SWR 1 und SWR 3 gegen den Rest


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#1
Ich bin heute mal wieder von Mainz ins Bergische Land gefahren und ich fand SWR 1 und SWR 3 die ganze Zeit super. Wenn mal ein Sender gerade etwas Unspannendes brachte, lief auf dem anderen garantiert ein gutes Lied. Ich finde, dass "SWR 1 und SWR 3" das beste öffR Paar in Deutschland sind: "NDR 1 und NDR 2", "WDR 1 und WDR 2", "hr 1 und hr 3", "BR 1 und BR 3"... können da nicht mithalten!
 
#2
In der Tat kann man sich auf die Musik bei SWR1 und SWR3 meistens verlassen, zumindest tagsüber. Fast alle anderen öff.-r. Senderketten haben zumeist nur ein sehr gutes Musikprogramm (NDR 2, WDR 2, HR 3), während der SWR zwei klasse Wellen fürs Autofahren ausstrahlt.

Dazu kommt, dass der Verkehrsfunk beim SWR mit Meldungen aus RP, BW und dem Saarland sowie Teilen aus HE, NRW, BY, Ö und CH wohl die größte Fläche abdeckt. Also, beides ideale Autofahrersender!
 
#3
Zugegeben, für die Autofahrer machen SWR1 und 3 recht viel. Zur Rush-hour werden die Sendungen zu regelrechten "Pieps-Shows" mit aktuellen Meldungen nach oder z.T. während jeden Titels.

Aber was die musikalische Vielfalt angeht, ziehe ich die Bayern eindeutig vor. Und das Infoangebot von SWR1 ist für einen Infosender (so die tagesschau.de-Bescheibung) ja nun wirklich nicht besonders umfangreich.
 
#4
Nimm noch SWR 4 und Das Ding dazu, dann hast du schon vier Programme beim SWR, die quasi nach demselben Schema ablaufen - bloß jeweils mit anderer Musik und angepasster Moderation. Für eine ÖR Anstalt ist das irgendwie seeeehr dünn (da haben im Vergleich die Bayern eindeutig mehr zu bieten).
 
#5
Der SWR ist zwar nicht uebel, aber ich koennte mir folgende Verbesserungen vorstellen:

SWR2: weniger Kultergequatsche, mehr Klassische Musik, sollte aehnlicher mit Bayern 4 werden.

SWR3: das alte Musik Format von SWF3 war deutlich besser, an sonsten OK !

SWR1: sollte eher laenger Nachrichtenbloecke am Morgen und am Abend bringen. Die Musik wiederholt sich zwar oft, ist aber sonst gut gemischt. Moderatoren zischen der Musik sollten eher weniger labern.

SWR4: die Musik ist etwas langsam, so wie Oesterreich Regional in den 70ger Jahren klang. Sollte mehrheitlich schon Deutsche Musik spielen, aber mehr juengerem Datums und ein flotteres Auftreten, wie z.B. der Kabelsender Radio Melodie.

Besonders kritisch sehe ich immer noch die Zusammenlegung zwischen SWF und SDR und die dadurch sehr stark entstandenen Ueberschneidung von Frequenzen. Dies resultiert gerade im Raum Stuttgart an einer sehr armen Auswahlmoeglichkeit, konnten die Hoerer bis 1997 noch zwischen SDR und SWF waehlen.

Eine Differenzierung der Musik bzw. eine Trennung zwischen SWF und SDR waere in der heutigen Zeit sicher nicht sooo kostspielig. Ich halte diese Sache nur als eine politische Entscheidung.
 
#8
Und genau da ist das Problem: Statt das Beste von SWF und SDR zu übernehmen, hat man die Format-Philosophie vom SWF übernommen (wen wundert's - Herr Voß war ja auch SWF-Intendant).

Und bei den musikalischen und redaktionellen Inhalten hat man versucht, eine Kompromiß-Linie zu nehmen. Kleinster gemeinsamer Nenner statt das Beste von Beidem!
 
#9
Es stimmt, beim SWR laufen auf 6 der 8 Wellen genau diesselben Philosphien. Dudelei bis der Arzt kommt, nur die Musik ist entsprechend der Zielgruppe anders. SWR1 ist gegen den Auftrag im Rundfunkstaatsvertrag tagsüber KEIN Informationsprogramm. Genausogut hätte man SWF3 oder SDR 3 zu Informationsprogrammen erklären können. Genau so sind nämlich die Informationen in SWR1 verteilt: 4 Minuten-News und von 12-13 und von 17-18 Uhr so etwas wie Extra 3 (SWF3) oder Rundschau am Abend (Hansawelle), Frühkurier (NDR 2). Leute lief in identischer Form vor der Fusion bei SDR 3, heute bei SWR3 undenkbar, mal länger als 1'30 auf die besten Hits oder das Aktuellste aus dem SWR3-Verkehrszentrum zu verzichten.

Hintergrund: Beim SWR fand man die Hörerschaft der Popwellen zu alt (Schnitt: 35-40, SDR 3 interessanterweise jünger als SWF3 trotz der dortigen beginnenden Formatwut seit 1995), verjüngte also direkt nach der Fusion SWR3 und begann parallel eine ähnliche Aktion im Ersten. Vorallem in Stuttgart gab es eine regelrechte Massenflucht der ex-SDR 3er vom Baden-Badener Kahn. Patrick Neelmeier oder Thomas Schmidt sind nur zwei Beispiele. Verdrängt wurden hier natürlich die SDR 1-Jungs, die sitzen heute entweder bei SWR4 oder in Frühpension. SWR3 fuhr anfangs wie SWF3 weiter, dadurch hauten aber in der Summe fast alle SDR 3-Hörer ab, das fusionierte Programm hatte mit größerem Sendegebiet so viele Hörer wie SWF3. Also begann man Mitte 2000 die Hardcore-Claimerei zu entdecken, anscheinend mit Erfolg. Weiß der Geier, wo die Hörer herkommen, aber es wurden mehr :)

Kurz - der SWR hat alle Wellen radikal verjüngt, indem ältere Hörer mit den Mods in andere Programme abgeschoben wurden und hat gleichzeitig alle Programme massivst formatiert.
 
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