kompatibilität und Einkaufsbedinungen zu erreichen.
  • eine gemeinsamen Pensionsfond aufzulegen, um die Anstalten finanziell für die Zukunft abzusichern und eine klarere Trennung von Programmausgaben und Altausgaben zu ermöglichen.
Dies könnte in der Praxis dann so aussehen:
  • Reduktion der Landesrundfunkanstalten von neun auf fünf. (NDR-RB, RBB-MDR, SWR-SR-HR. WDR und BR bleiben.)
  • Im Gegenzug werden arte Deutschland und Phoenix eigenständige Rundfunkanstalten.
  • Internationale Berichterstattung beim NDR gebündelt
  • Kinder- und Jugendprogramm beim RBB/MDR gebündelt, einschließlich Funk und Kika.
  • Fernsehspiel und Serie beim BR gebündelt, einschließlich Bavaria.
  • nonfiktionale Unterhaltung beim SWR gebündelt.
  • Dokumentationen und Hörfunksport beim WDR gebündelt.
  • Die ARD überlässt die Fernsehübertragungen von Spitzensport komplett dem ZDF und konzentriert sich auf regionales Sportgeschehen.
  • usw.
Das ZDF bleibt gewollte publizistische Konkurrenz zur ARD, macht dieser aber bei Sport- und Filmrechten keine Konkurrenz mehr. Das ZDF bekommt die alleine Zuständigkeit für 3sat, ist dafür aber bei Phoenix, arte, Kika und Funk draußen, und kann daher ebenfalls eigenständiger planen. Analog zur ARD wird der Programmauftrag geschärft, wobei allerdings im Gegensatz zur ARD ein größerer Unterhaltungsanteil zulässig ist.
 
#23
Mein Beitrag hierzu fällt relativ kurz aus:

Ich fürchte noch weniger Abwechslung und stärkere Vereinheitlichung der einzelnen Programmsparten. Im Umkehrschluss: Immer weniger Vielfalt und Phantasie in den einzelnen Landesrundfunkanstalten bei den Programmverantwortlichen. Man wird sich, aus meiner Sicht, immer mehr auf die sogenannten externen "Berater" verlassen.

Das sind keine so schönen Aussichten für das Radio. Vom Fernsehen will ich hier gar nicht anfangen.

Ironisch ausgedrückt: das sind schöne Aussichten! o_Oo_O
 
#24
@freiwild
Der Vorschlag gefällt mir gut. Ich würde nur die Schwerpunkte doppelt, bei verschiedenen Anstalten einrichten, damit es „innerbetriebliche“ Konkurrenz und Vielfalt gibt. Und zwei wären immer noch deutlich weniger, als die jetzigen neun ...
 
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